Seiten-
inhalt
Geranium x cantabrigiense 'Biokovo' Cambridge-Storchschnabel Geranium cinereum subsp. subcaulescens 'Splendens' Aschgrauer Storchschnabel Geranium cinereum subsp. subcaulescens Aschgrauer Storchschnabel Geranium collinum 'Nimbus' Hügel-Storchschnabel Geranium dalmaticum Dalmatiner Storchschnabel Geranium Gracile-Gruppe 'Sirak' Zierlicher Storchschnabel Geranium ibericum 'Vital' Iberischer Storchschnabel, Pracht-Storchschnabel, Herzblättriger Storchschnabel, Behaarter Storchschnabel Geranium macrorrhizum Felsen-Storchschnabel, Balkan-Storchschnabel Geranium maculatum Gefleckter Storchschnabel Geranium x magnificum Pracht-Storchschnabel Geranium nodosum Knotiger (Bergwald-)Storchschnabel Geranium x oxonianum 'Claridge Druce' Oxford-Storchschnabel Geranium phaeum Brauner Storchschnabel Geranium pratense Wiesen-Storchschnabel Geranium pyrenaicum Pyrenäen-Storchschnabel Geranium renardii Kaukasus-Storchschnabel Geranium sanguineum Blutroter Storchschnabel, Blut-Storchschnabel Geranium sylvaticum Wald-Storchschnabel, Bergwiesen-Storchschnabel Geranium tuberosum Knollen-Storchschnabel


Geranium – Storchschnabel

Storchschnabel – die unendliche Geschichte.

(Pflanzenfamilie: Geraniaceae – Storchschnabelgewächse)

Geranium wird gern als "Allheilmittel" für schwierige Garten­situationen verkauft und beinahe als "Allzweck­waffe" von Landschafts­gärtner und Garten­architekten eingesetzt, vor allem wenn's schnell geh'n muss, große Flächen dicht gemacht werden müssen und billig sein soll.

Ganz so ist es nun nicht, dass man nur zum Storchschnabel zu greifen braucht und schon sind alle Probleme gelöst. Richtig ist, dass es für jeden Platz (außer im Wasser) unter Hunderten von Arten und Sorten den passenden Storch­schnabel gibt. Aber nicht jeder Storchschnabel passt an jeden Standort. Insbesondere wenn der Pflegeaufwand so gering wie möglich gehalten werden soll, sollten die Anforderungen, die auch ein Geranium stellt, berücksichtigt werden. Es macht keinen Sinn, einen Wiesen-Storch­schna­bel zur Gehölzunterpflanzung zu verwenden. Dafür gibt es bei Geranium Spezialisten wie G. nodosum oder G. grazile, die sich nach ihrer Eingewöhnungs­phase dort schnell zu Hause fühlen. Und wem beim richtigen Storchschnabel an der richtigen Stelle die zur Verfügung stehen­den Blütenfarben (oder ‑größen) nicht gefallen, der hat schlichtweg Pech.

Geranium – Storchschnabel, Blüte und Früchte Wie kommen wir Deutschen eigentlich auf den Namen Storch­schnabel? Weil die Fruchtstände bei Geranium aussehen wie Storch­schnäbel, ist doch klar. Wirklich? Tatsächlich ist der deutsche Name ein Überbleibsel aus der vorüber­gehenden Zusammenlegung der Gattungen Geranium und Pelargonium im 18. Jahrhundert. Carl von Linné, der sich ansonsten um die wissenschaft­lichen Pflanzennamen mehr als verdient gemacht hat, befand damals, dass die Ähnlichkeit zwischen Geranium und Pelargonium keine zwei getrennten Gattungen rechtfertigt, und fasste beide unter Pelargonium zusammen. Das war's, denn griechisch pelargós ist der Storch, griechisch geranos der Kranich, und anders als die Engländer oder Franzosen wollten oder konnten sich die Deutschen nicht mehr umgewöhnen, nachdem die Gattungen Geranium und Pelargonium wieder eigenständig geworden waren. Und so heißt der Storch­schna­bel, wie er heißt, und nicht Kranichschnabel, wie er müsste.

Pelargonium – Geranie
Geranien – Pelargonium

Pelargonium kennen und lieben wir übrigens noch heute: Es ist die bei uns nicht winterharte Geranie oder Pelargonie, die als sommerlicher Blumen­schmuck nicht nur in ländlichen Gegenden Balkone und Fensterbretter ziert.

So viel zur "Familiengeschichte" des Hauses Geranium. Kann man sich alles merken, muss man aber nicht. Haupt­sache, man verwechselt Geranium nicht mit Geranien, sonst wird's kompliziert!

Geranium asphodeloides subsp. asphodeloides – Affodill-Storchschnabel

Geranium asphodeloides subsp. asphodeloides
Geranium x cantabrigiense 'Biokovo'
Geranium cinereum subsp. subcaulescens 'Splendens'
Geranium cinereum subsp. subcaulescens
Geranium collinum 'Nimbus'
Geranium dalmaticum
Geranium Gracile-Gruppe 'Sirak'
Geranium ibericum 'Vital'
Geranium macrorrhizum
Geranium maculatum
Geranium x magnificum
Geranium nodosum
Geranium x oxonianum 'Claridge Druce'
Geranium phaeum
Geranium pratense
Geranium pyrenaicum
Geranium renardii
Geranium sanguineum
Geranium sylvaticum
Geranium tuberosum

Unkapriziös, das ist das passende Wort, um diesen Storch­schnabel (und seine Ansprüche) zu beschreiben. Leider auch ein wenig unscheinbar und das verwehrt ihm den Zutritt zu so manchem Garten.

Geranium asphodeloides subsp. asphodeloides – Affodil-Storchschnabel Dabei ist Geranium asphodeloides subsp. asphodeloides so vielseitig einsetzbar, dass es eine Freude ist, mit ihm im Garten zu arbeiten und zu arrangieren. Es bietet sich zum Beispiel als Lückenfüller an, immer dann, wenn die umstehenden Pflanzen erst spät im Jahr "aus sich herausgehen" und ihre endgültige Größe erreichen, wie das etwa Vernonia arkansana (Arkansas-Scheinaster) tut. Dann hat man nämlich mit dem Affodil-Storchschnabel trotzdem etwas im Beet, etwas Blühendes, das den Blick auf sich zieht. Gut geeignet ist dieser Storch­schnabel zudem als Randbepflanzung für Staudenrabatten, dort gestaltet er mit seinem lockeren Wuchs einen ansprechenden Über­gang zu Wegen oder Rasenflächen. Falls ihn an solchen Plätzen mal der Rasenmäher erwischt, ist das halb so wild: Er treibt schon wieder durch.

Meinen ersten Affodil-Storchschnabel hatte ich gut und gerne 15 Jahre an einem Platz; an seiner Langlebigkeit und Ausdauer gibt es also nichts auszusetzen. An seiner Trocken­heits­verträglichkeit ebenfalls nicht, sonst hätte er es dort nicht so lange ausgehalten. Mit Selbstaus­saat hatte ich keine Probleme, ich vermute allerdings, dass es in meinem schweren Lehm­boden einfach bloß ein paar wenige Sämlinge geschafft haben. In humoser Erde und auch in steinigem, durchlässigem Substrat mag das anders aussehen. Ein Pflanzplatz im Steingarten wäre deshalb vielleicht zu riskant und muss auch nicht sein.

Geranium asphodeloides subsp. asphodeloides – Affodil-Storchschnabel – Blätter
Geranium asphodeloides subsp. asphodeloides (Affodil-Storchschnabel) – Blätter

Geranium asphodeloides ist sehr variabel im Erscheinungsbild, das ist auch bei der Unterart (subsp.) asphodeloides so. Deren Blütenfarbe kann weißlich, blassrosa oder rosa sein, stets jedoch mit dunkler Aderung, darauf ist Verlass. Nach der (lang anhal­tenden) Blüte sollten Sie die Pflanzen radikal zurückschneiden, nicht nur wegen der Optik, schon allein wegen der Selbstaussaat. Geranium asphodeloides treibt dann frisch durch (nach dem Schnitt bei Trockenheit tüchtig gießen) und sieht für den Rest der Gartensaison grün und gepflegt aus.

Vermehrt wird dieser viel zu selten gepflanzte Gartenschatz durch Teilung, am besten im Frühjahr. Und natürlich kann man seine Sämlinge verpflanzen, auch wenn nicht sicher ist, was dabei herauskommt. Aber irgendein niedriger, dankbarer, ausdauernder Storchschnabel wird's schon sein.

Geranium asphodeloides subsp. asphodeloides – Affodil-Storchschnabel

Wuchshöhe: 20-30 cm
Blütenfarbe: weiß bis rosa
Blütezeit: Juni, Juli, August
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung:
Hinweis:

Geranium x cantabrigiense 'Biokovo' – Cambridge-Storchschnabel

Geranium asphodeloides subsp. asphodeloides
Geranium x cantabrigiense 'Biokovo'
Geranium cinereum subsp. subcaulescens 'Splendens'
Geranium cinereum subsp. subcaulescens
Geranium collinum 'Nimbus'
Geranium dalmaticum
Geranium Gracile-Gruppe 'Sirak'
Geranium ibericum 'Vital'
Geranium macrorrhizum
Geranium maculatum
Geranium x magnificum
Geranium nodosum
Geranium x oxonianum 'Claridge Druce'
Geranium phaeum
Geranium pratense
Geranium pyrenaicum
Geranium renardii
Geranium sanguineum
Geranium sylvaticum
Geranium tuberosum

Der Cambridge-Storchschnabel ist seinen "Eltern", Geranium macrorrhizum und G. dalmaticum, schon sehr ähnlich. Er hat von beiden was, vom Habitus her schlägt eher macrorrhizum durch, von der Blattform dalmaticum. Geranium x cantabrigiense wird überall da empfohlen, wo G. macrorrhizum zu kräftig wächst und G. dalmaticum zu klein ist.

Geranium x cantabrigiense 'Biokovo' – Cambridge-Storchschnabel Normalerweise werden neue Arten einer Gat­tung in der Natur gefunden und in botanischen Gärten oder Gärtnereien erforscht, vermehrt und neue Sorten oder Hybriden daraus gezüchtet. Beim Cambridge-Storchschnabel war es genau umgekehrt, er entstand 1974 aus einer absicht­lichen Kreuzung zwischen G. macrorrhizum und G. dalmaticum in England im Botanischen Garten von Cambridge (daher der Name). Ein Jahr später, 1975, fand Dr. Hans Simon, Gärtner aus Marktheidenfeld, fast die gleiche Kreuzung natürlich entstanden im Biokovo-Gebirge in Dalmatien (Kroatien). Unter dem Sortennamen 'Biokovo' wurde diesem Klon viel "botanische" Aufmerk­samkeit und Ehre zuteil und es gibt ihn noch heute.

Andere – neuere – weiß blühende Züchtungen des Cambridge-Storch­schnabels haben 'Biokovo' inzwischen etwas den Rang abgelau­fen; er muss sich zudem oft den Vorwurf gefallen lassen, mit seinem Blätterdach den Boden nicht dicht genug abzu­schirmen, um alles Unkraut zu unterdrücken. Aber er hält sich dennoch tapfer auf dem umkämpften Garten-Markt.

Geranium x cantabrigiense 'Biokovo' – Cambridge-Storchschnabel
Geranium x cantabrigiense (Cambridge-Storchschnabel) 'Biokovo' – Austrieb

Wie die Eltern verträgt auch das Kind keine Wurzel-Staunässe. Darauf sollten Sie bei der Wahl des Standortes achten. Von einem Platz im Steingarten rate ich ab, wer hat dort schon so viel Fläche, wie sie der 'Biokovo' zur freien Entfaltung benötigt? Machen Sie sich lieber zunutze, dass er sehr trockenheits­verträglich ist und siedeln Sie ihn in einer Gartenecke an, der ansonsten nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt wird. Im Beet (ohne Staunässe!) macht er sich ebenfalls gut zur Vorpflanzung oder um höhere Stauden zu flankieren.

Erwähnenswert ist noch, dass die Blüten beim Garanium x cantabrigiense 'Biokovo' deutlich über dem Laub stehen und wie kleine Schirm­chen über den Blättern tanzen.

Geranium x cantabrigiense 'Biokovo' – Cambridge-Storchschnabel

Wuchshöhe: 25-40 cm
Blütenfarbe: weiß mit rosa
Blütezeit: Mai, Juni, Juli, August, September
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung: Grabstätten
Hinweis: Staunässe im Winter vermeiden, sehr trockenheitsverträglich; unbeständiger Neophyt

Geranium cinereum subsp. subcaulescens 'Splendens' – Aschgrauer Storchschnabel

Geranium asphodeloides subsp. asphodeloides
Geranium x cantabrigiense 'Biokovo'
Geranium cinereum subsp. subcaulescens 'Splendens'
Geranium cinereum subsp. subcaulescens
Geranium collinum 'Nimbus'
Geranium dalmaticum
Geranium Gracile-Gruppe 'Sirak'
Geranium ibericum 'Vital'
Geranium macrorrhizum
Geranium maculatum
Geranium x magnificum
Geranium nodosum
Geranium x oxonianum 'Claridge Druce'
Geranium phaeum
Geranium pratense
Geranium pyrenaicum
Geranium renardii
Geranium sanguineum
Geranium sylvaticum
Geranium tuberosum

Gekauft habe ich diesen Storchschnabel unter der Sortenbezeich­nung 'Splendens'. Während der Blüte sind mir dann Zweifel gekommen, ob das tatsächlich ein 'Splendens' ist, was da in meinem Steingarten so richtig grell magenta­farben leuchtet. Und siehe da – es war nicht die Sorte, sondern die Art.

