Gehölze im Stauden-Garten

Immer wieder ist die Rede von Stauden und Gräsern, die dem Garten Struktur geben; meist mit dem Zusatz "im Winter".

Winterstimmung im Garten mit Phlomis russeliana
Winterstimmung im Garten mit Phlomis russeliana

Das sind diejenigen Stauden, deren Triebe nicht gleich der erstbeste Herbststurm umknickt und flachlegt, Stauden, die selbst bei geschlossener Schneedecke noch präsent sind und den Betrachter den Beetverlauf, die Konturen des Gartens erkennen lassen. Das weckt die Erinnerung an das vergangene Gartenjahr ebenso wie die Vorfreude aufs kommende. Wie traurig und nichtssagend sieht hingegen ein Garten aus, der im klassischen Sinn "winterfest" gemacht wurde, in dem jeder Halm, jeder vertrocknete Blütentrieb – eben alles, was Struktur gibt – der Gartenschere zum Opfer gefallen ist.

Der gestalterische Aspekt bei der Garten­neuanlage oder ‑umge­staltung erschöpft sich also nicht darin, die Wuchshöhen der Pflanzen im Beet geschickt zu arrangieren und die verschiedenen Blütenfarben aufeinander abzustimmen. Er be­inhaltet ein durchdachtes Konzept für die Zeit des "Winter­schlafes" ebenfalls.

Papier ist geduldig, und was sich so einfach wie schlüssig liest, kann manchmal ganz schön knifflig umzusetzen sein. Denn was nützt mir die standhafteste Staude mit dem apartesten Fruchtschmuck, wenn ich ihn im Herbst entfer­nen muss, weil der Garten sonst mit Sämlingen geradezu überschwemmt wird? Ein gutes Beispiel dafür ist das Brandkraut (Phlomis russeliana).

Winterliches Staudenbeet mit Abelia mosanensis
Winterliches Staudenbeet mit Abelia mosanensis

Als Struktur­geber – nicht nur, doch besonders im Winter – sind deshalb kleinere Gehölze eine gute Alternative oder Ergänzung. Sommer­grüne Arten haben den zusätzlichen Nutzen, dass ihre herabge­fallenen Blätter für einziehende Stauden und den Boden ein guten Winterschutz sind. Zugleich verbessern sie den Boden, wenn sie zersetzt, respektive abgebaut werden. Von immer­grünen und wintergrünen Stauden müssen die Blätter hingegen entfernt werden, denn die brauchen selbst im Winter Licht und Luft.

Solche Gehölze müssen allerdings einige Kriterien erfüllen, um mit Stauden und Gräsern kombiniert und in Beete integriert werden zu können. Sie sollten

  • klein bleiben und kein ausuferndes Höhen- und Breitenwachstum an den Tag legen,
  • mit ihrer Blüte sowie dem Habitus im Sommer eine gelungene Ergänzung im Staudenbeet sein,
  • unempfindliche Wurzeln haben, die keine großen Flächen durchziehen,
  • möglichst nicht stachel- oder dornenbewehrt sein, um benachbarte Stauden problemlos pflegen zu können,
  • nicht zu "durstig" sein, sodass sie dem Boden nicht im Nu alle Feuchtigkeit entziehen und für die Stauden ebenfalls etwas übrig bleibt,
  • schnittverträglich sein, keine Ausläufer machen (vor allem nicht wuchern) und möglichst nicht zur Selbstaussaat neigen.

Buxus 'Suffruticosa' und Physocarpus 'Diavolo' (re), im Hintergrund Abelia mosanensis
Buxus 'Suffruticosa' und Physocarpus 'Diavolo' (re), im Hintergrund Abelia mosanensis

Wählen Sie zudem Gehölze mit eher "neutralen" Blatt- und Blütenfarben, damit sie das Stauden­beet nach Lust und Laune umgestalten können; Gehölze stehen im Gegensatz zu den meisten Stauden schließlich jahrzehntelang am selben Platz.

Hier eine Auswahl an Sträuchern, die sich prima in Staudenbeete einfügen. Winterhart und un­emp­findlich sind sie alle. Und schnittver­träglich auch.

Abelia mosanensis – Koreanische Abelie

(Pflanzenfamilie: Caprifoliaceae – Geißblattgewächse)

Man muss schon ein bisschen nach der Koreanischen Abelia suchen, so häufig wie ihre Verwandte, die Großblütige Abelia (Abelia grandiflora), wird sie in den Baumschulen nicht angeboten. Aber immerhin findet man sie heute, das war Anfang der 2000er Jahre anders.

Abelia mosanensis mit Schwalbenschwanz
Abelia mosanensis mit Schwalbenschwanz

Damals, als Online-Shops von Baumschulen ungefähr so häufig waren wie Schnee im August, haben wir Stecklinge von Abelia mosanensis vom Forstbotanischen Garten in Göttingen erbettelt (weil wir in ganz Deutschland keine Pflanze aufgetrieben haben) und selbst bewurzelt. Ein paar davon kamen durch und begründeten unsere "Abelia-Dynastie".

Über Stecklinge vermehren wir Abelia mosanensis längst nicht mehr, denn die Vermehrung geht bei ihr auch viel bequemer: Triebe, die auf dem Boden aufliegen, bilden Wurzeln und brauchen nur abgestochen und verpflanzt zu werden.

Osmia bicornis (Weibchen) auf Abelia mosanensis
Osmia bicornis (Weibchen) auf Abelia mosanensis

Vors Schlafzimmerfenster sollte man die Koreanische Abelie besser nicht pflanzen, denn zur Blütezeit verströmt sie einen intensiven Duft, süß und betörend. Schon der leiseste Wind­hauch verbreitet ihn meterweit. Ein sonniges Plätzchen in der Nähe der Terrasse wäre deshalb der perfekte Standort für sie, schon allein, um das geschäftige Treiben der Insekten auf den Blüten gut beobachten zu können. Honigbienen tummeln sich am häufigsten auf den rosaweißen Blüten­dolden gefolgt von Hummeln und ein paar anderen Wildbienen-Arten. Bei mir im Garten haben sich die Rostroten Mauerbienen (Osmia bicornis) regelrecht auf Abelia mosanensis eingescho­ssen, immer wieder sind sowohl die Weibchen als auch Männchen auf ihr zu sehen.

Abelia mosanensis mit Geranium macrorrhizum 'Spessart'
Abelia mosanensis mit Geranium macrorrhizum 'Spessart'

Schnitt und Pflege braucht die Koreanische Abelie so gut wie nicht, man kann höchstens ältere Exemplare mal mit der Schere etwas in Form bringen oder alte Triebe heraus­schneiden. Aber bis das so weit ist, das dauert, denn diese Abelie wächst recht langsam. Das macht sie zur idealen Stauden­begleiterin, weil sich um sie herum alles ungestört entwickeln kann, an die Abelie muss man schließlich kaum ran.

Abelia mosanensis mit Gillenia trifoliata im Herbst
Abelia mosanensis mit Gillenia trifoliata (li.) im Herbst

Der lockere Wuchs mit überhän­genden Zweigen macht es eigentlich überflüssig, Abelia mosanensis zu unterpflanzen. Wer mag, kann trotzdem ein paar niedrige Stauden unter ihr ansiedeln. Bei uns im Garten hat sich Geranium macrorrhizum 'Spessart' (Balkan- bzw. Felsen-Storchschnabel) bewährt; die beiden Pflanzenarten kommen bestens miteinander zurecht, selbst die Blüten­farben ähneln sich. Als Nachbarpflanzen können Sie im Prinzip nehmen, was das Herz begehrt, weil dem Strauch nahezu jeder Standort recht ist, solange er nicht im tiefsten Schatten steht. Sobald er richtig einge­wachsen ist, verträgt er zudem lang anhaltende Trockenheit im Sommer – sogar wenn er wie bei mir in reinem Lehm­boden steht.

Abelia mosanensis mit Anthericum liliago
Abelia mosanensis mit Anthericum liliago

Im Herbst läuft die Abelia mosanensis noch einmal zur Hochform auf, wenn sich ihr Laub von grün über gelb nach orange und kupfer und später braun verfärbt. Ein weiterer Grund, die Koreanische Abelie möglichst so zu pflanzen, dass man sie auch vom Haus aus gut im Blick hat; im Herbst lädt das Wetter schließlich nicht immer zum Garten­spaziergang ein.


Abelia mosanensis – Abelie

Wuchshöhe: 200-250 cm
Wuchsbreite: 200-300 cm
Blütenfarbe: weiß, rosa überhaucht
Blütezeit: Mai, Juni
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: frisch
Verwendung: Solitär; ungeschnittene Hecken
Hinweis:

Aronia melanocarpa – Schwarze Apfelbeere

(Pflanzenfamilie: Rosaceae – Rosengewächse)

Vom Habitus fügt sich die Apfelbeere prima in Stauden­pflanzungen ein: Sie wird nicht zu hoch und nicht zu breit und wächst dazu eher lang­sam. Warum also nicht mal das Dekorative mit dem Nützlichen verbinden und Obstgehölze in den Ziergarten integrieren? Besitzer kleiner und kleinster Gärten haben ja gar keine andere Wahl, sofern sie sich nicht für das eine oder das andere entscheiden wollen. Und es funktioniert!

Aronia melanocarpa – Schwarze Apfelbeere
Aronia melanocarpa ist "untenrum" kahl

Bei Aronia melanocarpa möchte ich zudem fast sagen: Sie bedarf einer Begleitung in Form von niedri­gen bis gut kniehohen Stauden, weil sie selbst an der unteren Hälfte ihrer Triebe "nackig" ist. Wählen Sie trockenheitsver­trägliche Arten aus (beispielsweise sommer- und spät­sommer­blühende Astern wie Galatella linosyris – Goldhaar-Aster – oder G. sedifolia 'Nana', die Sedumblättrige Aster), denn Apfelbeeren vertragen viel Trockenheit. Und wenn man nicht gießen muss, muss man nicht – es gibt im Garten genug anderes, Reizvolleres zu tun.

Aber nicht an Aronia melanocarpa! Mit ihr hat der Gärtner auch sonst keine Arbeit, sie braucht noch nicht einmal einen Schnitt (selbst ältere Exemplare nicht). Vielleicht Ausläufer ausgraben und entfernen, wie immer wieder mal zu lesen ist? Auch das nicht, zumindest nicht im (Lehm-)Boden meines Gartens, obwohl Apfelbeer-Sträucher (leicht) lehmigen Boden sehr schätzen.

Aronia melanocarpa – Schwarze Apfelbeere, Blüten Dank der neutralen Blütenfarbe Weiß (aus einiger Dis­tanz gesehen weiß, denn die Knospen sind leicht rosa überhaucht und die Staubgefäße pink) sind Aronien Kombina­tionstalente, auf Farbharmonie oder -kontraste braucht nicht geachtet zu werden. Wobei das mit der Farbzusammenstellung gar nicht zum Tragen kommen muss: Aronia melanocarpa verlegt ihre Blütezeit immer öfter auf den April vor, da blinzeln viele Stauden gerade mal verschlafen.

