Gehölze im Stauden-Garten

Immer wieder ist die Rede von Stauden und Gräsern, die dem Garten Struktur geben; meist mit dem Zusatz "im Winter".

Winterstimmung im Garten mit Phlomis russeliana (Brandkraut)
Winterstimmung im Garten mit Phlomis russeliana (Brandkraut)

Das sind diejenigen Stauden, deren Triebe nicht gleich der erstbeste Herbststurm umknickt und flachlegt, Stauden, die selbst bei geschlossener Schneedecke noch präsent sind und den Be­trachter den Beetverlauf, die Konturen des Gartens erkennen lassen. Das weckt die Erinne­rung an das vergangene Gartenjahr ebenso wie die Vorfreude aufs kommende. Wie traurig und nichtssagend sieht hingegen ein Garten aus, der im klassischen Sinn "winterfest" gemacht wurde, in dem jeder Halm, jeder vertrocknete Blütentrieb – eben alles, was Struktur gibt – der Gartenschere zum Opfer gefallen ist.

Der gestalterische Aspekt bei der Garten­neuanlage oder ‑umge­staltung erschöpft sich also nicht darin, die Wuchshöhen der Pflanzen im Beet geschickt zu arrangieren und die verschiedenen Blütenfarben aufeinander abzustimmen. Er be­inhaltet ein durchdachtes Konzept für die Zeit des "Winter­schlafes" ebenfalls.

Papier ist geduldig, und was sich so einfach wie schlüssig liest, kann manchmal ganz schön knifflig umzusetzen sein. Denn was nützt mir die standhafteste Staude mit dem apartesten Fruchtschmuck, wenn ich ihn im Herbst entfer­nen muss, weil der Garten sonst mit Sämlingen geradezu überschwemmt wird? Ein gutes Beispiel dafür ist das Brandkraut (Phlomis russeliana).

Winterliches Staudenbeet mit Abelia mosanensis  (Koreanische Abelie)
Winterliches Staudenbeet mit Abelia mosanensis (Koreanische Abelie)

Als Struktur­geber – nicht nur, doch besonders im Winter – sind deshalb kleinere Gehölze eine gute Alternative oder Ergänzung. Sommer­grüne Arten haben den zusätzlichen Nutzen, dass ihre herabge­fallenen Blätter für einziehende Stauden und den Boden ein guten Winterschutz sind. Zugleich verbessern sie den Boden, wenn sie zersetzt, respektive abgebaut werden. Von immer­grünen und wintergrünen Stauden müssen die Blätter hingegen entfernt werden, denn die brauchen selbst im Winter Licht und Luft.

Solche Gehölze müssen allerdings einige Kriterien erfüllen, um mit Stauden und Gräsern kombiniert und in Beete integriert werden zu können. Sie sollten

  • klein bleiben und kein ausuferndes Höhen- und Breitenwachstum an den Tag legen,
  • mit ihrer Blüte sowie dem Habitus im Sommer eine gelungene Ergänzung im Staudenbeet sein,
  • unempfindliche Wurzeln haben, die keine großen Flächen durchziehen,
  • möglichst nicht stachel- oder dornenbewehrt sein, um benachbarte Stauden problemlos pflegen zu können,
  • nicht zu "durstig" sein, sodass sie dem Boden nicht im Nu alle Feuchtigkeit entziehen und für die Stauden ebenfalls etwas übrig bleibt,
  • schnittverträglich sein, keine Ausläufer machen (vor allem nicht wuchern) und möglichst nicht zur Selbstaussaat neigen.

Buxus 'Suffruticosa' und Physocarpus 'Diavolo' (re), im Hintergrund Abelia mosanensis
Buxus 'Suffruticosa' und Physocarpus 'Diavolo' (re), im Hintergrund Abelia mosanensis

Wählen Sie zudem Gehölze mit eher "neutralen" Blatt- und Blütenfarben, damit sie das Stauden­beet nach Lust und Laune umgestalten können; Gehölze stehen im Gegensatz zu den meisten Stauden schließlich jahrzehntelang am selben Platz.

Hier eine Auswahl an Sträuchern, die sich prima in Staudenbeete einfügen. Winterhart und un­emp­findlich sind sie alle. Und schnittver­träglich auch.


Abelia mosanensis – Koreanische Abelie

(Pflanzenfamilie: Caprifoliaceae – Geißblattgewächse)

So oft wie ihre Verwandte, die Großblütige Abelia (Abelia grandiflora), wird die Koreanische Abelie in den Baumschulen nicht angeboten. Aber immer­hin findet man sie heute, das war Anfang der 2000er Jahre anders.

Damals, als Online-Shops von Baumschulen ungefähr so häufig waren wie Schnee im August, haben wir Stecklinge von Abelia mosanensis vom Forstbotanischen Garten in Göttingen erbettelt (weil wir in ganz Deutschland keine Pflanze aufgetrieben haben) und selbst bewurzelt. Ein paar davon kamen durch und begründeten unsere "Abelia-Dynastie".

Osmia bicornis (Weibchen) auf Abelia mosanensis
Osmia bicornis (Weibchen) auf Abelia mosanensis (Koreanische Abelie)

Über Stecklinge vermehren wir Abelia mosanensis längst nicht mehr, denn die Vermehrung geht bei ihr auch viel bequemer: Triebe, die auf dem Boden aufliegen, bilden Wurzeln und brauchen nur abgestochen und verpflanzt zu werden.

Vors Schlafzimmerfenster sollte man die Koreanische Abelie besser nicht pflanzen, denn zur Blütezeit verströmt sie einen intensiven Duft, süß und betörend. Schon der leiseste Wind­hauch verbreitet ihn meterweit. Ein sonniges Plätzchen in der Nähe der Terrasse wäre des­halb der perfekte Standort für sie, schon allein, um das geschäftige Treiben der Insekten auf den Blüten gut beobachten zu können. Honig­bienen tummeln sich am häufigsten auf den rosaweißen Blüten­dolden gefolgt von Hummeln und ein paar anderen Wildbienen-Arten. Bei mir im Garten haben sich die Rostroten Mauerbienen (Osmia bicornis) regelrecht auf Abelia mosanensis eingescho­ssen, immer wieder sind sowohl die Weibchen als auch Männchen auf ihr zu sehen.

Abelia mosanensis (Koreanische Abelie) mit Schwalbenschwanz
Abelia mosanensis (Koreanische Abelie) mit Schwalbenschwanz

Bei den Schmetterlingen gibt es ebenfalls eine Art Ranking – mit dem Schwalbenschwanz auf Platz eins. In manchen Jahren macht sich der Schwalbenschwanz bei uns so rar, dass ich gar nicht wüsste, dass er überhaupt da ist, wenn ich ihn nicht auf der Abelie beobachtet hätte. Tagpfauenauge (Aglais io), Distelfalter (Vanessa cardui) und Admiral (Vanessa atalanta) sind längst nicht so oft darauf zu sehen.

Schnitt und Pflege braucht die Koreanische Abelie so gut wie nicht, man kann höchstens ältere Exemplare mal mit der Schere etwas in Form bringen oder alte Triebe heraus­schneiden. Aber bis das so weit ist, das dauert, denn diese Abelie wächst recht langsam. Das macht sie zur idealen Stauden­begleiterin, weil sich um sie herum alles ungestört entwickeln kann, an die Abelie muss man schließlich kaum ran.

Die Koreanische Abelie ist anpassungsfähig und pflegeleicht

Abelia mosanensis mit Geranium macrorrhizum 'Spessart'
Abelia mosanensis mit Geranium macrorrhizum 'Spessart'

Der lockere Wuchs mit überhän­genden Zweigen macht es eigentlich überflüssig, Abelia mosanensis zu unterpflanzen. Wer mag, kann trotzdem ein paar niedrige Stauden unter ihr ansiedeln. Bei uns im Garten hat sich Geranium macrorrhizum 'Spessart' (Balkan- oder Felsen-Storchschnabel) bewährt; die beiden Pflanzen­arten kommen bestens miteinander zurecht, selbst die Blüten­farben ähneln sich. Als Nach­bar­pflanzen können Sie im Prinzip nehmen, was das Herz begehrt, weil dem Strauch nahezu jeder Standort recht ist, solange er nicht im tiefsten Schatten steht. Sobald er richtig einge­wachsen ist, verträgt er zudem lang anhaltende Trockenheit im Sommer – sogar wenn er in reinem Lehmboden steht, wie er das bei mir tut.

Abelia mosanensis mit Gillenia trifoliata im Herbst
Abelia mosanensis mit Gillenia trifoliata (li.) im Herbst

Wer mit Farben im Garten ein wenig eigen ist, sollte zur Hauptblütezeit im Mai und Juni vielleicht auf weiß blühende Blühpartner setzen oder – als Kontrast zu den eher blassen Blüten von Abelia mosanensis – Blühpartner mit kräftigen Farben wählen. Was natürlich immer geht sind Gräser, zum Beispiel die halbhohe Sesleria heufleriana (Grünes Kopfgras). Auf die schwache (Spät-)Sommerblüte der Abelie braucht man keine Rücksicht zu nehmen, denn die zeigt sich nicht in jedem Jahr.

Abelia mosanensis (Koreanische Abelie) mit Anthericum liliago (Astlose Graslilie)
Abelia mosanensis (Koreanische Abelie) mit Anthericum liliago (Astlose Graslilie)

Im Herbst läuft die Abelia mosanensis noch einmal zur Hochform auf, wenn sich ihr Laub von grün über gelb nach orange und kupfer und später braun verfärbt. Ein weiterer Grund, die Koreanische Abelie möglichst so zu pflanzen, dass man sie auch vom Haus aus gut im Blick hat; im Herbst lädt das Wetter schließlich nicht immer zum Garten­spaziergang ein.

Abelia mosanensis – Abelie

Wuchshöhe: 200-250 cm
Wuchsbreite: 200-300 cm
Blütenfarbe: weiß, rosa überhaucht
Blütezeit: Mai, Juni
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: frisch
Verwendung: Solitär; ungeschnittene Hecken
Hinweis:

Aronia melanocarpa – Schwarze Apfelbeere

(Pflanzenfamilie: Rosaceae – Rosengewächse)

Vom Habitus fügt sich die Apfelbeere prima in Stauden­pflanzungen ein: Sie wird nicht zu hoch und nicht zu breit und wächst dazu eher lang­sam. Warum also nicht mal das Dekorative mit dem Nützlichen verbinden und Obstgehölze in den Ziergarten integrieren? Besitzer kleiner und kleinster Gärten haben ja gar keine andere Wahl, sofern sie sich nicht für das eine oder das andere entscheiden wollen. Und es funktioniert!

Aronia melanocarpa – Schwarze Apfelbeere
Aronia melanocarpa (Schwarze Apfelbeere) ist "untenrum" kahl

Bei Aronia melanocarpa möchte ich zudem fast sagen: Sie bedarf einer Begleitung in Form von niedri­gen bis gut kniehohen Stauden, weil sie selbst an der unteren Hälfte ihrer Triebe "nackig" ist. Wählen Sie trockenheitsver­trägliche Arten aus (beispielsweise sommer- und spät­sommer­blühende Astern wie Galatella linosyris – Goldhaar-Aster – oder G. sedifolia 'Nanus', die Sedumblättrige Aster), denn Apfelbeeren vertragen viel Trockenheit. Und wenn man nicht gießen muss, muss man nicht – es gibt im Garten genug anderes, Reizvolleres zu tun.

Aber nicht an Aronia melanocarpa! Mit ihr hat der Gärtner auch sonst keine Arbeit, sie braucht noch nicht einmal einen Schnitt (selbst ältere Exemplare nicht). Vielleicht Ausläufer ausgraben und entfernen, wie immer wieder mal zu lesen ist? Auch das nicht, zumindest nicht im (Lehm-)Boden meines Gartens, obwohl Apfelbeer-Sträucher (leicht) lehmigen Boden sehr schätzen.

Aronia melanocarpa – Schwarze Apfelbeere, Blüten Dank der neutralen Blütenfarbe Weiß (aus einiger Dis­tanz gesehen weiß, denn die Knospen sind leicht rosa überhaucht und die Staubgefäße pink) sind Aronien Kombina­tionstalente, auf Farbharmonie oder ‑kontraste braucht nicht geachtet zu werden. Wobei das mit der Farbzusammenstellung gar nicht zum Tragen kommen muss: Aronia melanocarpa verlegt ihre Blütezeit immer öfter auf den April vor, da blinzeln viele Stauden gerade mal verschlafen.

