Hypericum perforatum – Echtes Johanniskraut, Tüpfel-Johanniskraut, Tüpfel-Hartheu

(Pflanzenfamilie: Hypericaceae – Hartheugewächse)

Hypericum perforatum – Tüpfel-Johanniskraut, Blüten Allein wenn ich mir vorstelle, dass es in der Gattung Hypericum über 500 Arten gibt, deren Zugehörigkeit geklärt ist, wird mir ganz anders. Aber so ist das eben: Die Pflanzenwelt – auch wenn man sie "nur" auf Stauden beschränkt – ist ein Fass ohne Boden. Ich stelle Ihnen deshalb lediglich das Hypericum vor, mit dem ich mich auskenne, und das ist das Echte Johanniskraut bzw. Tüpfel-Johanniskraut – eine alte Heilpflanze. Auch heute noch wird ihr Wirkstoff medizinisch unter anderem als Stimmungsaufheller eingesetzt.

Wenn man es im Garten hat, hellen schon allein die leuchtend gelben Blütenblätter (mit schwarzen Punkten am Rand), der kompakte Wuchs und die luftig-leichte Erscheinung das Gemüt auf. Hypericum perforatum ist an vielen Standorten zu Hause und nimmt so schnell nichts krumm. Am Teichrand gesellt es sich bei uns gern zu Trifolium rubens 'Red Feathers' (Purpur-Klee) und Geranium sanguineum (Blut-Storchschnabel).

Hypericum perforatum mit Trifolium rubens und Geranium sanguineum
Hypericum, Trifolium und Geranium

Hypericum perforatum – Tüpfel-Johanniskraut, Austrieb
Hypericum perforatum – Austrieb

Das Echte Johanniskraut ist ein in Europa heimisches (Un-)Kraut (winterhart!) und in Deutschland sicher nicht gefährdet. Ein Blick auf seine Verbreitungskarte zeigt kaum einen hellen ("unbewohnten") Fleck. Das erstaunt mich nun gar nicht, denn Hypericum perforatum sät sich mit Verve aus (die sehr feinen Samen kommen überall hin, ich betone: überall), ältere Exemplare bilden auch noch Wurzelausläufer und machen sich auf Wanderschaft. Die kleinen Halbsträucher mit dem verholzten Wurzelstock auszugraben, ist mühsam und anstrengend – es ist eine Strafarbeit.

Hypericum perforatum – Tüpfel-Johanniskraut, Samenstand
Hypericum perforatum – Samenstand

Auf jeden Fall sollten die verblühten Blütenstände des Johanniskrauts rechtzeitig vor der Samenreife abgeschnitten werden, um Selbstaussaat zu verhindern. Ausnahmsweise hat der Rückschnitt einer Staude also mal nicht bis zum Frühling Zeit.

Allzu flott sollten Sie indes auch nicht zur Schere greifen, denn Hypericum perforatum ist ein wertvoller Pollenlieferant für einige Wildbienen (Nektar bieten die Blüten dagegen so gut wie keinen an): Bei vier Sandbienen-Arten (Andrena bicolor, A. coitana, A. combinata und A. flavipes), einer Pelzbiene (Anthophora bimaculata), einer Furchenbiene (Halictus tumulorum), sechs Schmalbienen (Lasioglossum calceatum, L. leucozonium, L. malachurum, L. morio, L. pauxillum sowie L. zonulum), der Blattschneiderbiene Megachile centuncularis und zwei Mauerbienen (Osmia caerulescens sowie O. claviventris) haben Insektenforscher Hypericum-Perforatum-Pollen in den Nestern nachgewiesen.

Andrena bicolor – Weibchen, 1. Generation
Andrena bicolor – Weibchen, 1. Generation

Etliche dieser Wild­bienen-Arten sind sogar in Gärten anzu­treffen. Es lohnt sich deshalb unbe­dingt, ihnen dieses Nahrungs­angebot für den Nach­wuchs zu machen, besonders, wenn die Bienen im Garten oder in seiner nächsten Umgebung zudem geeignete Nistplätze finden. Die meisten der am Echten Johannis­kraut sammelnden Arten nisten unter­irdisch in selbst gegra­benen Erd­löchern, die Blatt­schneider­biene und die beiden Mauer­bienen-Arten lassen sich dagegen in ober­irdischen Hohl­räumen nieder und akzeptieren sogar Nisthilfen: Markhaltige Pflanzenstängel wie von Verbascum (Königskerze), Rosa canina (Heckenrose) oder Rubus (Brombeere) kommen zum Beispiel gut an, und wie Sie die am geschicktesten präsentieren, erfahren Sie auf meiner Königskerzen-Seite. Für die Blattschneiderbiene und die Mauerbiene Osmia caerulescens dürfen es auch Bambus- oder Schilfröhrchen sein (6 mm Innendurchmesser für Erstere, 4-5 mm Innendurchmesser für Letztere).

Wer jetzt neugierig geworden ist auf diese faszinierenden Insekten, erfährt auf meiner Seite Wildbienen im Stauden-Garten mehr über diese Tierchen.

Hypericum perforatum – Echtes Johanniskraut, Tüpfel-Johanniskraut, Tüpfel-Hartheu

Wuchshöhe: 30-60 cm
Blütenfarbe: gelb
Blütezeit: Mai, Juni, Juli
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung: Heilpflanze
Hinweis: heimische Wildstaude



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