Aronia melanocarpa – Schwarze Apfelbeere im Herbst Wenn es im Staudenbeet so richtig losgeht mit dem Blühen, sind die Apfelbeer-Sträucher mit ihrem glänzenden, dunkelgrünen Laub nur noch das ruhige Element im Beet, das schrille Farben optisch ein bisschen dämpft und allzu große Kontraste etwas aufhebt. Erst im Herbst wird es so richtig wichtig, welche Nachbarn man für die Apfelbeere gewählt hat: Stauden und Ziergräser mit leuchtender Herbstfärbung braucht man nicht in ihrer Nähe, die würden nur ihre eigene herbstliche Wirkung schmälern; ihre Blätter sind dann nämlich in kräftiges Orangerot getaucht.

Aronia melanocarpa – Schwarze Apfelbeere, Früchte Am 1. August waren schon fast jedes Jahr die Apfelbeeren reif (Sorten tragen mehr und größere Früchte als die Art). Man sieht es an der Farbe, die dann von rötlich zu schwärzlich gewechselt hat. Man merkt es aber auch, weil sich die Vögel – vornehmlich Amseln sind daran beteiligt – über die Früchte hermachen. Sollen sie, zumindest roh mag sie bei uns eh niemand essen, so sauer sind sie. Und im Mund zieht sich beim Kauen alles zusammen (adstringie­rend). Als Saft mit reichlich (Mineral-)Wasser verdünnt oder als Gelee schmecken die Früchte allerdings, und wer sie – als was auch immer – nutzen und verzehren möchte, sollte die Ernte beizeiten mit einem Netz vor dem Zugriff von Vögeln schützen. Wer ernten will, sollte außer­dem um den Strauch herum so anpflanzen, dass er zum Ernten gut erreichbar ist.

Aronia melanocarpa – Schwarze Apfelbeere

Wuchshöhe: 100-200 cm
Wuchsbreite: 150-200 cm
Blütenfarbe: weiß, rosa überhaucht
Blütezeit: (April) Mai
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung:
Hinweis:

Buddleja davidii und Buddleja x weyeriana – (Gewöhnlicher) Sommerflieder, Schmetterlings­strauch

(Pflanzenfamilie: Buddlejaceae – Sommerfliedergewächse)

Abelia mosanensis
Aronia melanocarpa
Buddleja davidii und x weyeriana
Buxus sempervirens 'Suffruticosa'
Clematis montana 'Wilsonii'
Clematis tangutica
Euonymus fortunei
Exochorda racemosa
Holodiscus discolor
Hydrangea arborescens 'Annabelle'
Physocarpus opulifolius 'Diavolo'
Potentilla fruticosa
Ribes alpinum
Spiraea japonica
Syringa meyeri 'Palabin'
Viburnum carlesii
Weigela florida 'Purpurea'

Außer Konkurrenz:
Ulmus glabra 'Camperdownii'

Der musste ja kommen auf dieser Seite, der Sommerflieder bzw. Schmetterlings­strauch. Ja was soll ich machen, ich hätte auch lieber den Schmalblättrigen Sommerflieder (Buddleja alternifolia) vorgestellt, aber der wird halt leider etwas groß, vor allem breit, und kann nicht so problemlos in Form geschnitten werden. Also bleibt nur der "normale" Sommerflieder für die Staudenbeete in normalen Gärten übrig.

Buddleja davidii mit C-Falter (Nymphalis c-album)
C-Falter (Nymphalis c-album)

 

Buddleja davidii mit Admiral (Vanessa atalanta)
Admiral (Vanessa atalanta)


Der Schmetterlingsstrauch hält, was sein deutscher Name verspricht: Auf seinen Blüten sind hauptsächlich Schmetterlinge zu sehen, und wenn nirgends Falter zu beobachten sind, auf Buddleja davidii sitzen sie. Dabei sind alle Blütenfarben die gleichen Besuchermagneten, Unterschiede lassen sich nicht feststellen. Weiße, violette, (rosa)rote und dank der Kreuzung 'Sungold' selbst gelbe Blütenfarben sind vom Sommerflieder im Angebot, es gibt Dutzende von Sorten, deren Blütenfarben sich oft nur in Nuancen unterscheiden. Es sollte jedenfalls nicht schwerfallen, die zum eigenen Geschmack passende Blütenfarbe zu finden.

Buddleja davidii mit Kleinem Fuchs (Aglais urticae)
Kleiner Fuchs (Aglais urticae)

 

Buddleja davidii mit Großem Ochsenauge (Maniola jurtina)
Großes Ochsenauge (Maniola jurtina)


So ganz winterhart sind Buddleja davidii und x weyeriana in den meisten Gegenden in Deutschland (noch) nicht, sie frieren im Winter häufig zurück (davidii öfter und stärker als x weyeriana). Das hat den Vorteil, dass sie bei uns kaum je die tatsächlich möglichen Dimensionen von 3-5 Meter Höhe und Breite erreichen. Und um ganz sicher zu gehen, bekommen sie meistens noch einen Rückschnitt verpasst. Dieser Schnitt hat den zusätzlichen Nutzen, dass der Sommerflieder weniger, dafür größere Blütenrispen hervor­bringt; was fürs Auge eben. Zurückschneiden sollte man den Sommerflieder erst, wenn keine starken Fröste mehr zu erwar­ten sind. Ein früherer Rück- bzw. Erhaltungs­schnitt ist für die Pflanzen kritisch, weil sie nach dem Schnitt noch stärker zurückfrieren bzw. ganz ausfrieren können.

Buddleja davidii mit Magerrasen-Perlmutterfalter (Boloria dia)
Magerrasen-Perlmutterfalter (Boloria dia)

 

Buddleja davidii mit Kleinem Perlmutterfalter (Issoria lathonia)
Kleiner Perlmutterfalter (Issoria lathonia)



Buddleja x weyeriana – unbekanntes Garten-Gold

Weniger bekannt, doch nicht minder apart und für Stauden­gärten geeignet ist Buddleja x weyeriana, eine Kreuzung aus der kugelig gelb blühenden Buddleja globosa und B. davidii. Diese Kreuzung gibt es schon seit Anfang des 20. Jahr­hunderts, die gelborange blühende Sorte 'Sungold' wurde in den 1960er Jahren gezüchtet. Ihr Wuchs­verhalten, die Standort-Ansprüche sowie die Pflege sind analog B. davidii, der größte Unter­schied besteht in der Form des Blütenstandes, der sich bei der 'Sungold' in mehrere rundliche Einzel­rispen am Ende des Blütentriebs aufteilt.

Buddleja x weyeriana 'Sungold', Blütenstände
Buddleja x weyeriana 'Sungold', Blütenstände

Falls nun ihr Interesse an der 'Sungold' geweckt ist und der Nachbar zufällig solch eine goldgelbe Schönheit im Garten stehen hat, können Sie sich an der Stecklings­vermehrung versuchen: Während der Wachstumsphase (Frühjahr bis Sommer) nicht verholzte Triebe abschneiden oder -brechen (Kopf- oder Teil­stecklinge nehmen), in Töfpchen mit Erde stecken, feucht halten und aufs Wurzeln warten. Sowie sich ein Wurzel­ballen gebildet hat, kann gepflanzt werden. Funktioniert mit Buddleja davidii genauso.

Buddleja davidii sowie die Kreuzung B. x weyeriana bevorzugen kalkhaltigen Boden (alkalisch also, höchstens schwach sauer). An passenden Standorten könnte man sie deshalb auf der sonnen­abgewandten Seite mit Christrosen (Helleborus niger) unter­pflanzen. Eine gute Gelegenheit, zum Beispiel die vorweihnacht­lichen Christrosen im Topf nach Weihnachten sinnvoll zu "verwerten".

Buddleja davidii mit Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum)
Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum)

 

Buddleja davidii mit Kaisermantel (Argynnis paphia)
Kaisermantel (Argynnis paphia)


Buddleja davidii – Sommerflieder, Schmetterlingsstrauch, Sämling
Buddleja davidii – Sämling

Es liegt im Auge des Betrachters, ob er die verblühten Blütenstände an den Sträuchern apart findet oder ob sie ihn stören. Wer Letzteres bejaht, kann sie einfach abschneiden. Diese Fleiß­aufgabe hat den Vorteil, dass sich der Schmetter­lingsstrauch nicht mehr aussäen kann. Ansonsten tauchen hin und wieder Sämlinge auf. Allzu häufig scheint solch ein Rückschnitt von Verblühtem erwartungsgemäß nicht durch­geführt werden, sonst wäre Buddleja davidii in Deutschland nicht bereits ein eingebürgerter Neophyt (Stand Januar 2021).

Buddleja davidii – (Gewöhnlicher) Sommerflieder, Schmetterlings­strauch

Wuchshöhe: 200-350 cm
Wuchsbreite: 200-300 cm
Blütenfarbe: weiß, violett, blau, rotviolett, rosa, gelb – je nach Sorte
Blütezeit: Juli, August, September, Oktober
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung:
Hinweis: eingebürgerter Neophyt

Buddleja x weyeriana 'Sungold' – Sommerflieder, Schmetterlings­strauch

Wuchshöhe: 200-250 cm
Wuchsbreite: 200-250 cm
Blütenfarbe: gelborange
Blütezeit: Juli, August, September, Oktober
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung:
Hinweis:

Buxus sempervirens 'Suffruticosa' – Immergrüner Buchsbaum, Einfassungs-Buchs

(Pflanzenfamilie: Buxaceae – Buchsbaumgewächse)

Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis)
Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis)

Buchsbaum in den Garten in Zeiten des Buchsbaumzünslers? Aber ja, denn 1. ist dieser Falter noch nicht überall verbreitet und 2. muss er dort, wo er auftaucht, nicht zwangsläufig überall den gleichen Schaden anrichten. Zumindest konnten wir 2018, als auf der anderen Straßen­seite ein regelrechter Kampf gegen den Buchs­baumzünsler und seine Raupen tobte, nur wenig Befall feststellen. Die paar Raupen in unserem Buchs wurden schnell zu Vogelfutter.

Die alte Sorte 'Suffruticosa' wird seit Jahr­hunderten als Einfassungs-Buchs verwendet und so kennen wir sie zur niedrigen Hecke zurecht­gestutzt aus alten Bauerngärten genauso wie aus herrschaftlichen Parkanlagen, wo sie nicht selten zu kunstvollen "Skulpturen" zurecht­geschnipselt wurde und wird. Dass Buxus sempervirens in allen Teilen (Blätter und Rinde besonders) giftig ist, hat dabei noch nie jemanden gestört (und tut es heute noch nicht, wie ich in meiner Gärtnerei immer wieder feststellen konnte).