Apfelbeeren bescheren sommerliche und herbstliche Genüsse

Aronia melanocarpa – Schwarze Apfelbeere im Herbst Wenn es im Staudenbeet so richtig losgeht mit dem Blühen, sind die Apfelbeer-Sträucher verblüht und mit ihrem glänzenden, dunkel­grünen Laub nur noch das ruhige Element im Beet, das schrille Farben optisch ein bisschen dämpft und allzu große Kontraste etwas aufhebt. Erst im Herbst wird es so richtig wichtig, welche Nachbarn man für die Apfelbeere gewählt hat: Stauden und Ziergräser mit leuchtender Herbstfärbung braucht man nicht in ihrer Nähe, die würden nur ihre eigene herbstliche Wirkung schmälern; ihre Blätter sind dann nämlich in kräftiges Orangerot getaucht.

Aronia melanocarpa – Schwarze Apfelbeere, Früchte Am 1. August waren schon fast jedes Jahr die Apfelbeeren reif (Sorten tragen mehr und größere Früchte als die Art). Man sieht es an der Farbe, die dann von rötlich zu schwärzlich gewechselt hat. Man merkt es aber auch, weil sich die Vögel – vornehmlich Amseln sind daran beteiligt – über die Früchte hermachen. Sollen sie, zumindest roh mag sie bei uns eh niemand essen, so sauer sind sie. Und im Mund zieht sich beim Kauen alles zusammen (adstringie­rend). Als Saft mit reichlich (Mineral-)Wasser verdünnt oder als Gelee schmecken die Früchte allerdings, ganz besonders, wenn so einem Aronia-Gelee einige süße, aromatische Erdbeeren (zum Beispiel während der Saison kaufen, putzen und anschlie­ßend für ein paar Wochen einfrieren) und ein kräftiger Schuss Rum als "Geschmacks­verstärker" beigemischt werden. Dann genügt sogar Gelierzucker 2:1. Aronia-Gelee oder ‑Konfitüre pur sollten alle "Süßen" lieber mit Gelierzucker 1:1 zubereiten.

Wer die Aronia-Beeren – als was auch immer – nutzen und verzehren möchte, sollte die Ernte beizeiten mit einem Netz vor dem Zugriff von Vögeln schützen. Wer ernten will, sollte außer­dem um den Strauch herum so anpflanzen, dass die Apfelbeere zum Ernten gut erreichbar ist.

Aronia melanocarpa – Schwarze Apfelbeere

Wuchshöhe: 100-200 cm
Wuchsbreite: 150-200 cm
Blütenfarbe: weiß, rosa überhaucht
Blütezeit: (April) Mai
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung: Nutzstrauch
Hinweis:

Buddleja davidii und Buddleja x weyeriana – (Gewöhnlicher) Sommerflieder, Schmetterlings­strauch

(Pflanzenfamilie: Buddlejaceae – Sommerfliedergewächse)

Abelia mosanensis
Aronia melanocarpa
Buddleja davidii und x weyeriana
Buxus sempervirens 'Suffruticosa'
Clematis montana 'Wilsonii'
Clematis tangutica
Deutzia x kalmiiflora
Euonymus fortunei
Exochorda racemosa
Holodiscus discolor
Hydrangea arborescens 'Annabelle'
Physocarpus opulifolius 'Diavolo'
Potentilla fruticosa
Ribes alpinum
Spiraea japonica
Syringa meyeri 'Palabin'
Viburnum carlesii
Weigela florida 'Purpurea'

Außer Konkurrenz:
Ulmus glabra 'Camperdownii'

Der musste ja kommen auf dieser Seite, der Sommerflieder bzw. Schmetterlings­strauch. Ja was soll ich machen, ich hätte auch lieber den Schmalblättrigen Sommerflieder (Buddleja alternifolia) vorgestellt, aber der wird halt leider etwas groß, vor allem breit, und kann nicht so problemlos in Form geschnitten werden. Also bleibt nur der "normale" Sommerflieder für die Staudenbeete in normalen Gärten übrig.

Buddleja davidii mit C-Falter (Nymphalis c-album)
C-Falter (Nymphalis c-album)

 

Buddleja davidii mit Admiral (Vanessa atalanta)
Admiral (Vanessa atalanta)


Der Schmetterlingsstrauch hält, was sein deutscher Name verspricht: Auf seinen Blüten sind hauptsächlich Schmetterlinge zu sehen, und wenn nirgends Falter zu beobachten sind, auf Buddleja davidii sitzen sie. Dabei sind alle Blütenfarben die gleichen Besuchermagneten, Unterschiede lassen sich nicht feststellen. Weiße, violette, (rosa)rote und dank der Kreuzung 'Sungold' selbst gelbe Blütenfarben sind vom Sommerflieder im Angebot, es gibt Dutzende von Sorten, deren Blütenfarben sich oft nur in Nuancen unterscheiden. Es sollte jedenfalls nicht schwerfallen, die zum eigenen Geschmack passende Blütenfarbe zu finden.

Buddleja davidii mit Kleinem Fuchs (Aglais urticae)
Kleiner Fuchs (Aglais urticae)

 

Buddleja davidii mit Großem Ochsenauge (Maniola jurtina)
Großes Ochsenauge (Maniola jurtina)


So ganz winterhart sind Buddleja davidii und x weyeriana in den meisten Gegenden in Deutschland (noch) nicht, sie frieren im Winter häufig zurück (davidii öfter und stärker als x weyeriana). Das hat den Vorteil, dass sie bei uns kaum je die tatsächlich möglichen Dimensionen von 3‑5 Meter Höhe und Breite erreichen. Und um ganz sicher zu gehen, bekommen sie meistens noch einen Rückschnitt verpasst. Dieser Schnitt hat den zusätzlichen Nutzen, dass der Sommerflieder weniger, dafür größere Blütenrispen hervor­bringt; was fürs Auge eben. Zurückschneiden sollte man den Sommerflieder erst, wenn keine starken Fröste mehr zu erwar­ten sind. Ein früherer Rück- bzw. Erhaltungs­schnitt ist für die Pflanzen kritisch, weil sie nach dem Schnitt noch stärker zurückfrieren oder ganz ausfrieren können.

Buddleja davidii mit Magerrasen-Perlmutterfalter (Boloria dia)
Magerrasen-Perlmutterfalter (Boloria dia)

 

Buddleja davidii mit Kleinem Perlmutterfalter (Issoria lathonia)
Kleiner Perlmutterfalter (Issoria lathonia)



Buddleja x weyeriana – unbekanntes Garten-Gold

Weniger bekannt, doch nicht minder apart und für Stauden­gärten geeignet ist Buddleja x weyeriana, eine Kreuzung aus der kugelig gelb blühenden Buddleja globosa und Buddleja davidii. Diese Kreuzung gibt es schon seit Anfang des 20. Jahr­hunderts, die gelborange blühende Sorte 'Sungold' wurde in den 1960er Jahren gezüchtet. Ihr Wuchs­verhalten, die Standort-Ansprüche sowie die Pflege sind analog Buddleja davidii, der größte Unter­schied besteht in der Form des Blütenstandes, der sich bei der 'Sungold' in mehrere rundliche Einzel­rispen am Ende des Blütentriebs aufteilt.

Buddleja x weyeriana 'Sungold' – Sommerflieder, Blütenstände
Buddleja x weyeriana 'Sungold' (Sommerflieder) – Blütenstände

Falls nun ihr Interesse an der 'Sungold' geweckt ist und der Nachbar zufällig solch eine goldgelbe Schönheit im Garten stehen hat, können Sie sich an der Stecklings­vermehrung versuchen: Während der Wachstumsphase (Frühjahr bis Sommer) nicht verholzte Triebe abschneiden oder ‑brechen (nehmen Sie Kopf- oder Teil­stecklinge), in Töfpchen mit Erde stecken, feucht halten (bite nicht ersäufen) und aufs Wurzeln warten. Sowie sich ein Wurzel­ballen gebildet hat, kann gepflanzt werden. Funktioniert mit Buddleja davidii genauso und sogar ziemlich zuverlässig. Falls es wider Erwarten doch nichts werden sollte, können Sie schließlich immer noch Geld ausgeben und eine Pflanze kaufen.

Buddleja davidii mit Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum)
Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum)

 

Buddleja davidii mit Kaisermantel (Argynnis paphia)
Kaisermantel (Argynnis paphia)


Buddleja davidii – Sommerflieder, Schmetterlingsstrauch, Sämling
Buddleja davidii – Sämling

Es liegt im Auge des Betrachters, ob er die verblühten Blütenstände an den Sträuchern apart findet oder ob sie ihn stören. Wer Letzteres bejaht, kann sie einfach abschneiden. Diese Fleiß­aufgabe hat den Vorteil, dass sich der Schmetter­lingsstrauch nicht mehr aussäen kann. Ansonsten tauchen hin und wieder Sämlinge auf. Allzu häufig scheint solch ein Rückschnitt von Verblühtem erwartungsgemäß nicht durch­geführt zu werden, sonst wäre Buddleja davidii in Deutschland nicht bereits ein eingebürgerter Neophyt (Stand Januar 2024).

Buddleja davidii – (Gewöhnlicher) Sommerflieder, Schmetterlings­strauch

Wuchshöhe: 200-350 cm
Wuchsbreite: 200-300 cm
Blütenfarbe: weiß, violett, blau, rotviolett, rosa, gelb – je nach Sorte
Blütezeit: Juli, August, September, Oktober
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung:
Hinweis: eingebürgerter Neophyt

Buddleja x weyeriana 'Sungold' – Sommerflieder, Schmetterlings­strauch

Wuchshöhe: 200-250 cm
Wuchsbreite: 200-250 cm
Blütenfarbe: gelborange
Blütezeit: Juli, August, September, Oktober
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung:
Hinweis:

Buxus sempervirens 'Suffruticosa' – Immergrüner Buchsbaum, Einfassungs-Buchs

(Pflanzenfamilie: Buxaceae – Buchsbaumgewächse)

Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis)
Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis)

Buchsbaum in den Garten in Zeiten des Buchsbaumzünslers? Aber ja, denn 1. ist dieser Falter noch nicht überall verbreitet und 2. muss er dort, wo er auftaucht, nicht zwangsläufig überall den gleichen Schaden anrichten. Zumindest konnten wir 2018, als auf der anderen Straßen­seite ein regelrechter Kampf gegen den Buchs­baumzünsler und seine Raupen tobte, nur wenig Befall feststellen. Die paar Raupen in unserem Buchs wurden schnell zu Vogelfutter.

Die alte Sorte 'Suffruticosa' wird seit Jahr­hunderten als Einfassungs-Buchs verwendet und so kennen wir sie zur niedrigen Hecke zurecht­gestutzt aus alten Bauerngärten genauso wie aus herrschaftlichen Parkanlagen, wo sie nicht selten zu kunstvollen "Skulpturen" zurecht­geschnipselt wurde und wird. Dass Buxus sempervirens in allen Teilen (Blätter und Rinde besonders) giftig ist, hat dabei noch nie jemanden gestört (und tut es heute noch nicht, wie ich in meiner Gärtnerei immer wieder feststellen konnte).

Buchshecken mit Buxus sempervirens 'Suffruticosa' – Einfassungs-Buchs Mit 'Suffruticosa' lassen sich in kleineren wie größeren Gärten – wo's halt zur Gartenanlage passt – zauberhafte Hingucker schaffen. Nicht zwangsläufig müssen solche Gestaltungs­elemente als Beetbegrenzung (gern auch nur ein kurzes Stück) dienen, mit ihnen lassen sich Gartenräume schaffen und größere Beete gliedern. Es lohnt sich zudem, mit Höhen und Tiefen zu spielen und nicht alle Buchs"hecken" gleich niedrig zu halten. Als Einzel­pflanzen geben Buxus sempervirens 'Suffruticosa' Beeten eine gewisse Strenge, können aber auch nur "feste Größen" in einem ansonsten wogenden Blütenmeer sein.

