Dieser Kräuterduft haut mich um!

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Baldrian (Valeriana officinalis)

Die Wurzel wird im Frühjahr oder Herbst ausgegraben und getrocknet.

Baldrian ist wohl eine der bekanntesten Heilpflanzen und wird wegen seiner beruhigenden Wirkung geschätzt. Dass er von Katzen besonders geliebt wird, konnte ich bisher noch nicht feststellen.

Eigenschaften: beruhigend, krampflösend, antineuralgisch, leicht hypnotisch



Basilikum (Ocimum basilicum)

Als klassischen Bestandteil der mediterranen Küche kennt Basilikum inzwischen auch bei uns fast jedes Kind. Dass die aromatischen Blätter zudem eine heilende Wirkung haben, ist jedoch weniger bekannt.

Verwendet werden die Blätter und die Stängel. Doch Vorsicht: Nicht zu viel auf einmal ernten, damit die Pflanze nicht zu sehr geschwächt wird und immer wieder beerntet werden kann. Für ein üppiges Wachstum ist es auch von Vorteil, die Blütenansätze auszubrechen.

Basilikum ist einjährig. Basilikum-Pflanzen sind zwar ganzjährig in den Supermärkten erhältlich, doch dieses schnell herangezogene Kraut hat oft nichts mit dem Aroma von im Mai/Juni im Garten ausgepflanztem und kultiviertem Basilikum gemeinsam.

Sehen Sie sich vielleicht doch besser im Frühjahr/Früsommer in gut sortieren Gärtnereien um und probieren Sie's aus. Die Rede ist hier übrigens vom ganz normalen grünen Basilikum, nicht von einer der vielen Neuzüchtungen wie Zimt-, Zitronen- oder Thai-Basilikum.

Eigenschaften: verdauungsfördernd, krampflösend, entzündungshemmend



Beinwell (Symphytum officinale)

Die Wurzeln werden im Frühjahr und Herbst ausgegraben, die Blätter und Blüten sammelt man von Juni bis August.

Der Arznei-Beinwell gehört zu den Heilpflanzen, die nur zur äußerlichen Anwendung empfohlen werden, da die Pflanze Inhaltsstoffe enthält, die bei innerlicher Anwendung bedenkliche Nebenwirkungen haben können.

Eigenschaften: wundheilend, adstringierend



Blut-Weiderich (Lythrum salicaria)

Die kompletten Stängel mit Blüte werden zur Blütezeit im Juli/August geschnitten und getrocknet.

Der Blut-Weiderich soll Blutungen stillen, aber auch gegen Krampfadern wirken und besonders bei Darmentzündungen und -infekten helfen.

Eigenschaften: antibiotisch, adstringierend, entzündungshemmend



Bohnenkraut (Satureja)

Die oberirdischen Teile der Pflanze werden im Sommer abgeschnitten und frisch oder getrocknet verwendet.

Neben dem einjährigen Bohnenkraut (Satureja hortensis) kann auch das mehrjährige Berg-Bohnenkraut (Satureja montana) als Gewürz- und Heilpflanze eingesetzt werden. In der Küche gehört Bohnenkraut mit seinem
pfeffrigen Aroma unbedingt – wie der Name schon sagt – an die meisten Gerichte mit Bohnen, schon allein, um sie bekömmlicher zu machen.

Eigenschaften: verdauungsfördernd, anregend, reinigend



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Dill (Anethum graveolens)

Die Blätter werden in der Wachstumsphase laufend geerntet, die Blütendolden, sobald die Samen ausgereift sind (also braun werden).

Was wären Gurken ohne Dill (oder zumindest Kümmel oder einen Hauch von Knoblauch)? – Längst nicht so bekömmlich. Deshalb sollten in einem Gurkensalat ein paar klein geschnittene Dillblätter nicht fehlen; für eingeweckte oder eingelegte Gurken verwenden wir die Dilldolden – frisch oder getrocknet – und übrig gebliebene Dillsamen heben wir dann noch für einen Tee bei Verdauungsbeschwerden auf; soll ja gelegentlich vorkommen ;-).