Buchshecken mit Buxus sempervirens 'Suffruticosa' – Einfassungs-Buchs Mit 'Suffruticosa' lassen sich in kleineren wie größeren Gärten – wo’s halt zur Gartenanlage passt – zauberhafte Hingucker schaffen. Nicht zwangsläufig müssen solche Gestaltungs­elemente als Beetbegrenzung (gern auch nur ein kurzes Stück) dienen, mit ihnen lassen sich Gartenräume schaffen und größere Beete gliedern. Es lohnt sich zudem, mit Höhen und Tiefen zu spielen und nicht alle Buchs"hecken" gleich niedrig zu halten. Als Einzel­pflanzen geben Buxus sempervirens 'Suffruticosa' Beeten eine gewisse Strenge, können aber auch nur "feste Größen" in einem ansonsten wogenden Blütenmeer sein.

Von Katern “markierter” Buxus sempervirens 'Suffruticosa' – Einfassungs-Buchs
Von Katern "markierter" Buxus 'Suffruticosa'

Vom Immergrünen Buchsbaum sind allerdings nicht nur wir Gartenbesitzer begeistert, er euphorisiert Katzen und Kater ebenfalls. Wege und Beete, die mit gehäckseltem Buchsschnitt gemulcht wurden (das machen manche), werden schnell zum liebsten Räkel- und Wälzplatz der Katzen aus der Umgebung mit den entspre­chenden Folgen für die Pflanzen im Beet. Kater markieren ihr Revier bei mir im Garten zudem nur zu gern an Buchspflanzen, was an den Pflanzen leider zu Flecken mit unschönen braunen, abgestorbenen Blättern führt. Hat erst mal ein Kater eine solche Markierung gesetzt, kommt übrigens stante pede der nächste und markiert/pinkelt drüber. Doch das nur nebenbei.

Jedes Jahr ein Muss: der Buchsbaumschnitt

Kurze Hecke aus Buxus sempervirens 'Suffruticosa' – Einfassungs-Buchs
Braucht einen Schnitt: niedrige Hecke aus Buxus 'Suffruticosa'

Um zweierlei kommt man nicht herum, wenn man mit Buchs­pflanzungen arbeitet: ums Gießen und ums Schneiden. Ihr dichtes Wurzelgeflecht saugt Feuchtigkeit auf wie ein Schwamm und trocknet den Boden aus; die benachbarten Pflanzen (selbst in einigem Abstand) gehen meist leer aus. Da bleibt nichts anderes übrig, als zur Gießkanne oder zum Wasserschlauch zu greifen.

Um einen einzelnen Buchsbaum oder eine ganze Hecke in Form zu halten, braucht es einmal jährlich einen ebenso beherzten wie feinfühligen Schnitt. Manche Gärtner schneiden den Buchs zweimal jährlich, im Sommer und im Winter. Das halte ich jedoch für übertrieben. Bereits ganz junge Pflanzen im zweiten Standjahr sollten allerdings geschnitten werden, damit sie sich gut verzweigen und dicht werden. Also nicht erst mal abwarten, bis sie größer geworden sind, sondern die kleinen Pflänzchen einkürzen.

Buxus sempervirens 'Suffruticosa' – Einfassungs-Buchs
Buxus sempervirens 'Suffruticosa'

Der Sommerschnitt wird nach Johannis (21.06.) durchgeführt, aber erst nach dem Triebab­schluss, also erst dann, wenn der hellgrüne Neuaustrieb dunkelgrün wird. Bis Ende August/Anfang September sollte der Schnitt erledigt sein. Einen Winterschnitt machen Sie ab Dezember, besser jedoch erst im Januar/Februar. Einzelne Triebe, die während der Wachstums­phase "aus der Reihe tanzen" können jederzeit geschnitten werden. Das fällt für mich allerdings nicht in die Kategorie Rückschnitt, das ist Kosmetik.

Der Rückschnitt im Winter hat gegen­über dem Schneiden im Sommer folgende Vorteile:

  • Die Schnittschäden an den Blättern (Buxus sempervirens ist ja immergrün) werden gleich im Frühling vom Neuaustrieb überwachsen.
  • Das Risiko eines Befalls mit Pilzkrankheiten (dringen über die Schnittflächen in die Pflanze ein) ist in der kalten Jahreszeit geringer.
  • An den Buchs im Staudenbeet kommt man im Winter wesentlich besser ran und verursacht keine Schäden an den Staudentrieben.

Vom Frost verfärbter Buxus sempervirens 'Suffruticosa' – Einfassungs-Buchs
Frost: Verfärbte Buchs-Blätter

An den Seiten des Buchses schneidet sich's von oben nach unten am leichtesten und präzisesten. Eine spezielle Buchsschere kann man für den Schnitt nehmen, muss man aber nicht. – Wer vielleicht gar ein paar Meter schneiden muss, wird schnell die Vorzüge einer motorbetriebenen Heckenschere zu schätzen lernen.

Wie das mit immergrünen Pflanzen oft so ist, setzt strenger Frost dem Buxus zu und seine Blättchen verfärben sich in manchen Wintern bräunlich. Das gibt sich ab dem Frühjahr, dann werden die Blätter wieder grün. Neue Sorten wie 'Blauer Heinz' sollen diese Unart nicht mehr haben, aber mit ihnen habe ich keine Erfahrungen. – So groß ist mein Garten nun auch wieder nicht.

Buxus sempervirens 'Suffruticosa' – Immergrüner Buchsbaum, Einfassungs-Buchs

Wuchshöhe: 50-100 cm je nach Alter und Schnitt
Wuchsbreite: 30-60 cm je nach Alter und Schnitt
Blütenfarbe: gelblich
Blütezeit: März, April
Lichtverhältnisse: sonnig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung:
Hinweis: immergrün

Clematis montana 'Wilsonii' – Berg-Waldrebe 'Wilsonii'

(Pflanzenfamilie: Ranunculaceae – Hahnenfußgewächse)

Clematis montana Wilsonii – Berg-Waldrebe Manchmal tun ein paar gestalterische Elemente einem Garten ganz gut – selbst einem Staudengarten. Obelisken etwa schaffen zusätzliche Höhen und sorgen so für Spannung beim Betrachter, Rosenbögen hingegen gliedern und öffnen neue Gartenräume.

Wer solche und andere Objekte mit Stauden begrünen will, stößt schnell an seine Grenzen; hier braucht man höher und stärker Wachsendes. Statt dann zu pflegeintensiven, oft mäkelnden und kränkelnden (Kletter-)Rosen zu greifen, kann man jedoch auch pflegeleichte und anspruchslose Gehölze pflanzen. Zu diesen gehört Clematis montana 'Wilsonii', die Berg-Waldrebe.

Clematis montana Wilsonii – Berg-Waldrebe Mit ihrem Duft – ein wenig nach Schokoladen­fabrik –, ihrer Blütenfülle und ihrer Wuchsfreude ist Clematis montana 'Wilsonii' eine Bereicherung für den Garten, ein echter Hingucker mit Wow-Effekt. Nach der Blüte könnte die Berg-Waldreben mit ihrem grünen Blätterwald als etwas zu eintönig empfunden werden, zumal sie nicht mit einer berauschenden Herbstfärbung aufwarten kann. Deshalb empfiehlt es sich, Pflanzen zu benachbarn, die vor solch einer einheitlichen Kulisse erst richtig wirken. Ich denke da vor allem an höhere Ziergräser wie das Pampasgras (Cortaderia selloana) oder das Silber-Chinaschilf (Miscanthus sinensis in Sorten), deren Blüten vor dunklem Hintergrund ihre wahre Schönheit entfalten.

Clematis montana `Wilsonii´ mit Geranium sanguineum 'Elsbeth' – Berg-Waldrebe mit Blut-Storchschnabel
Clematis montana 'Wilsonii' mit Geranium sanguineum 'Elsbeth'

Und weil Waldreben einen kühlen, beschatteten "Fuß" möchten, ist es am einfachsten, sie mit niedrigen Stauden zu umgeben, die buschig und dicht wachsen, und damit den bodennahen Teil der Clematis-Triebe regelrecht abschirmen. Geranium-macrorrhizum-Sorten (Felsen- bzw. Balkan-Storch­schnabel), Geranium sanguineum (Blut-Storchschnabel) und Alchemilla mollis (Weicher Frauenmantel) sind dafür gut geeignet. Helleborus argutifolius (Korsische Lenzrose bzw. Nieswurz) kommt ebenfalls infrage, allerdings nur, sofern die Waldrebe in neutrale und nicht in saure Erde (wie meist geraten) gepflanzt wurde.

Clematis montana `Wilsonii´ mit Geranium macrorrhizum 'Ingwersen' und Alchemilla mollis
Unterpflanzung mit Geranium macrorrhizum 'Ingwersen' und Alchemilla mollis (li.)

Die im Himalaja und in China beheimatete Berg-Waldrebe gehört zu den unkapriziösen und früh blühenden unter den strauchigen Clematis-Arten. Sie braucht keinen Schnitt, was zu stark überhängt, wird einfach umgeleitet. Ansonsten lichten wir sie im Frühjahr gelegentlich etwas aus und schneiden tote Triebe weg (die es aber nur selten gibt). Den abgebildeten Rosenbogen beranken übrigens gerade mal zwei Pflanzen; eine links, eine rechts.

Das Pflanzen von Waldreben ist eine Wissenschaft für sich, deshalb habe ich eine Pflanzanleitung für Clematis ins Netz gestellt.

Manche (vermutlich alle) Clematis-Arten enthalten in geringen Mengen Protoanemonin, das bei Kontakt zu Hautreizungen führen kann. In meiner gärtnerischen Laufbahn ist mir allerdings kein einziger Fall einer solchen Reaktion nach dem Umgang mit Clematis ohne Schutz (Handschuhe etc.) begegnet. Aber wenn man es schon weiß, kann man ja ein bisschen darauf achten und bei der Pflege von Clematis wenigstens Handschuhe tragen.

Clematis montana 'Wilsonii' – Berg-Waldrebe 'Wilsonii'

Wuchshöhe: 500-1000 cm
Blütenfarbe: weiß
Blütezeit: Mai, Juni, Juli
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: frisch
Verwendung: Kletterpflanze
Hinweis:

Clematis tangutica – Mongolische Waldrebe, Gelbe Waldrebe

(Pflanzenfamilie: Ranunculaceae – Hahnenfußgewächse)

Clematis tangutica – Mongolische Waldrebe im Beet Clematis tangutica bevorzugt Lehmböden (sauer bis neutral) – kein Wunder, dass sie sich in meinem Garten so wohl fühlt und überall rumstreunert. Ich lasse sie allerdings auch gewähren und weise sie beziehungsweise ihre Sämlinge nur selten in die Schranken. Wenn sie überhand­nehmen oder sich ein Fleckchen ausgesucht haben, an dem ihre gelbe Blütenfarbe später absolut nicht dazupassen würde, dann – und nur dann – entferne ich die Sämlinge, sowie ich sie entdecke.

Die Mongolische Waldrebe hat in Teilen meines Gartens also praktisch Narrenfreiheit. Die langen Triebe (2-3 Meter bei eher trockenem Stand) ranken bei mir jedoch seltener in hohe Stauden oder Sträucher (geschweige denn an einem Rankgerüst), als dass sie bloß auf der Erde aufliegen und so als fluffiger Bodendecker und Lückenfüller im Beet fungieren.