Von Katern “markierter” Buxus sempervirens 'Suffruticosa' – Einfassungs-Buchs
Von Katern "markierter" Buxus 'Suffruticosa' (Immergrüner Buchsbaum)

Vom Immergrünen Buchsbaum sind allerdings nicht nur wir Gartenbesitzer begeistert, er euphorisiert Katzen und Kater ebenfalls. Wege und Beete, die mit gehäckseltem Buchsschnitt gemulcht wurden (das machen manche), werden schnell zum liebsten Räkel- und Wälzplatz der Katzen aus der Umgebung mit den entspre­chenden Folgen für die Pflanzen im Beet. Kater markieren ihr Revier bei mir im Garten zudem nur zu gern an Buchspflanzen, was an den Pflanzen leider zu Flecken mit unschönen braunen, abgestorbenen Blättern führt. Hat erst mal ein Kater eine solche Markierung gesetzt, kommt übrigens stante pede der nächste und markiert/pinkelt drüber. Doch das nur nebenbei.

Jedes Jahr ein Muss: der Buchsbaumschnitt

Kurze Hecke aus Buxus sempervirens 'Suffruticosa' – Einfassungs-Buchs
Braucht einen Schnitt: niedrige Hecke aus Buxus 'Suffruticosa' (Immergrüner Buchsbaum)

Um zweierlei kommt man nicht herum, wenn man mit Buchs­pflanzungen arbeitet: ums Gießen und ums Schneiden. Ihr dichtes Wurzelgeflecht saugt Feuchtigkeit auf wie ein Schwamm und trocknet den Boden aus; die benachbarten Pflanzen (selbst in einigem Abstand) gehen meist leer aus. Da bleibt nichts anderes übrig, als zur Gießkanne oder zum Wasserschlauch zu greifen.

Um einen einzelnen Buchsbaum oder eine ganze Hecke in Form zu halten, braucht es einmal jährlich einen ebenso beherzten wie feinfühligen Schnitt. Manche Gärtner schneiden den Buchs zweimal jährlich, im Sommer und im Winter. Das halte ich jedoch für übertrieben. Bereits ganz junge Pflanzen im zweiten Standjahr sollten allerdings geschnitten werden, damit sie sich gut verzweigen und dicht werden. Also nicht erst mal abwarten, bis sie größer geworden sind, sondern die kleinen Pflänzchen einkürzen.

Buxus sempervirens 'Suffruticosa' – Einfassungs-Buchs
Buxus sempervirens 'Suffruticosa' – Immergrüner Buchsbaum

Der Sommerschnitt wird nach Johannis (21.06.) durchgeführt, aber erst nach dem Triebab­schluss, also erst dann, wenn der hellgrüne Neuaustrieb dunkelgrün wird. Bis Ende August/Anfang September sollte der Schnitt erledigt sein. Einen Winterschnitt machen Sie ab Dezember, besser jedoch erst im Januar/Februar. Einzelne Triebe, die während der Wachstums­phase "aus der Reihe tanzen" können jederzeit geschnitten werden. Das fällt für mich allerdings nicht in die Kategorie Rückschnitt, das ist Kosmetik.

Der Rückschnitt im Winter hat gegen­über dem Schneiden im Sommer folgende Vorteile:

  • Die Schnittschäden an den Blättern (Buxus sempervirens ist ja immergrün) werden gleich im Frühling vom Neuaustrieb überwachsen.
  • Das Risiko eines Befalls mit Pilzkrankheiten (dringen über die Schnittflächen in die Pflanze ein) ist in der kalten Jahreszeit geringer.
  • An den Buchs im Staudenbeet kommt man im Winter wesentlich besser ran und verursacht keine Schäden an den Staudentrieben.

Vom Frost verfärbter Buxus sempervirens 'Suffruticosa' – Einfassungs-Buchs
Frost: Verfärbte Buchs-Blätter

An den Seiten des Buchses schneidet sich's von oben nach unten am leichtesten und präzisesten. Eine spezielle Buchsschere kann man für den Schnitt nehmen, muss man aber nicht. – Wer vielleicht gar ein paar Meter schneiden muss, wird schnell die Vorzüge einer motorbetriebenen Heckenschere zu schätzen lernen.

Wie das mit immergrünen Pflanzen oft so ist, setzt strenger Frost dem Buxus zu und seine Blättchen verfärben sich in manchen Wintern bräunlich. Das gibt sich ab dem Frühjahr, dann werden die Blätter wieder grün. Neue Sorten wie 'Blauer Heinz' sollen diese Unart nicht mehr haben, aber mit ihnen habe ich keine Erfahrungen. – So groß ist mein Garten nun auch wieder nicht.

Buxus sempervirens 'Suffruticosa' – Immergrüner Buchsbaum, Einfassungs-Buchs

Wuchshöhe: 50-100 cm je nach Alter und Schnitt
Wuchsbreite: 30-60 cm je nach Alter und Schnitt
Blütenfarbe: gelblich
Blütezeit: März, April
Lichtverhältnisse: sonnig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung: Einfassungen, Formschnittgehölz
Hinweis: immergrün

Clematis montana 'Wilsonii' – Berg-Waldrebe 'Wilsonii'

(Pflanzenfamilie: Ranunculaceae – Hahnenfußgewächse)

Clematis montana Wilsonii – Berg-Waldrebe Manchmal tun ein paar gestalterische Elemente einem Garten ganz gut – selbst einem Staudengarten. Obelisken etwa schaffen zusätzliche Höhen und sorgen so für Spannung beim Betrachter, Rosenbögen hingegen gliedern und öffnen neue Gartenräume.

Wer solche und andere Objekte mit Stauden begrünen will, stößt schnell an seine Grenzen; hier braucht man höher und stärker Wach­sendes. Statt dann zu pflegeintensiven, oft mäkelnden und kränkelnden (Kletter-)Rosen zu greifen, kann man jedoch auch pflegeleichte und anspruchslose Gehölze pflanzen. Zu diesen gehört Clematis montana 'Wilsonii', die Berg-Waldrebe.

Mit ihrem Duft – ein wenig nach Schokoladen­fabrik –, ihrer Blütenfülle und ihrer Wuchsfreude ist Clematis montana 'Wilsonii' eine Berei­che­rung für den Garten, ein echter Hingucker mit Wow-Effekt. Nach der Blüte könnte die Berg-Waldreben mit ihrem grünen Blätterwald als etwas zu eintönig empfunden werden, zumal sie nicht mit einer berauschenden Herbstfärbung aufwarten kann. Deshalb empfiehlt es sich, Pflanzen zu benachbarn, die vor solch einer einheitlichen Kulisse erst richtig wirken. Ich denke da vor allem an höhere Ziergräser wie das Pampasgras (Cortaderia selloana) oder das Silber-Chinaschilf (Miscanthus sinensis in Sorten), deren Blüten vor dunklem Hintergrund ihre wahre Schönheit entfalten. Was auch immer Sie zu Ihrer Clematis pflanzen, bitte lassen Sie ihr ausreichend Platz, sich zu entwickeln, und rücken Sie ihr nicht mit anderen Pflanzen auf die Pelle, denn den gern und oft empfohlenen kühlen und beschatteten "Fuß" brauchen die Waldreben nicht.

Clematis montana Wilsonii – Berg-Waldrebe Die im Himalaja und in China beheimatete Berg-Waldrebe gehört zu den unkapriziösen und früh blühenden unter den strauchigen Clematis-Arten. Sie braucht keinen Schnitt, was zu stark überhängt, wird einfach umgeleitet. Ansonsten lichten wir sie im Frühjahr gelegentlich etwas aus und schneiden tote Triebe weg (die es aber nur selten gibt). Den abgebildeten Rosenbogen beranken übrigens gerade mal zwei Pflanzen; eine links, eine rechts.

Manche (vermutlich alle) Clematis-Arten ent­halten in geringen Mengen Protoanemonin, das bei Kontakt zu Hautreizungen führen kann. In meiner gärtnerischen Laufbahn ist mir allerdings kein einziger Fall einer solchen Reaktion nach dem Umgang mit Clematis ohne Schutz (Hand­schuhe etc.) begegnet. Aber wenn man es schon weiß, kann man ja ein bisschen darauf achten und bei der Pflege von Clematis wenigstens Handschuhe tragen.

Das Pflanzen von Clematis

Mit dem Hinweis auf vielen Pflanzanleitungen, Waldreben sollten fünf, sieben oder zehn Zentimeter tiefer in die Erde gesetzt werden als sie im Topf stehen, lässt sich erst einmal gar nichts anfangen. Selbst die Erklärung, dass Clematis so einen großen Abstand zwischen den Austriebspunkten haben, hilft da nicht weiter. Was hat es aber mit diesen Austriebspunkten auf sich?

Clematis mandshurica – Austriebspunkte (Augen)
Clematis mandshurica (Mandschurische Waldrebe) –
Austriebspunkte (Augen)

Viele winterharte Pflanzen brauchen Austriebspunkte, sogenannte Augen, dicht an oder unter der Erdoberfläche, aus denen sie im Frühjahr nach der Winterpause frisch austreiben; nur durch diese unterirdischen Augen sind sie winterhart und mehrjährig. Bei Vermehrung durch Aussaat regeln das die Pflanzen selbst und wachsen so, wie sie’s brauchen. Bei Stecklingsvermehrung muss/sollte jedoch der Gärtner beim Topfen der bewurzelten Triebe darauf achten, dass auch noch Augen unter der Substrat-Oberfläche zu liegen kommen. Bei vielen Pflanzen geht das fast nicht anders, weil die Augen so dicht beieinander­liegen, dass immer welche mit "untertauchen". Sind jedoch die Austriebspunkte (Blattansätze oder Seitentriebe) so weit auseinander wie bei der Clematis, können nur in extra hohen (andere sagen: tiefen) Gefäßen Augen mit eingetopft werden. Heutzutage ist das in der Regel der Fall, dass Waldreben nur in Spezialtöpfen angeboten werden. Es schadet aber auch nicht, beim Einpflanzen sicherheitshalber noch ein Augenpaar mehr unter die Erdoberfläche zu bringen. Im Fall der Clematis sind das Blatt­ansätze; die Blattstiele können entweder mit eingegraben oder vorher nah am Stängel abgeschnitten werden.

Und jetzt sind wir bei der Praxis: Waldreben sollten halt so tief eingesetzt werden, dass wenigstens zwei Augen, die vorher über der Erde waren, nachher unter der Erde sind. Das gilt für alle Clematis-Arten, also auch die staudigen. Hohe Clematis-Arten (die zu den Gehölzen gehören) pflanzt man am besten schräg mit durchaus 25 cm Abstand vom "Herz" zum Rankgerüst, da kommen auf jeden Fall Austriebspunkte unter Erdniveau, wenn man den Topfballen auch noch um die 10 cm tief legt.

Und womit wird dann das "Loch" über dem "Herz" der Pflanze aufgefüllt? Daran scheiden sich die (Experten-)Geister. Bei dem lehmigen und schweren Boden in meinem Garten hat sich ein Erde-Sand-Gemisch bewährt. Leichte (Sand-)Böden brauchen dagegen erst einmal etwas Struktur, um für Clematis tauglich zu ein und ihnen "Halt zu geben"; solche Erde sollte vor dem Pflanzen mit handelsüblicher Stauden­erde vermischt werden. Im Pflanzloch selbst sind als Untergrund für die Waldrebe eine dicke Drainageschicht aus Kies oder Splitt sowie eine Schaufel gut abgelagerter Kompost empfehlenswert.

Wenn Clematis so gepflanzt werden, ist ein weiterer Winterschutz nicht erforderlich. Sollte das Tiefersetzen beim Einpflanzen vergessen worden sein, lässt sich diese Panne übrigens im Nachhinein reparieren: In diesem Fall wird die Clematis bis über die untersten Augen mit Erde angefüllt.

Viel Erfolg und vergessen Sie das gründliche Angießen nach dem Pflanzen nicht.

Clematis montana 'Wilsonii' – Berg-Waldrebe 'Wilsonii'

Wuchshöhe: 500-1000 cm
Blütenfarbe: weiß
Blütezeit: Mai, Juni, Juli
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: frisch
Verwendung: Kletterpflanze
Hinweis:

Clematis tangutica – Mongolische Waldrebe, Gelbe Waldrebe

(Pflanzenfamilie: Ranunculaceae – Hahnenfußgewächse)

Clematis tangutica – Mongolische Waldrebe im Beet Clematis tangutica bevorzugt Lehmböden – kein Wunder, dass sie sich in meinem Garten so wohl fühlt und überall rumstreunert. Ich lasse sie allerdings auch gewähren und weise sie beziehungsweise ihre Sämlinge nur selten in die Schranken. Wenn sie überhand­nehmen oder sich ein Fleckchen ausgesucht haben, an dem ihre gelbe Blütenfarbe später absolut nicht dazupassen würde, dann – und nur dann – entferne ich die Sämlinge, sowie ich sie entdecke.