Bei meinen Recherchen zum richtigen Namen für mein Geranium bin ich auf einen schönen Satz gestoßen: "Geranium cinereum var. subcaulescens 'Splendens'. Verwirrend ist es schon, daß dieser Name meist fälschlich für Geranium cinereum var. subcaulescens vergeben wird." (Coen Jansen, Geranium für den Garten, Verlag Eugen Ulmer, Seite 89) Der Autor äußert sich allerdings nicht näher zu den Gründen für die fälschliche Zuordnung. Wird so etwas praktiziert, weil die Pflanze mit Sorten­bezeich­nung vielleicht 20 oder 50 Cent mehr im Verkauf einbringt? Oder geschieht es aus Unwissenheit? Ein Versehen?

Den Gärtnereien, die die Pflanzen verkaufen, kann man keinen Vorwurf machen. Nur wenige Gärtner vermehren heutzutage die Pflanzen aus ihrem Sortiment noch alle selbst. Die meisten werden als Jung­pflanzen von darauf speziali­sierten Gärtnereien zugekauft, umgetopft ins hauseigene Substrat und schon haben wir die "eigene Kultur". Alles steht und fällt also mit den Jungpflanzen­produ­zenten sowie den Samen­zucht­betrieben. Ordnen die eine Pflanze falsch zu, zieht sich das durch bis zum Endverbraucher und das unter Umständen sogar weltweit.

Auf jeden Fall hat mein Geranium cinereum subsp. subcaulescens, das kein 'Splendens' war, gleich den ersten Winter nicht überlebt – trotz Stein­gartenplatz, trotz gutem Wasserabzug (keine Staunässe, die verträgt dieser Storch­schnabel nämlich gar nicht). Auch dieser Ausfall könnte in der Verant­wortung der "Vorbesitzer" liegen, denn wenn eine Pflanze zu schnell (zu viel Dünger) und/oder im falschen Substrat herangezogen wird, ist sie zu schwach, um mit dem "richtigen Leben" im Garten fertigzuwerden. Vermeiden kann man das nie ganz, solche Pflanzen zu erstehen, aber hellhörig sollten Sie werden, wenn Ihnen zum Beispiel eine Stein­garten­pflanze in erkennbar stark torfhaltigem Substrat angeboten wird.

Zusammenfassend kann man sagen: Wenn Sie eines von beiden – Geranium cinereum subsp. subcaulescens (siehe nächster Artikel mit Tipps zur Vermehrung von beiden) oder die Sorte 'Splendens' mit den wesentlich dezenteren und heller rosa­farbenen Blüten (zudem mit deutlichen weißen Flecken über dem dunklen Schlund) – haben möchten, können Sie nie ganz sicher sein, was Sie bekommen. Das wissen Sie erst, wenn sich die ersten Blüten öffnen.


Geranium cinereum subsp. subcaulescens – Aschgrauer Storchschnabel

Geranium asphodeloides subsp. asphodeloides
Geranium x cantabrigiense 'Biokovo'
Geranium cinereum subsp. subcaulescens 'Splendens'
Geranium cinereum subsp. subcaulescens
Geranium collinum 'Nimbus'
Geranium dalmaticum
Geranium Gracile-Gruppe 'Sirak'
Geranium ibericum 'Vital'
Geranium macrorrhizum
Geranium maculatum
Geranium x magnificum
Geranium nodosum
Geranium x oxonianum 'Claridge Druce'
Geranium phaeum
Geranium pratense
Geranium pyrenaicum
Geranium renardii
Geranium sanguineum
Geranium sylvaticum
Geranium tuberosum

Alles gut bei mir in Garten, obwohl Geranium cinereum subsp. subcaulescens gleich im ersten Winter aufgegeben hat. Es hat sich aber nach der ersten Blüte ausgesät und wächst und gedeiht am neuen, selbst gewählten und ziemlich schattigen Standort (im Beet, nicht im Stein­garten!) seit Jahren.

Geranium cinereum subsp. subcaulescens – Aschgrauer Storchschnabel Schwierig ist lediglich die Kombination mit anderen Stauden, denn die Blüten des Aschgrauen Storchschnabels sind noch einen Tick leuchtender als die von Geranium sanguineum. Meine Empfehlung sind Pflanzen als Nachbarn, die sicher zu anderen Zeiten blühen. Alternativ gehen weiße Blüten natürlich immer und harmonieren mit allem. Schön sehen zu den magentafarbenen Blüten des Geraniums rotlaubige oder rotbraunlaubige Pflanzen aus, beispielsweise das Hain-Veilchen (Viola riviniana Purpurea-Gruppe).

Ich stehe nun noch vor der Aufgabe, meinen Aschgrauen Storchschnabel zu vermehren und den Zöglingen ein passendes trockenes Plätzchen in der Sonne auszusuchen. Die Aussaat von frischem, idealerweise selbst abgenommenem Saatgut ist nicht schwierig: Die Samen in Töpfchen mit Erde legen, leicht mit Erde abdecken und angießen. Warm und hell bei ca. 20 °C aufstellen (eine Glasscheibe auf den Töpfen ist förderlich) und nicht zu schnell die Geduld verlieren. Falls nach vier Wochen nichts oder nicht alles gekeimt ist, werden vorhandene Sämlinge vorsichtig herausge­nommen und in Erdtöpfe vereinzelt (zwei oder drei zusammen, anschließend etwas kühler weiterkultivieren, regelmäßig gießen, nicht ersäufen), die Samentöpfe in eine Plastiktüte gepackt und für vier Wochen in den Kühlschrank gestellt. Danach – mit oder ohne Plastiktüte – wieder bei ca. 20 °C aufstellen.

Geranium cinereum subsp. subcaulescens – Aschgrauer Storchschnabel
Geranium cinereum subsp. subcaulescens (Aschgrauer Storchschnabel) – Austrieb

Stecklingsvermehrung ist ebenfalls möglich. Dazu werden im April oder Mai – vor der Blüte – ausgereifte Stecklinge von Geranium cinereum subsp. subcaulescens geschnitten, in Erd­töpfchen (gern mit Sand vermischt) gesteckt und an einem Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung bei etwa 20 °C gleichmäßig feucht gehalten, bis sie wurzeln und antreiben. Bewährt hat es sich, den Stecklingen eine transparente Plastiktüte überzustülpen, um Verdunstung zu reduzieren und in "gespannter Luft" die Wurzelbildung zu begünstigen. Ein Gewächshaus oder ein Früh­beetkasten wäre prima, damit die Stecklinge vor eventuellen Spätfrösten geschützt sind.

Diese Vermehrungstipps können Sie 1:1 auf die Sorte 'Splendens' von Geranium cinereum subsp. subcaulescens übertragen.

Geranium cinereum subsp. subcaulescens – Aschgrauer Storchschnabel

Wuchshöhe: 10-15 cm
Blütenfarbe: magenta
Blütezeit: Juni, Juli
Lichtverhältnisse: sonnig
Bodenverhältnisse: trocken
Verwendung:
Hinweis: Staunässe vermeiden

Geranium collinum 'Nimbus' – Hügel-Storchschnabel

Geranium asphodeloides subsp. asphodeloides
Geranium x cantabrigiense 'Biokovo'
Geranium cinereum subsp. subcaulescens 'Splendens'
Geranium cinereum subsp. subcaulescens
Geranium collinum 'Nimbus'
Geranium dalmaticum
Geranium Gracile-Gruppe 'Sirak'
Geranium ibericum 'Vital'
Geranium macrorrhizum
Geranium maculatum
Geranium x magnificum
Geranium nodosum
Geranium x oxonianum 'Claridge Druce'
Geranium phaeum
Geranium pratense
Geranium pyrenaicum
Geranium renardii
Geranium sanguineum
Geranium sylvaticum
Geranium tuberosum

Geranium collinum 'Nimbus' – Hügel-Storchschnabel, Blüte Einen kompakten Storchschnabel-Horst sollten Sie beim 'Nimbus' während der Blüte bestenfalls für einige Tage erwarten, dann können die stetig weiterwachsenden Blütentriebe nicht mehr anders: sie legen sich auf den Boden. Da ist schnell mal ein Quadratmeter voll. Als Boden­decker taugt 'Nimbus' allerdings nicht, dazu sind die Triebe dann doch zu wenig und ist das Laub zu filigran, als dass es "dicht machen" könnte. Bestechend sind allerdings die lange Blütezeit bis in den August hinein (fängt schon im Juni an zu blühen) und die großen, blauvioletten (je nach den Lichtverhältnissen auch violettblauen) Blütenschalen mit der purpurnen Aderung und der weißen Mitte.

Geranium collinum 'Nimbus' – Hügel-Storchschnabel So richtig weiß ich nicht, wohin diese Storch­schnabel-Hybride mit dem speziellen Wuchs wirklich passt. Als Pflanznachbarin finde ich sie ungeeignet und zu unberechenbar. Als Beetstaude sollte sie ohnehin nur am Rand Verwendung finden, inmitten anderer Stauden und Ziergräser dürfte sie ob ihres niedrigen Wuchses untergehen und es könnte der Eindruck einer großen Lücke in der Pflanzung entstehen. Also empfiehlt sich doch eher Einzel­stellung oder vielleicht ein Platz am Rand von Hecken (die Pflanze kommt mit dem Wurzeldruck von Gehölzen ganz gut zurecht), um einen Übergang zum Staudengarten zu schaffen.

Geranium collinum 'Nimbus' – Hügel-Storchschnabel, Austrieb
Geranium collinum (Hügel-Storchschnabel) 'Nimbus' – Austrieb

Eines muss man der 'Nimbus' jedoch lassen: Diese Sorte ist anspruchslos und pflegeleicht. Für eine gepflegtere Optik sollten im Sommer die verblühten Blütentriebe abgeschnitten werden. Die Pflanzen blühen an den langen Trieben noch im August, während sich in der Mitte aus dem Horst bereits der Neuaustrieb schiebt; spätestens dann ist es Zeit dafür. Im Frühling wird nur noch das alte Laub weggeputzt. Gießen ist nur bei starker Trockenheit nötig und das ist selbst dann nicht sehr häufig und regel­mäßig erforderlich. Am Standort ist volle Sonne ebenso willkommen wie leichter Schatten.

Der Sortenname 'Nimbus' scheint mir doch etwas hochgegriffen, und die arme Pflanze ist in der Pflicht, vermag jedoch nicht zu halten, was ihr Name vollmundig verspricht: "Glanzvoller Ruhm" oder ein "Heiligenschein" sind da – für mich – schwerlich zu entdecken.

Geranium collinum 'Nimbus' – Hügel-Storchschnabel

Wuchshöhe: 40-70 cm
Blütenfarbe: blauviolett
Blütezeit: Juni, Juli, August
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung:
Hinweis: Blütentriebe legen sich auf den Boden

Geranium dalmaticum – Dalmatiner Storchschnabel

Geranium asphodeloides subsp. asphodeloides
Geranium x cantabrigiense 'Biokovo'
Geranium cinereum subsp. subcaulescens 'Splendens'
Geranium cinereum subsp. subcaulescens
Geranium collinum 'Nimbus'
Geranium dalmaticum
Geranium Gracile-Gruppe 'Sirak'
Geranium ibericum 'Vital'
Geranium macrorrhizum
Geranium maculatum
Geranium x magnificum
Geranium nodosum
Geranium x oxonianum 'Claridge Druce'
Geranium phaeum
Geranium pratense
Geranium pyrenaicum
Geranium renardii
Geranium sanguineum
Geranium sylvaticum
Geranium tuberosum

Der botanische Name und sein deutsches Pendant Dalmatiner Storch­schnabel verraten das natürliche Vorkommen von Geranium dalmaticum an der Ostküste des Adriatischen Meeres von Kroatien bis Albanien. Das ist bereits ein Hinweis auf seinen bevorzugten Standort, nämlich sonnig und trocken. Seine Rhizomwurzeln neigen bei zu viel Feuchtigkeit (auch im Sommer!) zum Faulen, darin ist es Geranium sanguineum sehr ähnlich.

Geranium dalmaticum – Dalmatiner Storchschnabel G. dalma­ticum ist ein zierlicher Storch­schnabel, niedrig im Wuchs und trotz seiner unterirdischen Wurzelausläufer nicht übermäßig raumgrei­fend. Der ideale Platz für ihn ist deshalb ein Stein­garten, sonnige Seite, alternativ kann man ihn auch in Mauerritzen oder Trockenmauern ansiedeln. Wichtig ist halt ein durchlässiger Boden.

Ich habe den Dalmatiner Storchschnabel unter anderem im Staudenbeet einquartiert. Dort hält er sich zwar schon einige Jahre ganz wacker, blüht jedoch nicht zufrieden­stellend. Das Nährstoffangebot ist eben doch zu üppig. Ein anderes Exemplar am Fuß des Steingartens (aus Platzmangel im Steingarten) wächst (und blüht) deutlich besser; der Boden dort ist mager und einigermaßen durchlässig.

Geranium dalmaticum – Dalmatiner Storchschnabel, Austrieb
Geranium dalmaticum (Dalmatiner Storchschnabel) – Austrieb

Selbst am idealen Standort wird Geranium dalmaticum mit der Zeit übrigens blühmüde. In diesem Fall sollte man die Pflanze heraus­nehmen, teilen und nur die äußeren, jüngeren Pflanzen­teile topfen und weiterkultivieren. Der Mittelteil ist dann meist verholzt und taugt nichts mehr. Mit dieser Methode vermeidet man zudem, dass das hübsche Polster in der Mitte verkahlt.