Clematis tangutica – Mongolische Waldrebe, Blüten und Samenstände Zur Hauptblütezeit im Juni und Juli ist von ihr nur noch ein gelbes Blütenmeer zu sehen, in das sich nach einer kurzen Weile die aparten Samen­stände mischen; wie kleine Perücken wirken die Fruchtstände. Im Prinzip blüht die Clematis tangutica durch bis in den Herbst – nach der Hauptblüte zwar schwächer, aber es kommen immer wieder neue Blüten. Die Samen sind natürlich irgendwann ausgereift (ab Mitte/Ende Juli) und fallen irgendwann ab. Spätestens im nächsten Jahr muss dann mit Sämlingen gerechnet werden.

Wo Sämlinge unerwünscht sind oder nicht ausgegraben und damit dezimiert werden können, empfiehlt sich an als Bodendecker fungierenden Clematis tangutica ein Sommer­schnitt. Dieser Rückschnitt erfolgt am zweck­mäßigsten im Juli (auf 20-30 cm über dem Boden). Bis zum Herbst haben die Pflanzen dann neu ausgetrieben (diese Triebe bleiben kürzer) und setzen zu einer zweiten, schwächeren Blüte an. Die Fruchtstände aus dieser Nachblüte sollten Sie vor der Samenreife ebenfalls entfernen, am besten gleich die ganze Pflanze im Herbst auf 10-20 cm Höhe abschneiden, wenn Selbst­aussaat vermieden werden soll. Falls die egal ist, genügt es, die Mongolische Waldrebe im Frühling etwa 20-30 cm über dem Boden abzuschneiden.

Clematis tangutica mit Vernonia aekansana – Mongolische Waldrebe mit Arkansas-Scheinaster
Clematis tangutica mit Vernonia arkansana

Den Rückschnitt von Clematis-tangutica-Pfanzen an Rankobjekten erledigen Sie im zeitigen Frühjahr (Februar/März, jedoch je nach Region und Witterung auch später). Schneiden Sie die Pflanzen kräftig runter auf 20-30 cm über dem Boden.

Eine großartige Strukturgeberin ist die Gelbe Waldrebe nicht, es sei denn, sie umfängt ein Rankobjekt. (Und streng genommen ist dann das Rankobjekt der Strukturgeber.) Für mich ist sie dennoch im Stauden-Garten fast unentbehrlich geworden, denn mit nur wenigen anderen Pflanzen (die dazu von der Größe her noch so überschaubar sind), lässt es sich so schön "spielen" wie mit diesem dankbaren, ausdauernden und anspruchslosen Gehölz.

Clematis tangutica – Mongolische Waldrebe, Samenstände Manche (vermutlich alle) Clematis-Arten enthalten in geringen Mengen Protoanemonin, das bei Kontakt zu Hautreizungen führen kann. In meiner gärtnerischen Laufbahn ist mir allerdings kein einziger Fall einer solchen Reaktion nach dem Umgang mit Clematis ohne Schutz (Handschuhe etc.) begegnet. Aber wenn man es schon weiß, kann man ja ein bisschen darauf achten und bei der Pflege von Clematis wenigstens Handschuhe tragen.

Clematis tangutica – Mongolische Waldrebe, Gelbe Waldrebe

Wuchshöhe: 200-500 cm
Wuchsbreite:
Blütenfarbe: gelb
Blütezeit: Juni, Juli, August, September
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: frisch bis mäßig trocken
Verwendung: Bodendecker, Kletterpflanze
Hinweis: saurer bis neutraler Boden


Euonymus fortunei – Immergrüner Spindelstrauch

(Pflanzenfamilie: Celastraceae – Spindelbaumgewächse)

Wegen seiner kleinen, un­schein­baren, weißen Blüten (auf die hauptsächlich Fliegen fliegen – und Wespen) pflanzt man Euonymus fortunei nicht. Auch nicht wegen seines Fruchtschmucks, obwohl die orangeroten Kügelchen ganz hübsch anzusehen sind (Achtung: Die Früchte – und auch die Blätter – von Euonymus fortunei sind stark giftig!). Dieser Spindelstrauch ist halt immergrün und das kommt an; Immergrüne sind stets gefragt. Zudem wächst er horstig (ohne Ausläufer), ist sehr schnittverträglich und bleibt von Natur aus schon niedrig, solange er keine Gelegenheit zum Anlehnen und Klettern hat. Und dann sind da noch seine zweifarbigen Blätter, je nach Sorte grün-gelb oder grün-weiß. Da kommen unterm Strich doch eine Mange Gründe zusammen, die für Euonymus fortunei im (Stauden-)Garten sprechen.

Euonymus fortunei 'Emerald Gaiety' und 'Emerald'n Gold' – Immergrüner Spindelstrauch kletternd
E. fortunei 'Emerald Gaiety' und 'Emerald'n Gold' – Immergrüner Spindelstrauch kletternd

Mit den grün-gelben Sorten ('Emerald'n Gold' zum Beispiel) sollte etwas vorsichtig umgegangen werden, denn sie wirken mit ihrer leuchtenden Blattfärbung doch recht dominant; dazu lässt sich beileibe nicht alles und jede Farbe kombinieren. Andererseits ist es gerade diese auffällige Blattfärbung, mit der 'Emerald'n Gold' in den Wintermonaten – an trüben wie an sonnigen Tagen – ein richtiggehender Lichtblick ist; nach Frosteinwirkung wird das Gelb im Blatt übrigens zu einem satten Ocker.

Ganz anders die grün-weißen Sorten ('Emerald Gaiety' zum Beispiel, dessen Blätter nach Frost­einwirkung im weißen Bereich leicht rosa überhaucht sind). Die sind so dezent, dass sie wahre Kombinations­wunder sind, weil sie alle umstehenden Pflanzen eher in den Mittelpunkt rücken denn sie optisch zu verdrängen.

Euonymus fortunei 'Emerald'n Gold' – Immergrüner Spindelstrauch
Euonymus fortunei 'Emerald'n Gold'

Für kleine und kleinste Gärten sind diese zähen und langlebigen (völlig winterhart logischer­weise) kleinen Sträucher optimal. Sie sprengen – freistehend wachsend – nie den Rahmen, zu lange oder überflüssige Triebe können Sie jederzeit einkürzen bzw. entfernen. Wo niedriger und wenig ausladender Wuchs gewünscht ist, sollten Sie auf Dünger für den Immergrünen Spindelstrauch verzichten und ihn nicht zu sehr mit Wasser verwöhnen. – Er verträgt einen trockenen und mageren Stand bestens. Damit gehört Euonymus fortunei zu den pflege­leichtesten und anspruchslosesten Pflanzen für den (Stauden-)Garten und das macht ihn gleich noch attraktiver!

Euonymus fortunei 'Emerald Gaiety' – Immergrüner Spindelstrauch

Wuchshöhe: 100-300 cm
Wuchsbreite: 80-100
Blütenfarbe: weiß
Blütezeit: Mai, Juni
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung: Solitär, Kletterpflanze
Hinweis: immergrün; Blätter und Früchte stark giftig


Euonymus fortunei 'Emerald'n Gold' – Immergrüner Spindelstrauch

Wuchshöhe: 80-300 cm
Wuchsbreite: 80-100
Blütenfarbe: weiß
Blütezeit: Mai, Juni
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung: Solitär, Kletterpflanze
Hinweis: immergrün; Blätter und Früchte stark giftig


Exochorda racemosa – (Sparrige) Prunkspiere, Chinesische Radspiere, Perlbusch

(Pflanzenfamilie: Rosaceae – Rosengewächse)

Exochorda racemosa – (Sparrige) Prunkspiere, Chinesische Radspiere, Perlbusch Wenn sie so früh blüht wie 2020, nämlich schon im April, steht sie mit ihrem Blütenschmuck im Staudengarten ziemlich allein auf weiter Flur. Die meisten Stauden strecken da gerade mal ihre ersten jungen Triebe hoch und denken noch nicht ans Blühen. Die Blütenkissen von Phlox subulata (Kissen-Phlox, Moos-Phlox, Gewöhnlicher Polster-Phlox) leuchten allerdings bereits in kräftigen Farben und er wäre auch eine gute Unterpflanzung für die Chinesische Radspiere. Im Normalfall, also in einem Frühjahr nach einem normalen, nicht zu milden Winter, das nicht mit fast schon sommerlichen Temperaturen aufwartet, erlebt man die Exochorda-Blüte erst im Mai. Dann also, wenn ihr reines Blütenweiß fast schon ein ruhender Pol ist inmitten der ganzen Akeleien (Aquilegia vulgaris) und anderer, die ebenfalls gerade zum Blühen ansetzen.

Exochorda racemosa, Frucht – (Sparrige) Prunkspiere, Chinesische Radspiere, Perlbusch
Fruchtschmuck der Exochorda racemosa

Mit einer Unart wartet die Prunkspiere auf: Nach strengen Wintern sterben – vermutlich durch Frostrisse im Holz verursacht – immer wieder mal Triebe ab und müssen herausgeschnitten werden (Achtung, ihr Holz ist enorm hart). Dafür braucht die Exochorda racemosa ansonsten keinen Schnitt und muss auch nicht ausgelichtet werden. Ein Strauch also, der ohne aufwendige Pflege viel hermacht, zumal er nach der üppigen und lang andauernden Blüte (drei bis vier Wochen) bis in den Herbst einen ebenso üppigen Fruchtschmuck präsentiert. (Sämlinge tauchen zumindest in Lehmboden trotzdem kaum auf.)

Exochorda racemosa – (Sparrige) Prunkspiere, Chinesische Radspiere, Perlbusch
E. racemosa kann schmal, aber auch breit wachsen

Weil immer wieder mal diese – vor allem älteren – abgestorbenen Triebe entfernt werden müssen, ist der Wuchs der Chinesischen Radspiere etwas unberechenbar. Aus "breit ausladend mit bogig überhängenden Zweigen" wird da schnell mal "straff aufrecht". Die Unterpflanzung des Strauches besteht deshalb vorzugsweise in Stauden, die im Sommer sowohl volle Sonne als auch Halb­schatten mögen. Schutz vor Winter­sonne bietet die Exochorda indes nie, denn sie wirft ihr Laub im Herbst ab, ist also sommer­grün; immergrünen Stauden nutzt sie deshalb im Winter wenig.

Exochorda racemosa – (Sparrige) Prunkspiere, Chinesische Radspiere, Perlbusch In einem sonnigen Beet ist die Prunkspiere am besten aufgehoben. Sie verträgt durchaus mehr als nur trockene Phasen, sie steht selbst trockene Wochen durch. Auf Dauer machen sich trockene Zeiten allerdings ebenfalls im Wuchs bemerkbar und mit der für sie angegebenen Wuchshöhe (3-4 m) und -breite wird es selbst nach vielen Jahren Standzeit schwierig. Für eine "Begleitpflanze" im Staudenbeet ist das allerdings gerade recht.

Zugegeben, Exochorda racemosa hat so ihre Eigenheiten. Trotzdem ist sie eine Überlegung wert, sowie es darum geht, Konstanten in den Staudengarten zu bringen.