Die Mongolische Waldrebe hat in Teilen meines Gartens also praktisch Narrenfreiheit. Die langen Triebe (2‑3 Meter bei eher trockenem Stand) ranken bei mir jedoch seltener in hohe Stauden oder Sträucher (geschweige denn an einem Rankgerüst), als dass sie bloß auf der Erde aufliegen und so als fluffiger Bodendecker und Lückenfüller im Beet fungieren.

Clematis tangutica – Mongolische Waldrebe, Blüten und Samenstände Zur Haupt­blüte­zeit im Juni und Juli ist von ihr nur noch ein gelbes Blütenmeer zu sehen, in das sich nach einer kurzen Weile die aparten Samen­stände mischen; wie kleine Perücken wirken die Fruchtstände. Im Prinzip blüht die Clematis tangutica durch bis in den Herbst – nach der Hauptblüte zwar schwächer, aber es kommen immer wieder neue Blüten. Die Samen sind natürlich irgendwann ausgereift (ab Mitte/Ende Juli) und fallen irgendwann ab. Spätestens im nächsten Jahr muss dann mit Sämlingen gerechnet werden.

Wo Sämlinge unerwünscht sind oder nicht ausgegraben und damit dezimiert werden können, empfiehlt sich an als Bodendecker fungierenden Clematis tangutica ein Sommer­schnitt. Dieser Rückschnitt erfolgt am zweck­mäßigsten im Juli (auf 20‑30 cm über dem Boden). Bis zum Herbst haben die Pflanzen dann neu ausgetrieben (diese Triebe bleiben kürzer) und setzen zu einer zweiten, schwächeren Blüte an. Die Fruchtstände aus dieser Nachblüte sollten Sie vor der Samenreife ebenfalls entfernen, am besten gleich die ganze Pflanze im Herbst auf 10‑20 cm Höhe abschneiden, wenn Selbst­aussaat vermieden werden soll. Falls die egal ist, genügt es, die Mongolische Waldrebe im Frühling etwa 20‑30 cm über dem Boden abzuschneiden.

Clematis tangutica mit Vernonia aekansana – Mongolische Waldrebe mit Arkansas-Scheinaster
Clematis tangutica mit Vernonia arkansana

Den Rückschnitt von Clematis-tangutica-Pfanzen an Rankobjekten erledigen Sie im zeitigen Frühjahr (Februar/März, jedoch je nach Region und Witterung auch später). Schneiden Sie die Pflanzen kräftig runter auf 20‑30 cm über dem Boden.

Eine großartige Strukturgeberin ist die Gelbe Waldrebe nicht, es sei denn, sie umfängt ein Rankobjekt. (Und streng genommen ist dann das Rankobjekt der Strukturgeber.) Für mich ist sie dennoch im Stauden-Garten fast unentbehrlich geworden, denn mit nur wenigen anderen Pflanzen (die dazu von der Größe her noch so überschaubar sind), lässt es sich so schön "spielen" wie mit diesem dankbaren, ausdauernden und anspruchslosen Gehölz.

Das Pflanzen von Waldreben will gelernt sein, deshalb habe ich eine Pflanzanleitung für Clematis ins Netz gestellt (weiter oben auf dieser Seite).

Clematis tangutica – Mongolische Waldrebe, Samenstände Manche (vermutlich alle) Clematis-Arten enthalten in geringen Mengen Protoanemonin, das bei Kontakt zu Hautreizungen führen kann. In meiner gärtnerischen Laufbahn ist mir allerdings kein einziger Fall einer solchen Reaktion nach dem Umgang mit Clematis ohne Schutz (Handschuhe etc.) begegnet. Aber wenn man es schon weiß, kann man ja ein bisschen darauf achten und bei der Pflege von Clematis wenigstens Handschuhe tragen.

Clematis tangutica – Mongolische Waldrebe, Gelbe Waldrebe

Wuchshöhe: 200-500 cm
Wuchsbreite:
Blütenfarbe: gelb
Blütezeit: Juni, Juli, August, September
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: frisch bis mäßig trocken
Verwendung: Bodendecker, Kletterpflanze
Hinweis:

Deutzia x kalmiiflora – Kalmien-Deutzie, (Kalmienblütiger) Sternchenstrauch

(Pflanzenfamilie: Hydrangeaceae – Hortensiengewächse)

Deutzia x kalmiiflora – Kalmien-Deutzie Deutzien mögen es nicht, wenn sie eingeklemmt zwischen anderen Gehölzen in einer Hecke stehen. Sie wollen sich frei entfalten können und brauchen dazu einen freien Stand. Als Partner im Staudenbeet können Sie deshalb gut verwendet werden, solange sie nicht neben Wucherern platziert sind. Ihrem Bedürfnis nach ausreichend Bodenfeuchte sollten Sie zudem noch gerecht werden sowie einen sonnigen Standort wählen. Verdichteten Boden lockern Sie vor dem Pflanzen eines Sternchenstrauches durch Zugabe von etwas Sand und Staudenerde bitte recht großflächig auf; etwa 1 m² sollte jedoch selbst für den Flachwurzler Deutzia x kalmiiflora genügen, da muss er einfach durch.

Deutzia x kalmiiflora – Kalmien-Deutzie Sobald sich im Juni die ersten weißen Blüten aus den dunkelrosa Knospen öffnen, sind der Schweiß und die Mühen bei der Bodenvor­bereitung vergessen, und es bleibt nur noch das gute Gefühl: Der ganze Aufwand hat sich gelohnt.

Die weitere Pflege der Kalmien-Deutzie nimmt dann erfreulich wenig Zeit in Anspruch. Sie will gut gegossen werden, denn sie braucht es feucht, und ab und zu sollten Sie zur Schere greifen und alte Triebe herausschneiden, an denen sich die Rinde ablöst. Vertrocknete Triebe müssen natürlich erst recht raus, doch davon sollte es bei ausreichend feuchtem Stand nicht viele geben. Mehr Schnitt braucht es nicht. Davon, die Deutzia x kalmiiflora alle paar Jahre im Frühling bodennah zurückzuschneiden, halte ich wenig: Sie wird dann nicht so buschig, wie sie könnte, und bleibt auch deutlich niedriger als ohne solch eine Radikalkur. Gleiches gilt für den gelegentlich empfohlenen Rückschnitt nach der Blüte.

Deutzia x kalmiiflora – Kalmien-Deutzie, Blüten Höhe und Breite, also die Endgröße des Sternchenstrauches, hängen stark von der Wasserversorgung ab. So um die 1,5 m Höhe und 1 m Breite können jedoch als Durchschnitt genannt werden. Und was kombiniert man jetzt im Staudenbeet dazu? Es müssen nicht zwangs­läufig Pflanzen sein, die feuchte Plätze wünschen, bloß die zum Unterpflanzen der leicht bogig über­hängenden Deutzien-Triebe sollten keine Trockenheits­fanatiker sein (geeignet sind zum Beispiel Pulmonaria officinalis, das Echte oder Kleingefleckte Lungenkraut, oder etliche Geranium-Arten, Storchschnabel). Höhere Stauden und Ziergräser setzen Sie einen guten halben Meter von der Kalmien-Deutzie entfernt; bei ihnen geht es lediglich darum, dass sie so sonnenhungrig sind wie der Sternchenstrauch.

Deutzia x kalmiiflora – Kalmien-Deutzie, (Kalmienblütiger) Sternchenstrauch

Wuchshöhe: 150 cm
Wuchsbreite: 100
Blütenfarbe: weiß
Blütezeit: Juni
Lichtverhältnisse: sonnig
Bodenverhältnisse: frisch bis feucht
Verwendung:
Hinweis: braucht einen freien Stand

Euonymus fortunei – Immergrüner Spindelstrauch

(Pflanzenfamilie: Celastraceae – Spindelbaumgewächse)

Wegen seiner kleinen, un­schein­baren, weißen Blüten (auf die hauptsächlich Fliegen fliegen – und Wespen) pflanzt man Euonymus fortunei nicht. Auch nicht wegen seines Fruchtschmucks, obwohl die orangeroten Kügelchen ganz hübsch anzusehen sind (Achtung: Die Früchte – und auch die Blätter – von Euonymus fortunei sind stark giftig!). Dieser Spindelstrauch ist halt immergrün und das kommt an; Immergrüne sind stets gefragt. Zudem wächst er horstig (ohne Ausläufer), ist sehr schnittverträglich und bleibt von Natur aus schon niedrig, solange er keine Gelegenheit zum Anlehnen und Klettern hat. Und dann sind da noch seine zweifarbigen Blätter, je nach Sorte grün-gelb oder grün-weiß. Da kommen unterm Strich doch eine Mange Gründe zusammen, die für Euonymus fortunei im (Stauden-)Garten sprechen.

Euonymus fortunei 'Emerald Gaiety' und 'Emerald'n Gold' – Immergrüner Spindelstrauch kletternd
E. fortunei 'Emerald Gaiety' und 'Emerald'n Gold' – Immergrüner Spindelstrauch kletternd

Mit den grün-gelben Sorten ('Emerald'n Gold' zum Beispiel) sollte etwas vorsichtig umgegangen werden, denn sie wirken mit ihrer leuchtenden Blattfärbung doch recht dominant; dazu lässt sich beileibe nicht alles und jede Farbe kombinieren. Andererseits ist es gerade diese auffällige Blattfärbung, mit der 'Emerald'n Gold' in den Wintermonaten – an trüben wie an sonnigen Tagen – ein richtiggehender Lichtblick ist; nach Frosteinwirkung wird das Gelb im Blatt übrigens zu einem satten Ocker.

Ganz anders die grün-weißen Sorten ('Emerald Gaiety' zum Beispiel, dessen Blätter nach Frost­einwirkung im weißen Bereich leicht rosa überhaucht sind). Die sind so dezent, dass sie wahre Kombinations­wunder sind, weil sie alle umstehenden Pflanzen eher in den Mittelpunkt rücken denn sie optisch zu verdrängen.

Euonymus fortunei 'Emerald'n Gold' – Immergrüner Spindelstrauch
Euonymus fortunei (Immergrüner Spindelstrauch) 'Emerald'n Gold'

Für kleine und kleinste Gärten sind diese zähen und lang­lebigen (völlig winterhart logischer­weise) kleinen Sträucher optimal. Sie sprengen – freistehend wachsend – nie den Rahmen, zu lange oder überflüssige Triebe können Sie jederzeit einkürzen oder entfernen. Wo niedriger und wenig ausladender Wuchs gewünscht ist, sollten Sie auf Dünger für den Immergrünen Spindelstrauch verzichten und ihn nicht zu sehr mit Wasser verwöhnen. – Er verträgt einen trockenen und mageren Stand bestens. Damit gehört Euonymus fortunei zu den pflege­leichtesten und anspruchslosesten Pflanzen für den (Stauden-)Garten und das macht ihn gleich noch attraktiver!

Euonymus fortunei 'Emerald Gaiety' – Immergrüner Spindelstrauch

Wuchshöhe: 100-300 cm
Wuchsbreite: 80-100
Blütenfarbe: weiß
Blütezeit: Mai, Juni
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung: Solitär, Kletterpflanze
Hinweis: immergrün; Blätter und Früchte stark giftig


Euonymus fortunei 'Emerald'n Gold' – Immergrüner Spindelstrauch

Wuchshöhe: 80-300 cm
Wuchsbreite: 80-100
Blütenfarbe: weiß
Blütezeit: Mai, Juni
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung: Solitär, Kletterpflanze
Hinweis: immergrün; Blätter und Früchte stark giftig

Exochorda racemosa – (Sparrige) Prunkspiere, Chinesische Radspiere, Perlbusch, Perlmuttstrauch

(Pflanzenfamilie: Rosaceae – Rosengewächse)

Exochorda racemosa – (Sparrige) Prunkspiere, Chinesische Radspiere, Perlbusch Immer öfter blüht Exochorda racemosa schon im April (schöne Grüße vom Klimawandel). Sie steht dann mit ihrem Blütenschmuck im Staudengarten ziemlich allein auf weiter Flur. Die meisten Stauden strecken da gerade mal ihre ersten jungen Triebe hoch und denken noch nicht ans Blühen. Die Blütenkissen von Phlox subulata (Kissen-Phlox, Moos-Phlox, Gewöhnlicher Polster-Phlox) beginnen allerdings bereits in kräftigen Farben zu leuchten und er wäre auch eine gute Unterpflanzung für die Chinesische Radspiere. Im Normalfall, also in einem Frühjahr nach einem normalen, nicht zu milden Winter, das nicht mit fast schon sommerlichen Temperaturen aufwartet, erlebt man die Exochorda-Blüte erst im Mai. Dann also, wenn ihr reines Blütenweiß fast schon ein ruhender Pol ist inmitten der ganzen Akeleien (Aquilegia vulgaris) und anderer, die ebenfalls gerade zum Blühen ansetzen.