Nächste Frage: Was passt zu dem kräftigen Rosa des Dalmatischen Storchschnabels? Ich würde Stauden mit weißer oder kräftig violettblauer Blütenfarbe wählen, vielleicht die Matten bildende Petrorhagia saxifraga (Steinbrech-Felsennelke – weiß) und die horstige Campanula glomerata (Knäuel-Glockenblume – violettblau). Schön dazu wirken die nicht wegen ihrer Blüten gepflanzten Kräuter Satureja montana (Berg-Bohnenkraut) und Thymus vulgaris (Echter Thymian).

Geranium dalmaticum – Dalmatiner Storchschnabel

Wuchshöhe: 18-23 cm
Blütenfarbe: rosa
Blütezeit: Juni, Juli
Lichtverhältnisse: sonnig
Bodenverhältnisse: trocken
Verwendung:
Hinweis: Staunässe vermeiden

Geranium Gracile-Gruppe 'Sirak' – Zierlicher Storchschnabel

Geranium asphodeloides subsp. asphodeloides
Geranium x cantabrigiense 'Biokovo'
Geranium cinereum subsp. subcaulescens 'Splendens'
Geranium cinereum subsp. subcaulescens
Geranium collinum 'Nimbus'
Geranium dalmaticum
Geranium Gracile-Gruppe 'Sirak'
Geranium ibericum 'Vital'
Geranium macrorrhizum
Geranium maculatum
Geranium x magnificum
Geranium nodosum
Geranium x oxonianum 'Claridge Druce'
Geranium phaeum
Geranium pratense
Geranium pyrenaicum
Geranium renardii
Geranium sanguineum
Geranium sylvaticum
Geranium tuberosum

'Sirak' wird häufig als Geranium gracile verkauft, korrekter ist für diese Kreuzung aus Geranium gracile und Geranium ibericum allerdings die Bezeichnung Geranium Gracile-Gruppe.

Geranium Gracile-Gruppe 'Sirak' – Zierlicher Storchschnabel Der Zierliche Storch­schnabel ist ein Geranium für die Schatten­gärtner. Die Sorte 'Sirak' bringt alle Vorzüge von G. gracile mit und verträgt halbschattige bis schattige Standorte deshalb problemlos, solange der Boden nicht zu trocken ist (für trockenen Schatten ist Geranium nodosum der Spezialist schlechthin). Ideal also zur Gehölzunterpflanzung, denn selbst wenn Bäume und Sträucher den Löwenanteil an Boden­feuch­tigkeit für sich beanspruchen, gibt es immer noch die Möglichkeit zu gießen und den 'Sirak' punkt­genau mit einer ausreichenden Menge Wasser zu versorgen.

Diesen Teil der Pflege sollte man nicht vernach­lässigen, dann tut der 'Sirak' im Mai/Juni, was er tun muss: er blüht, und zwar überreich und über Wochen. Nach einem Rückschnitt der verblühten Triebe eventuell sogar noch ein zweites Mal im Herbst.

Geranium Gracile-Gruppe 'Sirak' – Zierlicher Storchschnabel Die großen, kräftig violettrosa Blüten (auf der Farbskala der englischen Royal Horticultural Society als hellpurpur bezeichnet – Hinweis: Link zur RHS eventuell zweimal anwählen oder Browser aktualisieren) kommen in schattigeren Gartenbereichen besonders gut zur Geltung, in der Sonne "verblassen" sie regelrecht. Und daher sollte man – obschon der 'Sirak' Sonne ebenfalls toleriert – einen zumindest leicht beschatteten Pflanzplatz wählen.

Geranium Gracile-Gruppe 'Sirak' – Zierlicher Storchschnabel, Austrieb
Geranium Gracile-Gruppe (Zierlicher Storchschnabel) 'Sirak' – Austrieb

"Kühl" sollte der Standort auf alle Fälle sein, denn der 'Sirak' verträgt es nicht so gut, wenn sich die (Sommer-)Hitze so richtig am Pflanz­platz staut. Der "Dampf" muss stets gut abziehen können.

Es muss nicht immer Gehölzunter­pflanzung oder der Gehölzrand sein, der 'Sirak' macht sich ebenso gut im Schatten- oder Halbschattenbeet neben anderen Stauden. Bei seiner doch sehr dominierenden Blütenfarbe genügt es vollauf, Blattschmuck­stauden mit ihm zu kombinieren. Ich denke da an Hosta-Arten (Funkien), an Heuchera americana 'Palace Purple' (Hohes Purpurglöckchen) und Bergenia cordifolia (Altai-Bergenie). Ziergräser sollten in dieser Pflanzen­gesellschaft selbstver­ständlich nicht fehlen. Dafür kommen zum Beispiel Carex morrowii 'Variegata' (Japan-Segge) oder Sesleria heufleriana (Grünes Kopfgras) infrage.

Geranium Gracile-Gruppe 'Sirak' – Zierlicher Storchschnabel

Wuchshöhe: 40-65 cm
Blütenfarbe: violettrosa
Blütezeit: Juni, Juli
Lichtverhältnisse: absonnig, halbschattig-schattig
Bodenverhältnisse: frisch
Verwendung:
Hinweis: bevorzugt kühle Standorte

Geranium ibericum 'Vital' – Iberischer Storchschnabel, Pracht-Storchschnabel, Herzblättriger Storchschnabel, Behaarter Storchschnabel

Geranium asphodeloides subsp. asphodeloides
Geranium x cantabrigiense 'Biokovo'
Geranium cinereum subsp. subcaulescens 'Splendens'
Geranium cinereum subsp. subcaulescens
Geranium collinum 'Nimbus'
Geranium dalmaticum
Geranium Gracile-Gruppe 'Sirak'
Geranium ibericum 'Vital'
Geranium macrorrhizum
Geranium maculatum
Geranium x magnificum
Geranium nodosum
Geranium x oxonianum 'Claridge Druce'
Geranium phaeum
Geranium pratense
Geranium pyrenaicum
Geranium renardii
Geranium sanguineum
Geranium sylvaticum
Geranium tuberosum

Von vital kann man bei 'Vital' bei mir im Garten nicht sprechen. Eine Wuchshöhe von etwa 50 cm hat er zwar erreicht, doch in der Breite tut sich nichts oder zumindest nicht viel. Dabei ließ die Qualität der gekauften Pflanzen nichts zu wünschen übrig, für ausreichend Boden­feuch­tigkeit (Geranium ibericum 'Vital' mag es lieber trocken) wurde in den ersten beiden nieder­schlagsarmen Jahren nach dem Pflanzen gesorgt; im dritten Jahr könnte es ihm höchstens zu feucht geworden sein.

Geranium ibericum 'Vital' – Iberischer Storchschnabel
G. ibericum (Iberischer Storchschnabel) 'Vital' – Blütenfarbe in der Sonne

Woran es also liegt, dass sich dieser Storch­schna­bel bei mir so anders verhält als gemeinhin beschrieben – ich weiß es (noch) nicht. Von Konkurrenzstärke und unbandigem Wachstum kann jedenfalls nicht die Rede sein. Kann es einem anspruchs­losen Storchschnabel, der in jedem (Garten-)Boden gedeihen soll, an Nährstoffen fehlen? Kommt er mit (stellenweise verdichteten) schweren Lehmböden nicht zurecht? Ich kann es nicht sagen.

Geranium ibericum 'Vital' – Iberischer Storchschnabel
G. ibericum (Iberischer Storchschnabel) 'Vital' – Blütenfarbe im Schatten

Wunder sollten Sie vom Iberischen Storch­schnabel daher in den ersten Jahren nach dem Einsetzen schon mal nicht erwarten, besonders sich nicht darauf verlassen, dass er nach dem Pflanzen gleich richtig loszahnt. Es gibt ja auch Pflanzen, die brauchen eine gefühlte Ewigkeit, um sich irgendwo zu etablieren. Verzichten sollte man aufgrund dieser (vorläufigen) Erfahrungen auf Geranium ibericum 'Vital' nicht zwangsläufig, sondern nur die Erwartungen etwas zurück­schrauben.

Sehr überzeugend an 'Vital' sind unbedingt die großen, blauvioletten Schalenblüten mit der schönen, rötlichen Aderung und der "aufgeräumte" stabile Wuchs. Der Iberische Storchschnabel wird nach der Blüte in der Regel nicht unansehnlich und braucht deshalb auch keinen Rückschnitt (schaden tut ein Schnitt freilich auch nicht). Ein nettes Plätzchen im Staudenbeet ist er damit allemal wert. Vielleicht nicht unbedingt in der Nähe empfindlicher Pflanzen, denn wer weiß, wie vital sich 'Vital' in anderen Gärten gebärdet.

Geranium ibericum 'Vital' – Iberischer Storchschnabel, Pracht-Storchschnabel, Herzblättriger Storchschnabel, Behaarter Storchschnabel

Wuchshöhe: 80-90 cm
Blütenfarbe: blauviolett
Blütezeit: Mai, Juni
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung:
Hinweis:

Geranium macrorrhizum – Felsen-Storchschnabel, Balkan-Storchschnabel

Geranium asphodeloides subsp. asphodeloides
Geranium x cantabrigiense 'Biokovo'
Geranium cinereum subsp. subcaulescens 'Splendens'
Geranium cinereum subsp. subcaulescens
Geranium collinum 'Nimbus'
Geranium dalmaticum
Geranium Gracile-Gruppe 'Sirak'
Geranium ibericum 'Vital'
Geranium macrorrhizum
Geranium maculatum
Geranium x magnificum
Geranium nodosum
Geranium x oxonianum 'Claridge Druce'
Geranium phaeum
Geranium pratense
Geranium pyrenaicum
Geranium renardii
Geranium sanguineum
Geranium sylvaticum
Geranium tuberosum

Den Felsen- oder Balkan-Storchschnabel zähle ich zu den Blattschmuckstauden. Seine Blätter sind groß (allerdings nicht bis 20 cm breit, wie oft zu lesen ist), samtig (behaart wie die ganze Pflanze) und färben im Herbst kräftig rot.

Geranium macrorrhizum 'Ingwersen' mit Alchemilla mollis
Geranium macrorrhizum (Felsen-Storchschnabel) 'Ingwersen' mit Alchemilla mollis (Weicher Frauenmantel) (links)

Geranium macrorrhizum im Frühling – Felsen-Storchschnabel
Geranium macrorrhizum (Felsen-Storchschnabel) im Frühling

Fast alle Sorten dieser Geranium-Art sind "immergrün"; die alten Blätter sterben im Lauf des Winters, die letzten erst mit dem Neuaus­trieb im Frühjahr ab. Die Pflanzen sollten im Herbst deshalb gegebenenfalls grob von herab­fallendem Laub von Bäumen und Sträuchern befreit werden, weil sie ja selbst im Winter "Licht und Luft" zum Leben brauchen. Bei allen Pflege­arbeiten sollte man ein bisschen vorsichtig zu Werke gehen, denn der Felsen-Storchschnabel ist ein bevorzug­ter Rückzugs- und Überwin­terungsort der geschützten Weinberg- und anderer Gehäuse-Schnecken (ohne dass sie die Pflanzen kahl fressen).

Geranium macrorrhizum wird mit Vorliebe in Parkanlagen und an anderen öffentlichen Plätzen eingesetzt, weil es sich als Flächen­decker mit seinen unterirdischen Rhizomen ausbreitet und schnell Teppiche bildet, unter denen sich kaum mehr ein Unkräutlein blicken lässt. Dramatisch ist der Ausbreitungsdrang jedoch nicht: In meinem Garten bleibt der Felsen-Storchschnabel eigent­lich ziemlich brav dort, wo er hingepflanzt wurde. – Die flächen­deckende Wirkung wird haupt­säch­lich über die Dichte der Pflanzung erzielt und über die langen, braunen, nieder­liegenden oberir­dischen Triebe, die eine stattliche Ausbreitung nur vortäuschen und problemlos abgerissen oder mit der Gartenschere zurückgeschnitten werden können. Das reduziert den Flächenverbrauch und der frische Austrieb wirkt zudem adretter als die alten Triebe.

Der Verwendung im öffentlichen Grün (da erfolgt der "Rückschnitt" oft mit dem Rasenmäher) ist natürlich auch recht zuträglich, dass Geranium macrorrhizum pflegeleicht ist, solange es nicht zu sonnig steht; an einem sonnigen Standort braucht es reichlich Wasser, um keine Blattschäden davon­zutragen. Außerdem gedeiht es selbst unter Gehölzen prächtig. Vorteile, die wir uns – wie die Garten- und Landschafts­architekten oder Land­schaftsgärtner – auch im eigenen Garten zunutze machen sollten.

Wie Sie den Balkan-Storchschnabel problemlos vermehren

Geranium macrorrhizum – Felsen-Storchschnabel, Trieb
Geranium macrorrhizum (Felsen-Storchschnabel) 'Ingwersen' – Frühjahrstrieb

Die Vermehrung des Balkan-Storch­schnabels bereitet bei seiner Wüchsig­keit keinerlei Schwierigkeiten: Teilung. Wo sich im Frühling an den Randlagen der Pflanze frischer Austrieb findet, kann er abgestochen und getopft oder gleich am neuen Standort eingepflanzt werden. Die Triebspitzen kann man zudem als Stecklinge nehmen und vermehren. Sie werden abgeschnit­ten, in Töpfchen mit Erde gesteckt und bei ca. 20 °C geschützt aufgestellt, bis sie ordentlich Wurzeln gebildet haben (die Erde nicht austrock­nen lassen). Vorteilhaft ist es, eine transparente Plastiktüte darüber­zustülpen, die sorgt für "ge­spannte Luft". Selbstaussaat im Garten kommt bei G. macrorrhizum selten vor, die Aussaat im Haus gelingt jedoch leicht.