Exochorda racemosa – (Sparrige) Prunkspiere, Chinesische Radspiere, Perlbusch

Wuchshöhe: 250-400 cm
Wuchsbreite: 150-350 cm
Blütenfarbe: weiß
Blütezeit: (April), Mai, Juni
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung: Hecken, Solitär
Hinweis:

Holodiscus discolor – Schaumspiere, Kaskadenstrauch, Scheinspiere

(Pflanzenfamilie: Rosaceae – Rosengewächse)

Holodiscus discolor – Schaumspiere, Kaskadenstrauch Obwohl er in Deutschlands Gärten leider kaum verbreitet ist, wird über den Holodiscus discolor viel verbreitet – Wider­sprüchliches! Von "Verträgt keine Sonne" über "Mag keinen Kalk" bis hin zu "Nur für größere Gärten geeignet".

Woher diese Erkenntnisse über den Kaskadenstrauch stammen, entzieht sich meiner Kenntnis. Das natürliche Vorkommen der Schaumspiere im Nordwesten der USA an Waldrändern lässt jedenfalls auf ein Bedürfnis nach Halbschatten keinen Rückschluss zu, stattdessen kann der Holodiscus im eigenen Garten Sonne ganz gut ab.

Holodiscus discolor mit Campanula persicifolia – Kaskadenstrauch mit Pfirsichblättriger Glockenblume
Holodiscus discolor mit Campanula persicifolia

"Nur für größere Gärten" kann ich ebenfalls nicht bestätigen, denn um wirklich "groß" zu werden (die Wuchshöhe liegt je nach Wasser­versorgung, Boden und Witterung ohnehin nur bei etwa zwei bis drei Metern) und ausladend zu werden, braucht er vermutlich Jahrzehnte. Der Strauch auf dem Foto hat gut zehn Jahre "auf dem Buckel", das ist doch auch für kleine Gären okay, oder? Meiner Meinung nach sollte der Kaskadenstrauch nämlich gerade dort gepflanzt werden, wo es weniger Platz gibt und schnell wachsende Sträucher wie Liguster und Forsythie regelmäßig stark geschnitten oder vielleicht sogar schon nach wenigen Jahren wieder entfernt werden müssten.

Schnitt, wie gelegentlich empfohlen? Nein. Was beim Holodiscus etwas störend ist, das sind lediglich die verblühten Blütenstände (von Baumschulen gern als Fruchtschmuck tituliert), die bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag traurig und braun an den leicht übergeneigten Zweigen hängen. Wer davon das Gesamtbild des Gartens gestört sieht und deshalb nicht bis zum Neuaustrieb im Frühling (dann fallen sie ab) warten möchte, kann selbstverständlich zur Gartenschere greifen und sie Schnitt für Schnitt entfernen. Eine Fleißaufgabe.

Holodiscus discolor mit Helleborus-orientalis-Hybride – Schaumspiere mit Lenzrose
Unterpflanzung mit Helleborus-orientalis-Hybride

Insgesamt ist der Holodiscus discolor ein sehr reizvoller, sommergrüner kleiner Strauch, der mit seinen vielen zarten, rahmweißen Blütendolden – die irgendwann zwischen Juni und August erscheinen – ein romantisches Flair im Garten verbreitet. Er macht sich in einer Hecke ebenso gut wie in einem Staudenbeet und sollte unbedingt vermehrt Einzug in die Gärten halten. Zum Unterpflanzen eignen sich unter anderem Brunnera macrophylla (Kaukasus-Vergissmeinnicht), Symphyotrichum ericoides 'Snow Flurry' (Teppich-Myrthen-Aster) sowie Geranium macrorrhizum in Sorten (Felsen- bzw. Balkan-Storchschnabel). An Standorten mit kalkhaltigem Boden passen zudem Christrosen (Helleborus niger).

Holodiscus discolor – Schaumspiere, Kaskadenstrauch, Scheinspiere

Wuchshöhe: 200-250 cm
Wuchsbreite: 200-250 cm
Blütenfarbe: weiß
Blütezeit: Juni, Juli
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung: Hecken, Solitär
Hinweis:

Hydrangea arborescens 'Annabelle' (gelegentlich: 'Anabella') – Wald-Hortensie

(Pflanzenfamilie: Hydrangeaceae – Hortensiengewächse)

Hydrangea arborescens 'Annabelle' – Wald-Hortensie Man möge es der 'Annabelle' nachsehen, falls sich ihre Blütentriebe mal gen Boden neigen, doch wer solch riesige Blütenstände balanciert, geht halt auch mal in die Knie. Andererseits liegt in der ausladenden Wuchsform auch der besondere Charme dieser Hortensie. Erreichen kann man das allerdings nur mit einem boden­nahen Rückschnitt aller vorjährigen Triebe (im Frühling), der sie zwingt, komplett neue Triebe zu bilden. Wenn Sie Hydrangea arborescens nicht oder nur wenig schneiden, verholzen die Triebe und ihre Wuchsform gleicht der der Sorten von Hydrangea macrophylla, der Garten-Hortensie. Die Blüten der 'Annabelle' sind übrigens steril, Selbstaussaat ist daher nicht zu befürchten.

Hydrangea arborescens 'Annabelle' – Wald-Hortensie

An halbschattigen bis schattigen Standorten ist die Wald-Hortensie mit ihrer langen Blütezeit (sie startet Ende Juni) eine bezaubernde Begleiterin von Blattschmuck­stauden wie Funkien (Hosta), Purpur­glöckchen (Heuchera) oder Lenzrosen (Helleborus) zum Beispiel. Ihre schweren Blütenbälle – im knospigen Zustand grünlich, aufgeblüht rahmweiß, verblüht bräunlich – sind eine hervorragende Konstante im Beet und farblich offen für alles. Die hellgrünen Blätter verlangen da mehr Fingerspitzengefühl bei der Partnerwahl; ob dazu blaue oder blaugraue Blattfarben passen, muss jeder/jede für sich entscheiden.

Hydrangea arborescens 'Annabelle' mit Lysimachia clethroides – Wald-Hortensie mit Schnee-Felberich
'Annabelle' mit Lysimachia clethroides

Dass nährstoff­reicher und ausreichend feuchter Boden am Standort für eine Hortensie obligat ist, versteht sich von selbst. In beiden Ansprüchen zeigt sich 'Annabelle' allerdings tolerant; sie akzeptiert sowohl nährstoff­ärmere wie auch trockenere Plätze. Mit beidem – Dünger und Wasser – sollte es deshalb niemand übertreiben. Spätestens wenn die Blätter schlaff an den Trieben hängen, sollten Sie jedoch gießen. Gewünscht wird darüber hinaus humoser Boden, einerlei ob sandig-humos oder lehmig-humos.

Mit 1‑1,5 m Wuchshöhe kommt die 'Annabelle' nicht an die wirklich hohen Blütenstauden und Ziergräser heran. Ihr Platz ist daher im Mittelfeld. In Beeten und Rabatten mit insgesamt niedriger gehaltener Bepflanzung kann sie in den Hinter­grund treten und der Gärtner die beeindruck­ende (Fern-)Wirkung ihrer weißen Blütenbälle genießen. Sehr anmutig finde ich an halb­schattigen Gartenplätzen die 'Annabelle' in Begleitung des Schnee-Felberichs (Lysimachia clethroides).

Hydrangea arborescens 'Annabelle' – Wald-Hortensie im Winter Die Sorte 'Annabelle' bildet mit kurzen Ausläufern im Lauf der Jahre einen stattlichen Horst (wandert jedoch nicht im Beet umher). Exemplare, die zu groß geworden sind, können im Frühjahr nach dem Austrieb mittels Teilung in ihre Schranken gewiesen werden. Die Teilstücke finden sicher (z. B. in Nachbars Garten) einen schönen Platz in saurer bis neutraler Erde. Fertig ist die Vermehrung!

Hydrangea arborescens 'Annabelle' – Wald-Hortensie

Wuchshöhe: 100-150 cm
Wuchsbreite: 100-150 cm
Blütenfarbe: weiß
Blütezeit: Juni, Juli, August, September
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: frisch
Verwendung:
Hinweis: jährlicher Rückschnitt im Frühjahr empfehlenswert


Physocarpus opulifolius 'Diabolo' – Blasenspiere

(Pflanzenfamilie: Rosaceae – Rosengewächse)

Physocarpus 'Diabolo' und Gillenia trifoliata – Blasenspiere und Nördliche Dreiblattspiere
Physocarpus 'Diabolo' und Gillenia trifoliata

Mit seinen gut zwei Metern Höhe und knapp zwei Metern Breite ist der 'Diabolo' schon eine recht imposante Erscheinung und für kleinere Gärten als Bestandteil eines Staudenbeetes nicht optimal geeignet. Gleichwohl prädestiniert ihn sein lockerer Aufbau mit leicht über­hän­genden Trieben als Strauch für den Übergang von der Hecke zum Beet. Das wiederum macht ihn für kleine Gärten ebenfalls interessant.

Die Sorte 'Diabolo' tut sich in erster Linie mit ihrer Blattfarbe hervor: Das Laub ist irgendwas zwischen dunkel rotbraun und schwarzbraun; mehr rotbraun, wenn sonnenbeschienen, mehr schwarzbraun bei bedecktem Himmel bzw. im Schatten. Eine solch "vorlaute" Blatt­farbe braucht bei der Beetgestaltung mehr Aufmerk­samkeit als die Blütenfarbe, sie ist schließlich von Frühjahr bis zum Herbst tonangebend.

Physocarpus 'Diabolo' und Lysimachia ciliata 'Firecracker' – Blasenspiere und Bewimperter Felberich
Physocarpus 'Diabolo' und Lysimachia ciliata 'Firecracker'

Arrangements mit ebenfalls rötlich bis bräunlich belaubten Stauden sind auf jeden Fall ein Blickfang, wirken aber leicht etwas eintönig, wenn nicht kräftige, kontrastierende Blüten­farben mit im Spiel sind. Lysimachia ciliata 'Firecracker' (Bewimperter Felberich) mit gelben Blüten wäre so eine Pflanz­partnerin (mit dem Vorteil, dass der Strauch den Ausbrei­tungsdrang des Felberichs etwas bremst), wohingegen Heuchera americana 'Palace Purple' (Amerikanisches Purpur­glöckchen) mit den fluffigen, weißen Blüten schon wieder zu blass wäre. Gut funktioniert jedoch eine Unter­pflanzung der Blasenspiere mit Ajuga reptans 'Atropurpurea' (Kriechender Günsel), sofern eine ausreichende Wasserversorgung gewährleistet ist.

Physocarpus opulifolius 'Diabolo' – Blasenspiere, Blüten Da ist die Auswahl unter den grün­laubigen Pflanzen doch erheblich größer, alles passt zum 'Diabolo', was wie er ganz gut Trockenheit verträgt, keinen absolut mageren Standort wünscht und in der Sonne sowie im Halbschatten gedeiht – je nach Standort des Strauchs. Zum Unterpflanzen sind auch Stauden geeignet, deren Wuchsfreude er in Schach hält, das ist bei uns im Garten das Geranium sanguineum (Blut-Storchschnabel).

