Echinacea purpurea – Roter (Schein-)Sonnenhut, Roter Igelkopf

(Pflanzenfamilie: Asteraceae – Korbblütler)

Echinacea purpurea – Roter Scheinsonnenmut mit Zitronenfalter und C-Falter
Zitronenfalter und C-Falter auf Echinacea purpurea

Echinacea hat ehedem zur Gattung Rudbeckia gehört, ist inzwischen aber mit zehn zugeord­neten Arten "selbst­ständig". Für die Garten­kultur war früher ausschließlich Echinacea purpurea, der Rote (Schein-)Sonnen­hut, interessant, die übrigen Arten wurden "lediglich" für medizinische Zwecke angebaut – zur Herstellung von Medika­menten, etwa gegen Erkältungen oder zur Stärkung des Immunsystems.

Das hat sich mittlerweile zwar geändert, doch am häufigsten ist in den Gärtnereien nach wie vor Echinacea purpurea mit Sorten vertreten. Beim Kauf sollten Sie darauf achten, dass im Topf mehr als ein (Blüten-)Trieb steht, sonst kann es passieren, dass die Pflanze nach der Blüte nicht weiter­wächst und eingeht. Sie hat dann ihre ganze Kraft in diese eine Blüte gesteckt und ist "erschöpft".

Echinacea purpurea – Roter Scheinsonnenhut Echinacea purpurea wünscht einen sonnigen Standort, braucht durchlässigen Boden und sollte in nährstoffarmen Böden regel­mäßig gedüngt werden. Nässe – vor allem Staunässe – sollte man vermeiden, damit die Wurzeln (Wurzeltyp: Rhizom) nicht faulen. Trockenheit dagegen verträgt sie ausgezeichnet, gleich­wohl werden frische Standorte bevorzugt. Echinacea purpurea ist eine derje­nigen Pflanzen, bei denen die Abkühlung in einer Sommernacht meist genügt, um schlapp herunterhängende Blätter wieder aufzurichten. Wenn das nicht mehr funktioniert und sich der Rote Sonnenhut am Morgen nicht regeneriert hat, dann ist's allerhöchste Zeit für durchdrin­gendes Gießen, das auch die tieferen Bodenschichten erreicht.

Echinacea purpurea – Roter Scheinsonnenhut, Blüten
Echinacea purpurea – Blüten

Mit seiner ungewöhnlichen Farb­kombination der Blüten fällt der Rote Scheinsonnenhut überall auf: Die Blütenblätter sind rosa, das Körbchen/die Blütenscheibe geht ins Orange, die eigent­lichen Blüten – sie sind gelb – nehmen wir mit bloßem Auge gar nicht wahr. Vor allem in voller Sonne wird dieser Kontrast deutlich, wenn das Orange so richtig leuchtet. Sorten von Echniacea purpurea bleiben mit Ausnahme der weiß und gelbgrün blühen­den in diesem Farbspektrum – rosa, orange, (wein-)rot –, mal heller, mal dunkler, mal kräftiger, mal blasser.


Der Rückschnitt – (fast) die einzige Pflegemaßnahme am Roten (Schein-)Sonnenhut

Echinacea purpurea – Roter Scheinsonnenhut, Samen
Echinacea purpurea – Samen

Der Sonnenhut sät sich reichlich aus, falls die verblühten Blüten­stände nicht beizeiten entfernt werden. Die Sämlinge sorgen ihrerseits für neue Blütenfarben, gesetzt den Fall, dass verschie­dene Echinacea-purpurea-Sorten zusammen­stehen (oder nicht sehr weit vonein­ander entfernt); sie kreuzen sich alle unterein­ander und die Samen fallen meist nicht echt. Im Hinblick darauf ist es also grundsätz­lich kein Schaden, nach der Blüte und – vor allem – vor der Samenreife zur Garten­schere zu greifen und Verblühtes abzuschneiden.

Machen Sie sich dabei – sofern Sie's zeitlich irgendwie einrichten können – die Mühe und die doppelte Arbeit, zunächst nur die abgeblühte Hauptblüte zu entfernen. Dann entstehen zum einen erst einmal keine Lücken im Beet (wie bei einem kompletten Rückschnitt der Blütentriebe) und zum anderen erscheinen in den Blattachseln neue Blütentriebe, die die Blühzeit doch ein schönes Stück verlängern. Der boden­nahe Rückschnitt erfolgt erst, wenn auch die "Seiten­blüten" verblüht sind. (So eine Nach­blüte macht Echinacea purpurea auch dann, wenn sie nach der ersten Blüte gar nicht geschnitten wird; die Nachblüte fällt unter diesen Umständen allerdings schwächer aus, weil die Pflanze ihre Kraft vordringlich in die Samenreife steckt.)