Geranium macrorrhizum 'Purpurrot' – Balkan-Storchschnabel
Geranium macrorrhizum (Felsen-Storchschnabel) 'Purpurrot'

Wer den Balkan-Storchschnabel selbst vermehrt, wird schnell den klitzekleinen Nachteil bemerken, den der Storchschnabel vielleicht hat: Seine Blätter verströmen beim Berühren einen intensiven Geruch, den man mögen muss. Für meine Nase riechen sie nach Moschus und angenehm, aber da kann man gern anderer Meinung sein. Es kommt zwar selten vor, aber es passiert, dass jemand sagt "Die stinken!". Je nach Sorte und Standort ist der Duft zudem immer wieder etwas anders. Nachdem der dieser Geruch nicht allein durch Luftbewe­gungen wahrzunehmen ist, sondern nur dann, wenn die Blätter berührt werden, bleibt er auf Pflegearbeiten oder eben die Vermehrung beschränkt. Und nachdem diese Geranium-Art so gut wie keine Pflege braucht …

Dass Geranium macrorrhizum im Winter grün – immergrün also, besser gesagt "herbstrot" – ist, können Sie gut für die Herbst- und Winterbe­pflanzung von halbschattig bis absonnig aufge­stellten Kästen und Trögen nutzen. In solchen "Kulturlandschaften" wirkt es besonders schön zusammen mit ebenfalls immergrünen niedrigen Gräsern; passen würden da zum Beispiel Carex buchananii, die Fuchsrote Segge, oder Carex morrowii 'Variegata', die Japan-Segge.

Geranium macrorrhizum 'Czakor' – Felsen-Storchschnabel, Balkan-Storchschnabel

Geranium macrorrhizum 'Czakor' – Felsen-Storchschnabel, Balkan-Storchschnabel

Wuchshöhe: 20-25 cm
Blütenfarbe: purpurrosa
Blütezeit: Juni, Juli
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung: Steingarten; Gruppenpflanzung
Hinweis: eingebürgerter Neophyt

Geranium macrorrhizum 'Ingwersen' – Felsen-Storchschnabel, Balkan-Storchschnabel

Geranium macrorrhizum 'Ingwersen' – Felsen-Storchschnabel, Balkan-Storchschnabel

Wuchshöhe: 25-47 cm
Blütenfarbe: rosa-weiß
Blütezeit: Juni, Juli
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung: Gruppenpflanzung
Hinweis: eingebürgerter Neophyt

Geranium macrorrhizum 'Purpurrot' – Felsen-Storchschnabel, Balkan-Storchschnabel

Geranium macrorrhizum 'Purpurrot' – Felsen-Storchschnabel, Balkan-Storchschnabel

Wuchshöhe: 20-25 cm
Blütenfarbe: purpurviolett
Blütezeit: Mai, Juni
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung: Steingarten; Gruppenpflanzung
Hinweis: eingebürgerter Neophyt

Geranium macrorrhizum 'Spessart' – Felsen-Storchschnabel, Balkan-Storchschnabel

Geranium macrorrhizum 'Spessart' – Felsen-Storchschnabel, Balkan-Storchschnabel

Wuchshöhe: 20-40 cm
Blütenfarbe: weiß mit rosafarbenem Hauch
Blütezeit: Juni, Juli
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung: Gruppenpflanzung
Hinweis: orange-kupferrote Herbstfärbung; eingebürgerter Neophyt

Geranium maculatum – Gefleckter Storchschnabel

Geranium asphodeloides subsp. asphodeloides
Geranium x cantabrigiense 'Biokovo'
Geranium cinereum subsp. subcaulescens 'Splendens'
Geranium cinereum subsp. subcaulescens
Geranium collinum 'Nimbus'
Geranium dalmaticum
Geranium Gracile-Gruppe 'Sirak'
Geranium ibericum 'Vital'
Geranium macrorrhizum
Geranium maculatum
Geranium x magnificum
Geranium nodosum
Geranium x oxonianum 'Claridge Druce'
Geranium phaeum
Geranium pratense
Geranium pyrenaicum
Geranium renardii
Geranium sanguineum
Geranium sylvaticum
Geranium tuberosum

Geranium maculatum – Gefleckter Storchschnabel Nach dem, was in der Fachliteratur über Geranium maculatum zu lesen ist, scheint es in seiner Heimat in der östlichen Hälfte von Nordamerika fast schon ein Unkraut zu sein. Davon ist es bei uns weit entfernt – im Gegenteil: Bei mir im Garten ist der Gefleckte Storch­schnabel ein Vagabund, der mal hier, mal da auftaucht, gerade so, wie es ihm passt. Nur richtig üppige Büsche, am besten noch integriert in eine Stauden­gesellschaft, die wachsen bei mir nicht.

Geranium maculatum – Gefleckter Storchschnabel, Austrieb
Geranium maculatum (Gefleckter Storchschnabel) – Austrieb (links ist die Rhizomverdickung zu sehen)

Da spielen eben mehr Faktoren eine Rolle als bloß Boden­feuch­tig­keit und Licht­ver­hältnisse. Ich nehme mal an, mein Garten­boden ist nicht humos genug. Aber zu trocken dürfte es ihm ebenfalls sein. Zwar verfügt das Rhizom (das ist der Wurzeltyp) von Geranium maculatum über eine (stets wenigstens zum Teil über der Erd­ober­fläche liegende) Verdickung, in der Wasser und Nährstoffe für schlechte Zeiten gespeichert werden, doch irgendwann ist halt mal Schluss und das Reservoir leer. In besseren Böden mit besserer (regelmäßigerer) Wasserver­sorgung kann der Gefleckte Storchschnabel durchaus eine dankbare und ausdauernde Staude sein, aber das erfordert Aufmerksamkeit und Pflege.

Irgendwo tauchen bei mir im Garten fast jedes Jahr Sämlinge auf, ältere Exemplare gibt es nur hin und wieder. Dank der frühen Blütezeit im Mai fallen die blass rosavioletten Blüten (es gibt auch dunklere Typen) mit dem weißen "Auge" auf, denn der Garten wirkt um diese Jahreszeit noch irgendwie aufgeräumt und übersichtlich, das ganz große Blütenkino hat ja noch nicht begonnen.

Geranium maculatum – Gefleckter Storchschnabel, Blüte In meinem Fall ist es wirklich ein Segen, dass sich Geranium maculatum reichlich selbst aussät, sonst hätte ich es längst verloren. Wo es prächtig gedeiht und reich blüht, sollten die verblühten Blütenstände dagegen unbedingt abgeschnitten werden. Der Rückschnitt verhin­dert unkontrollierte (und unkontrollierbare) Selbstaus­saat und sorgt dafür, dass der Gefleckte Storch­schnabel im Herbst ein zweites Mal blüht.

Etwas verwirrend ist bei Geranium maculatum die Namens­gebung – botanisch und davon abgeleitet deutsch: lat. maculátus = gefleckt, fleckig. Gefleckt oder fleckig ist an Geranium maculatum aber gar nichts, nicht die Blätter, nicht der Stiel, nicht die Blüten(‑blätter). Wie mag man darauf gekommen sein?

Geranium maculatum – Gefleckter Storchschnabel

Wuchshöhe: 45-65 cm
Blütenfarbe: violettrosa
Blütezeit: Mai, Juni, Juli
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: frisch
Verwendung:
Hinweis:

Geranium x magnificum – Pracht-Storchschnabel

Geranium asphodeloides subsp. asphodeloides
Geranium x cantabrigiense 'Biokovo'
Geranium cinereum subsp. subcaulescens 'Splendens'
Geranium cinereum subsp. subcaulescens
Geranium collinum 'Nimbus'
Geranium dalmaticum
Geranium Gracile-Gruppe 'Sirak'
Geranium ibericum 'Vital'
Geranium macrorrhizum
Geranium maculatum
Geranium x magnificum
Geranium nodosum
Geranium x oxonianum 'Claridge Druce'
Geranium phaeum
Geranium pratense
Geranium pyrenaicum
Geranium renardii
Geranium sanguineum
Geranium sylvaticum
Geranium tuberosum

Wenn ein Buch über Storchschnabel mit 140 Seiten mit zehn farbigen Abbild­ungen (teilweise mehr als einseitige) allein von einer Geranium-Art aufwartet, sagt das eigentlich schon alles (Coen Jansen, Geranium für den Garten, Verlag Eugen Ulmer, ISBN 3-8001-6613-5): Geranium x magnificum ist einer der wichtigsten Storch­schnäbel für den Garten, wenn nicht sogar der wichtigste.

Geranium x magnificum – Pracht-Storchschnabel Klar, der Pracht-Storch­schnabel bildet im Lauf der Jahre schon mächtige Horste, aber dass er dabei benachbarte Pflanzen "niederbügelt", habe ich noch nicht erlebt. Man muss dem halt schon bei der Pflanzung Rechnung tragen und darf ihm nicht mit anderen Pflanzen bis auf zehn oder 20 Zentimeter auf die Pelle rücken. Dieser Fehler wird ja auch bei anderen Pflanzen nur zu gern gemacht, weil es schließlich von Anfang an nach etwas aussehen soll. Dass aus Pflänzchen Pflanzen werden, bleibt dabei unberücksichtigt, und schon hat man den Salat. Geduld und ein paar kurzlebige Stauden als Lückenfüller wären besser (vielleicht Digitalis purpurea – unser einheimischer Roter Fingerhut oder Gaura lindheimeri – Prachtkerze).

Machen Sie sich die Wüchsigkeit von Geranium x magnificum stattdessen zunutze, indem Sie es mit Pflanzen kombinieren, die Sie sich andern­orts nicht anzusiedeln trauten, weil sie zum Beispiel Ausläufer machen und wuchern. Lysimachia fällt mir da spontan ein, etwa die punctata (Gold-Felberich, von dem ich sonst unbedingt abrate, sofern man keinen Park besitzt) oder die clethroides (Schnee-Felberich).

Geranium x magnificum – Pracht-Storchschnabel, Austrieb
Geranium x magnificum (Pracht-Storchschnabel) – Austrieb

Eine Blüten­farbe wie beim Pracht-Storch­schnabel findet sich so schnell nicht wieder für den Garten: Seine großen Schalen­blüten beeindrucken mit einem ebenso samtigen wie leuchtenden Blauviolett bis Rotviolett – je nach Tageszeit beziehungs­weise Lichtverhältnissen. Die gute Nachricht: G. x magnificum kann sich nicht aussäen, seine Blüten sind steril. Das gibt es bei Kreuz­ungen ja häufig (die Eltern von Geranium x magnificum sind G. ibericum und G. platypetalum). Jetzt noch die schlechte: Der Pracht-Storchschnabel blüht nur einmal im Jahr im Juni (manchmal schon im Mai, manchmal noch im Juli), dann ist Schluss. Und alle sind traurig, sowie das letzte Blütenblatt zu Boden fällt.

Geranium x magnificum – Pracht-Storchschnabel

Wuchshöhe: 40-70 cm
Blütenfarbe: blauviolett
Blütezeit: (Mai), Juni, Juli
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: frisch
Verwendung:
Hinweis: steril; unbeständiger Neophyt

Geranium nodosum – Knotiger (Bergwald-)Storchschnabel

Geranium asphodeloides subsp. asphodeloides
Geranium x cantabrigiense 'Biokovo'
Geranium cinereum subsp. subcaulescens 'Splendens'
Geranium cinereum subsp. subcaulescens
Geranium collinum 'Nimbus'
Geranium dalmaticum
Geranium Gracile-Gruppe 'Sirak'
Geranium ibericum 'Vital'
Geranium macrorrhizum
Geranium maculatum
Geranium x magnificum
Geranium nodosum
Geranium x oxonianum 'Claridge Druce'
Geranium phaeum
Geranium pratense
Geranium pyrenaicum
Geranium renardii
Geranium sanguineum
Geranium sylvaticum
Geranium tuberosum

Geranium nodosum – Knotiger (Bergwald-)<wbr>Storchschnabel Trocken, vielleicht auch noch halbschattig oder schattig? – Für den Knotigen Bergwald-Storchschnabel (ausnahms­weise geht der botanische Name geradezu leicht über die Lippen) kein Problem, denn er ist Spezialist für diese Extremstandorte. Ein Problem hat wohl eher derjenige, der an solch einem pflanzen­feindlichen Platz (außer für das, was wir "Unkraut" nennen) gern "Prachtstauden" kultivieren möchte. Mit Riesenblüten und einer spektakulären Blütenfarbe kann Geranium nodosum jedoch nicht aufwarten. Aber es blüht – zudem noch an solch einer schwie­rigen Stelle. Was wollen wir also mehr?

Die Blütezeit erstreckt sich über den langen Zeitraum vom Früh­sommer bis zum Herbst, in der der Bergwald-Storch­schnabel nicht übermäßig viele Blüten auf einmal macht, dafür aber stetig Knospen ansetzt.

Geranium nodosum – Knotiger (Bergwald-)<wbr>Storchschnabel Das Foto zeigt übrigens sehr anschaulich, was Standort, Wasserzufuhr und Licht­verhältnisse für unsere Pflanzen bedeuten: In meiner Hand halte ich die Blüte eines Geranium nodosum, das im Garten ausgepflanzt ist; die beiden anderen Blüten trägt eine Pflanze, die im Topf im Staudenquartier steht – richtig schattig, im Frühjahr gedüngt und immer mit ausreichend Wasser versorgt. So viel zum Thema Wuchsverhalten und Blütenfarbe …

Um G. nodosum im Garten zu erhalten, sollten Sie ihm gestatten, sich auszusäen. Denn auf die in manchen Gartenbüchern beschriebene Ausbreitung über Ausläufer können wir lange warten, zumindest bei mir im Garten wollte sie sich nicht einstellen, da wächst die Art nodosum horstig. Mit ein paar zusätzlichen Sämlingen jedes Jahr gehen Sie daher auf Nummer sicher.