Dill ist einjährig.

Eigenschaften: verdauungsfördernd und -regulierend und – man höre und staune – gegen Schluckauf



Duftveilchen (Viola odorata)

Gesammelt werden der Wurzelstock im Frühling oder Herbst und die Blüten vor dem Aufblühen im März/April.

Das Duftveilchen ist in unseren Gärten weit verbreitet und kann manchmal fast zum Unkraut werden – gut, dass man dann die ausgegrabenen Wurzeln sinnvoll einsetzen kann …

Eigenschaften: hustenlindernd, schweißtreibend, abschwellend, abführend


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Estragon (Artemisia dracunculus)

Verwendet werden die frischen oder getrockneten Blätter zum Verfeinern von Suppen, Soßen, Fleisch- und Fischgerichten. Als Heilmittel finden die getrockneten Blüten ebenfalls Verwendung.

Vom Estragon gibt es drei verschiedene Varietäten, auch wenn es die Botaniker noch nicht bemerkt haben: Russischer und Deutscher Estragon werden am häufigsten angeboten, denn sie lassen sich leicht aus Samen vermehren und sind in unseren Breiten völlig winterhart. Französischer Estragon muss immer durch Stecklinge vermehrt werden und ist bei uns in raueren Lagen nicht ganz winterhart (in Keidenzell hat er allerdings den langen kalten Winter 2009/2010 sogar im Topf im Freiland überstanden, also keine Scheu). Französischer Estragon ist übrigens der aromatischste.

Eigenschaften: verdauungsfördernd, darmstärkend



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Günsel (Ajuga reptans)

Die oberirdischen Pflanzenteile werden von April bis Juli gesammelt und getrocknet. Dabei sollten nicht alle Pflanzen "geerntet" werden.

Man muss allerdings achtgeben, wenn man den Günsel im Garten hat, denn er breitet sich ganz gern aus und siedelt sich schon mal im Rasen an. Den grünlaubigen Günsel findet man in der Natur häufig, erkennt ihn aber meist nur zur Blütezeit.

Eigenschaften: gegen Durchfallerkrankungen, adstringierend, wundheilend



Goldrute (Solidago virgaurea)

Die kompletten Stängel mit Blüte werden zur Blütezeit im Juli/August abgeschnitten und getrocknet. Der Wurzelstock wird im September/Oktober ausgegraben, in Stücke geschnitten und getrocknet.

Die heimische Gewöhnliche Goldrute ist inzwischen weniger bekannt als die häufiger anzutreffende Kanadische Goldrute (Solidago canadensis). Dafür ist die heimische eine Heilpflanze, die sich auch im Ziergarten gut macht.

Eigenschaften: entzündungshemmend, abschwellend, adstringierend, harntreibend



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Herzgespann (Leonurus cardiaca)

Im Juni/Juli wird die Pflanze etwa 10-20 cm über dem Boden abgeschnitten und getrocknet.

Eigenschaften: beruhigend, blutdrucksenkend (also nicht zusammen mit anderen blutdrucksenkenden Mitteln anwenden!)


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Johanniskraut (Hypericum perforatum)

Verwendet wird die ganze oberirdische Pflanze – frisch oder getrocknet.

Bei innerlicher Anwendung von Johanniskraut sollten Sie die Sonne meiden. Äußerlich wird Johanniskraut bei Verbrennungen genutzt.

Eigenschaften: verdauungsfördernd, blutdrucksenkend (Vorsicht also, falls Sie Blutdrucksenker einnehmen), krampflösend, adstringierend, stimmungsaufhellend



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Lavendel (Lavandula angustifolia)

Die Blüten werden geschnitten und getrocknet.

Als Gewürz ist der Lavendel in den "Kräutern der Provence" enthalten. Ansonsten hat er bei uns in der Küche eher wenig Bedeutung, bekannter ist er da als Badezusatz. Oft wird er in Duftsträuße gebunden und schon unsere Urgroßmütter wussten, dass ein Säckchen mit duftendem Lavendel im Wäscheschrank nicht nur für angenehmen Geruch sorgt, sondern auch allerlei Plagegeister vertreibt.