Schöner sieht der Garten im Winter meiner Meinung nach aus, wenn die Samenstände stehen bleiben dürfen. Immer­hin geben sich die Feuerwanzen alle Mühe, die Samen un­brauch­bar zu machen, indem sie sie auslutschen, bei etlichen Vogelarten stehen die Samen ebenfalls auf dem Speiseplan und Schnecken finden Sämlinge der Echinacea purpurea äußerst appetitlich (der Austrieb älterer Pflanzen scheint zum Glück weitaus weniger wohl­schme­ckend zu sein), so dass die Sache mit der Selbst­aussaat trotz aller Bemühungen der Echinaceen noch über­schaubar (und kontrollier­bar) bleibt.


Echinacea purpurea selbst vermehren

Echinacea purpurea – Roter Scheinsonnenhut, Sämlinge
Echinacea purpurea – Sämlinge

Selbstaussaat durch die Pflanze ist also die eine – die bequemste – Möglichkeit, den Roten (Schein-)Sonnenhut zu vermehren; Sämlinge am falschen Platz können schließlich immer noch ausgegraben (und an passende Stelle verpflanzt) werden. Die andere ist Aussaat von frischem Saatgut im Haus durch den Gärtner/die Gärtnerin (mehr dazu in Kapitel über die Sorte 'Alba'). Stellt sich die Frage: Was macht man mit all den gekeimten Pflänzchen und wohin damit, bis sie im Garten eingepflanzt werden können?

Echinacea purpurea – Roter Scheinsonnenhut mit Reif
Echinacea purpurea mit Reif (Mitte Oktober)

Größere Pflanzen können zudem geteilt werden (verwenden Sie wegen des harten Rhizoms besser einen Qualitäts-Spaten, der sich nicht gleich beim ersten Hieb verbiegt), das ist speziell bei Sorten empfehlens­wert, damit die "Nachzucht" genauso aussieht wie die Mutterpflanze und all deren Eigen­schaften und Merkmale aufweist (vegetative Vermehrung nennt sich das im Gegensatz zur Aussaat, der generativen Vermehrung). Bester Zeitpunkt dafür: der Frühling, wenn die Pflanzen austreiben. Graben Sie die Pflanze aus und portionieren Sie sie in Stücke, die andern­orts gleich einge­setzt werden können (angießen nicht vergessen). Soll die Mutterpflanze am bisherigen Standort verbleiben, stechen Sie vom Rhizom lediglich Teilstücke ab, ohne es komplett auszu­graben.

Im Frühjahr ist auch die rechte Zeit zum Verpflanzen, ob dabei nun geteilt wird oder nicht. Übrigens: Ausgegrabene Echinacea purpurea können am ursprünglichen Standort noch Leben zeigen, weil im Boden versehentlich zurückge­lassene Rhizomstücke nicht so schnell aufgeben und durchtreiben. Aus diesem Grund setzen Gärtnereien zur Vermehrung auf Wurzelschnit­tlinge, für den Hausgebrauch ist diese Methode jedoch viel zu aufwendig. Also: Teilung im Frühling – und gegebenenfalls keine Rhizom­stückchen im Boden übersehen.


Gesellschaft für den Igelkopf

Echinacea purpurea vor Agastache rugosa
Echinacea purpurea vor Agastache rugosa

Dank ihrer langen Blütezeit sorgen Echinacea purpurea den ganzen Sommer über bis in den Herbst für Farbe im Garten. Blühpartner benötigen sie eigentlich gar nicht und falls doch, wirken Ziergräser sowie Pflanzen mit zurückhaltenden Blütenfarben sehr schön neben dem Roten Igelkopf. Kalimeris yomena (Schönaster), Eryngium giganteum (Elfenbeindistel), Rudbeckia occidentalis 'Green Wizard' (Westlicher Sonnenhut) und Gaura lindheimeri (Prachtkerze) passen auch in puncto Standortansprüche zur Echinacea. Wenn es mal etwas kräftiger (noch kräftiger, als Echinacea purpurea das mit ihrer ungewöhn­lichen Farbgebung ohnehin schon ist) sein darf, empfehlen sich violettblaue Töne, wie sie zu dieser sommerlichen Blühzeit viele Stauden mitbringen zum Beispiel Agastache rugosa (Koreanische Minze).

Halbhohe Staudenbegleitung sollte an Standorten im Beet selbstverständlich ebenso wenig fehlen. Denken Sie dabei an Teucrium hyrcanicum (Kaukasus-Gamander), Symphyotrichum x dumosum (Kissen-Aster), Galatella sedifolia 'Nana' (Sedumblättrige Aster), Veronica spicata oder longifolia (Ähren-Ehrenpreis oder Langblättriger Ehrenpreis), die etwas zauselige Salvia verticillata (Quirlblütiger Salbei) und die unverwüstliche weiß blühende Solidago ptarmicoides (Weiße Goldrute). Was für ein Catering für Insekten!

