Hypericum perforatum – Echtes Johanniskraut, Tüpfel-Johanniskraut, Tüpfel-Hartheu

(Pflanzenfamilie: Hypericaceae – Johanniskrautgewächse)

Hypericum perforatum – Tüpfel-Johanniskraut, Blüten Der Wirkstoff der alten Heilpflanze Hypericum perforatum wird nach wie vor medizinisch genutzt und unter anderem als Stimmungs­aufheller eingesetzt. Wenn man es im Garten hat, hellen schon allein die leuchtend gelben Blütenblätter (mit schwarzen Punkten am Rand, das sind Ölbehältnisse), der kompakte Wuchs und die luftig-leichte Erscheinung das Gemüt auf. Das Echte Johanniskraut im Garten hat, hellen schon allein die leuchtend gelben Blüten­blätter (mit schwarzen Punkten am Rand), der kompakte Wuchs und die luftig-leichte Erschei­nung das Gemüt auf. Hypericum perforatum ist an vielen Standorten zu Hause und nimmt so schnell nichts krumm. Am Teich­rand gesellt es sich bei uns gern zu Trifolium rubens 'Red Feathers' (Purpur-Klee) und Geranium sanguineum (Blut-Storchschnabel).

Hypericum perforatum mit Trifolium rubens und Geranium sanguineum
Hypericum, Trifolium und Geranium

Hypericum perforatum – Tüpfel-Johanniskraut, Austrieb
Hypericum perforatum – Austrieb

Das Echte Johanniskraut ist ein in Europa einheimisches (Un-)Kraut (winterhart, logisch) und in Deutschland sicher nicht gefährdet. Ein Blick auf seine Verbreitungskarte zeigt kaum einen hellen ("unbewohnten") Fleck. Das erstaunt mich nun gar nicht, denn Hypericum perforatum sät sich mit Verve aus (die sehr feinen Samen kommen überall hin, ich betone: überall), ältere Exemplare bilden auch noch Wurzelaus­läufer und machen sich auf Wander­schaft. Die kleinen Halbsträucher mit dem verholzten Wurzelstock auszugraben, ist mühsam und anstrengend – es ist eine Strafarbeit.

Hypericum perforatum – Tüpfel-Johanniskraut, Samenstand
Hypericum perforatum – Samenstand

Auf jeden Fall sollten die verblühten Blüten­stände des Johanniskrauts recht­zeitig vor der Samen­reife abgeschnitten werden, um Selbst­aussaat zu verhindern. Ausnahmsweise hat der Rückschnitt einer Staude also mal nicht bis zum Frühling Zeit.

Allzu flott sollten Sie indes auch nicht zur Schere greifen, denn Hypericum perforatum ist ein wertvoller Pollen­lieferant für einige Wild­bienen (Nektar bieten die Blüten dagegen so gut wie keinen an): Bei vier Sandbienen-Arten (Andrena bicolor, A. coitana, A. combinata und A. flavipes), einer Pelzbiene (Anthophora bimaculata), zwei Furchenbienen-Arten (Halictus scabiosae und H. tumulorum), sechs Schmalbienen (Lasioglossum calceatum, L. leucozonium, L. malachurum, L. morio, L. pauxillum sowie L. zonulum), der Blatt­schneider­biene Megachile centuncularis und zwei Mauerbienen (Osmia caerulescens sowie O. claviventris) haben Insektenforscher Hypericum-Perforatum-Pollen in den Nestern nachgewiesen.

Halictus scabiosae (Weibchen) sammelt Pollen von Hypericum perforatum
Halictus scabiosae (Weibchen) sammelt Pollen von Hypericum perforatum

Etliche dieser Wild­bienen-Arten sind sogar in Gärten anzu­treffen. Es lohnt sich deshalb unbe­dingt, ihnen dieses Nahrungs­angebot für den Nach­wuchs zu machen, besonders, wenn die Bienen im Garten oder in seiner nächsten Umgebung zudem geeignete Nistplätze finden. Die meisten der am Echten Johannis­kraut sammelnden Arten nisten unter­irdisch in selbst gegra­benen Erd­löchern, die Blatt­schneider­biene und die beiden Mauer­bienen-Arten lassen sich dagegen in ober­irdischen Hohl­räumen nieder und akzeptieren sogar Nist­hilfen: Markhaltige Pflanzen­stängel wie von Verbascum (Königs­kerze), Rosa canina (Heckenrose) oder Rubus (Brombeere) kommen zum Beispiel gut an, und wie Sie die am geschicktesten präsentieren, erfahren Sie auf meiner Königskerzen-Seite. Für die Blattschneiderbiene und die Mauerbiene Osmia caerulescens dürfen es auch Bambus- oder Schilfröhrchen sein (6 mm Innendurch­messer für Erstere, 4‑5 mm Innendurchmesser für Letztere).

Wer jetzt neugierig geworden ist auf diese faszinierenden Insekten, erfährt auf meiner Seite Wildbienen im Stauden-Garten mehr über diese Tierchen.

Etlichen Falter-Arten (durch die Bank Nacht­falter, zum Beispiel Eulen und Spanner) dient das Johanniskraut zudem als Raupen-Futter­pflanze – gern die Wurzeln. Einige dieser Arten gelten in Deutschland bereits als gefährdet oder stark gefährdet, was ja eigentlich verwun­derlich ist, wo die Nahrungspflanze doch fast flächen­deckend vorhanden ist. Es muss also andere Gründe für den Rückgang ihrer Popula­tionen geben, und ich kann mir gut vorstellen, dass die vielen nächt­lichen Lichtquellen dazu­gehören (Stichwort Lichtverschmutzung).

Hypericum perforatum – Echtes Johanniskraut, Tüpfel-Johanniskraut, Tüpfel-Hartheu

Wuchshöhe: 30-60 cm
Blütenfarbe: gelb
Blütezeit: Mai, Juni, Juli
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung:
Hinweis: Heilpflanze, einheimisch; Pollenquelle für Wildbienen



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