Eigenschaften: reinigend, sedativ, antiseptisch, krampflösend



Liebstöckel oder Maggikraut (Levisticum officinale)

Zu verwenden sind praktisch alle Pflanzenteile: Blätter, Stiele, Samen und Wurzeln; die Blätter und Stiele lassen sich während der gesamten Vegetationszeit ernten, die Samen – logisch – nach der Reife und die Wurzeln werden zwischen September und November ausgegraben und getrocknet.

In der Küche werden in erster Linie die Blätter (und als besonders starker Aromageber auch die Stiele) verwendet. Verzichten Sie dabei besser auf getrocknete Ware und nehmen Sie frische. Aus den Samen und den getrockneten Wurzeln lassen sich Tees oder Aufgüsse herstellen.

Liebstöckel verfügt über ein kräftiges Aroma, das an Sellerie erinnert; daher wohl auch die weitere deutsche Bezeichnung als Maggikraut.

Eigenschaften: krampflösend, harntreibend



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Minze (Mentha x piperita)

Blätter und kompletten Stängel mit Blüte finden getrocknet oder frisch Verwendung.

Bei Pfefferminze gilt es, nicht zu viel zu sich zu nehmen. Besonders gut wirkt Pfefferminzöl gegen leichte Kopfschmerzen.

Eigenschaften: erfrischend, durstlöschend, leicht schmerzstillend, verdauungsfördernd


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Oregano (Origanum vulgare)

Als Heilmittel werden die kompletten Stängel mit Blüte zur Blütezeit von Juni bis August getrocknet. Vor der Blüte können die Blätter zum Würzen gesammelt und frisch verwendet oder getrocknet werden.

Der Oregano gilt als das typische Pizzagewürz und ist dabei noch sehr gesund.

Eigenschaften: verdauungsfördernd, antiseptisch, appetitanregend



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Petersilie (Petroselinum crispum)

Verwendung finden die Samen sowie vor allem die frischen Blätter und Stiele.

Petersilie gehört zu unseren wichtigsten Küchenkräutern; dass es auch als Heilkraut angewendet wird, mag manchen vielleicht überraschen.

Eigenschaften: kreislaufanregend, gegen Gicht, Wassersucht, Harnsteine und Beschwerden der Harnwege


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Salbei (Salvia officinalis)

Die Blätter werden von Mai bis Juni und die kompletten Stängel mit Blüte werden zur Blütezeit von Mai bis August gesammelt und getrocknet. Die Blätter werden aber auch frisch verwendet.

Salbei gehört zu den Heilkräutern, die mit Bedacht eingenommen werden sollten. Bei Überdosierung kann er zu Magenblutung, Nervosität und sogar Vergiftungserscheinungen führen. Es wird empfohlen, nicht mehr als sechs Blätter pro Tag zu sich zu nehmen und auch das nicht über einen längeren Zeitraum.

Eigenschaften: verdauungsfördernd, entzündungshemmend, antiseptisch



Schafgarbe (Achillea millefolium)

Von der Schafgarbe werden die kompletten Stängel mit Blüte zur Blütezeit , gesammelt und getrocknet.

Die Gemeine Schafgarbe ist bei uns von alters her eine typische Wildstaude und Heilpflanze, die man fast überall antrifft.

Eigenschaften: verdauungsfördernd, sedativ, wundheilend



Schlüsselblume (Primula veris)

Gesammelt werden die Wurzeln im Herbst, die Blätter vor der Blüte und die Blüten im April/Mai.

Die jungen Blätter der Schlüsselblume können unter Salate gemischt werden oder zu einem Schlüsselblumen-Süppchen verarbeitet werden: lecker und gesund.

Eigenschaften: reinigend, hustenstillend, sedativ, harntreibend



Seifenkraut (Saponaria officinalis)

Der Wurzelstock wird von Mai bis Juli und im September/Oktober ausgegraben und getrocknet.