Dass auf den Blüten des Roten Igelkopfs immer etwas los ist und viele Insekten auf ihn fliegen (ganz besonders Schmetterlinge), ist – denke ich – allgemein bekannt. Weniger bekannt ist hingegen, dass die Weibchen der Gelbbindigen Furchenbiene (Halictus scabiosae) seinen Pollen als Nahrungsvorrat für die Larven sammeln und in den Nestern deponieren. Ich hatte das selbst schon wieder vergessen, als mir Fotos von Halictus scabiosae auf Echinacea purpurea in action – also beim Pollensammeln – in die Hände gefallen sind.

Halictus scabiosae (Weibchen) beim Pollensammeln auf Echinacea purpurea
Halictus scabiosae (Weibchen) beim Pollensammeln auf Echinacea purpurea

Halictus scabiosae ist eine der bodennistenden Wildbienen-Arten und mehrere Weibchen tun sich gern zusammen und nisten in kleinen oder größeren Kolonien. Sandige Böden und Lösslehm werden deutlich bevorzugt, einerlei ist diesen Bienen dagegen, ob die Nistfläche eben oder geneigt ist; sogar Steilwände sind für die Gelbbindige Furchenbiene als Nistplatz geeignet. Allerdings sollte die Fläche vegetati­onsfrei oder wenigstens nur spärlich bewach­sen sein. Meinen Lehmboden (mit geringem Sand­anteil) hier in Keidenzell findet sie jedenfalls geeignet.

Echinacea purpurea – Roter (Schein-)Sonnenhut, Roter Igelkopf

Wuchshöhe: 100 cm
Blütenfarbe: rosa, Körbchen orange
Blütezeit: Juli, August, September
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: frisch
Verwendung: Schnittpflanze
Hinweis: Heilpflanze; Pollenlieferant für Wildbienen


Echinacea purpurea 'Alba' – Roter (Schein-)Sonnenhut, Roter Igelkopf

Halictus scabiosae (Weibchen) beim Pollensammeln auf Echinacea purpurea 'Alba'
Halictus scabiosae (Weibchen) sammelt Pollen von E. purpurea 'Alba'

Schon witzig, wenn eine weiß blühende Staude "Roter Schein­sonnenhut" heißt. Aber so ist das halt, der Name "purpurea" steht für die gesamte Art, unabhängig, welche Sorten, besser gesagt: welche Blütenfarben, der Züchter­ehrgeiz von dieser Art hervor­bringt.

Bei der 'Alba' handelt es sich um eine "echt fallende" Samensorte, und wer Spaß daran hat, Pflanzen selbst zu ziehen, könnte sich daran versuchen. Bei Temperaturen um 20 °C keimt frisches Saatgut recht schnell; das Aussaatgefäß gleichmäßig feucht, aber nicht nass halten, eine Glasscheibe als Abdeckung schützt vor Verdunstung. Nach dem Keimen stellen Sie das Aussaatgefäß kühler, und sowie sich die Sämlinge vorsichtig greifen lassen, werden sie in Töpfchen vereinzelt, wobei durchaus drei oder vier zusammengesetzt werden können.

Trauer-Rosenkäfer auf Echinacea purpurea 'Alba'
Trauer-Rosenkäfer auf Echinacea purpurea 'Alba'

Das mit dem "echt fallen" erledigt sich bei der Selbstaussaat von Echinacea purpurea 'Alba' im Garten hingegen recht rasch, falls andersfarbig blühende Typen des Igelkopfs in der Nähe stehen. Dann kommt wieder der Hang zum Kreuzen ins Spiel – genau wie bei der Art – und nur ein Teil der Sämlinge wird später mal weiß blühen wie die 'Alba'; die übrigen werden rosa Töne zeigen.

Wie man es allgemein von den weißen Typen kennt, ist die Sorte 'Alba' nicht ganz so wüchsig wie die Art. Damit ist sie allerdings weniger dominant als die Art und das ist für kleinere Gärten ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Zuverlässig und langlebig ist natürlich auch sie. Allzu wuchsfreudige und hohe Pflanzpartner sollten Sie für die 'Alba' trotzdem lieber nicht wählen, denn sie wird in der Regel nicht so hoch und stattlich wie die Art.

Echinacea purpurea 'Alba' – Roter Scheinsonnenhut, Austrieb
Echinacea purpurea 'Alba' – Austrieb

 

Echinacea purpurea – Roter Scheinsonnenhut, Austrieb
Echinacea purpurea – Austrieb


Falls man mal vergisst, wo jetzt der Rote und wo der weiße Rote Igelkopf gestanden hat, sorgt übrigens ein Blick auf den Austrieb schon im Frühjahr für Klarheit; man muss nicht bis zur Blüte warten: Die Sorte 'Alba' hat – auch im Austrieb – deutlich helleres Laub als die Art (das ist bei vielen weißen Formen der Fall).

Echinacea purpurea 'Alba' – Roter (Schein-)Sonnenhut, Roter Igelkopf

Wuchshöhe: 60 cm
Blütenfarbe: weiß, Körbchen orange
Blütezeit: Juli, August, September
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: frisch
Verwendung: Schnittpflanze
Hinweis: Heilpflanze; Pollenlieferant für Wildbienen


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Echinacea pupurea 'Alba'