An die Pflege stellt diese Blasenspiere keine ge­hobenen Ansprüche (ggf. Wasser und Dünger). Sie braucht zudem nicht geschnitten zu werden, lediglich abgestorbene Triebe sollte man von Zeit zu Zeit rausschneiden. Und falls sie in irgendeine Richtung zu üppig werden sollte, greifen Sie einfach zur Schere und legen los. Der 'Diabolo' nimmt selbst unsanftere Behand­lungen nicht krumm.

Physocarpus opulifolius 'Diabolo' – Blasenspiere

Wuchshöhe: 200-300 cm
Wuchsbreite: 200-300 cm
Blütenfarbe: weiß
Blütezeit: Mai, Juni
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung:
Hinweis:

Potentilla fruticosa – Fingerstrauch

(Pflanzenfamilie: Rosaceae – Rosengewächse)

Potentilla fruticosa – Fingerstrauch Robust, langsam wachsend und dabei wunderbar pflegeleicht – diese Eigenschaften machen den Fingerstrauch zu einem idealen Begleiter im Staudenbeet. Bis er seine end­gültige Größe von ca. einem Meter Höhe und um die 1,5 Meter Breite erreicht hat, dauert es gut und gern zehn Jahre. Während dieser Zeit und auch danach braucht Potentilla fruticosa keinen Schnitt, um in Form zu kommen und zu bleiben, sie wächst von Natur aus leicht rundlich, halb­kugelig könnte man sagen. Falls sie doch etwas zu üppig werden sollte, kann man alle paar Jahre (etwa im April) dazwischenfunken und ihre Triebe um circa ein Drittel einkürzen.

Andrena gravida auf Potentilla fruticosa – Sandbiene auf Fingerstrauch
Andrena gravida (Weibchen) auf Potentilla fruticosa

Kultiviert wird in den Baumschulen und demzufolge auch in den Gärten längst nicht mehr die reine Art Potentilla fruticosa – Dutzende von Sorten stehen stattdessen zur Auswahl mit Blütenfarben von weiß über gelb und orange (oder kupfer) bis hin zu rot. Meine Empfehlung gilt den weißen und gelben Blüten, denn Rot ist eine Farbe, die die meisten Insekten nicht wahr­nehmen können. Das hängt jedoch davon ab, um welchen Rotton es sich handelt; Ultraviolett, das dem menschlichen Auge rot erscheint, erkennen Insekten sehr wohl. Neben Honigbienen gehören jedenfalls Wildbienen zur "Kundschaft" auf Fingerstrauch-Blüten; bei Andrena tarsata (eine Sandbienen-Art), Lasioglossum calceatum und fulvicorne (zwei Schmalbienen-Arten) wurde Pollen von Potentilla fruticosa in den Nestern als Proviant für die Larven nachgewiesen. Bei mir im Garten ist immer wieder Andrena gravida (ebenfalls eine Sandbienen-Art) auf den Potentilla-Blüten zu sehen und scheint Pollen zu sammeln.

Potentilla fruticosa – Fingerstrauch, Blütenstand Potentilla fruticosa ist sommergrün und wächst so dicht, dass sie selbst im Winter eine starke Präsenz zeigt, nachdem ihre kleinen Blättchen ohne viel Brimborium (keine spektakuläre Herbst­färbung) einfach braun geworden sind. Auffälliger und erfreulicher ist da die Blüte: Der Fingerstrauch blüht von Mai (Hauptblüte) bis weit in den September hinein unermüdlich. Der Flor wird nach der Hauptblüte zwar geringer, aber es zeigen sich stetig neue Blüten. Eine solch lange Blütezeit haben nicht viele Pflanzen zu bieten. Sie ist denn auch ein weiterer Grund, weshalb ich zu weniger dominanten Blüten­farben als Rot beim Fingerstrauch im Stauden­beet rate. Zu Weiß und einem zarten Gelb lassen sich eben viel mehr farblich harmonierende Blühpartner finden.

Potentilla fruticosa – Fingerstrauch im Spätherbst
Potentilla fruticosa im Spätherbst

Nach Pflanzpartnern sollte man sich bei den trockenheits­verträglichen Stauden umsehen, dann bleibt der Pflege­aufwand selbst in puncto Gießen gering. Der Fingerstrauch kommt nämlich problemlos mit enorm trockenen Sommern zurecht. Eine Unterpflanzung entfällt übrigens bei eingewachsenen Exemplaren komplett; Potentilla fruticosa macht in der Regel bis zum Boden dicht.

Der Name der abgebildeten Sorte mit den rahmweißen bis zartgelben Blüten ist leider in Vergessenheit geraten.

Potentilla fruticosa – Fingerstrauch

Wuchshöhe: 100-120 cm
Wuchsbreite: 120-180 cm
Blütenfarbe: weiß, rot, gelb, orange – je nach Sorte
Blütezeit: Juni, August, September, Oktober
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken, frisch
Verwendung:
Hinweis:

Ribes alpinum – Alpen-Johannisbeere

(Pflanzenfamilie: Grossulariaceae – Stachelbeergewächse)

Ribes alpinum – Alpen-Johannisbeere
Ribes-Hecke im fünften Standjahr

Die Alpen-Johannisbeere ist eine gute Alternative zum Einfassungs-Buchs (Buxus sempervirens 'Suffruticosa'), besonders natürlich in Gegenden, in denen der Buchsbaum­zünsler sein Unwesen treibt. Sie lässt sich wie der Buchs zu niedrigen Hecken erziehen, um den Garten zu gliedern, in verschiedene Garten­räume aufzuteilen oder einfach nur, um einzelne Beete optisch in unterschiedliche Bereiche zu trennen. (Für eine Hecke, die richtig schön dicht wird, sollten Sie vier bis fünf Ribes-Pflanzen pro Meter setzen.)

Ribes alpinum verträgt die Heckenschere bestens, ist schattentolerant und leider auch sehr wüchsig, das ist der Nachteil gegenüber dem Buxus. Damit eine niedrige Form­schnitt-Hecke aus Alpen-Johannisbeere niedrig und in Form bleibt, sollten Sie zweimal im Jahr zur Schere greifen: im ausgehenden Winter (ca. im Februar, auf jeden Fall bei frostfreiem Wetter) und im Hochsommer (Juli/August). Dabei dürfen Sie nicht zimperlich sein und sollten sowohl in der Höhe als auch an den Seiten ordentlich was wegnehmen; ich empfehle, dazu eine motorbe­triebene Heckenschere zu verwenden, zumindest bei etwas älteren Hecken.

Ribes alpinum – Alpen-Johannisbeere nach dem Austrieb im Frühjahr
… und nach dem Austrieb im Frühjahr

Anschließend ist es ratsam, die Hecke auf beiden Seiten abzugehen und noch alle Richtung Boden zeigenden Zweige abzuschneiden, die der Schere entwischt sind. Sinn und Zweck dieser "Nachsorge" ist es zu verhindern, dass auf dem Boden aufliegende Triebe wurzeln und damit nach und nach die Hecke verbreitern. Sie können sich dieses problemlose Wurzeln der Triebe allerdings zunutze machen, falls mal einzelne Pflanzen in der Hecke ausfallen und ersetzt werden müssen: ein paar Triebe auf dem Boden auf­liegen lassen, aufs Wurzeln warten, ausgraben und von der Mutterpflanze trennen, in Lücken pflanzen, angießen, fertig. Pflanzenvermehrung leicht gemacht!

Willkommene und ungebetene Gäste auf der Alpen-Johannisbeere

Ribes alpinum – Alpen-Johannisbeere, weibliche Blüten
Weibliche Blüten von Ribes alpinum

Von der Blüte der Alpen-Johannisbeere bekommt man nicht viel mit, wenn man die Pflanzen regelmäßig schneidet, was jedoch kein großer Verlust ist: Die gelblichgrünen Blütchen sind klein und unscheinbar. Ein paar findet man auch an Formschnitt-Hecken im Geäst versteckt, doch man muss schon danach suchen und sehr genau hinsehen. Schade ist's nur für die Sandbienen-Arten Andrena fulva und A. varians, wenn das Blütenholz bei männlichen Pflanzen abrasiert wird, denn sie sammeln den Pollen der Alpenjohannisbeere als Proviant für ihre Larven. Ribes alpinum ist meist zweihäusig, es gibt also Pflanzen mit nur weiblichen Blüten und welche, die bloß männliche Blüten tragen. Man braucht also männliche und weibliche Pflanzen, damit die – nicht unattraktiven – roten Früchte ausgebildet werden. An geschnittenen Hecken sind naturgemäß auch die selten.

Ansonsten ist es mit dem Insektenbesuch nicht weit her bei Ribes alpinum. Gern gesehene Gäste darauf sind Marienkäfer, die die Ausbreitung der Johannisbeer-Blasenlaus wenigstens etwas eindämmen. Ein Befall mit diesen Läusen ist unschwer an den Pusteln auf den Blättern zu erkennen und bleibt – so man sie erst einmal hat – einem kein Jahr erspart. Kleiner Trost: Aus einiger Entfernung sind die Blattverfärbungen und ‑deformierungen nicht mehr wahrzu­nehmen. Zumindest auf größeren Flächen (bei mir sind es ca. 45 Meter Hecke) sind die natürlichen Feinde der Läuse meines Erachtens die einzig sinnvolle Bekämpfungs­möglichkeit, obwohl es natürlich utopisch ist zu denken, Marienkäfer und Konsorten könnten alle Läuse beseitigen. An kleineren Hecken kann man den Johannisbeer-Blasenläusen eventuell noch mit Paraffinöl und Kaliseife beikommen, doch dazu mehr unter Tierischer Ärger.

Ribes alpinum – Alpen-Johannisbeere mit Siebenpunkt-Marienkäfer
Siebenpunkt-Marienkäfer auf Ribes alpinum

Die Alpen-Johannisbeere steht zudem im Ruf, ein beliebtes Ziel von Rostpilzen zu sein; da muss ich passen, die kenne ich – zum Glück – nicht. Allerdings ist im Grünen Handel ohnehin meist die Sorte 'Schmidt' zu bekommen, die im Vergleich zur reinen Art widerstandsfähiger gegen Rostpilze sein soll.

Noch ein Letztes: In so einer Hecke verfängt sind liebend gern Unkrautsamen. Kontrollieren Sie daher regelmäßig und entfernen Sie alles, was zwischen den Trieben aufgeht und da nicht hingehört, bevor sich Gräser und anderes etablieren und so mit den Ribes-Pflanzen verwoben und verwurzelt sind, dass sie nicht mehr schadlos für die Johannisbeer-Sträucher entfernt werden können. Besonders übel sind übersehene Gehölz-Sämlinge wie Pfaffen­hütchen, Weißdorn oder Ahorn.

