Euphorbia – Wolfsmilch

(Pflanzenfamilie: Euphorbiaceae – Wolfsmilchgewächse)

Euphorbia epithymoides – Vielfarbige Wolfsmilch
Euphorbia epithymoides – Vielfarbige Wolfsmilch

Es gibt traumhaft schöne Euphorbia-Arten. Zum Beispiel Euphorbia characias subsp. wulfenii. Wer sie haben möchte, braucht in unseren Breiten allerdings meist viel Zeit: sie lassen sich bei uns nur als Kübelpflanzen kultivieren. Also ausräumen, oft gießen, weil im Kübel, einräumen, auf Schädlinge kontrollieren (und gegebenenfalls etwas dagegen unternehmen), ausräumen …

In englischen Gartenbüchern findet man sie oft – und sie fügen sich fantastisch in das Gesamtbild der Gartengestaltung ein. Wer bei uns mit Euphorbien und wenig Zeitauf­wand seinen Garten gestalten will (wenn er nicht gerade in einem der deutschen Weinanbaugebiete lebt), greift besser auf zuverlässiger winterharte Arten zurück. Die sind zwar etwas weniger spektakulär, fügen sich dafür aber umso natürlicher in unsere Gärten ein.

Euphorbia myrsinites – Walzen-Wolfsmilch
Euphorbia myrsinites – Walzen-Wolfsmilch

Was uns während der Blüte der Wolfsmilch-Gewächse so angenehm auffällt, sind nicht die Blüten an sich, sondern große, zumeist kräftig gefärbte Hochblätter (umgewandelte normale Blätter). Sie gaukeln uns (und den Insekten) prächtige Blüten vor, wo in Wahrheit nur unschein­bare Mini-Blüten sitzen. Sie kennen das sicher von den beliebten Weihnachtssternen (Euphorbia pulcherima), auch Poinsettien genannt, die in den Wochen vor Weihnachten alljährlich boomen und zu Hause weihnachtliche Atmosphäre schaffen.

Die Wolfsmilch-Gewächse enthalten einen giftigen – wie der Name schon sagt – Milchsaft, den Sie nicht auf die Haut (die wird dadurch mehr oder minder stark gereizt, je nachdem wie empfindlich jemand ist) und schon gar nicht in die Augen bringen sollten! Bei Pflegearbeiten an Euphorbia zumindest Handschuhe, eventuell sogar lange Kleidung tragen und vorsichtig sein! Und Kinder besser von der Wolfsmilch fernhalten.

Selbst wenn man aus genannten Gründen auf Wolfsmilch-Gewächse im Garten verzichten möchte, kommt man oft nicht daran vorbei: Die Garten-Wolfsmilch (E. peplus), die Sonnwend-Wolfsmilch (E. helioscopia)), die Kreuzblättrige Wolfsmilch (E. lathyris) und die Kleine Wolfsmilch (E. exigua) sind allgegenwärtige Gartenunkräuter (mehr zum Thema Unkraut), die keiner Einladung bedürfen, um sich breitzumachen.



Euphorbia epithymoides – Vielfarbige Wolfsmilch, Bunte Wolfsmilch
alt: Euphorbia polychroma

Euphorbia epithymoides – Vielfarbige Wolfsmilch
Euphorbia epithymoides – Austrieb

Die Vielfarbige Wolfsmilch mit ehemals Wohnsitz auch in Süddeutsch­land ist eine der gartenwürdigsten Wolfsmilch-Arten – sagt man. Inzwischen gilt Euphorbia epithymoides in Deutschland als ausge­storben. Warum wundert mich das nicht?

Bei mir im Garten fällt sie ebenfalls nicht durch Ausdauer und Standort­treue auf. Sie ist meist nicht staudig, sondern oft nur zweijährig. Als solch eine Zweijährige (ältere Exemplare sind selten) finde ich sie nach wie vor jedes Jahr irgendwo im Garten nach dem Motto: blühen, an anderer Stelle aussäen, keimen, blühen … Natürlich ist es schön, dass ich die Vielfarbige Wolfsmilch nicht ganz verloren habe, aber noch lieber wäre sie mir als zuverlässig langlebige Staude. Nun, man kann nicht alles haben.