Exochorda racemosa, Frucht – (Sparrige) Prunkspiere, Chinesische Radspiere, Perlbusch
Fruchtschmuck der Exochorda racemosa (Prunkspiere)

Mit einer Unart wartet die Prunkspiere auf: Nach strengen Wintern sterben – vermutlich durch Frostrisse im Holz verursacht – immer wieder mal Triebe ab und müssen herausgeschnitten werden (Achtung, ihr Holz ist enorm hart). Dafür braucht die Exochorda racemosa ansonsten keinen Schnitt und muss auch nicht ausgelichtet werden. Ein Strauch also, der ohne aufwendige Pflege viel hermacht, zumal er nach der üppigen und lang andauernden Blüte (drei bis vier Wochen) bis in den Herbst einen ebenso üppigen Fruchtschmuck präsentiert. (Sämlinge tauchen zumindest in Lehmboden trotzdem kaum auf.)

Exochorda racemosa – (Sparrige) Prunkspiere, Chinesische Radspiere, Perlbusch
Exochorda racemosa (Prunkspiere) kann schmal, aber auch breit wachsen

Weil immer wieder mal diese – vor allem älteren – abgestorbenen Triebe entfernt werden müssen, ist der Wuchs der Chinesischen Radspiere etwas unberechenbar. Aus "breit ausladend mit bogig überhängenden Zweigen" wird da schnell mal "straff aufrecht". Die Unterpflanzung des Strauches besteht deshalb vorzugsweise in Stauden, die im Sommer sowohl volle Sonne als auch Halb­schatten mögen. Schutz vor Winter­sonne bietet die Exochorda indes nie, denn sie wirft ihr Laub im Herbst ab, ist also sommer­grün; immergrünen Stauden nutzt sie deshalb im Winter wenig.

Exochorda racemosa – (Sparrige) Prunkspiere, Chinesische Radspiere, Perlbusch In einem sonnigen Beet ist die Prunkspiere am besten aufgehoben. Sie verträgt durchaus mehr als nur trockene Phasen, sie steht selbst trockene Wochen durch. Auf Dauer machen sich trockene Zeiten allerdings ebenfalls im Wuchs bemerkbar und mit der für sie angegebenen Wuchshöhe (3‑4 m) und ‑breite wird es selbst nach vielen Jahren Standzeit schwierig. Für eine "Begleitpflanze" im Staudenbeet ist das allerdings gerade recht.

Zugegeben, Exochorda racemosa hat so ihre Eigenheiten. Trotzdem ist sie eine Überlegung wert, sowie es darum geht, Konstanten in den Staudengarten zu bringen.

Exochorda racemosa – (Sparrige) Prunkspiere, Chinesische Radspiere, Perlbusch, Perlmuttstrauch

Wuchshöhe: 250-400 cm
Wuchsbreite: 150-350 cm
Blütenfarbe: weiß
Blütezeit: April, Mai, (Juni)
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung: Hecken, Solitär
Hinweis:

Holodiscus discolor – Schaumspiere, Kaskadenstrauch, Scheinspiere

(Pflanzenfamilie: Rosaceae – Rosengewächse)

Holodiscus discolor – Schaumspiere, Kaskadenstrauch Obwohl er in Deutschlands Gärten leider kaum verbreitet ist, wird über den Holodiscus discolor viel verbreitet – viele Ungereimtheiten! Von "Verträgt keine Sonne" über "Mag keinen Kalk" bis hin zu "Nur für größere Gärten geeignet".

Woher diese Erkenntnisse über den Kaskadenstrauch stammen, entzieht sich meiner Kenntnis. Das natürliche Vorkommen der Schaumspiere im Nordwesten der USA an Waldrändern lässt jedenfalls auf ein Bedürfnis nach Halbschatten keinen Rückschluss zu, stattdessen kann der Holodiscus im eigenen Garten Sonne ganz gut ab.

Holodiscus discolor mit Campanula persicifolia – Kaskadenstrauch mit Pfirsichblättriger Glockenblume
Holodiscus discolor (Schaumspiere) mit Campanula persicifolia(Pfirsichblättrige Glockenblume)

"Nur für größere Gärten" kann ich ebenfalls nicht bestätigen, denn um wirklich "groß" zu werden (die Wuchshöhe liegt je nach Wasser­versorgung, Boden und Klima ohnehin nur bei etwa zwei bis drei Metern) und ausladend zu werden, braucht er vermutlich Jahrzehnte. Der Strauch auf dem Foto hat gut zehn Jahre "auf dem Buckel", seine Größe ist doch auch für kleine Gärten okay, oder? Meiner Meinung nach sollte der Kaskadenstrauch nämlich gerade dort gepflanzt werden, wo es weniger Platz gibt und schnell wachsende Sträucher wie Liguster und Forsythie regelmäßig stark geschnitten oder vielleicht sogar schon nach wenigen Jahren wieder entfernt werden müssten.

Schnitt, wie gelegentlich empfohlen? Nein. Was beim Holodiscus etwas störend ist, das sind lediglich die verblühten Blütenstände (von Baumschulen gern als Fruchtschmuck tituliert), die bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag traurig und braun an den leicht übergeneigten Zweigen hängen. Wer davon das Gesamtbild des Gartens gestört sieht und deshalb nicht bis zum Neuaustrieb im Frühling (dann fallen sie ab) warten möchte, kann selbstverständlich zur Gartenschere greifen und sie Schnitt für Schnitt entfernen. Eine Fleißaufgabe.

Holodiscus discolor mit Helleborus-orientalis-Hybride – Schaumspiere mit Frühlings-Nieswurz
Unterpflanzung mit Helleborus-orientalis-Hybride (Frühlings-Nieswurz)

Insgesamt ist der Holodiscus discolor ein sehr reizvoller, sommergrüner kleiner Strauch, der mit seinen vielen zarten, rahmweißen Blütendolden – die irgendwann zwischen Juni und August erscheinen – ein romantisches Flair im Garten verbreitet. Er macht sich in einer Hecke ebenso gut wie in einem Staudenbeet und sollte unbedingt vermehrt Einzug in die Gärten halten. Zum Unterpflanzen eignen sich unter anderem Brunnera macrophylla (Kaukasusvergissmeinnicht), Symphyotrichum ericoides 'Snow Flurry' (Teppich-Myrthen-Aster) sowie Geranium macrorrhizum in Sorten (Felsen- oder Balkan-Storchschnabel). An Standorten mit kalkhaltigem Boden passen zudem Christrosen (Helleborus niger).

Holodiscus discolor – Schaumspiere, Kaskadenstrauch, Scheinspiere

Wuchshöhe: 200-300 cm
Wuchsbreite: 200-300 cm
Blütenfarbe: weiß
Blütezeit: Juni, Juli
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung: Hecken, Solitär
Hinweis:

Hydrangea arborescens 'Annabelle' (gelegentlich: 'Anabella') – Wald-Hortensie

(Pflanzenfamilie: Hydrangeaceae – Hortensiengewächse)

Hydrangea arborescens 'Annabelle' – Wald-Hortensie Man möge es der 'Annabelle' nachsehen, falls sich ihre Blütentriebe mal gen Boden neigen, denn wer solch riesige Blütenstände balanciert, geht halt auch mal in die Knie. Andererseits liegt in der ausladenden Wuchsform auch der besondere Charme dieser Hortensie. Erreichen kann man das allerdings nur mit einem boden­nahen Rückschnitt aller vorjährigen Triebe (im Frühling), der sie zwingt, komplett neue Triebe zu bilden. Wenn Sie Hydrangea arborescens nicht oder nur wenig schneiden, verholzen die Triebe und ihre Wuchsform gleicht der der Sorten von Hydrangea macrophylla, der Garten-Hortensie. Die Blüten der 'Annabelle' sind übrigens steril, Selbstaussaat ist daher nicht zu befürchten.

Hydrangea arborescens 'Annabelle' – Wald-Hortensie

An halbschattigen bis schattigen Standorten ist die Wald-Hortensie mit ihrer langen Blütezeit (sie startet Ende Juni) eine bezaubernde Begleiterin von Blattschmuck­stauden wie Funkien (Hosta), Purpur­glöckchen (Heuchera) oder Lenzrosen (Helleborus) zum Beispiel. Ihre schweren Blütenbälle – im knospigen Zustand grünlich, aufgeblüht rahmweiß, verblüht bräunlich – sind eine hervorragende Konstante im Beet und farblich offen für alles. Die hellgrünen Blätter verlangen da mehr Fingerspitzengefühl bei der Partnerwahl; ob dazu blaue oder blaugraue Blattfarben passen, muss jeder/jede für sich entscheiden.

Dass nährstoff­reicher und ausreichend feuchter Boden am Standort für eine Hortensie obligat ist, versteht sich von selbst. In beiden Ansprüchen zeigt sich 'Annabelle' allerdings tolerant; sie akzeptiert sowohl nährstoff­ärmere wie auch trockenere Plätze. Mit beidem – Dünger und Wasser – sollte es deshalb niemand übertreiben. Spätestens wenn die Blätter schlaff an den Trieben hängen, sollten Sie jedoch gießen. Gewünscht wird darüber hinaus humoser Boden, einerlei ob sandig-humos oder lehmig-humos.

Hydrangea 'Annabelle' ist eine ideale Pflanzpartnerin im nicht zu sonnigen Staudenbeet

Hydrangea arborescens 'Annabelle' mit Lysimachia clethroides – Wald-Hortensie mit Schnee-Felberich
'Annabelle' mit Lysimachia clethroides (Schnee-Felberich)

Mit 1‑1,5 m Wuchshöhe kommt die Hydrangea arborescens 'Annabelle' nicht an die wirklich hohen Blütenstauden und Ziergräser heran. Ihr Platz ist daher im Mittelfeld. In (Stauden-)Beeten und Rabatten mit insgesamt niedriger gehaltener Bepflanzung kann sie in den Hinter­grund treten und der Gärtner die beeindruck­ende (Fern-)Wirkung ihrer weißen Blütenbälle genießen. Sehr anmutig finde ich an halb­schattigen Garten­plätzen die 'Annabelle' in Begleitung des Schnee-Felberichs (Lysimachia clethroides).

Hydrangea arborescens 'Annabelle' – Wald-Hortensie im Winter
Hydrangea arborescens 'Annabelle' (Wald-Hortensie) im Winter

Die Sorte 'Annabelle' bildet mit kurzen Ausläufern im Lauf der Jahre einen stattlichen Horst, wandert jedoch nicht im Beet umher; der Pflanzabstand zu höher wachsenden Pflanzen sollte ruhig 70‑80 cm betragen, niedrig bleibende können näher ran, sollten aber schattenverträglich sein; sie werden ja vom Laub der Hortensie zumindest teilweise beschattet. 'Annabelle'-Exemplare, die zu groß geworden sind, können im Frühjahr nach dem Austrieb mittels Teilung in ihre Schranken gewiesen werden. Die Teilstücke – sie können gerade­wegs an anderer Stelle einge­pflanzt werden – finden sicher (z. B. in Nachbars Garten) einen wunderbaren Platz (mäßig saure Erde, PH 5,8‑6,2). Einsetzen, angießen, fertig ist die Vermehrung!

