Aconogonon 'Johanniswolke' – (Garten-)Bergknöterich, Buschknöterich, Staudenflieder

(Pflanzenfamilie: Polygonaceae – Knöterichgewächse)

Stinkt die 'Johanniswolke' nach Schweinestall? Das kann ich definitiv verneinen. Verströmen die Pflanze und ihre Blüten überhaupt einen Geruch? Ja! Man sollte es sicherlich nicht "duften" nennen, unangenehm ist der Geruch jedoch ebenfalls nicht, das haben Tests im Freundes- und Bekanntenkreis mit Nichtraucher- und Rauchernasen ergeben, die Gerüche ja unterschiedlich wahrnehmen sollen.

Aconogonon `Johanniswolke´ – (Garten-)Bergknöterich, mit Bienenkäfer
Aconogonon `Johanniswolke´ mit Bienenkäfer

Wenn man die Blüten (Stängel und Laub riechen praktisch nach gar nix) nicht unmittelbar vor sich hat, wird man den "Duft" ohnehin kaum bemerken, zumal wenn die Pflanze einen Standort in freier Lage gefunden hat. In (wind-)geschützten Ecken, aus denen die Luft nicht so schnell entweichen kann, ist das vermutlich anders und die 'Johanniswolke' geht einem "in die Nase". Solche Pflanzplätze werden gern empfohlen, um sicherzustellen, dass der Bergknöterich kompakt bleibt und nicht auseinanderfällt. Mit diesem Rat kann ich nun überhaupt nichts anfangen, denn bei mir steht er an einer Stelle völlig frei, und sofern der Wind pfeift, pfeift er über den Aconogonon.

Ob der Bergknöterich auseinanderfällt oder nicht, liegt nach meiner Erfahrung also weniger an der exponierten Lage des Pflanzplatzes als an der Wasser- und Nährstoffversorgung der Pflanzen: An einem trockenen Standort in nur mäßig mit Nährstoffen versorgtem (und wenig gedüngtem) Boden wachsen die Pflanzen stockiger, schießen nicht ganz so in die Höhe ("ins Kraut") und sind damit stabiler und trotzen selbst stärkerem Wind.

Aconogonon `Johanniswolke´ – (Garten-)Bergknöterich, Austrieb
Aconogonon `Johanniswolke´ – Austrieb

Aconogonon 'Johanniswolke' ist mit seiner stattlichen Wuchshöhe und -breite von gut zwei Metern bestimmt nicht das Richtige für kleine Gärten. Dennoch braucht man sich nicht davor zu fürchten, dass die Pflanze irgendwann zu viel Platz vereinnahmen könnte: Bei dieser Größe bleibt es, selbst nach vielen Jahren Standzeit. Unverschämtes Aussäen kann diesem Bergknöterich ebenfalls niemand unterstellen – er ist steril. Will man die 'Johanniswolke' vermehren, bleibt daher nur der Weg über Stecklinge (eher nur für den Erwerbsgartenbau geeignet) oder Teilung (im Frühjahr vor dem Austrieb; die Schnittstellen mit Holzkohlepulver bestreuen, um Fäulnis zu vermeiden).

Aconogonon `Johanniswolke´ – (Garten-)Bergknöterich Mit dem Rückschnitt als praktisch einzige Pflegemaßnahme sollten Sie bis zum Frühling warten; das abgefallene Laub dient den Pflanzen im Winter als "Isolierschicht". Die abgestorbenen Stängel lassen sich dann meist einfach herausziehen. Vielfach wird empfohlen, die verblühten Blüten abzuschneiden, wenn sie nicht mehr schön aussehen. Nun, das kann man machen, muss man aber nicht. Außerdem: Was ist "schön"? Ich zum Beispiel finde es sehr apart, wenn beim Bergknöterich nach und nach die verblühten Blütenblätter abfallen und die auf Höhe der Blüten rötlichen Stängel durchschimmern. Aus einiger Entfernung wirkt das, als würden sich die Blüten der 'Johanniswolke' im Verblühen rosa färben. Und ob Sie diese Blütenstände nun abknipsen oder stehen lassen – so oder so treibt die 'Johanniswolke' seitlich unterhalb der ersten Blüten kleinere Nebenblüten.

Aconogonon `Johanniswolke´  – (Garten-)Bergknöterich mit Geranium x magnificum
Aconogonon `Johanniswolke´ mit Geranium x magnificum

Als Begleitpflanzen im eigentlichen Sinn machen sich halbhohe Blütenstauden gut, die relativ nah beim Aconogonon stehen (etwa ein Meter Abstand vom Horst). Alchemilla mollis (Weicher Frauenmantel) und Geranium x magnificum (Pracht-Storchschnabel) fallen mir da ein. Wegen seiner imposanten Größe sollten Sie jedoch die Fernwirkung des Bergknöterichs nicht außer Acht lassen und vielleicht mit Monarda fistulosa (Späte Indianernessel), Monarda didyma (Scharlach-Indianernessel) oder Verbena hastata (Lanzen-Verbene, Lanzen-Eisenkraut) – etwas weiter weg gepflanzt – Tiefenwirkung erzielen. In größeren Gärten wäre eine Vernonia arkansana (Arkansas-Scheinaster) dazu sehr schick.

Aconogonon 'Johanniswolke' ist erst Anfang der 2000er Jahre in den Gärtnereien aufgetaucht und damit noch ein "Newcomer" unter den Stauden. Keiner weiß es so genau, woher die ersten Pflanzen kamen, es wird gemutmaßt aus Asien. Die 'Johanniswolke' verdient auf jeden Fall Beachtung, vor allem wenn nach einem Eyecatcher gesucht wird, der kaum Arbeit, dafür aber nahezu rund ums Jahr etwas hermacht.

Aconogonon 'Johanniswolke' – (Garten-)Bergknöterich, Buschknöterich, Staudenflieder

Wuchshöhe: 200 cm
Blütenfarbe: cremeweiß
Blütezeit: Juni, Juli
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: (mäßig) trocken-feucht
Verwendung: Insektenmagnet
Hinweis:



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