Euphorbia epithymoides – Vielfarbige Wolfsmilch
Verblühte Euphorbia epithymoides

Übrigens: Weil sich der alte botanische Name Euphorbia polychroma offenbar partout nicht ausrotten lässt, wird die Bunte Wolfsmilch zuhauf noch unter diesem botanischen Namen angeboten. Und weil Vielfarbige oder Bunte Wolfsmilch doch eher etwas trivial klingt, nennt man sie auf Deutsch gern verheißungsvoll Gold-Wolfsmilch. Dabei bezieht sich der Name "Vielfarbige Wolfsmilch" auf ihre "vielen Farben" zur Blütezeit: Schon vor der Blüte bilden sich leuchtend gelbe Hochblätter, nach der Blüte verfärben sich die Fruchtkörper kräftig karminrot.


Euphorbia epithymoides – Vielfarbige Wolfsmilch, Bunte Wolfsmilch

Wuchshöhe: 40 cm
Blütenfarbe: gelb
Blütezeit: Mai, Juni
Lichtverhältnisse: sonnig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung: Steingarten
Hinweis:

Euphorbia myrsinites – Walzen-Wolfsmilch

Euphorbia myrsinites – Walzen-Wolfsmilch
Euphorbia myrsinites – Sämling

Wenn Ihnen im Garten solch ein junges Pflänzchen begegnet, dann erinnert Sie das ans vergangene Jahr und daran, wie schön die Walzen-Wolfsmilch seinerzeit geblüht hat. Vielleicht denken Sie auch daran, dass Sie die verblühten Blütenstände abschneiden wollten, was aber in Vergessenheit geriet. Und deshalb hat Euphorbia myrsinites massenhaft ihren Samen verteilt und taucht als Winzling überall da auf, wo Sie es nie erwartet hätten.

Euphorbia myrsinites – Walzen-Wolfsmilch Die Walzen-Wolfsmilch ist ein eigen­tümliches Gebilde mit langen, blau­grauen Trieben, die wie kleine Nudelhölzer ohne Griff geformt sind. Die Blüten sind klein und unauffällig, wären da nicht die Hochblätter, die sich zur Blütezeit ebenfalls gelb färben und dafür sorgen, dass die Pflanze weithin sichtbar ist. Zu ihrer frühen Blütezeit im April/Mai fällt das besonders auf, weil es um sie herum noch recht kahl ist.

Euphorbia myrsinites – Walzen-Wolfsmilch
Euphorbia myrsinites – Fruchtschmuck

E. myrsinites ist eines der bei uns absolut winterharten Wolfsmilch-Gewächse und erfreulich anspruchslos. Sie kommt mit einem breiten Spektrum an Böden zurecht und toleriert schweren Lehmboden ebenso wie durchlässigen sandigen Boden und – ich sag mal – "normalen" Gartenboden. Der Standort muss nicht zwingend vollsonnig sein, halbschattige Plätze liegen ihr genauso.

Und pflegeleicht ist E. myrsinites: Abgesehen von den verblühten Blüten­trieben sollte lediglich Verkahltes abgeschnitten werden – neue Walzen wachsen willig nach.

Euphorbia myrsinites – Walzen-Wolfsmilch
Euphorbia myrsinites im Winter

Mit ihren niederliegenden Trieben kann man die Walzen-Wolfsmilch praktisch als Bodendecker bezeichnen. Das fleischige wintergrüne (oder "winterblaugraue") Blattwerk macht aber in Trockenmauern ebenfalls eine gute Figur, wenn ihre Walzen mal eben "so rumhängen".

Auf manche mag Euphorbia myrsinites vielleicht ein wenig plump wirken, aber sie hat vielen anderen Gartenstauden Entscheidendes voraus: keine Blattläuse, keine Schnecken! Wenn das keinen Hype um die Walzen-Wolfsmilch auslöst!


Euphorbia myrsinites – Walzen-Wolfsmilch

Wuchshöhe: 15-25 cm
Blütenfarbe: grünliches Gelb
Blütezeit: April, Mai
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken
Verwendung: Steingarten
Hinweis: wintergrün; Fruchtschmuck


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