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Denkt man sich die Kulturflächen (Äcker/Felder) sowie Wälder weg, prägen Gräser unsere Natur und das Landschaftsbild. Auf jeden nur erdenklichen Standort hat sich ein Gras (oder mehrere Gräser) spezialisiert, sogar im Wald begrünen noch einige wenige im lichten Schatten den Boden.

Wiese

In unseren Gärten, die wir je nach Geschmack als Abbild oder Idealbild der (heimischen und nicht heimischen) Natur konzipieren, dürfen Gräser als Gestaltungselement beziehungs­weise ruhende Pole deshalb nicht fehlen. Allerdings sollte man Gräser für den Garten mit Bedacht auswählen, zumindest wenn der Zierwert im Vordergrund steht. Das wird er wohl meistens, denn Monotonie und grüner Wildwuchs sind auf der begrenzten Fläche unserer Gärten in den seltensten Fällen erwünscht.

Die ökologische Bedeutung der Ziergräser

Schachbrett in Miscanthus – Chinaschilf
Schachbrett in Miscanthus – Chinaschilf

Der ökologische Nutzen der Gräser wird gern unter­schätzt. Ihr Nutzen liegt nicht allein in ihrem Stellenwert als Viehfutter für allerlei Tiere in der Land­wirtschaft, im Zoo oder zu Hause im Kinderzimmer. Eine Vielzahl an Insekten braucht ebenfalls Gräser als Lebensgrundlage. So dienen verschiedene Gräser zum Beispiel den Raupen des Rostfarbigen Dickkopffalters und etlicher Augenfalter wie dem Schachbrett, dem Großen Ochsen­auge und dem Kleinen Wiesenvögelein als Futterpflanzen. Honigbienen sammeln zudem gern den Pollen von Süßgräsern. Und nicht zu vergessen die Grashüpfer, die ihren engen Bezug zu Gräsern aller Art ja sogar in ihren volkstümlichen Namen tragen.

Miscanthus sinensis 'Pünktchen' – Silber-Chinaschilf, Blüten
Miscanthus sinensis 'Pünktchen' – Silber-Chinaschilf, Blüten

Süßgräser (Pflanzen­familie der Poaceae) sind die klaren Favoriten, wenn es um Gräser als Insektennahrung geht. Dazu gehören die Reitgräser (Calamagrostis), das beliebte und bekannte Pampasgras (Cortaderia), Schmielen (Deschampsia), Schwingel (Festuca), Rutenhirse-Arten (Panicum), Perlgräser (Melica), Chinaschilf (Miscanthus), Pfeifengras (Molinia), Federgras (Nassella, Stipa), das fluffige Lampenputzergras (Pennisetum) und viele mehr. Das soll nun nicht heißen, dass die Seggen (Carex) etwa, die zu den Sauergräsern (Pflanzenfamilie der Cyperaceae) zählen, im Garten nichts verloren haben. Auch sie haben Fans, weniger zwar, aber es gibt sie.

Ob Süß- oder Sauergras, ob hoch oder niedrig – Ziergräser im Garten sind immer ein Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt.


Auf den folgenden Seiten stelle ich Ihnen Ziergräser vor, die sich bei mir im Garten bewährt haben. Aus der (schier unüber­schaubaren) Vielzahl der angebotenen Gräser habe ich einige herausgesucht, die den verschiedensten Gartensituationen gerecht werden: vom trockenen Standort bis zum feuchten, von 20 cm Höhe bis über drei Meter.


Nicht nur Balou liebt Gräser