Geranium nodosum – Knotiger (Bergwald-)<wbr>Storchschnabel
Geranium nodosum (Knotiger Bergwald-Storchschnabel) – Austrieb

Falls Sie Geranium nodosum für sein Spezialgebiet benötigen, dort wo es trocken und schattig ist, wird es mit Begleitpflanzen natürlich schwierig. Bei uns steht er neben bzw. zwischen Helleborus niger (Christrose oder Lenzrose) bei einem Ahorn. Da macht er sich ganz gut, diese Nachbarschaft birgt allerdings die Gefahr, dass der Helleborus überhandnimmt und der Knotige Bergwald-Storchschnabel untergeht. Inzwischen hat sich auch noch ein Acanthus hungaricus (Ungarischer Bärenklau) in seine Richtung auf den Weg gemacht. Das zeugt zwar von der Wüchsigkeit und Robustheit des Akanthus, wenn er Wurzel­bereiche von Gehölzen nicht scheut, nur in diesem Fall leider zu Ungunsten des Storchschnabels, denn irgendwann ist's mal gut mit Wurzeldruck und Belästigungen. Am besten bekommt G. nodosum eben doch eine Solostellung, um seine Wirkung voll entfalten zu können.

Geranium nodosum – Knotiger (Bergwald-)Storchschnabel

Wuchshöhe: 20-50 cm
Blütenfarbe: lilarosa
Blütezeit: Juni, Juli, August, September, Oktober
Lichtverhältnisse: halbschattig bis schattig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung: Steingarten
Hinweis: glänzendes Laub; in Einbürgerung befindlicher Neophyt

Geranium x oxonianum 'Claridge Druce' – Oxford-Storchschnabel

Geranium asphodeloides subsp. asphodeloides
Geranium x cantabrigiense 'Biokovo'
Geranium cinereum subsp. subcaulescens 'Splendens'
Geranium cinereum subsp. subcaulescens
Geranium collinum 'Nimbus'
Geranium dalmaticum
Geranium Gracile-Gruppe 'Sirak'
Geranium ibericum 'Vital'
Geranium macrorrhizum
Geranium maculatum
Geranium x magnificum
Geranium nodosum
Geranium x oxonianum 'Claridge Druce'
Geranium phaeum
Geranium pratense
Geranium pyrenaicum
Geranium renardii
Geranium sanguineum
Geranium sylvaticum
Geranium tuberosum

Geranium x oxonianum 'Claridge Druce' – Oxford-Storchschnabel, Blüte Bereits seit über 100 Jahren wird die Sorte 'Claridge Druce' in den Gärten kultiviert, aber erst 1960 hat sie ihren Sortennamen (nach dem Botaniker, der sie entdeckt hat) erhalten. 'Claridge Druce' ist ein Zufallssämling, eine Kreuzung aus Geranium endressii und Geranium versicolor, wie er überall entstehen könnte, wo diese beiden Geranium-Arten nicht weit voneinander entfernt wachsen – also auch in Ihrem Garten.

Zu Sortenrang hat es die Hybride gebracht, weil sie halt doch ein paar mehr gute Eigenschaften aufweist als andere Hybriden aus Geranium endressii und G. versicolor: Geranium x oxonianum 'Claridge Druce' wächst unbandig, wo ihm der Boden zusagt (locker, nährstoffreich, immer ausreichend feucht), und seine zartrosa Blüten mit der dunkleren Aderung sind zwar nicht groß, aber auch nicht mini. 'Claridge Druce' ist tatsächlich die am stärksten wachsende Sorte unter vielen von Geranium x oxonianum.

Geranium x oxonianum 'Claridge Druce' – Oxford-Storchschnabel Ich habe mir 'Claridge Druce' in den Garten geholt, um von ihrer hervorstechendsten Eigenschaften zu profitieren: ihrer Wuchskraft. Dieser Storchschnabel soll bei mir in einer Hecke bodendeckerartig dicht machen und das Unkraut unterdrücken. Das macht er teilweise auch, doch ich habe leider seinen Drang zu Höherem unterschätzt: Sowie seine langen Triebe die Möglichkeit haben, in umstehende höher wachsende Pflanzen zu kriechen und sich anzulehnen, tun sie lieber das als am Boden zu liegen. Ich müsste also per Hand nachhelfen und rechtzeitig die einzelnen Ranken Richtung Boden lenken, damit mein Plan aufgeht; vergess' ich aber meistens.

Geranium x oxonianum 'Claridge Druce' – Oxford-Storchschnabel im Frühjahr
Geranium x oxonianum (Oxford-Storchschnabel) 'Claridge Druce' im Frühjahr

Wenn der erste Blütenflor nachlässt (so im August) oder wenn die Pflanzen beginnen, ungepflegt und arg zerzaust auszusehen, ist es Zeit für einen Rückschnitt der Triebe in Boden­nähe. 'Claridge Druce' treibt – sofern genügend Wasser zur Verfügung steht – nach so einem Eingriff frisch aus und blüht auch noch einmal, gleichwohl nicht mehr so üppig wie beim ersten Mal. Den Winter über bleiben die Büsche grün, denn die Herbstblätter sterben erst ab, wenn schon der Frühlingsaustrieb nach und nach alles überwächst.

Geranium x oxonianum 'Claridge Druce' – Oxford-Storchschnabel, Samenstände
Geranium x oxonianum (Oxford-Storchschnabel) 'Claridge Druce' – Samenstände

Auf Dauer bleiben Bestände von 'Claridge Druce' nicht 100%ig rein bzw. echt, wie das halt so ist, wenn sich was aussät. Allerdings sind die Sämlinge von 'Claridge Druce' den Eltern­pflanzen so ähnlich, dass diese Sorte guten Gewissens als Samensorte bezeichnet werden kann. Wer trotzdem dem Frieden nicht traut, vermehrt seinen 'Claridge Druce' halt vorsorglich mittels Teilung in Frühjahr, wenn die Pflanzen auszutreiben beginnen (und muss natürlich Verblühtes vor der Samenreife abschneiden).

Der eher struppige Wuchs, die langen Triebe sowie die nicht übermäßig großen Blüten stehen einer Karriere des 'Claridge Druce' als Beet- und Rabattenpflanze nach meinem Dafürhalten im Weg. Gut brauchen kann man die Sorte jedoch in Hecken und an Gehölzrändern, weil sie mit dem Wurzeldruck durch die Sträucher ebenso zurechtkommt wie mit Halbschatten und Schatten.

Geranium x oxonianum 'Claridge Druce' – Oxford-Storchschnabel

Wuchshöhe: 55-70 cm
Blütenfarbe: rosa
Blütezeit: Mai, Juni, Juli, August
Lichtverhältnisse: sonnig-schattig
Bodenverhältnisse: frisch
Verwendung:
Hinweis: Triebe klettern in umstehende höhere Pflanzen

Geranium phaeum – Brauner Storchschnabel

Geranium asphodeloides subsp. asphodeloides
Geranium x cantabrigiense 'Biokovo'
Geranium cinereum subsp. subcaulescens 'Splendens'
Geranium cinereum subsp. subcaulescens
Geranium collinum 'Nimbus'
Geranium dalmaticum
Geranium Gracile-Gruppe 'Sirak'
Geranium ibericum 'Vital'
Geranium macrorrhizum
Geranium maculatum
Geranium x magnificum
Geranium nodosum
Geranium x oxonianum 'Claridge Druce'
Geranium phaeum
Geranium pratense
Geranium pyrenaicum
Geranium renardii
Geranium sanguineum
Geranium sylvaticum
Geranium tuberosum

Geranium phaeum – Brauner Storchschnabel An Waldrändern und auf Waldlichtungen begegnet einem beim Spaziergang manchmal noch der Braune Storch­schnabel, in höheren Lagen auch in der offenen Landschaft. Leider wird er immer seltener und gilt deshalb in Deutschland als gefährdet, freilich ohne besonders geschützt zu sein – wo kommen wir denn da hin! (Stand Januar 2024) Dabei ist er eigentlich relativ anspruchs­los, kommt mit einem halbschattigen Standort zurecht und ist nicht gleich beleidigt, wenn's mal eine Zeit lang nicht regnet und er recht trocken steht. Und er ist natürlich völlig winterhart bei uns.

Geranium phaeum gilt als Zeiger­pflanze für einen leicht über­höhten Stick­stoff­anteil im Boden und davon dürfte doch eigent­lich bei der Bewirt­schaftung der Felder genug in der Natur ver­teilt werden!

Geranium phaeum – Brauner Storchschnabel, Blatt Den Braunen Storch­schnabel muss man mögen, sonst kommt einem die etwas "klapprige" Gestalt mit den eher unauf­fälligen kleinen, dunklen Blüten nicht in den Garten (ihn fürs Foto ansprechend ins Bild zu setzen, ist eine Lebens­aufgabe). Für Naturgärten und naturnahe Garten­anlagen ist er dagegen praktisch ein Muss. Und einige Stauden-Freunde betrachten ihn sogar als Blattschmuck­staude, weil die meisten seine Blätter so eine schicke rotbraune Zeichnung haben.

Angenehm ist, dass er sich zwar aussät (und damit lange im Garten bleibt), aber stets in Maßen, nicht in Massen. Vor einer Geranium-phaeum-Schwemme durch Sämlinge braucht sich daher niemand zu fürchten. Auch nicht davor, dass der Braune Storchschnabel mit seinen kurzen Ausläufern alles überwuchern könnte. Eventuell störende oder überzählige Exemplare sind mit einem kräftigen Ruck oder kleinen Schubs mit dem Unkraut­stecher zudem schnell beseitigt.

Geranium phaeum – Brauner Storchschnabel
Geranium phaeum (Brauner Storchschnabel) – Austrieb

Die Größe der Blüten sowie allge­mein den Wuchs kann man mit ausge­wogenen, leicht stick­stoff­betonten (falls erforder­lich), maß­vollen Dünger­gaben ein biss­chen positiv beein­flussen, sofern's der Garten­boden nötig hat. Die rest­liche Pflege beschränkt sich auf Gießen und den Rück­schnitt der verblühten Blüten­triebe. Im Herbst (bezie­hungs­weise vor der Samen­reife, falls Selbst­aussaat uner­wünscht ist) oder im Frühjahr, das kann man machen, wie man mag.

In eine überaus gepflegte Staudenrabatte wird der Braune Storchschnabel wohl eher selten integriert werden. Doch natürlich könnte man das machen, vor allem wenn leger wachsende Stauden und dezente Blütenfarben zum Auflockern oder Neutra­lisieren gefragt sind. Dazu sollte man auf Sorten zurückgreifen, die zuhauf im Hinblick auf die Blütenfarbe und ‑größe sowie das Wuchsver­halten gezüchtet wurden und werden. Wer weiß, vielleicht wird der eine oder andere dadurch sogar noch zum Geranium-Phaeum-Fan.

Geranium phaeum – Brauner Storchschnabel

Wuchshöhe: 75-100 cm
Blütenfarbe: dunkel purpurrot
Blütezeit: Mai, Juni, Juli, August, September
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: frisch
Verwendung:
Hinweis: einheimische Staude

Geranium pratense – Wiesen-Storchschnabel

Geranium asphodeloides subsp. asphodeloides
Geranium x cantabrigiense 'Biokovo'
Geranium cinereum subsp. subcaulescens 'Splendens'
Geranium cinereum subsp. subcaulescens
Geranium collinum 'Nimbus'
Geranium dalmaticum
Geranium Gracile-Gruppe 'Sirak'
Geranium ibericum 'Vital'
Geranium macrorrhizum
Geranium maculatum
Geranium x magnificum
Geranium nodosum
Geranium x oxonianum 'Claridge Druce'
Geranium phaeum
Geranium pratense
Geranium pyrenaicum
Geranium renardii
Geranium sanguineum
Geranium sylvaticum
Geranium tuberosum

Geranium pratense dürften die meisten schon in der Natur gesehen haben und sei es nur vom Auto aus im Straßen­graben. Schließ­lich ist es erfreu­licher­weise deutsch­land­weit noch sehr häufig anzu­treffen. Mag sein, dass man es des­halb in den Stauden­gärtne­reien gern vernach­lässigt und gar nicht erst im Sortiment hat. Zu profan – wächst ja eh überall.

Geranium pratense – Wiesen-Storchschnabel, Blüte
Geranium pratense – Wiesen-Storchschnabel

An einem freien Standort (Freifläche) in voller Sonne gedeiht der Wiesen-Storch­schnabel prächtig. Wenn er dann noch kalk­haltigen, stick­stoff­reichen und ausreichend feuchten Boden vorfindet, schießt er in manchen Jahren schon mal bis über einen Meter in die Höhe. Meist wird er allerdings nicht höher als 80‑100 cm.

Ein Rückschnitt etwa eine Handbreit über dem Boden gleich nach der Blüte, noch besser: schon wenn die Blüte ihre besten Zeiten hinter sich hat, verhindert Selbst­aussaat und bewirkt dafür, dass die Pflanzen neu durchtreiben und oft noch einmal blühen. Weil Geranium pratense sehr schnittver­träglich ist, bietet sich so eine Radikalkur auch an, falls die Pflanzen von Mehltau befallen werden. Abgeschnittene Triebe mit Mehltau gehören nicht auf den Kompost, sie sollten im Restmüll oder in der Biotonne entsorgt werden.