Hydrangea arborescens 'Annabelle' – Wald-Hortensie, Austrieb
Hydrangea 'Annabelle' (Wald-Hortensie) – Austrieb nach Komplettrückschnitt im Frühjahr

Damit das Annabelle-Jahr so schön glattläuft, wie sich das hier liest, sollten Sie junge Triebe der Annabelle nicht aus den Augen lassen, ganz besonders dann nicht, wenn sich ein "gutes Schneckenjahr" abzeichnet und die Pflanze im Frühjahr vollständig zurückge­schnitten wurde. (Nackt-)Schnecken fressen diese Hortensie gnadenlos ab und schaffen es, sie in ihrer Entwicklung derartig zurückzu­werfen, dass sie bis zum Spätsommer braucht, um zu blühen, sofern es ihr in diesen Jahren überhaupt noch gelingt. Das lässt erst nach, wenn die Triebe älter werden und beginnen auszureifen. Ans Aufgeben denkt Annabelle trotz solcher Kalamitäten zum Glück nicht so schnell, kein Vergleich also etwa mit Rittersporn (Delphinium), für den massiver Schneckenfraß gern mal das Aus bedeutet.

Hydrangea arborescens 'Annabelle' – Wald-Hortensie

Wuchshöhe: 100-150 cm
Wuchsbreite: 100-150 cm
Blütenfarbe: weiß
Blütezeit: Juni, Juli, August, September
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: frisch
Verwendung:
Hinweis: jährlicher Rückschnitt im Frühjahr empfehlenswert

Physocarpus opulifolius 'Diabolo' – Blasenspiere

(Pflanzenfamilie: Rosaceae – Rosengewächse)

Physocarpus 'Diabolo' und Gillenia trifoliata – Blasenspiere und Nördliche Dreiblattspiere
Physocarpus 'Diabolo' (Blasenspiere) und Gillenia trifoliata (Nördliche Dreiblattspiere)

Mit seinen gut zwei Metern Höhe und knapp zwei Metern Breite ist der 'Diabolo' schon eine recht imposante Erscheinung und für kleinere Gärten als Bestandteil eines Staudenbeetes nicht optimal geeignet. Gleichwohl prädestiniert ihn sein lockerer Aufbau mit leicht über­hän­genden Trieben als Strauch für den Übergang von der Hecke zum Beet. Das wiederum macht ihn für kleine Gärten ebenfalls interessant.

Die Sorte 'Diabolo' tut sich in erster Linie mit ihrer Blattfarbe hervor: Das Laub ist irgendwas zwischen dunkel rotbraun und schwarzbraun; mehr rotbraun, wenn sonnenbeschienen, mehr schwarzbraun bei bedecktem Himmel und im Schatten. Eine solch "vorlaute" Blatt­farbe braucht bei der Beetgestaltung mehr Aufmerk­samkeit als die Blütenfarbe, sie ist schließlich von Frühjahr bis zum Herbst tonangebend.

Physocarpus 'Diabolo' und Lysimachia ciliata 'Firecracker' – Blasenspiere und Bronze-Felberich
Physocarpus 'Diabolo' (Blasenspiere) und Lysimachia ciliata 'Firecracker' (Bronze-Felberich)

Arrangements mit ebenfalls rötlich bis bräunlich belaubten Stauden sind auf jeden Fall ein Blickfang, wirken aber leicht etwas eintönig, wenn nicht kräftige, kontrastierende Blüten­farben mit im Spiel sind. Lysimachia ciliata 'Firecracker' (Bronze-Felberich) mit gelben Blüten wäre so eine Pflanz­partnerin (mit dem Vorteil, dass der Strauch den Ausbrei­tungsdrang des Felberichs etwas bremst), wohingegen Heuchera americana 'Palace Purple' (Amerikanisches Purpur­glöckchen) mit den fluffigen, weißen Blüten schon wieder zu blass wäre. Gut funktioniert jedoch eine Unter­pflanzung der Blasenspiere mit Ajuga reptans 'Atropurpurea' (Kriechender Günsel), sofern eine ausreichende Wasserversorgung gewährleistet ist.

Physocarpus opulifolius 'Diabolo' – Blasenspiere, Blüten Da ist die Auswahl unter den grün­laubigen Pflanzen doch erheblich größer, alles passt zum 'Diabolo', was wie er ganz gut Trockenheit verträgt, keinen absolut mageren Standort wünscht und in der Sonne sowie im Halbschatten gedeiht – je nach Standort des Strauchs. Zum Unterpflanzen sind auch Stauden geeignet, deren Wuchsfreude er in Schach hält, das ist bei uns im Garten das Geranium sanguineum (Blut-Storchschnabel).

An die Pflege stellt diese Blasenspiere keine ge­hobenen Ansprüche (ggf. Wasser und Dünger). Sie braucht zudem nicht geschnitten zu werden, lediglich abgestorbene Triebe sollte man von Zeit zu Zeit rausschneiden. Und falls sie in irgendeine Richtung zu üppig werden sollte, greifen Sie einfach zur Schere und legen los. Der 'Diabolo' nimmt selbst unsanftere Behand­lungen nicht krumm.

Physocarpus opulifolius 'Diabolo' – Blasenspiere

Wuchshöhe: 200-300 cm
Wuchsbreite: 200-300 cm
Blütenfarbe: weiß
Blütezeit: Mai, Juni
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung:
Hinweis:

Potentilla fruticosa – Fingerstrauch

(Pflanzenfamilie: Rosaceae – Rosengewächse)

Potentilla fruticosa – Fingerstrauch Robust, langsam wachsend und dabei wunderbar pflegeleicht – diese Eigenschaften machen den Fingerstrauch zu einem idealen Begleiter im Staudenbeet. Bis er seine end­gültige Größe von ca. einem Meter Höhe und um die 1,5 Meter Breite erreicht hat, dauert es gut und gern zehn Jahre. Während dieser Zeit und auch danach braucht Potentilla fruticosa keinen Schnitt, um in Form zu kommen und zu bleiben, sie wächst von Natur aus leicht rundlich, halb­kugelig könnte man sagen. Falls sie doch etwas zu üppig werden sollte, kann man alle paar Jahre (etwa im April) dazwischenfunken und ihre Triebe um circa ein Drittel einkürzen.

Andrena gravida auf Potentilla fruticosa – Sandbiene auf Fingerstrauch
Andrena gravida (Weibchen) auf Potentilla fruticosa (Fingerstrauch)

Kultiviert wird in den Baumschulen und demzufolge auch in den Gärten längst nicht mehr die reine Art Potentilla fruticosa – Dutzende von Sorten stehen stattdessen zur Auswahl mit Blütenfarben von weiß über gelb und orange (oder kupfer) bis hin zu rot. Meine Empfehlung gilt den weißen und gelben Blüten, denn Rot ist eine Farbe, die die meisten Insekten nicht wahr­nehmen können. Das hängt jedoch davon ab, um welchen Rotton es sich handelt; Ultraviolett, das dem menschlichen Auge rot erscheint, erkennen Insekten sehr wohl. Neben Honigbienen gehören jedenfalls Wildbienen zur "Kundschaft" auf Fingerstrauch-Blüten; bei Andrena tarsata (eine Sandbienen-Art), Lasioglossum calceatum und L. fulvicorne (zwei Schmalbienen-Arten) wurde nachgewiesen, dass sie Pollen von Potentilla fruticosa als Proviant für die Larven in den Nestern sammeln. Bei mir im Garten ist immer wieder Andrena gravida (ebenfalls eine Sandbienen-Art) auf den Potentilla-Blüten zu sehen und scheint Pollen zu sammeln.

Potentilla fruticosa – Fingerstrauch, Blütenstand Potentilla fruticosa ist sommergrün und wächst so dicht, dass sie selbst im Winter eine starke Präsenz zeigt, nachdem ihre kleinen Blättchen ohne viel Brimborium (keine spektakuläre Herbst­färbung) einfach braun geworden sind. Auffälliger und erfreulicher ist da die Blüte: Der Fingerstrauch blüht von Mai (Hauptblüte) bis weit in den September hinein unermüdlich. Der Flor wird nach der Hauptblüte zwar geringer, aber es zeigen sich stetig neue Blüten. Eine solch lange Blütezeit haben nicht viele Pflanzen zu bieten. Sie ist denn auch ein weiterer Grund, weshalb ich zu weniger dominanten Blüten­farben als Rot beim Fingerstrauch im Stauden­beet rate. Zu Weiß und einem zarten Gelb lassen sich eben viel mehr farblich harmonierende Blühpartner finden.

Potentilla fruticosa – Fingerstrauch im Spätherbst
Potentilla fruticosa (Fingerstrauch) im Spätherbst

Nach Pflanzpartnern sollte man sich bei den trockenheits­verträglichen Stauden umsehen, dann bleibt der Pflege­aufwand selbst in puncto Gießen gering. Der Fingerstrauch kommt nämlich problemlos mit enorm trockenen Sommern zurecht. Eine Unterpflanzung entfällt übrigens bei eingewachsenen Exemplaren komplett; Potentilla fruticosa macht in der Regel bis zum Boden dicht.

Der Name der abgebildeten Sorte mit den rahmweißen bis zartgelben Blüten ist leider in Vergessenheit geraten.

Potentilla fruticosa – Fingerstrauch

Wuchshöhe: 100-120 cm
Wuchsbreite: 120-180 cm
Blütenfarbe: weiß, rot, gelb, orange – je nach Sorte
Blütezeit: Juni, August, September, Oktober
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken, frisch
Verwendung:
Hinweis: Pollenpflanze für Wildbienen

Ribes alpinum – Alpen-Johannisbeere

(Pflanzenfamilie: Grossulariaceae – Stachelbeergewächse)

Ribes alpinum – Alpen-Johannisbeere
Ribes-Hecke (Alpen-Johannisbeere) im fünften Standjahr

Die Alpen-Johannisbeere ist eine gute Alternative zum Einfassungs-Buchs (Buxus sempervirens 'Suffruticosa'), besonders natürlich in Gegenden, in denen der Buchsbaum­zünsler sein Unwesen treibt. Sie lässt sich wie der Buchs zu niedrigen Hecken erziehen, um den Garten zu gliedern, in verschiedene Garten­räume aufzuteilen oder einfach nur, um einzelne Beete optisch in unterschiedliche Bereiche zu trennen. (Für eine Hecke, die richtig schön dicht wird, sollten Sie vier bis fünf Ribes-Pflanzen pro Meter setzen.)

Ribes alpinum verträgt die Heckenschere bestens, ist schattentolerant und leider auch sehr wüchsig, das ist der Nachteil gegenüber dem Buxus. Damit eine niedrige Form­schnitt-Hecke aus Alpen-Johannisbeere niedrig und in Form bleibt, sollten Sie zweimal im Jahr zur Schere greifen: im ausgehenden Winter (ca. im Februar, auf jeden Fall bei frostfreiem Wetter) und im Hochsommer (Juli/August). Dabei dürfen Sie nicht zimperlich sein und sollten sowohl in der Höhe als auch an den Seiten ordentlich was wegnehmen; ich empfehle, dazu eine motorbe­triebene Heckenschere zu verwenden, zumindest bei etwas älteren Hecken.

Ribes alpinum – Alpen-Johannisbeere nach dem Austrieb im Frühjahr
… und nach dem Austrieb im Frühjahr

Anschließend ist es ratsam, die Hecke auf beiden Seiten abzugehen und noch alle Richtung Boden zeigenden Zweige abzuschneiden, die der Schere entwischt sind. Sinn und Zweck dieser "Nachsorge" ist es zu verhindern, dass auf dem Boden aufliegende Triebe wurzeln und damit nach und nach die Hecke verbreitern. Sie können sich dieses problemlose Wurzeln der Triebe allerdings zunutze machen, falls mal einzelne Pflanzen in der Hecke ausfallen und ersetzt werden müssen: ein paar Triebe auf dem Boden auf­liegen lassen, aufs Wurzeln warten, ausgraben und von der Mutterpflanze trennen, in Lücken pflanzen, angießen, fertig. Pflanzenvermehrung leicht gemacht!


Willkommene und ungebetene Gäste auf der Alpen-Johannisbeere

Ribes alpinum – Alpen-Johannisbeere, weibliche Blüten
Weibliche Blüten von Ribes alpinum (Alpen-Johannisbeere)

Von der Blüte der Alpen-Johannisbeere bekommt man nicht viel mit, wenn man die Pflanzen regelmäßig schneidet, was jedoch kein großer Verlust ist: Die gelblichgrünen Blütchen sind klein und unscheinbar. Ein paar findet man auch an Formschnitt-Hecken im Geäst versteckt, doch man muss schon danach suchen und sehr genau hinsehen. Schade ist's nur für die Sandbienen-Arten Andrena fulva und A. varians, wenn das Blütenholz bei männlichen Pflanzen abrasiert wird, denn sie sammeln den Pollen der Alpenjohannisbeere als Proviant für ihre Larven. Ribes alpinum ist meist zweihäusig, es gibt also Pflanzen mit nur weiblichen Blüten und welche, die bloß männliche Blüten tragen. Man braucht also männliche und weibliche Pflanzen, damit die – nicht unattraktiven – roten Früchte ausgebildet werden. An geschnittenen Hecken sind naturgemäß auch die selten.