Ribes alpinum – Alpen-Johannisbeere

Wuchshöhe: 150-200 cm
Wuchsbreite: 150-200 cm
Blütenfarbe: gelblich
Blütezeit: April, Mai
Lichtverhältnisse: sonnig-schattig
Bodenverhältnisse: trocken, frisch
Verwendung: Hecken, auch streng geschnittene
Hinweis:

Spiraea japonica (in Sorten) – Spierstrauch, Zwerg-Spiere, Sommer-Spiere

(Pflanzenfamilie: Rosaceae – Rosengewächse)

Spiraea japonica unbekannte Sorte – Sommer-Spiere
Spiraea japonica unbekannte Sorte

Die zierlichen Spiraea-japonica-Sorten unterscheiden sich bei mir im Garten im Habitus nicht von halbhohen, buschig wachsenden Stauden, bloß dass sie halt rund ums Jahr in voller Größe da sind. Sie bekommen keinen Rückschnitt und sind nach vielen Jahren dennoch nicht höher als um die 60 cm. Kleine Sträucher mit einer solchen Wuchsform lassen sich im Stauden-Garten nahezu überall integrieren, zumal wenn es sie mit verschie­denen Blütenfarben gibt: Weiß, rosa und matte Rosarot-Töne sind im Angebot.

Spiraea japonica unbekannte Sorte – Sommer-Spiere
Spiraea japonica unbekannte Sorte

Ein Unterpflanzen der Sträucher ist nicht erforderlich, weil ihre dünnen Ästchen fast bis zum Boden reichen. Sinnvoll wären deshalb höchstens früh blühende Bodendecker wie Ajuga reptans und Ajuga reptans 'Atropurpurea' (Kriechender Günsel), die nach der Blüte nur noch auf ein ungestörtes Schattendasein erpicht sind. Als Pflanzpartner zur Zwerg-Spiere ist erlaubt, was gefällt, und das kitzelt die Freude am Kombinieren und Experimentieren in uns wach. Mir gefallen zum lockeren Habitus der Sommer-Spieren Stauden, die eher "klobig" wirken wie zum Beispiel die hohen Fetthennen (Sedum telephium und spectabile).

Außer auf die Blüten­farbe der Spirea, sollten Sie darauf achten, dass die ausgewählte Sorte eine besonders schöne Blattfärbung im Austrieb und/oder eine attraktive Herbstfärbung zeigt, falls Sie Wert darauf legen. Das ist bei diesen Spiersträuchern nämlich von Sorte zu Sorte verschieden, kann aber ja bei der Beetge­staltung eine Rolle spielen. 'Goldflame' ist so eine Sorte, deren Austrieb goldgelb leuchtet (zum Teil auch rot an sonnigen Plätzen), und die im Herbst mit einem kupferroten Finale aufwartet.

Spiraea japonica 'Goldflame' – Sommer-Spiere 'Goldflame', Blüten
Spiraea japonica 'Goldflame' – Blüten

Standort­vorlieben haben die Spiraea-japonica-Sorten einige, daran fest­klammern tun sich jedoch die wenigsten. Konkret heißt das, dass neben dem gewünschten frischen bis feuchten, mäßig nährstoffreichen, leicht sauren und sandig- bis lehmig-humosen Boden durchaus auch eher magerer, reiner Lehmboden (der im Sommer oft betonhart austrocknet) angeboten werden darf, ohne einen Totalausfall befürchten zu müssen. – Die Spiersträucher sind robust und flexibel.

Falls sich die Spiraea japonica bei Ihnen im Garten wüchsiger zeigt als bei mir, ist ein kräftiger Rückschnitt im Frühling (Ende März/Anfang April) auf etwa 20 cm Höhe unproble­matisch, denn diese Spieren-Art blüht an den einjährigen Trieben.

Spiraea japonica in Sorten (im Bild 'Goldflame') – Spierstrauch, Zwerg-Spiere, Sommer-Spiere

Wuchshöhe: bis 100 cm
Wuchsbreite: bis 100 cm
Blütenfarbe: weiß, rosa, Rottöne – je nach Sorte
Blütezeit: Juli, August, September
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung:
Hinweis:

Syringa meyeri 'Palabin' – Zwerg-Flieder

(Pflanzenfamilie: Oleaceae – Ölbaumgewächse)

Syringa meyeri 'Palabin' – Zwerg-Flieder, Blattunterseite
Syringa meyeri 'Palabin' – behaarte Blattnerven

Zwei niedrig bleibende Zwerg-Flieder gibt es, beide Arten stammen ursprünglich aus China, beide werden um die eineinhalb bis zwei Meter hoch (manchmal ein bisschen höher) und beide blühen rosa. Ich hatte mich damals, als ich einen solchen Zwerg-Flieder pflanzen wollte, für Syringa meyeri (Sorte: 'Palabin') entschieden, weil – ja, weil ich Syringa microphylla (Sorte 'Superba') seinerzeit gerade nicht bekommen konnte. Daran merken Sie schon, wie gering die Unterschiede zwischen diesen beiden Arten sind, obwohl es ein sehr eindeutiges Unter­schei­dungs­merkmal gibt: Bei Syringa meyeri sind die Blattunterseiten "auf den Blattnerven behaart".

Syringa meyeri 'Palabin' – Zwerg-Flieder
Syringa meyeri 'Palabin' 2007

Wer also gerade auf dieses Erkennungs­merkmal besonderen Wert legt, hat keine Wahl; er muss gezwungener­maßen zur Meyeri greifen. Alle anderen können sich auch an der Blütenfarbe orientieren, die bei S. microphylla 'Superba' eine Idee mehr ins Violett geht als bei S. meyeri 'Palabin'. Aber das muss man sehen, in natura, wenn man eine ganz bestimmte Farbe sucht bzw. braucht.

Syringa meyeri 'Palabin' – Zwerg-Flieder Ich spreche hier also nur von Syringa meyeri 'Palabin', die ich seit mehr als 15 Jahren im Garten habe. Erstes Argument pro: Sie braucht keinen Schnitt, selbst nach vielen Jahren nicht (eventuell Abgestorbenes sollten Sie jedoch herausschneiden). Zweiter Pluspunkt: Sie verträgt Sommer­trocken­heit ziemlich gut. Im Spätsommer setzt dieser Zwerg-Flieder zu einer schwächeren (bei Trockenheit: schwachen) Nachblüte an, das spricht ebenfalls für ihn (Syringa microphylla 'Superba' soll sogar bis zum Herbst durch­blühen, das der Vollständigkeit halber).

Wir sparen uns am 'Palabin' jedwede Pflege (und Arbeit!) und entfernen nicht einmal die verblühten Blütenstände, weil sich dieser Zwerg-Flieder nicht aussät (was seine höhere Verwandtschaft, der Gewöhnliche Flieder, Syringa vulgaris, durchaus mal macht). Mit dieser Nachlässigkeit nehmen wir allerdings in Kauf, dass bei der nächsten Blüte immer noch die vertrockneten "Storren" vom Vorjahr zu sehen sind, aber was soll's.

Als Bestandteil einer halbhohen Blütenhecke zusammen mit niedriger bleibenden Deutzien-Arten (z. B. Deutzia x kalmiiflora) und Koreanischem Duftschneeball (Viburnum carlesii) beispielsweise kommt der Zwerg-Flieder 'Palabin' ebenso groß raus wie als Solist im Staudenbeet.

Syringa meyeri 'Palabin' – Zwerg-Flieder

Wuchshöhe: 150-250 cm
Wuchsbreite: 150-200 cm
Blütenfarbe: rosa-weiß
Blütezeit: Mai, Juni
Lichtverhältnisse: sonnig
Bodenverhältnisse: trocken bis frisch
Verwendung:
Hinweis:

Viburnum carlesii – Koreanischer Duft-Schneeball

(Pflanzenfamilie neu: Adoxaceae – Moschuskrautgewächse
Pflanzenfamilie alt: Caprifoliaceae – Geißblattgewächse)

So hoch wie breit (ca. 2 x 2 m) wird der Koreanische Duft-Schneeball erst nach etlichen Jahren Standzeit. Der kleine Strauch bietet von April bis November einen ansprechenden Anblick, zur Blütezeit im April/Mai und während der Herbst­färbung im Oktober/November sogar einen prachtvollen.

Viburnum carlesii – Koreanischer Duft-Schneeball
Viburnum carlesii im Aufblühen

In manchen Jahren steht Viburnum carlesii bereits Mitte April in voller Blüte, da schlafen im Stauden-Garten die meisten Pflanzen noch, zumindest denken sie noch lange nicht ans Blühen. Zu seinen Füßen könnten deshalb einige "Ausgeschlafene" stehen wie Pulmonaria officinalis (Echtes Lungenkraut), Arabis (Gänsekresse) oder Ajuga reptans (Kriechender Günsel). Daneben machen sich Helleborus argutifolius (Korsische Lenzrose bzw. Nieswurz) sowie Tiarella (Schaumblüte) oder Bergenia cordifolia (Bergenie) gut und erweitern das frühe Buffet für die Insekten­welt. An halbschattigen Standorten fühlt sich ein solches Pflanzenensemble ausge­sprochen wohl. Helleborus (der kalkhaltige Böden mag) und Viburnum (der es sauer mag) nebeneinander? Das geht, wenn man zum Pflanzen neutrales Substrat (weder sauer noch alkalisch/kalkhaltig) wählt; damit sind beide zufrieden.

Viburnum carlesii – Koreanischer Duft-Schneeball, Blüten Viburnum carlesii in voller Sonne ist ebenfalls möglich, sofern der Pflanzplatz nicht zu trocken ist. An solchen Standorten sind Viola odorata (Wohlriechendes Veilchen) oder Phlox subulata (Kissen-Phlox) prima als Unterpflanzung. Die Frage ist allerdings, ob dieser Schneeball tatsächlich Begleitpflanzen braucht, die zeitgleich mit ihm blühen. Nicht unbedingt, finde ich, wenn man ihn zu seiner Blütezeit den Star sein lässt. Und Gesellschaft sucht man ihm unter den später blühenden Stauden aus.

Der Strauch soll "gelegentlich spätfrost­gefährdet" sein. Das kann ich mir nur in sehr exponierten, rauen Lagen vorstellen. In all den Jahren (mehr als 15) hat es bei mir im Garten nicht ein einziges Mal die Blüte oder das Laub erwischt.

Viburnum carlesii – Koreanischer Duft-Schneeball im Herbst
Viburnum carlesii im Herbst

Den ganzen Sommer über ist dieser kleine Strauch mit seinem graugrünen Laub (schneeball­typisch leicht gerunzelt) der ruhende Pol einer jeden Blüten­stauden­gesell­schaft und bringt als ruhiger Hintergrund so manchen filigranen Blütenstand erst richtig zur Geltung. Zur Zeit seiner grandiosen orangeroten bis orangebraunen Herbst­färbung ist er dann ohnehin schon wieder fast konkurrenzlos im Beet; einzig ein paar späte Herbstastern (Symphyotrichum) oder die letzten Blüten der Prachtkerze (Gaura lindheimeri) könnten noch sein herbstliches Farbenspiel unterstreichen.

