Gaillardia x grandiflora ('Tokajer') – Großblumige bzw. Großblütige Kokardenblume
(alte deutsche Namen: Papageienblume, Malerblume)

(Pflanzenfamilie: Asteraceae – Korbblütler)

Gaillardia x grandiflora `Tokajer´ – Kokardenblume mit Zitronenfalter
Gaillardia x grandiflora 'Tokajer' mit Zitronenfalter

Bei dieser Pflanzengattung hat man für die Sorten eine eigene Artbezeichnung – x grandiflora – "erfunden", unter der sie im Handel alle zu finden sind. Oder zu finden sein sollten, weil sich manche Gärtner doch lieber an den Artnamen der Elternteile orientieren und deshalb die Sorten zum Beispiel unter Gaillardia aristata anbieten. Solche Zusammen­fassungen unter einer Extraart macht man gern mal, wenn es schwierig bis unmöglich ist, die Eltern-Arten einer Sorte oder Kreuzung zu benennen. Bei älteren Züchtungen ist das häufig der Fall.

Gaillardia x grandiflora `Tokajer´ – Kokardenblume
Gaillardia x grandiflora 'Tokajer'

Die einzelnen Sorten unterscheiden sich bei der Kokardenblume lediglich in der Blütenfarbe sowie in der Wuchshöhe. Was die Blütezeit, die Standortansprüche und die Pflege anbelangt, sind sie alle gleich. Deshalb steht hier die Sorte 'Tokajer' stellvertretend für alle Gaillardia x grandiflora. Irgendwann geht eben selbst in sehr großen Gärten der Platz aus und ich musste mich für eine Sorte entscheiden. Meine Wahl fiel auf den 'Tokajer', weil er nicht gar so auffällig rot-gelbe Blüten hat wie manche anderen. Er ist aber auch nicht ganz so einfarbig wie beispielsweise die Zwerg-Sorte 'Goldkobold' (dunkelgelb, 20-25 cm hoch) oder die höhere 'Burgunder' (burgunderrot, 40-60 cm). 'Tokajer' bringt orangerote Blüten hervor, die je nach Licht und Alter der Blüten ins Weinrot oder ins Bräunliche gehen und mehr oder weniger gelbe Spitzen haben. Dass die Blüten so variabel sind, liegt auch daran, dass die im Handel befindlichen Sorten alle über Aussaat vermehrt werden, da kriegst du halt keine hundertprozentig einheitlichen Nachkommen.

Gaillardia x grandiflora `Tokajer´ – Papageienblume verblüht
Gaillardia x grandiflora 'Tokajer' verblüht

Kokardenblumen gelten zwar als winterhart in unseren Breiten, reagieren jedoch empfindlich auf zu viel (Stau-)Nässe und "wintern daher leicht aus", wie man dazu sagt. Dem lässt sich natürlich mit durchlässigem Boden sowie leichtem Winterschutz aus locker aufgelegten Fichten- oder Tannenzweigen vorbeugen. Noch besser kommen die Pflanzen allerdings durch die kalte Jahreszeit, wenn man ab Ende September auf den ansonsten bis zum Frost währenden Blütenflor verzichtet, zur Schere greift und die Blütentriebe knapp über dem Boden abschneidet. Die Stauden müssen dann aus den Wurzeln frisch austreiben, um zu überleben, und diese Triebe kommen am besten mit Kälte und Kahlfrösten zurecht – mit leichtem Winterschutz versteht sich.

Gaillardia x grandiflora – Großblumige Kokardenblume, Samen
Gaillardia x grandiflora – Samen

Mit den Wurzeln der Kokardenblumen ist das überhaupt so eine Sache: An zusagenden Plätzen wie in lockeren, sandigen Böden und bei ausreichend Wärme bilden sich an oberflächlichen Wurzeln sogenannte Adventivknospen, die austreiben, und damit wächst eine von der Mutterpflanze unabhängige neue Pflanze. Vermeintlich ausgegrabene Gaillardien sorgen so im Folgejahr eventuell für ein Deja-vu. Aufgepasst also, wenn es darum geht, sie umzupflanzen. Fürs Umpflanzen ist im Übrigen das Frühjahr die beste Jahreszeit. Die Stauden kann man dabei natürlich gleich teilen und vermehren. Teilung ist im Hausgarten sicher die einfachste Art der Vermehrung, denn wer braucht schon Dutzende Sämlinge, wie man sie bei der Aussaat meist hat? Wer sich doch daran versuchen will: Auspflanzen sollte man die Jungpflanzen erst, wenn sie einen kräftigen Wurzelballen haben. Besser die Töpfchen deshalb im Herbst in einem Beet "versenken" und auf den nächsten Frühling warten.

Gaillardia x grandiflora `Tokajer´ – Papageienblume, Malerblume
Gaillardia x grandiflora 'Tokajer'

Selbst wenn sie an ihren flachen Wurzeln Triebe bilden kann, wuchert Gaillardia x grandiflora nicht. Sie ist daher eine angenehme Pflanzpartnerin und eine Staude für viele Gelegenheiten. So sind die niedrig bleibenden Sorten gut als Einfassungspflanzen geeignet und man kann sie gefahrlos dem Steingarten anvertrauen. Höher wachsende Sorten (bis 100 cm werden die größten) finden ihren Platz im Beet, zum Beispiel neben Echinacea purpurea (Roter Scheinsonnenhut), Coreopsis verticillata und grandiflora (Mädchenauge, Netzblattstern) oder Panicum virgatum (Echte Rutenhirse). Die Kokardenblume zu benachbarn, ist jedoch oft so eine Sache, weil nur ihre manchmal sehr dominante Blütenfarbe bestimmt, welche Pflanzpartner harmonieren. Eine rot-gelb blühende Kokardenblume neben der Echinacea (der roten), ist nicht bloß gewagt – es ist undenkbar (zumindest für mich). Ein größerer Fleck mit Grüppchen von drei bis fünf Pflanzen macht sich hingegen immer gut, denn vor Ende September (dann ist Rückschnitt-Zeit) ist dank ihrer langwährenden Blüte keine ausgedehnte Lücke im Beet zu befürchten.

Gaillardia x grandiflora `Tokajer´ – Papageienblume, Malerblume
Gaillardia x grandiflora 'Tokajer'

An einem nährstoffreichen, sonnigen Standort, der in der Mittagszeit im Sommer gern beschattet sein darf, in lockerem, gut dräniertem Erdreich, ist die Malerblume vor allem eines: malerisch nostalgisch mit einem Tick Poesie. In Landhausgärten und naturnahe Anlagen
Naturnaher Garten:
Ein Garten, der weitgehend unter Verwendung von heimischen Pflanzen angelegt ist.

fügt sie sich damit zauberhaft ein, obwohl sie eigentlich in Kanada und Nordamerika zu Hause ist. Bei unserer einheimischen Insektenwelt ist die fremdländische Gartenbewohnerin ebenfalls voll akzeptiert. Da merkt man, dass die Gaillardien aus gutem Hause stammen – Korbblütler stehen bei Bienen, Schmetterlingen & Co. allgemein ganz hoch im Kurs.

Gaillardia x grandiflora 'Tokajer' – Großblumige bzw. Großblütige Kokardenblume

Wuchshöhe: 70 cm
Blütenfarbe: orangerot mit gelben Spitzen
Blütezeit: Juni, Juli, August, September
Lichtverhältnisse: sonnig
Bodenverhältnisse: frisch-mäßig trocken
Verwendung: Schnittblume
Hinweis: Insektenmagnet; Rückschnitt im Herbst sowie leichter Winterschutz ratsam


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