Ansonsten ist es mit dem Insektenbesuch nicht weit her bei Ribes alpinum. Gern gesehene Gäste darauf sind Marienkäfer, die die Ausbreitung der Johannisbeer-Blasenlaus wenigstens etwas eindämmen. Ein Befall mit diesen Läusen ist unschwer an den Pusteln auf den Blättern zu erkennen und bleibt – so man sie erst einmal hat – einem kein Jahr erspart. Kleiner Trost: Aus einiger Entfernung sind die Blattverfärbungen und ‑deformierungen nicht mehr wahrzu­nehmen. Zumindest auf größeren Flächen (bei mir sind es ca. 45 Meter Hecke) sind die natürlichen Feinde der Läuse meines Erachtens die einzig sinnvolle Bekämpfungs­möglichkeit, obwohl es natürlich utopisch ist zu denken, Marienkäfer und Konsorten könnten alle Läuse beseitigen. An kleineren Hecken kann man den Johannisbeer-Blasenläusen eventuell noch mit Paraffinöl und Kaliseife beikommen, doch dazu mehr unter Tierischer Ärger.

Ribes alpinum – Alpen-Johannisbeere mit Siebenpunkt-Marienkäfer
Siebenpunkt-Marienkäfer auf Ribes alpinum (Alpen-Johannisbeere)

Die Alpen-Johannisbeere steht zudem im Ruf, ein beliebtes Ziel von Rostpilzen zu sein; da muss ich passen, die kenne ich – zum Glück – nicht. Allerdings ist im Grünen Handel ohnehin meist die Sorte 'Schmidt' zu bekommen, die im Vergleich zur reinen Art widerstandsfähiger gegen Rostpilze sein soll.

Noch ein Letztes: In so einer Hecke verfängt sind liebend gern Unkrautsamen. Kontrollieren Sie daher regelmäßig und entfernen Sie alles, was zwischen den Trieben aufgeht und da nicht hingehört, bevor sich Gräser und anderes etablieren und so mit den Ribes-Pflanzen verwoben und verwurzelt sind, dass sie nicht mehr schadlos für die Johannisbeer-Sträucher entfernt werden können. Besonders übel sind übersehene Gehölz-Sämlinge wie Pfaffen­hütchen, Weißdorn oder Ahorn.

Ribes alpinum – Alpen-Johannisbeere

Wuchshöhe: 150-200 cm
Wuchsbreite: 150-200 cm
Blütenfarbe: gelblich
Blütezeit: April, Mai
Lichtverhältnisse: sonnig-schattig
Bodenverhältnisse: trocken, frisch
Verwendung: Hecken, auch streng geschnittene
Hinweis:

Spiraea japonica (in Sorten) – Spierstrauch, Sommer-Spiere, Zwerg-Spiere

(Pflanzenfamilie: Rosaceae – Rosengewächse)

Spiraea japonica 'Darts Red' – Sommer-Spiere, Blütenstand
Spiraea japonica (Sommer-Spiere) 'Darts Red' – Blüten

Die zierlichen Spiraea-Japonica-Sorten unterscheiden sich bei mir im Garten im Habitus nicht von halbhohen, buschig wachsenden Stauden, bloß dass sie halt rund ums Jahr in voller Größe da sind. Sie bekommen keinen Rückschnitt und sind nach vielen Jahren dennoch nicht höher als um die 80 cm. Kleine Sträucher mit einer solchen Wuchsform lassen sich im Stauden-Garten nahezu überall integrieren, zumal wenn es sie mit verschie­denen Blütenfarben gibt: Weiß, rosa und matte Rosarot-Töne sind im Angebot.

Spiraea japonica 'Darts Red' – Sommer-Spiere
Spiraea japonica (Sommer-Spiere) 'Darts Red'

Ein Unterpflanzen der Sträucher ist nicht erforderlich, weil ihre dünnen Ästchen fast bis zum Boden reichen. Sinnvoll wären deshalb höchstens früh blühende Bodendecker wie Ajuga reptans und Ajuga reptans 'Atropurpurea' (Kriechender Günsel), die nach der Blüte nur noch auf ein ungestörtes Schattendasein erpicht sind. Als Pflanzpartner zur Zwerg-Spiere ist erlaubt, was gefällt, und das kitzelt die Freude am Kombinieren und Experimentieren in uns wach. Mir gefallen zum lockeren Habitus der Sommer-Spieren Stauden, die eher "klobig" wirken wie zum Beispiel die hohen Fetthennen (Sedum telephium und spectabile).

Spiraea japonica 'Goldflame' – Sommer-Spiere, Herbstfärbung
Spiraea japonica (Sommer-Spiere) 'Goldflame' im Herbst

Außer auf die Blüten­farbe der Spirea, sollten Sie darauf achten, dass die ausgewählte Sorte eine besonders schöne Blattfärbung im Austrieb und/oder eine attraktive Herbstfärbung zeigt, falls Sie Wert darauf legen. Das ist bei diesen Spiersträuchern nämlich von Sorte zu Sorte verschieden, kann aber ja bei der Beetge­staltung eine Rolle spielen. 'Goldflame' ist so eine Sorte, deren Austrieb goldgelb leuchtet (zum Teil auch rot an sonnigen Plätzen), und die im Herbst mit einem kupferroten Finale aufwartet. Die Sorte 'Darts Red' kann mit beidem nicht dienen, dafür aber mit einer zweiten Blüte im Spätsommer/Frühherbst, was bei der Sortenwahl ebenfalls Beachtung finden sollte.

Spiraea japonica 'Goldflame' – Sommer-Spiere 'Goldflame', Blüten
Spiraea japonica (Sommer-Spiere) 'Goldflame' – Blüten

Standort­vorlieben haben die Spiraea-Japonica-Sorten einige, daran fest­klammern tun sich jedoch die wenigsten. Konkret heißt das, dass neben dem gewünschten frischen bis feuchten, mäßig nährstoffreichen und sandig- bis lehmig-humosen Boden durchaus auch eher magerer, reiner Lehmboden (der im Sommer oft betonhart austrocknet) angeboten werden darf, ohne einen Totalausfall befürchten zu müssen. – Die Spiersträucher sind robust und flexibel.

Falls sich die Spiraea japonica bei Ihnen im Garten wüchsiger zeigt als bei mir, ist ein kräftiger Rückschnitt im Frühling (Ende März/Anfang April) auf etwa 20 cm Höhe unproble­matisch, denn diese Spieren-Art blüht an den einjährigen Trieben.

Spiraea japonica in Sorten (im Bild 'Goldflame') – Spierstrauch, Sommer-Spiere, Zwerg-Spiere

Wuchshöhe: bis 100 cm
Wuchsbreite: bis 100 cm
Blütenfarbe: weiß, rosa, Rottöne – je nach Sorte
Blütezeit: Juli, August, September
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung:
Hinweis:

Syringa meyeri 'Palabin' – Zwerg-Flieder

(Pflanzenfamilie: Oleaceae – Ölbaumgewächse)

Syringa meyeri 'Palabin' – Zwerg-Flieder, Blattunterseite
Syringa meyeri (Zwerg-Flieder) 'Palabin' – behaarte Blattnerven

Zwei niedrig bleibende Zwerg-Flieder gibt es, beide Arten stammen ursprünglich aus China, beide werden um die eineinhalb bis zwei Meter hoch (manchmal ein bisschen höher) und beide blühen rosa. Ich hatte mich damals, als ich einen solchen Zwerg-Flieder pflanzen wollte, für Syringa meyeri (Sorte: 'Palabin') entschieden, weil – ja, weil ich Syringa microphylla (Sorte 'Superba') seinerzeit gerade nicht bekommen konnte. Daran merken Sie schon, wie gering die Unterschiede zwischen diesen beiden Arten sind, obwohl es ein sehr eindeutiges Unter­schei­dungs­merkmal gibt: Bei Syringa meyeri sind die Blattunterseiten "auf den Blattnerven behaart".

Syringa meyeri 'Palabin' – Zwerg-Flieder
Syringa meyeri (Zwerg-Flieder) 'Palabin' 2007

Wer also gerade auf dieses Erkennungs­merkmal besonderen Wert legt, hat keine Wahl; er muss gezwungener­maßen zur Meyeri greifen. Alle anderen können sich auch an der Blütenfarbe orientieren, die bei Syringa microphylla 'Superba' eine Idee mehr ins Violett geht als bei Syringa meyeri 'Palabin'. Aber das muss man sehen, in natura, wenn man eine ganz bestimmte Farbe sucht bzw. braucht.

Syringa meyeri 'Palabin' – Zwerg-Flieder Ich spreche hier also nur von Syringa meyeri 'Palabin', die ich seit mehr als 15 Jahren im Garten habe. Erstes Argument pro: Sie braucht keinen Schnitt, selbst nach vielen Jahren nicht (eventuell Abgestorbenes sollten Sie jedoch herausschneiden). Zweiter Pluspunkt: Sie verträgt Sommer­trocken­heit ziemlich gut. Im Spätsommer setzt dieser Zwerg-Flieder zu einer schwächeren (bei Trockenheit: schwachen) Nachblüte an, das spricht ebenfalls für ihn (Syringa microphylla 'Superba' soll sogar bis zum Herbst durch­blühen, das der Vollständigkeit halber).

Wir sparen uns am 'Palabin' jedwede Pflege (und Arbeit!) und entfernen nicht einmal die verblühten Blütenstände, weil sich dieser Zwerg-Flieder nicht aussät (was seine höhere Verwandtschaft, der Gewöhnliche Flieder, Syringa vulgaris, durchaus mal macht). Mit dieser Nachlässigkeit nehmen wir allerdings in Kauf, dass bei der nächsten Blüte immer noch die vertrockneten "Storren" vom Vorjahr zu sehen sind, aber was soll's.

Als Bestandteil einer halbhohen Blütenhecke zusammen mit dem niedriger bleibenden Koreanischen Duftschneeball (Viburnum carlesii) beispielsweise kommt der Zwerg-Flieder 'Palabin' ebenso groß raus wie als Solist im Staudenbeet.

Syringa meyeri 'Palabin' – Zwerg-Flieder

Wuchshöhe: 150-250 cm
Wuchsbreite: 150-200 cm
Blütenfarbe: rosa-weiß
Blütezeit: Mai, Juni
Lichtverhältnisse: sonnig
Bodenverhältnisse: trocken bis frisch
Verwendung:
Hinweis:

Viburnum carlesii – Koreanischer Duft-Schneeball

(Pflanzenfamilie neu: Adoxaceae – Moschuskrautgewächse
Pflanzenfamilie alt: Caprifoliaceae – Geißblattgewächse)

So hoch wie breit (ca. 2 x 2 m) wird der Koreanische Duft-Schneeball erst nach etlichen Jahren Standzeit. Der kleine Strauch bietet von April bis November einen ansprechenden Anblick, zur Blütezeit im April/Mai und während der Herbst­färbung im Oktober/November sogar einen prachtvollen.

Viburnum carlesii – Koreanischer Duft-Schneeball im Aufblühen
Viburnum carlesii (Koreanischer Duft-Schneeball) im Aufblühen

In manchen Jahren steht Viburnum carlesii bereits Mitte April in voller Blüte, da schlafen im Stauden-Garten die meisten Pflanzen noch, zumindest denken sie noch lange nicht ans Blühen. Zu seinen Füßen könnten deshalb einige "Ausgeschlafene" stehen wie Pulmonaria officinalis (Echtes Lungenkraut), Arabis (Gänsekresse) oder Ajuga reptans (Kriechender Günsel). Daneben machen sich Helleborus argutifolius (Korsische Lenzrose, Korsische Nieswurz) sowie Tiarella (Schaumblüte) oder Bergenia cordifolia (Bergenie) gut und erweitern das frühe Buffet für die Insekten­welt. An halbschattigen Standorten fühlt sich ein solches Pflanzenensemble ausge­sprochen wohl.