Geranium pratense – Wiesen-Storchschnabel
Geranium pratense (Wiesen-Storchschnabel) – Austrieb

Einige Sor­ten gibt es auch von Geranium pratense und die sind der Art im Hin­blick auf den Wuchs und die Blüten­farben deut­lich über­legen. Ich habe mich wegen der beson­deren Blüten­farbe und dem stockigen Habitus für 'Mrs Kendall Clark' entschieden.

Aber: Über Mr Clarke's "Gattin" wird in der Fach­welt inten­siv disku­tiert. Ist das, was wir heute kulti­vieren, noch die Original­sorte, die ein sehr rühriger und begabter Stauden­spezialist (Ingwersen) im Jahr 1946 ausge­lesen hat? Stimmt die Blüten­farbe noch mit dem seinerzeit vorgestellten "Prototyp" überein? Ich glaube es eher nicht, denn die Sorte kann auch aus Samen vermehrt werden, der weitgehend echt fällt; aber eben nur weitgehend.

Geranium pratense 'Mrs Kendall Clark' – Wiesen-Storchschnabel
Geranium pratense (Wiesen-Storchschnabel) 'Mrs Kendall Clark'

Meine 'Mrs Kendall Clark' hat nach allen Beschrei­bungen ein wenig zu tauben­blaue Blüten und geht statt ins Rosa eher ins Violette (etwas variabel, weil aus Samen ver­mehrt). Das kümmert mich alles nicht, denn mir gefällt sie im Garten.

Der Schmal­biene Lasioglossum pauxillum wird's sicher­lich eben­falls egal sein, ob die Sorte nun "sauber" ist oder nicht, Haupt­sache, Wiesen-Storch­schnabel. Den braucht diese Wildbiene nämlich (neben vielen anderen Pflanzen aus insgesamt 17 Pflanzenfamilien), um seinen Pollen für die Brut zu sammeln. Hier ein kurzer Steckbrief dieser Wildbiene:

Mehr über Pflanzen und Wildbienen sowie die Lebensweise dieser Bienen, erfahren Sie in meinem Artikel Wildbienen im Stauden-Garten.

Geranium pratense – Wiesen-Storchschnabel

Wuchshöhe: 70-110 cm
Blütenfarbe: blauviolett
Blütezeit: Juni, Juli, August
Lichtverhältnisse: sonnig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung:
Hinweis: einheimische Pflanze; kalkhaltiger Boden

Geranium pyrenaicum – Pyrenäen-Storchschnabel

Geranium asphodeloides subsp. asphodeloides
Geranium x cantabrigiense 'Biokovo'
Geranium cinereum subsp. subcaulescens 'Splendens'
Geranium cinereum subsp. subcaulescens
Geranium collinum 'Nimbus'
Geranium dalmaticum
Geranium Gracile-Gruppe 'Sirak'
Geranium ibericum 'Vital'
Geranium macrorrhizum
Geranium maculatum
Geranium x magnificum
Geranium nodosum
Geranium x oxonianum 'Claridge Druce'
Geranium phaeum
Geranium pratense
Geranium pyrenaicum
Geranium renardii
Geranium sanguineum
Geranium sylvaticum
Geranium tuberosum

Geranium pyrenaicum fo. albiflorum – Pyrenäen-Storchschnabel
Geranium pyrenaicum fo. albiflorum – Pyrenäen-Storchschnabel

Da muss man schon lange überlegen, ob dieser Storchschnabel nun auf die Stauden-Seiten oder zum "Unkraut" gehört. Letzteres scheint richtig in Anbetracht seiner ungezügelten Selbstaussaat und der Tatsache, dass er bzw. seine Sämlinge in jedem Winkel des Gartens auftaucht. Bei mir ist es die weißblühende Form, Geranium pyrenaicum fo. albiflorum, die überall herum­streunt, die (Samen-)Sorte 'Bill Wallis' hat es dagegen aus unerfindlichen Gründen nicht lange ausgehalten.

Doch der Pyrenäen-Storch­schnabel hat auch seine guten Seiten: Er ist ein Dauerblüher und bringt von Mai bis zum Frost unermüdlich neue kleine Blütchen hervor, die Sorte 'Bill Wallis' "nur" von Juni bis September. Sein lockerer Wuchs und seine verträgliche Höhe von 20‑40 cm machen ihn zudem zum perfekten Lückenfüller im Beet, der kaschiert, wenn frisch gepflanzte Stauden noch brauchen, um ihre endgültige Größe zu erlangen. Ob der Standort sonnig, halbschattig oder schattig ist, spielt für den Pyrenäen-Storchschnabel dabei keine Rolle, selbst aus den finstersten Ecken im Dickicht von Hecken grüßen noch freundlich seine Blüten. Seine mattgrünen Blattrosetten mit dem purpurrosa "Herz" sind dazu unverkennbar und hübsch anzusehen.

Geranium pyrenaicum 'Bill Wallis' – Pyrenäen-Storchschnabel
Geranium pyrenaicum (Pyrenäen-Storchschnabel) 'Bill Wallis'

Man muss ihn halt rechtzeitig zurück­schnei­den, dann sät er sich nicht aus, mögen ordentliche Gärtner denken. Solche Ratschläge gibt auch die Fachliteratur, doch sie sind leider an der Praxis vorbei: Geranium pyrenaicum blüht und setzt Samen an – gleichzeitig wohlgemerkt. Mit dem Dauerblühen wäre also nach so einem Rück­schnitt (der übrigens auch mit dem Rasenmäher möglich ist) erst mal Schluss, bis sich die Pflanze berappelt und neu durchge­trieben hat. Dieser Neuaustrieb bleibt deutlich unter der ursprüng­lichen Wuchshöhe und die Pflanzen sehen insgesamt recht dürftig aus. Bliebe das regel­mäßige Ausknipsen jedes einzelnen Fruchtan­satzes als einzig praktikable Möglichkeit, damit es keine Blühpausen gibt. Machbar ist das schon, sofern man Muße und Zeit dazu hat.

Trotzdem will ich den Pyrenäen-Storchschnabel nicht schlecht­reden. Ich stelle nur die Frage in den Raum, ob bei ihm unterm Strich das Aufwand-Nutzen-Verhältnis stimmt.

Geranium pyrenaicum fo. albiflorum – Pyrenäen-Storchschnabel
Geranium pyrenaicum fo. albiflorum (Pyrenäen-Storchschnabel) – Sämling

Ist es erst einmal im Garten, braucht man sich um die Vermeh­rung des Geranium pyrenaicum nicht zu kümmern, die ist – wie gesagt – durch Selbstaussaat reichlich gesichert. Möchte man die Sämlinge verpflanzen, ist jedoch Tempo gefragt, denn dieser Storchschnabel bildet Pfahlwurzeln, weswegen die Pflänzchen nur ganz jung aufgenommen und verpflanzt werden können.

Verwunderlich ist es nicht, dass so ein vitaler Bursche wie der Pyrenäen-Storchschnabel vor Gartenzäunen nicht haltmacht: In Deutschland gilt er mittlerweile als eingebürgerter Neophyt.

Geranium pyrenaicum fo. albiflorum – Pyrenäen-Storchschnabel

Wuchshöhe: 20-40 cm
Blütenfarbe: weiß, Art und die Sorte 'Bill Wallis' (rosa-)violett
Blütezeit: Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober
Lichtverhältnisse: sonnig-schattig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung:
Hinweis: eingebürgerter Neophyt

Geranium renardii – Kaukasus-Storchschnabel

Geranium asphodeloides subsp. asphodeloides
Geranium x cantabrigiense 'Biokovo'
Geranium cinereum subsp. subcaulescens 'Splendens'
Geranium cinereum subsp. subcaulescens
Geranium collinum 'Nimbus'
Geranium dalmaticum
Geranium Gracile-Gruppe 'Sirak'
Geranium ibericum 'Vital'
Geranium macrorrhizum
Geranium maculatum
Geranium x magnificum
Geranium nodosum
Geranium x oxonianum 'Claridge Druce'
Geranium phaeum
Geranium pratense
Geranium pyrenaicum
Geranium renardii
Geranium sanguineum
Geranium sylvaticum
Geranium tuberosum

Geranium renardii – Kaukasus-Storchschnabel
Geranium renardii (Kaukasus-Storchschnabel) – Austrieb

Ein ganz besonders reizvoller Storch­schnabel – ob Sie sich jetzt die Art oder eine Sorte in den Garten holen. Sein graugrünes Laub erinnert an Krepp-Papier, damit und mit den großen Blüten kommt der Kaukasus-Storchschnabel als "Einzel­stück" oder in einer kleinen Gruppierung von höchstens drei Pflanzen am besten zur Geltung.

Geranium renardii liebt trockenere, magere (wenig düngen!) Böden und bildet ansehnliche Horste. In meinem Versuchs­garten hat sich gezeigt, dass man diese Horste nach ein paar Jahren besser verpflanzen sollte, weil sie sonst absterben; das könnte aber auch am Lehm­boden hier in Keidenzell liegen. Wie auch immer, ein Schaden ist das Verpflanzen nicht, und bei der Gelegenheit kann man die Pflanze gleich teilen und vermehren. Aus eins mach zwei oder drei.

Geranium renardii – Kaukasus-Storchschnabel
Geranium renardii – Kaukasus-Storchschnabel

Sehr attraktiv sind bei diesem Storchschnabel auch die weißen Blüten, die mit kräftig purpurvioletten Adern durchzogen sind. Die Kombination mit der zurückhaltenden Laubfarbe wirkt sehr dezent und edel, ohne langweilig zu sein. Eigentlich bieten sich vom Standort und der Laubfarbe her Salvia officinalis (Echter oder Apotheker-Salbei) oder Salvia nemorosa (Wiesen-/Steppen-Salbei) als optimale Pflanz­partner an, und wer Ton-in-Ton-Kombi­nationen mag, sollte dieses Ensemble unbedingt ausprobieren. Dazwischen ein paar locker eingestreute Pflanzen von Linum perenne (Ausdauernder Lein – die verblühten Blüten­stände als Deko-Element stehen lassen!) sind ebenfalls hübsch. Zur Vor- oder Zwischen­pflanzung eignet sich der niedrige Thymus serpyllum 'Albus' (Sand-Thymian).

Geranium renardii 'Philippe Vapelle' – Kaukasus-Storchschnabel
Geranium renardii (Kaukasus-Storchschnabel) 'Philippe Vapelle'

Sorten und Auslesen gibt es von Geranium renardii erstaunlich wenig, am häufigsten wird im Handel 'Tcschelda' angeboten. 'Tcschelda' ist die verbreitetste Schreibweise für diesen Typ (in der gärtnerischen Fachliteratur, nicht so bei Google), anzutreffen sind aber auch 'Teschelda', 'Techelda', 'Tcschelda', 'Tschelda' (bei Google der Favorit) und 'Tchelda'. Gemeint ist immerhin stets dasselbe, ein Klon von Geranium renardii mit rosavioletten oder purpurvioletten Blüten mit dunkler Aderung. Auf dem Vormarsch ist die Sorte 'Philippe Vapelle' mit – aus eigener Betrachtung und allen anderen Farbbeschrei­bungen zum Trotz – blauvioletten (auf jeden Fall mehr blau als violett und schon gar nicht rosa) Blüten. 'Philippe Vapelle' ist eine Kreuzung zwischen Geranium renardii und Geranium platypetalum.

Im Langzeitvergleich dieser drei hat sich im Keidenzeller Lehmboden folgende Wertung ergeben:

Geranium renardii – Kaukasus-Storchschnabel

Wuchshöhe: 20-25 cm
Blütenfarbe: weiß, purpur geadert
Blütezeit: Juni, Juli
Lichtverhältnisse: sonnig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung:
Hinweis: kreppartige Blätter

Geranium renardii 'Philippe Vapelle' – Kaukasus-Storchschnabel

Geranium renardii 'Philippe Vapelle' – Kaukasus-Storchschnabel

Wuchshöhe: 25-40 cm
Blütenfarbe: blauviolett
Blütezeit: Juni, Juli
Lichtverhältnisse: sonnig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung:
Hinweis: kreppartige Blätter

Geranium renardii 'Tcschelda' – Kaukasus-Storchschnabel

Geranium renardii 'Tcschelda' – Kaukasus-Storchschnabel

Wuchshöhe: 20-25 cm
Blütenfarbe: rosaviolett, dunkel geadert
Blütezeit: Juni, Juli
Lichtverhältnisse: sonnig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung:
Hinweis: kreppartige Blätter

Geranium sanguineum – Blutroter Storchschnabel, Blut-Storchschnabel

Geranium asphodeloides subsp. asphodeloides
Geranium x cantabrigiense 'Biokovo'
Geranium cinereum subsp. subcaulescens 'Splendens'
Geranium cinereum subsp. subcaulescens
Geranium collinum 'Nimbus'
Geranium dalmaticum
Geranium Gracile-Gruppe 'Sirak'
Geranium ibericum 'Vital'
Geranium macrorrhizum
Geranium maculatum
Geranium x magnificum
Geranium nodosum
Geranium x oxonianum 'Claridge Druce'
Geranium phaeum
Geranium pratense
Geranium pyrenaicum
Geranium renardii
Geranium sanguineum
Geranium sylvaticum
Geranium tuberosum

Geranium sanguineum mit Trifolium rubens 'Red Feathers'
Geranium sanguineum (Blut-Storchschnabel) mit Trifolium rubens (Purpur-Klee) 'Red Feathers'

Beim Blut-Storchschnabel (er ist in Deutschland einheimisch) können die Damen und Herren Garten-Fachautoren leicht von "ausdauernd" und "robust" sprechen, denn wehe du willst Geranium sanguineum loswerden oder den Bestand verkleinern, da hast du aber die Rechnung ohne seine Wurzeln gemacht! Sticht man die fleischigen Rhizome ab oder gräbt man sie aus und es bleibt nur ein Fitzelchen im Boden zurück, treibt die Pflanze daraus neu aus. Ich würde meinem Steingarten, obwohl als idealer Standort häufig empfohlen, diesen Storchschnabel nicht antun wollen. Vor allem würde ich ihn den manchmal doch etwas empfindlichen anderen Pflanzen, die ich dort angesiedelt habe, ersparen.