Da die Blätter und Wurzeln dank ihrer Inhaltsstoffe Schmutz lösen, wurde Seifenkraut früher als Waschmittel (Seife) verwendet; daher sowohl der botanische Name Saponaria (lateinisch: sapo=Seife) als auch der deutsche Name Seifenkraut. Die Saponaria wird gegen Furunkel und Dermatitis eingesetzt, aber auch bei Erkrankungen der Atemwege.

Eigenschaften: reinigend, abführend


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Thymian (Thymus)

Die kompletten Stängel mit Blüte werden zur Blütezeit von Mai bis Juli geerntet und getrocknet.

Zu den Heilpflanzen zählen der Echte Thymian (Thymus vulgaris) und der Arznei-Thymian (Thymus pulegioides). Neben diesen wird noch der Zitronen-Thymian (Thymus x citriodorus) – eine Kreuzung aus Thymus vulgaris und Thymus pulegioides – als Tee (und wie Thymus vulgaris als Gewürz) genutzt.

Eigenschaften: reinigend, verdauungsfördernd, anregend, antiseptisch



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Wiesenknopf (Sanguisorba)

Gesammelt werden die oberirdischen Teile der Pflanze in der Zeit von April bis Juli, denn im Herbst enthält die Pflanze weniger Wirkstoffe.

Vom Wiesenknopf gibt es zwei Arten, die als Heilpflanzen genutzt werden: Zum einen ist das Sanguisorba officinalis, zum anderen Sanguisorba minor, der bei uns bekanntere und auch in der Natur häufig vorkommende Kleine Wiesenknopf. Beide entfalten auch frisch in Salaten ihre Wirkung – und schmecken.

Eigenschaften: appetitanregend, verdauungsfördernd, adstrigierend



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Ysop (Hyssopus officinalis)

Gesammelt werden die kompletten Stängel mit Blüte und frisch oder getrocknet angewendet. – Die frischen Blätter können auch in Salate gemischt werden.

Eigenschaften: krampflösend, verdauungsfördernd


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Ziest (Stachys officinalis)

Die Blätter werden vor der Blüte im April/Mai geerntet, die Blüten, bevor
Samen gebildet werden.

Der Heil-Ziest sollte nur äußerlich angewendet werden, da er bei hoher
Dosierung Brechreiz hervorruft und stark abführend wirkt.

Eigenschaften: fiebersenkend, wundheilend, schleimlösend



Zitronenmelisse (Melissa officinalis)

Von Mai bis September kann geerntet werden, um die Blätter und die
kompletten Stängel mit Blüte zur Blütezeit zu trocknen oder frisch zu
verwenden.

Frisch im Salat oder getrocknet als Badezusatz ist die Melisse ein sehr
wertvolles Kraut. Bei Getränken mit Melisse sollte man allerdings Vorsicht
walten lassen (blutungsfördernd). Nichtsdestotrotz beruhigt ein Tee aus
Melisse, Minze und Kamille den Magen – nicht literweise eben!

Eigenschaften: sedativ, blutungsfördernd, verdauungsfördernd, krampflösend,
herzstärkend



  Weiterführende Literatur:
  • Die Kräuterbibel (Peter McHoy, Pamela Westland; Könemann
    Verlagsgesellschaft mbH, Köln)
  • Die große Enzyklopädie der Heilpflanzen (Übersetzung aus dem
    Italienischen von Walter Wurzer; Neuer Kaiser Verlag, Klagenfurt )
  • Der Heilpflanzengarten (Bernhard Zepernick, Ingo Hoffmann; Leopold
    Stocker Verlag, Graz)
  • BLV Bestimmungsbuch Heilpflanzen (P. Schauenburg, F. Paris; BLV
    Verlagsgesellschaft mbH, München)
  • Ernte am Wegrand (Christine Recht, Max F. Wetterwald; Verlag Eugen
    Ulmer GmbH & Co., Stuttgart)
  • Kräuter- und Heilpflanzen-Kochbuch (Pia Pervenche; Falken-Verlag
    GmbH, Niedernhausen)
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