Viburnum carlesii – Koreanischer Duft-Schneeball, Blüten Viburnum carlesii in voller Sonne ist ebenfalls möglich, sofern der Pflanzplatz nicht zu trocken ist. An solchen Standorten sind Viola odorata (Wohlriechendes Veilchen) oder Phlox subulata (Kissen-Phlox) prima als Unterpflanzung. Die Frage ist allerdings, ob dieser Schneeball tatsächlich Begleitpflanzen braucht, die zeitgleich mit ihm blühen. Nicht unbedingt, finde ich, wenn man ihn zu seiner Blütezeit den Star sein lässt. Und Gesellschaft sucht man ihm unter den später blühenden Stauden aus.

Der Strauch soll "gelegentlich spätfrost­gefährdet" sein. Das kann ich mir nur in sehr exponierten, rauen Lagen vorstellen. In all den Jahren (mehr als 15) hat es bei mir im Garten nicht ein einziges Mal die Blüte oder das Laub erwischt.

Viburnum carlesii – Koreanischer Duft-Schneeball im Herbst
Viburnum carlesii (Koreanischer Duft-Schneeball) im Herbst

Den ganzen Sommer über ist dieser kleine Strauch mit seinem graugrünen Laub (schneeball­typisch leicht gerunzelt) der ruhende Pol einer jeden Blüten­stauden­gesell­schaft und bringt als ruhiger Hintergrund so manchen filigranen Blütenstand erst richtig zur Geltung. Zur Zeit seiner grandiosen orangeroten bis orangebraunen Herbst­färbung ist er dann ohnehin schon wieder fast konkurrenzlos im Beet; einzig ein paar späte Herbstastern (Symphyotrichum) oder die letzten Blüten der Prachtkerze (Gaura lindheimeri) könnten noch sein herbstliches Farbenspiel unterstreichen.

Viburnum carlesii wird in den Baumschulen meist durch Veredlung vermehrt. Es kann deshalb vorkommen, dass ganz unten am Stamm die Veredlungsunterlage (bevorzugt Viburnum opulus, der Gemeine Schneeball) austreibt. Darauf sollten Sie ein Auge haben und solche (Wild-)Triebe mit der Gartenschere nah am Stamm abschneiden.

Viburnum carlesii – Koreanischer Duft-Schneeball

Wuchshöhe: 200 cm
Wuchsbreite: 150-200 cm
Blütenfarbe: weiß
Blütezeit: April, Mai
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: frisch bis mäßig trocken
Verwendung:
Hinweis:

Weigela florida 'Purpurea' – Liebliche Weigelie, Rotblättrige Weigelia

(Pflanzenfamilie: Caprifoliaceae – Geißblattgewächse)

Weigela florida 'Purpurea' – Liebliche Weigelie, Rotblättrige Weigelie Im Winter erinnert mich meine Liebliche Weigelie von Weitem an einen knorrigen alten Olivenbaum im Miniaturformat. Die kurzen Äste stehen ein wenig sparrig in alle Richtungen, nur das "Knorrige", das kommt bei ihr von den vielen Flechten und Moosen, die die Triebe dicht überziehen.

Über 15 Jahre steht Weigela florida 'Purpurea' da schon im Beet und ist kaum mehr als einen Meter hoch. Man merkt ihr halt die exponierte Lage an und natürlich die Trockenheit, mit der sie sich fast jeden Sommer herumschlagen muss (sie bevorzugt frische bis feuchte Böden). Doch selbst bei besserer Wasser­versorgung wird dieser kleine Strauch selten höher als 1,5 Meter und höchstens ebenso breit. Ideal für kleine und kleinste Gärten (sogar für Kübel auf Balkon und Terrasse) und natürlich für die Kombination mit niedrigeren und mittelhohen Stauden.

Weigela florida (Liebliche Weigelie, Rotblättrige Weigelie) 'Purpurea' – Blüten Das rotgrüne Laub der Sorte 'Purpurea' sowie das leuchtende Rosa ihrer Blüten geben die grobe (Farb-)Richtung im Beet vor, auf Pflanzen mit silbrigem, gräulichem oder bläulichem Laub habe ich deshalb in ihrer Nähe verzichtet. Um die markante, dunkle Belaubung der Weigelie zu unterstreichen, setze ich dabei vor allem auf pastellige Blütenfarben. Sehr reizvoll: Der Blausternbusch (Amsonia tabernaemontana), der das Farbthema mit schwärzlichen Trieben aufnimmt und dem Beet mit seinen porzellanblauen Blüten einen Frischekick gibt. Denn im Frühling, nach der langen, farbarmen Zeit im Garten, da darf es strahlen: Unzählige zartblau blühende Veronica gentianoides (Enzian-Ehrenpreis) umgeben dann die oft gleichzeitig blühende Weigelie, mitunter schmuggeln sich noch blau und/oder gelb blühende Lein-Pflanzen dazu (Linum perenne und L. flavum 'Compactum'). Immer noch fröhlich, aber etwas dezenter ist ein Arrangement mit rosa blühenden Helianthemum apenninum (Apennin-Sonnenröschen) zu den Weigelia-Blüten.

Weigela florida (Liebliche Weigelie, Rotblättrige Weigelie) 'Purpurea' – Austrieb
Weigela florida (Liebliche Weigelie) 'Purpurea' – Austrieb

Ehrenpreis, Lein und Sonnen­röschen funktionieren als Pflanzpartner jedoch nur, sofern die Weigelie eher trocken steht. Optimal wäre für Weigela florida freilich ein frischer bis feuchter, gut mit Nährstoffen versorgter Boden an einem sonnigen bis halbschattigen Standort. Je sonniger der Standort, desto feuchter wünscht sie sich den Boden. Was den Nährstoffgehalt anbelangt, da kann man ja gegebenen­falls mit wohldosierten Düngergaben nachhelfen. Eigentlich kommt der Strauch aber mit allen Gegebenheiten zurecht, außer mit tiefstem Schatten und sehr magerer Erde.

Weigela florida 'Purpurea' – Liebliche Weigelie, Rotblättrige Weigelia

Wuchshöhe: 100-150 cm
Wuchsbreite: 100-150 cm
Blütenfarbe: rosa
Blütezeit: Mai, Juni
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: frisch
Verwendung:
Hinweis:


Außer Konkurrenz:

Ulmus glabra 'Camperdownii' – Lauben-Ulme

(Pflanzenfamilie: Ulmaceae – Ulmengewächse)

Ulmus glabra 'Camperdownii' – Lauben-Ulme 2006
Lauben-Ulme 2006 – drei Jahre Standzeit

Eine Lauben-Ulme ist ganz bestimmt nichts für Handtuch-Gärten, aber für alle anderen durchaus eine Überlegung wert. Selbst in noch so kleinen Gärten findet sich ja nicht selten fernab der Terrasse ein (Sitz-)Plätzchen, an dem man verweilen und die Seele baumeln lassen kann und einfach nur gucken und genießen darf. Dafür ist die Ulmen-Sorte 'Camperdownii' wie geschaffen, liefert sie doch den kühlenden Schatten, den man in heißen Sommern an einem Rastplatz so dringend braucht.

Diese Ulme mit der prak­tischen Wuchs­form ist ein Zufallsfund aus der Mitte des 19. Jahr­hunderts, gemacht im Park von Camperdown in Schott­land. Ihre langen Äste wachsen freiwillig so bogenförmig nach unten, dass die "Laube" im Lauf der (langen) Jahre ganz ohne weiteres Zutun entsteht. Freilich kann der Mensch ein bisschen nachhelfen und die Form etwas beeinflussen, etwa indem er die Triebe mit einem untergebauten stabilen "Gerüst" nach seinen Vorstellungen leitet, oder die Äste mit Schnüren an in den Boden gerammte Pflöcke bindet und die Zweige so ein wenig lenkt – wenn die Lauben-Ulme besonders breit werden bzw. wachsen soll. Damit ein Ein­gang in die "Höhle" entsteht, muss man eventuell nachhelfen und entweder schon die jungen Triebe mit Schnüren und Pflöcken nach außen leiten oder ihn freischneiden, also einen oder mehrere herabhängende Zweige herausschneiden.

Ulmus glabra 'Camperdownii' – Lauben-Ulme 2015
'Camperdownii' 2015

Wir haben das bei unserer nicht ge­macht und sie wachsen lassen, wie sie wollte. Nach 15 Jahren Standzeit im Garten war es dann so weit: Wir haben eine Bank daruntergestellt und die Laube "in Betrieb genom­men". Geduld braucht man also schon mit ihr, trotzdem sollte um sie herum vielleicht nicht gerade das Beet mit den "wertvollsten Stücken" angelegt werden. Gut geeignet sind Stauden, die eher kurzlebig sind, sich jedoch durch Selbstaus­saat erhalten. Die weichen automatisch zurück, wenn Ulmen-Zweige näher kommen. Wählen Sie also nicht die Pfingstrose (Paeonia), die 20 Jahre und länger am selben Platz stehen möchte, nehmen Sie stattdessen die Garten-Vagabunden – etwa Prachtkerze (Gaura lindheimeri), Akeleien (Aquilegia) und Lupinen (Lupinus polyphyllus) –, dann kann die Lauben-Ulme tun und lassen, was sie mag und wie sie es mag. Damit ist allen Beteiligten geholfen.

Besonderheiten der Lauben-Ulme

Ulmus glabra 'Camperdownii' – Lauben-Ulme, Blütenstände
Ulmus glabra 'Camperdownii': Blütenstände …

 

Ulmus glabra 'Camperdownii' – Lauben-Ulme, Fruchtschmuck
… und Fruchtschmuck

Mit Blütenschmuck kann Ulmus glabra 'Camperdownii' nicht aufwarten, die Blüten erkennen wir nur, wenn wir ganz nah rangehen – und uns schon im März im Garten umsehen. Dafür verzaubert sie mit überreichem Frucht­schmuck, wie über und über mit gelbgrünen Talern behängt wirkt sie dann; das ist nicht mehr zu übersehen. Dann erst treiben zudem die Blätter aus, während der Blüte ist sie noch kahl.

Ulmenblasenlaus an Ulmus glabra 'Camperdownii' – Lauben-Ulme
Domizile der Ulmenblasenlaus

Ulmus glabra 'Camperdownii' hat man selten für sich allein, wo eine Ulme ist, ist oft auch die Ulmen­blasenlaus und verunziert die Blätter ihrer Wirts-Ulme, indem sie die Pflanzen veranlasst, Blattgallen auszubilden, in denen die Läuse eine Weile leben. Mehr über diese Laus-Art und ihre Gepflogenheiten erfahren Sie auf meiner Seite über den "Tierischen Ärger" im Garten. Bitte lesen Sie den Artikel, ehe Sie sich für eine Lauben-Ulme entscheiden. Uns sind die Läuse mittlerweile ziemlich wurscht und wenn wir die Lauben-Ulme nicht für uns allein haben können, dann halt nicht.

Noch ein Hinweis: Ulmus glabra (die Art, Ulmus glabra, hat den deutschen Namen Berg-Ulme) gibt es auch als 'Pendula'. Diese Sorte ist eine Hänge-Ulme, bei der die Triebe wie ein Schirm­dach abstehen und bloß die Trieb-Enden nach unten hängen. Aus der 'Pendula' wird nie eine richtig schöne Laube. (Wobei die Sorte 'Camperdownii' ebenfalls nur als Schirmdach gezogen und zurechtgestutzt werden kann, indem Sie die lang herabhängenden Triebe einfach abschneiden.) Auf diesen Unterschied zwischen den beiden Sorte sollten Sie beim Einkauf achten. Das Problem dabei ist nur, dass beide Sorten als "Lauben-Ulme" sowie als "Hänge-Ulme" verkauft werden, meist unter beiden Namen gleichzeitig. Und ein noch größeres, dass die 'Camperdownii' (Lauben-Ulme) als 'Pendula' und die 'Pendula' (Hänge-Ulme, Trauer-Ulme) als 'Camperdownii' verkauft wird.

Ulmus glabra 'Camperdownii' 2020:

Ulmus glabra 'Camperdownii' – Lauben-Ulme

Wuchshöhe: 3-6 m
Wuchsbreite: 5-10 m
Blütenfarbe: rotbraun
Blütezeit: März, April
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: frisch
Verwendung: Solitär
Hinweis: nicht für sehr arme oder stark verdichtete Böden geeignet



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