Geranium sanguineum – Blutroter Storchschnabel
Geranium sanguineum – Blut-Storchschnabel

Ich bevorzuge für den Blut-Storchschnabel eine etwas "hemds­ärmelige" Nachbarschaft, die sich damit arrangiert, wenn er ihr auf den Pelz rückt. Sesleria heufleriana und Arabis caucasica beispielsweise behaupten sich gegen ihn, eine Melange mit Trifolium rubens 'Red Feathers' gibt ein harmonisches Bild. Sämlinge von G. sanguineum – der Hauptgrund dafür, dass es im Garten lästig werden kann – versuche ich, so klein wie möglich zu entdecken und so komplett wie machbar (Wurzeltyp: Rhizom) auszugraben. Auf das Kapitel Vermehrung braucht man also bei diesem Storchschnabel nicht näher einzugehen: Stecklinge, Teilung, Wurzelschnittlinge, (Selbst-)Aussaat, alles ist möglich, das ganze Programm.

Nun schreibe ich die ganze Zeit davon, wie man den Blut-Storch­schnabel loswird, dabei wollen Sie doch sicher wissen, ob es sich lohnt, ihn in den Garten zu holen. Ja, unbedingt, kann ich dazu nur sagen.

Geranium sanguineum – Blutroter Storchschnabel, Austrieb
Geranium sanguineum (Blut-Storchschnabel) – Austrieb

Geranium sanguineum bildet mit seinen sattgrünen Blättern kompakte Polster oder Kissen (außen niedriger, zur Mitte hin höher) und hat für einen Storch­schnabel recht große Blüten, die nur wenig über dem Laub stehen. Seine fleischigen Rhizome, die sich so schwer komplett entfernen lassen, sind der Grund für seine Trockenheitsverträglichkeit; in feuchterem Boden können die Wurzeln leicht faulen, nicht nur im Winter, sondern auch in nassen Sommern.

Geranium sanguineum – Blutroter Storchschnabel, Blut-Storchschnabel

Wuchshöhe: 20-25 cm
Blütenfarbe: rosaviolett-magenta
Blütezeit: Mai, Juni, Juli, August, September
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken
Verwendung: extensive Dachbegrünung
Hinweis: kompakter Wuchs; einheimische Staude; kalkhaltiger Boden

Geranium-sanguineum-Sorten – die dezente Alternative zur Art

Das leuchtenden Rosaviolett der Blüten von Geranium sanguineum ist schon ein wenig speziell, dem einen gefällt's, dem anderen nicht. Zum Glück waren die Züchter fleißig und haben sowohl in puncto Blütenfarbe als auch im Hinblick auf das Wuchsverhalten dem Blutroten Storchschnabel Handschellen angelegt und ihn damit für die breite Masse an Gartenbesitzern "bekömmlicher" gemacht. Trotzdem gibt es Situationen, in denen man an dem zweifelt, was man da im Garten hat: Wenn es nämlich eine Weile tüchtig regnet oder der Blut-Storchschnabel inkl. Sorten immer wieder kräftig gegossen wird. Dann erreichen selbst die Sorten ungeahnte Wuchshöhen und die Triebe stehen nicht mehr aufrecht, sondern legen sich hin.

Besondere Beachtung verdient neben den Sorten eine natürliche Varietät, das Geranium sanguineum var. striatum.

Geranium sanguineum 'Album' – Weißer Blut-Storchschnabel

Geranium sanguineum 'Album' – Weißer Blut-Storchschnabel Der weiße Typ ist – wie so oft im Pflanzenreich – nicht ganz so kompakt wie die Art und wächst auch schwächer. Das Blatt der Sorte 'Album' ist darüber hinaus zarter als das etwas derbe Laub der Art.

In erster Linie fällt jedoch auf, dass Geranium sanguineum 'Album' im Sommer keine Blüten mehr bildet; nach der Hauptblütezeit im Juni/Juli ist Schluss.

Geranium sanguineum 'Album' – Weißer Blut-Storchschnabel

Wuchshöhe: 30-60 cm
Blütenfarbe: weiß
Blütezeit: Mai, Juni, Juli
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken
Verwendung: extensive Dachbegrünung
Hinweis:

Geranium sanguineum 'Elsbeth' – Blutroter Storchschnabel, Blut-Storchschnabel

Geranium sanguineum 'Elsbeth' – Blutroter Storchschnabel 'Elsbeth' ist kräftig im Wuchs, konkurrenzstark und wird höher als ihre Verwandtschaft aus dem Sanguineum-Clan. Das kommt besonders gut zur Geltung, wenn sie höhere, stabile Pflanzen "im Rücken" hat oder zum Beispiel Steine und Objekte. Ihr sollte man Platz lassen, damit ihre (langen) Triebe keine anderen Pflanzen überlagern, wenn sie sich auf den Boden legen – was sie ausgesprochen gern tun. Ich zweifle dann immer, was ich tun soll: nach der Blüte abschneiden wegen der Optik oder belassen, weil's für allerlei Getier so ein fantastischer Unterschlupf ist. Das ist eine Gewissensfrage.

Die Blüten­farbe der Sorte 'Elsbeth' ist sehr leuchtend und liegt irgendwo zwischen der von der reinen Art und der der Sorte 'Max Frei'. Attraktive Herbstfärbung!

Geranium sanguineum 'Elsbeth' – Blutroter Storchschnabel, Blut-Storchschnabel

Wuchshöhe: 40-90 cm
Blütenfarbe: leuchtend violettrot
Blütezeit: Mai, Juni, Juli, August, September
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken
Verwendung: extensive Dachbegrünung
Hinweis: kompakter Wuchs

Geranium sanguineum 'Max Frei' – Blutroter Storchschnabel, Blut-Storchschnabel

Geranium sanguineum 'Max Frei' – Blutroter Storchschnabel 'Max Frei' blüht wie die Art bis in den Herbst und bildet dichte Laubkissen. Sein weiteres Plus: Er verträgt einen halbschattigen bis schattigen Standort.

Seine Blütenfarbe ist zwar leuchtend, tendiert aber ins Violett und ist damit nicht so grell wie das Magenta der Art.

Geranium sanguineum 'Max Frei' – Blutroter Storchschnabel, Blut-Storchschnabel

Wuchshöhe: 20-50 cm
Blütenfarbe: leuchtend violettrot
Blütezeit: Mai, Juni, Juli, August, September
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken
Verwendung: extensive Dachbegrünung
Hinweis: kompakter Wuchs

Geranium sanguineum var. striatum – (Kleiner) Blut-Storchschnabel, Gestreifter Storchschnabel

Geranium sanguineum var. striatum – Blut-Storchschnabel
Geranium sanguineum var. striatum – (Kleiner) Blut-Storchschnabel

Wesentlich zurückhaltender in der Blütenfarbe ist die Varietät Geranium sanguineum var. striatum. Ihr Zartrosa mit der dunklen Aderung wirkt dezent und "schreit" nicht quer durch den ganzen Garten. Die Varietät striatum ist insgesamt etwas schwachwüchsiger als die Art, nicht ganz so langlebig und sät sich kaum aus.

Besitzer kleinerer Gärten sollten dem Gestreiften Storchschnabel unbedingt den Vorzug geben. Auch wer jeden Ärger vermeiden will, pflanzt besser ihn als den Blutroten Storchschnabel.

Geranium sanguineum var. striatum – (Kleiner) Blut-Storchschnabel, Gestreifter Storchschnabel

Wuchshöhe: 20-25 cm
Blütenfarbe: blassrosa, dunkle Aderung
Blütezeit: Mai, Juni, Juli, August, September
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken
Verwendung: extensive Dachbegrünung
Hinweis:

Geranium sylvaticum – Wald-Storchschnabel, Bergwiesen-Storchschnabel

Geranium asphodeloides subsp. asphodeloides
Geranium x cantabrigiense 'Biokovo'
Geranium cinereum subsp. subcaulescens 'Splendens'
Geranium cinereum subsp. subcaulescens
Geranium collinum 'Nimbus'
Geranium dalmaticum
Geranium Gracile-Gruppe 'Sirak'
Geranium ibericum 'Vital'
Geranium macrorrhizum
Geranium maculatum
Geranium x magnificum
Geranium nodosum
Geranium x oxonianum 'Claridge Druce'
Geranium phaeum
Geranium pratense
Geranium pyrenaicum
Geranium renardii
Geranium sanguineum
Geranium sylvaticum
Geranium tuberosum

Wenn der Wald-Storchschnabel eines nicht mag, dann ist es ein trockener Pflanzplatz – am besten noch in der vollen Sonne. Klar, er hält das aus, aber richtig Freude macht er an solchen Stand­orten nicht. Er treibt später aus, bleibt klein und wächst selbst in etlichen Jahren Standzeit nicht vorwärts und nicht rückwärts, so scheint es zumindest.

Zweimal Geranium sylvaticum der Sorte 'Mayflower' (Pflanzen im zweiten Standjahr) an unterschiedlichen halbschattigen Plätzen, fotografiert am selben Tag:

Geranium sylvaticum – Wald-Storchschnabel, Bergwiesen-Storchschnabel In der Natur (auch in Deutschland, er ist hier einheimisch) steht er zwar meist sonnig, doch das ist gekoppelt an das Klima: In kühleren, niederschlagsreicheren Gebieten hat er damit kein Problem. So kommt Geranium sylvaticum bei uns vornehmlich in Gebirgswiesen, in England sogar an den Küsten – beispielsweise an Straßenrändern – vor. Wo er natürlich gedeiht, ist auf jeden Fall der Boden gut mit Stickstoff und Wasser versorgt und im Sommer staut sich die Hitze nicht.

Geranium sylvaticum – Wald-Storchschnabel, Austrieb
Geranium sylvaticum (Wald-Storchschnabel) – Austrieb

Am halb­schattigen Gehölz­rand, der rund ums Jahr ausreichend feucht ist, oder aber im Schatten von Gebäuden können Sie den Bergwiesen-Storchschnabel bedenkenlos ansiedeln, dort ist er zwischen Funkien (Hosta), Sterndolden (Astrantia major) und anderen sonnenscheuen Stauden gut aufgehoben. Er blüht früh im Jahr – bereits im Mai –, da gibt es viele geeignete Blühpartner, die seine Standort­präfe­renzen teilen oder akzeptieren: kräftig und leuchtend sind die Gewöhnlichen Akeleien (Aquilegia vulgaris) mit ihren Rosa-, Blau- und Violetttönen, richtig extravagant wird es mit den apart weiß-grünen Blütenrispen des Garten-Salomons­siegels (Polygonatum x hybridum 'Weihenstephan').

Nach der ersten Blüte sollten Sie die abgeblühten Triebe dieses Storchschnabels bodennah abschneiden und dadurch eine zweite (schwächere) Blüte im Sommer – in der Regel im August – fördern. Auch für diese Blüte gibt es passende Partner: den Langblättrigen Ehrenpreis (Veronica longifolia) oder den Schwalbenwurz-Enzian (Gentiana asclepiadea) zum Beispiel.


Geranium sylvaticum – Art oder lieber Sorten?

Geranium sylvaticum – Wald-Storchschnabel, Blüte Ich gehe hier in puncto Blühpartner von einem Wald-Storchschnabel mit purpurvioletten/rotvioletten Blüten aus. Diese Blütenfarbe ist zwar bei Geranium sylvaticum weit verbreitet, jedoch keineswegs selbstverständlich. An den Naturstandorten ist die Blütenfarbe recht variabel und häufig regional unterschiedlich; so gibt es Bestände mit purpurvioletten Blüten und weißem Schlund, andernorts welche mit violettblauen, rosafarbenen und weißen Blüten. Um zu wissen, mit wem man es im Garten zu tun bekommt, ist es demzufolge besser, beim Geranium sylvaticum auf Sorten zurückzugreifen und keine aus Samen vermehrten Pflanzen zu nehmen. Und der Rückschnitt von Verblühtem vor der Samenreife dient ebenfalls nicht nur der Nachblüte und der Kosmetik; er verhindert Selbstaussaat und eine oft bunte (Blüten­farb-)Mischung neuer Wald-Storchschnäbel. Einzige Ausnahme: In Wildstaudenpflan­zungen
Wildstaudenpflanzungen:

Pflanzungen, die unter Verwendung von einheimischen und nicht einheimischen Pflanzen – keine Züchtungen – weitgehend sich selbst überlassen werden; der Gärtner greift nur gelegentlich ordnend ein. Eine Wildstauden-Pflanzung kann sich über den ganzen Garten erstrecken oder auf einzelne Bereiche beschränken.

ist diese Vielfalt unbedingt erwünscht.

Sorten von Geranium sylvaticum vermehren Sie also am besten mittels Teilung (im Frühling, gleich nach dem Austrieb). Abgesehen von der Vermehrung ist das Teilen und Umpflanzen (Verjüngen) des Bergwiesen-Storchschnabels nicht erforderlich; diese Art ist äußerst langlebig.