Viburnum carlesii wird in den Baumschulen meist durch Veredlung vermehrt. Es kann deshalb vorkommen, dass ganz unten am Stamm die Veredlungsunterlage (bevorzugt Viburnum opulus, der Gemeine Schneeball) austreibt. Darauf sollten Sie ein Auge haben und solche (Wild-)Triebe mit der Gartenschere nah am Stamm abschneiden.

Viburnum carlesii – Koreanischer Duft-Schneeball

Wuchshöhe: 200 cm
Wuchsbreite: 150-200 cm
Blütenfarbe: weiß
Blütezeit: April, Mai
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: frisch bis mäßig trocken
Verwendung:
Hinweis:

Weigela florida 'Purpurea' – Liebliche Weigelie, Rotblättrige Weigelia

(Pflanzenfamilie: Caprifoliaceae – Geißblattgewächse)

Weigela florida 'Purpurea' – Liebliche Weigelie Im Winter erinnert mich meine Liebliche Weigelie von Weitem an einen knorrigen alten Olivenbaum im Miniaturformat. Die kurzen Äste stehen ein wenig sparrig in alle Richtungen, nur das "Knorrige", das kommt bei ihr von den vielen Flechten und Moosen, die die Triebe dicht überziehen.

Über 15 Jahre steht Weigela florida 'Purpurea' da schon im Beet und ist kaum mehr als einen Meter hoch. Man merkt ihr halt die exponierte Lage an und natürlich die Trockenheit, mit der sie sich fast jeden Sommer herumschlagen muss (sie bevorzugt frische bis feuchte Böden). Doch selbst bei besserer Wasser­versorgung wird dieser kleine Strauch selten höher als 1,5 Meter und höchstens ebenso breit. Ideal für kleine und kleinste Gärten (sogar für Kübel auf Balkon und Terrasse) und natürlich für die Kombination mit niedrigeren und mittelhohen Stauden.

Das rotgrüne Laub der Sorte 'Purpurea' gibt die grobe (Farb-)Richtung im Beet vor, auf Pflanzen mit silbrigem, gräulichem oder bläulichem Laub habe ich deshalb in ihrer Nähe verzichtet. Und statt das leuchtende Rosa ihrer Blüten aufzu­greifen, setze ich auf weiße, bräunliche, violette und purpurne (purpurviolett und purpurrot) Blütenfarben, um die markante, dunkle Belaubung der Weigelie zu unterstreichen.

Weigela florida 'Purpurea' – Rotblättrige Weigelia, Blüten Mit weißen Blüten hab' ich zum Beispiel das Veronicastrum virginicum (Virginischer Arzneiehrenpreis) im Hintergrund, daneben gedeihen das Ziergras Molinia caerulea 'Moorhexe' (Pfeifengras) mit rotbraunen, fast schwarzbraunen Blütenständen und Knautia macedonica (Mazedonische Witwenblume) sowie Teucrium hyrcanicum (Kaukasus-Gamander) mit purpurnen Blüten. Ebenfalls reizvoll: Amsonia tabernaemontana (Blausternbusch), die das Farbthema mit schwärzlichen Trieben aufnimmt und dem Beet mit ihren porzellanblauen Blüten einen Frischekick gibt. Denn im Frühling, nach der langen, farbarmen Zeit im Garten, da darf es leuchten: Unzählige zartblau blühende Veronica gentianoides (Enzian-Ehrenpreis) umgeben dann die oft gleichzeitig blühende Weigelie, mitunter schmuggeln sich noch blau und/oder gelb blühende Lein-Pflanzen dazu (Linum perenne und L. flavum 'Compactum'). Immer noch fröhlich, aber etwas dezenter ist ein Arrangement mit rosa blühenden Helianthemum apenninum (Apennin-Sonnenröschen) zu den Weigelia-Blüten.

Weigela florida 'Purpurea' – Liebliche Weigelie, Austrieb
Weigela florida 'Purpurea' – Austrieb

Ehrenpreis, Lein und Sonnen­röschen funktionieren als Pflanzpartner jedoch nur, sofern die Weigelie eher trocken steht. Optimal wäre für Weigela florida freilich ein frischer bis feuchter, gut mit Nährstoffen versorgter Boden an einem sonnigen bis halbschattigen Standort. Je sonniger der Standort, desto feuchter wünscht sie sich den Boden. Was den Nährstoffgehalt anbelangt, da kann man ja gegebenen­falls mit wohldosierten Düngergaben nachhelfen. Eigentlich kommt der Strauch aber mit allen Gegebenheiten zurecht, außer mit tiefstem Schatten und sehr magerer Erde.

Weigela florida 'Purpurea' – Liebliche Weigelie, Rotblättrige Weigelia

Wuchshöhe: 100-150 cm
Wuchsbreite: 100-150 cm
Blütenfarbe: rosa
Blütezeit: Mai, Juni
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: frisch
Verwendung:
Hinweis:

Außer Konkurrenz:

Ulmus glabra 'Camperdownii' – Lauben-Ulme

(Pflanzenfamilie: Ulmaceae – Ulmengewächse)

Ulmus glabra 'Camperdownii' – Lauben-Ulme 2006
Lauben-Ulme 2006 – drei Jahre Standzeit

Eine Lauben-Ulme ist ganz bestimmt nichts für Handtuch-Gärten, aber für alle anderen durchaus eine Überlegung wert. Selbst in noch so kleinen Gärten findet sich ja nicht selten fernab der Terrasse ein (Sitz-)Plätzchen, an dem man verweilen und die Seele baumeln lassen kann und einfach nur gucken und genießen darf. Dafür ist die Ulmen-Sorte 'Camperdownii' wie geschaffen, liefert sie doch den kühlenden Schatten, den man in heißen Sommern an einem Rastplatz so dringend braucht.

Diese Ulme mit der prak­tischen Wuchs­form ist ein Zufallsfund aus der Mitte des 19. Jahr­hunderts, gemacht im Park von Camperdown in Schott­land. Ihre langen Äste wachsen freiwillig so bogenförmig nach unten, dass die "Laube" im Lauf der (langen) Jahre ganz ohne weiteres Zutun entsteht. Freilich kann der Mensch ein bisschen nachhelfen und die Form etwas beeinflussen, etwa indem er die Triebe mit einem untergebauten stabilen "Gerüst" nach seinen Vorstellungen leitet, oder die Äste mit Schnüren an in den Boden gerammte Pflöcke bindet und die Zweige so ein wenig lenkt – wenn die Lauben-Ulme besonders breit werden bzw. wachsen soll. Damit ein Ein­gang in die "Höhle" entsteht, muss man eventuell nachhelfen und entweder schon die jungen Triebe mit Schnüren und Pflöcken nach außen leiten oder ihn freischneiden, also einen oder mehrere herabhängende Zweige herausschneiden.

Ulmus glabra 'Camperdownii' – Lauben-Ulme 2015
'Camperdownii' 2015

Wir haben das bei unserer nicht ge­macht und sie wachsen lassen, wie sie wollte. Nach 15 Jahren Standzeit im Garten war es dann so weit: Wir haben eine Bank daruntergestellt und die Laube "in Betrieb genom­men". Geduld braucht man also schon mit ihr, trotzdem sollte um sie herum vielleicht nicht gerade das Beet mit den "wertvollsten Stücken" angelegt werden. Gut geeignet sind Stauden, die eher kurzlebig sind, sich jedoch durch Selbstaus­saat erhalten. Die weichen automatisch zurück, wenn Ulmen-Zweige näher kommen. Wählen Sie also nicht die Pfingstrose (Paeonia), die 20 Jahre und länger am selben Platz stehen möchte, nehmen Sie stattdessen die Garten-Vagabunden – etwa Prachtkerze (Gaura lindheimeri), Akeleien (Aquilegia) und Lupinen (Lupinus polyphyllus) –, dann kann die Lauben-Ulme tun und lassen, was sie mag und wie sie es mag. Damit ist allen Beteiligten geholfen.

Besonderheiten der Lauben-Ulme

Ulmus glabra 'Camperdownii' – Lauben-Ulme, Blütenstände
Ulmus glabra 'Camperdownii': Blütenstände …

 

Ulmus glabra 'Camperdownii' – Lauben-Ulme, Fruchtschmuck
… und Fruchtschmuck

Mit Blütenschmuck kann Ulmus glabra 'Camperdownii' nicht aufwarten, die Blüten erkennen wir nur, wenn wir ganz nah rangehen – und uns schon im März im Garten umsehen. Dafür verzaubert sie mit überreichem Frucht­schmuck, wie über und über mit gelbgrünen Talern behängt wirkt sie dann; das ist nicht mehr zu übersehen. Dann erst treiben zudem die Blätter aus, während der Blüte ist sie noch kahl.

Ulmenblasenlaus an Ulmus glabra 'Camperdownii' – Lauben-Ulme
Domizile der Ulmenblasenlaus

Ulmus glabra 'Camperdownii' hat man selten für sich allein, wo eine Ulme ist, ist oft auch die Ulmen­blasenlaus und verunziert die Blätter ihrer Wirts-Ulme, indem sie die Pflanzen veranlasst, Blattgallen auszubilden, in denen die Läuse eine Weile leben. Mehr über diese Laus-Art und ihre Gepflogenheiten erfahren Sie auf meiner Seite über den "Tierischen Ärger" im Garten. Bitte lesen Sie den Artikel, ehe Sie sich für eine Lauben-Ulme entscheiden. Uns sind die Läuse mittlerweile ziemlich wurscht und wenn wir die Lauben-Ulme nicht für uns allein haben können, dann halt nicht.

Noch ein Hinweis: Ulmus glabra (die Art, Ulmus glabra, hat den deutschen Namen Berg-Ulme) gibt es auch als 'Pendula'. Diese Sorte ist eine Hänge-Ulme, bei der die Triebe wie ein Schirm­dach abstehen und bloß die Trieb-Enden nach unten hängen. Aus der 'Pendula' wird nie eine richtig schöne Laube. (Wobei die Sorte 'Camperdownii' ebenfalls nur als Schirmdach gezogen und zurechtgestutzt werden kann, indem Sie die lang herabhängenden Triebe einfach abschneiden.) Auf diesen Unterschied zwischen den beiden Sorte sollten Sie beim Einkauf achten. Das Problem dabei ist nur, dass beide Sorten als "Lauben-Ulme" sowie als "Hänge-Ulme" verkauft werden, meist unter beiden Namen gleichzeitig. Und ein noch größeres, dass die 'Camperdownii' (Lauben-Ulme) als 'Pendula' und die 'Pendula' (Hänge-Ulme, Trauer-Ulme) als 'Camperdownii' verkauft wird.

Ulmus glabra 'Camperdownii' 2020:

Ulmus glabra 'Camperdownii' – Lauben-Ulme

Wuchshöhe: 3-6 m
Wuchsbreite: 5-10 m
Blütenfarbe: rotbraun
Blütezeit: März, April
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: frisch
Verwendung: Solitär
Hinweis: nicht für sehr arme oder stark verdichtete Böden geeignet



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