Halictus rubicundus (Weibchen), hier auf Eselsdistel (Onopordum)
Halictus rubicundus (Weibchen), hier auf Eselsdistel (Onopordum)

Ob Sorten oder die Art, das spielt für die Wildbienen Andrena bicolor (Zweifarbige Sandbiene – sehr häufig, praktisch flächen­deckend verbreitet), Andrena fulvida (Waldrand-Sandbiene – weit verbreitet, aber selten) und Halictus rubicundus (Rotbeinige Furchenbiene – weit verbreitet und mäßig häufig) keine Rolle, solange die Blütezeit passt. Die Weibchen dieser drei Wildbienen-Arten sammeln nämlich (nur die Weibchen sammeln) Pollen des Wald-Storchschnabels als Nahrungsvorrat für ihre Larven. Und da zumindest die Zweifarbige Sandbiene nahezu überall zu Hause ist, dürfte es Gärten ohne diesen Storchschnabel gar nicht mehr geben. Irgendwo im Garten findet sich doch immer ein Eckchen, in dem die etwas unscheinbareren Gesellen unter den Stauden ebenfalls ein Plätzchen finden.

Andrena bicolor (Weibchen, 1. Generation) sammelt Pollen von Helleborus argutifolius (Korsische Nieswurz)
Andrena bicolor (Weibchen, 1. Generation) sammelt Pollen von Helleborus argutifolius (Korsische Lenzrose)

Andrena bicolor ist übrigens eine der Sandbienen-Arten, die sich – verhältnismäßig – einfach und sicher bestimmen lassen, zumindest die Weibchen (8‑11 mm groß) der ersten Generation (die fliegt von Ende März/Anfang April bis Ende Mai) und die wiederum zu Beginn ihrer Flugzeit, denn zu dieser Zeit sind noch nicht so viele Wildbienen-Arten unterwegs: Das Gesicht ist komplett schwarz behaart, der Hinterleib schwarz mit drei beigen, quer laufenden Haarbinden zum Rücken hin, der Rücken ist rostrot behaart, die langen Sammel­haare an den Hinterbeinen sind ebenfalls rostrot (sofern kein Pollen eingelagert ist). Ende April/Anfang Mai wird es dann schon unübersicht­licher, weil deutlich mehr Bienen-Arten fliegen. (Wer jedoch den Blick für die Zweifarbige Sandbiene an der ersten Generation geschärft hat, tut sich auch mit dem Erkennen der Sommergeneration – fliegt von Anfang Juli bis Ende August – im Gewusel der übrigen Hoch­sommerarten ein kleines bisschen leichter.)

Geranium sylvaticum – Bergwiesen-Storchschnabel, Blatt Insgesamt ähnelt Geranium sylvaticum stark dem einheimischen Geranium pratense (Wiesen-Storch­schnabel). Beide haben sattgrünes, tief eingeschnittenes Laub und blühen früh im Jahr. Der Wiesen-Storch­schnabel besticht allerdings mit etwas größeren Blüten; der Wald-Storch­schnabel hingegen wächst kompakter, bleibt niedriger und sät sich weniger aus als sein Kollege von der Wiese, wobei das natürlich auch vom Pflanzplatz und der dort vorherrschenden Wasser­versorgung abhängig ist.

Geranium sylvaticum – Wald-Storchschnabel, Bergwiesen-Storchschnabel

Wuchshöhe: 30-60 cm
Blütenfarbe: purpurviolett, aber auch violettblau, rosa oder weiß
Blütezeit: Mai, Juni, August, September
Lichtverhältnisse: absonnig, halbschattig
Bodenverhältnisse: frisch
Verwendung:
Hinweis: Rückschnitt nach der Blüte


Geranium sylvaticum 'Mayflower' – Wald-Storchschnabel, Bergwiesen-Storchschnabel

Geranium sylvaticum – Bergwiesen-Storchschnabel 'Mayflower' ist eine ältere, bewährte Sorte (es gibt sie seit 1972) mit violettblauen Blüten und dezenter weißer Mitte. Sie gehört zu den höher werdenden Züchtungen und kann sich mit ihren 50-60 cm Wuchshöhe durchaus zwischen ausladenden Blattschmuck­stauden im (Halb-)Schattenbeet wie Funkien (Hosta), Bergenien (Bergenia) oder Goldkolben (Ligularia) behaupten.

Zur ersten Blüte von 'Mayflower' passen ganz wunderbar die zurückhaltend porzellanblauen Blüten des Enzianähnlichen Ehrenpreis' (Veronica gentianoides) und bringen eine roman­tische Note ins Beet.

Die Fotos zeigen eine Pflanze im zweiten Stand­jahr.

Geranium sylvaticum 'Mayflower' – Wald-Storchschnabel, Bergwiesen-Storchschnabel

Wuchshöhe: 40-65 cm
Blütenfarbe: violettblau mit weißer Mitte
Blütezeit: Mai, Juni, August, September
Lichtverhältnisse: absonnig, halbschattig
Bodenverhältnisse: frisch
Verwendung:
Hinweis: Rückschnitt nach der Blüte

Geranium tuberosum – Knollen-Storchschnabel

Geranium asphodeloides subsp. asphodeloides
Geranium x cantabrigiense 'Biokovo'
Geranium cinereum subsp. subcaulescens 'Splendens'
Geranium cinereum subsp. subcaulescens
Geranium collinum 'Nimbus'
Geranium dalmaticum
Geranium Gracile-Gruppe 'Sirak'
Geranium ibericum 'Vital'
Geranium macrorrhizum
Geranium maculatum
Geranium x magnificum
Geranium nodosum
Geranium x oxonianum 'Claridge Druce'
Geranium phaeum
Geranium pratense
Geranium pyrenaicum
Geranium renardii
Geranium sanguineum
Geranium sylvaticum
Geranium tuberosum

Geranium tuberosum – Knollen-Storchschnabel Dieser Storchschnabel ist etwas für Spezialisten, denn nach der Blüte im Mai (am Naturstandort schon im April) verschwindet die Pflanze komplett und treibt erst im Folgejahr wieder aus ihren Wurzelknollen aus. Und wer will schon fast das ganze Jahr über einen kahlen Fleck im Garten? In seiner Heimat, dem Mittel­meerraum, macht dieser Schutzmechanismus durchaus Sinn, denn so braucht sich die Pflanze im Sommer nicht zu plagen, um ihre Blätter irgendwie über Hitze und Trockenheit zu retten.

Geranium tuberosum – Knollen-Storchschnabel, Austrieb
Geranium tuberosum (Knollen-Storchschnabel) – Austrieb

Am Natur­standort mag der Knollen-Storch­schnabel ja seine Knöllchen ungezügelt vermeh­ren und sich ausbreiten wie wild. Hier bei uns in Mittelfranken, in Keidenzell, ist das absolut nicht der Fall, ganz im Gegenteil: Wenn du dich nicht erinnerst, dass du an dieser oder jener Stelle im Steingarten Geranium tuberosum versteckt hast, denkst du dir "Was für Unkraut ist das jetzt?", wenn es im Frühjahr zerstreut seine Blättchen auf dünnen, rötlichen Stängeln in die Höhe reckt.

Davon, über­zählige Geranium-tuber­osum-Knöllchen wie mancher­orts (Türkei, Asien, habe ich mir sagen lassen) in der Küche zu verwen­den und einfach aufzuessen, können wir in Deutschland bloß träumen (zumal die "Knollen" höchsten 1,5 cm dick werden und man deshalb eine Menge braucht). Wir müssen beim Giersch bleiben, wenn Wildkräuter auf den Tisch kommen sollen, da wächst wenigstens ordentlich was hin!

Geranium tuberosum – Knollen-Storchschnabel Wenn Sie einen Versuch mit Geranium tuberosum wagen wollen, brauchen Sie einen staunässefreien, eher trockenen Standort, damit seine Knöllchen nicht faulen. (Schwere, verdichtete Böden dazu mit Sand und/oder Splitt vermischen.) Und damit er in der Anfangszeit nicht untergeht (kann ja sein, er breitet sich in manchen Gärten nach und nach doch aus), ist ein Platz in Einzelstellung vorteilhaft, nicht dass er überwachsen wird. Das ruft zumindest hierzulande nach einem Steingarten. Ohne den würde ich mir die Mühe sparen.

Geranium tuberosum – Knollen-Storchschnabel

Wuchshöhe: 20 cm
Blütenfarbe: rosa mit dunklerer Aderung
Blütezeit: Mai
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken
Verwendung: Steingarten
Hinweis:


Zum Seitenanfang



Weitere Stauden­gattungen

Acanthus (Bärenklau)
Achillea (Schafgarbe)
Acinos (Steinquendel)
Aconitum (Eisenhut)
Aconogonon (Bergknöterich)
Agastache (Duftnessel)
Ajuga (Günsel)
Alcea (Stockrose)
Alchemilla (Frauenmantel)
Althaea (Eibisch)
Alyssum (Steinkraut)
Amsonia (Blausternbusch)
Anaphalis (Perlkörbchen)
Androsace (Mannsschild)
Anemone (Anemone)
Antennaria (Katzenpfötchen)
Anthericum (Graslilie)
Aquilegia (Akelei)
Arabis (Gänsekresse)
Aralia (Aralie)
Arenaria (Sandkraut)
Armeria (Grasnelke)
Artemisia (Silberraute)
Aruncus (Geißbart)
Asphodeline (Junkerlilie)
Aster (Aster)
Astilbe (Spiere)
Astrantia (Sterndolde)
Aurinia (Steinkresse)
Baptisia (Indigolupine)
Bergenia (Bergenie)
Brunnera (Kaukasus-Vergissmeinnicht)
Buglossoides (Steinsame)
Calamintha (Bergminze)
Campanula (Glockenblume)
Centaurea (Flockenblume)
Cephalaria (Schuppenkopf)
Chamaemelum (Teppich-Kamille)
Chrysanthemum (Chrysantheme)
Clematis (Waldrebe)
Clinopodium (Bergminze)
Coreopsis (Mädchenauge)
Cymbalaria (Zimbelkraut)
Datisca (Scheinhanf)
Delphinium (Rittersporn)
Dianthus (Nelke)
Dictamnus (Brennender Busch)
Digitalis (Fingerhut)
Dracocephalum (Drachenkopf)
Dryas (Silberwurz)
Echinacea (Scheinsonnenhut)
Echinops (Kugeldistel)
Echium (Natternkopf)
Epilobium (Weidenröschen)
Eryngium (Mannstreu)
Euphorbia (Wolfsmilch)
Eurybia (Aster)
Filipendula (Mädesüß)
Gaillardia (Kokardenblume)
Galatella (Aster)
Gaura (Prachtkerze)
Gentiana (Enzian)
Geranium (Storchschnabel)
Geum (Nelkenwurz)
Gillenia (Dreiblattspiere)
Gypsophila (Schleierkraut)
Helenium (Sonnenbraut)
Helianthemum (Sonnenröschen)
Helianthus (Sonnenblume)
Heliopsis (Sonnenauge)
Helleborus (Christrose)
Hemerocallis (Taglilie)
Herniaria (Bruchkraut)
Heuchera (Purpurglöckchen)
Hosta (Funkie)
Hypericum (Johanniskraut)
Hyssopus (Ysop)
Iberis (Schleifenblume)
Jasione (Sandglöckchen)
Kalimeris (Schönaster)
Knautia (Witwenblume)
Kniphofia (Fackellilie)
Lamium (Goldnessel)
Lavandula (Lavendel)
Leonurus (Herzgespann)
Leucanthemum (Garten-Margerite)
Liatris (Prachtscharte)
Ligularia (Goldkolben)
Limonium (Strandflieder, Meerlavendel)
Linaria (Leinkraut)
Linum (Lein)
Lithospermum (Steinsame)
Lupinus (Lupine)
Lychnis (Lichtnelke)
Lysimachia (Felberich)
Lythrum (Blut-Weiderich)
Malva (Malve)
Melissa (Zitronenmelisse)
Mentha (Minze)
Monarda (Indianernessel)
Nepeta (Katzenminze)
Oenothera (Nachtkerze)
Oligoneuron (Aster)
Origanum (Dost, Oregano, Majoran)
Paeonia (Pfingstrose)
Papaver (Mohn)
Penstemon (Bartfaden)
Petrorhagia (Felsennelke)
Phlomis (Brandkraut)
Phlox (Flammenblume)
Platycodon (Ballonblume)
Polemonium (Jakobsleiter)
Polygonatum (Salomonssiegel)
Potentilla (Fingerkraut)
Primula (Primel)
Prunella (Braunelle)
Pseudofumaria (Lerchensporn)
Pulmonaria (Lungenkraut)
Pulsatilla (Kuh-/Küchenschelle)
Rudbeckia (Sonnenhut)
Ruta (Wein-Raute)
Salvia (Salbei)
Sanguisorba (Wiesenknopf)
Saponaria (Seifenkraut)
Satureja (Bohnenkraut)
Saxifraga (Steinbrech)
Scabiosa (Skabiose)
Sedum (Fetthenne)
Sempervivum (Hauswurz)
Sideritis (Bergtee)
Silene (Leimkraut)
Solidago (Goldrute)
Stachys (Ziest)
Symphyotrichum (Aster)
Symphytum (Beinwell)
Tanacetum (Bunte Margerite)
Teucrium (Gamander)
Thalictrum (Wiesenraute)
Thymus (Thymian)
Tiarella (Schaumblüte)
Tradescantia (Dreimasterblume)
Trifolium (Klee)
Trollius (Trollblume)
Verbascum (Königskerze)
Verbena (Verbene)
Vernonia (Arkansas-Scheinaster)
Veronica (Ehrenpreis)
Veronicastrum (Arzneiehrenpreis)
Vinca (Immergrün)
Viola (Veilchen)
Waldsteinia (Waldsteinie)
Yucca (Palmlilie)