Linaria purpurea ('Canon J. Went') – Purpur-Leinkraut

(Pflanzenfamilie: Scrophulariaceae – Braunwurzgewächse)

Linaria purpurea 'Canon J. Went' – Purpur-Leinkraut
Linaria purpurea 'Canon J. Went' – Purpur-Leinkraut

Ein wenig unauffällig, aber trotzdem präsent, so könnte man das Purpur-Leinkraut beschreiben. Vielleicht trifft's auch "unauffällig" nicht so ganz, "unaufdringlich" wäre womöglich das geeignetere Wort.

Solche Pflanzen stören selten, selbst wenn sich durch Selbstaussaat im Lauf der Zeit ein paar mehr ins Beet schmuggeln. Schmales, blaugrünes Laub und kleine Blütchen, die an Löwenmäulchen-Blüten erinnern, machen den Charme von Linaria purpurea aus. Dazu die lange Blütezeit vom Frühsommer bis zum frühen Herbst – mehr kann man fast nicht von einer Staude erwarten. Vermehrt wird das Purpur-Leinkraut über Samen (die Sorte 'Canon J. Went' ebenfalls) oder Teilung. Letzteres funktioniert allerdings nur, wenn sich aus Wurzelsprossen neue Triebe bzw. Pflanzen entwickeln. Das soll bei diesem Wurzeltyp zwar generell so sein, ist in der Praxis jedoch nicht immer der Fall: Die Pflanze in meinem Garten wächst schon seit Jahren streng horstig und hat noch keine einzige Tochterpflanze gebildet; lediglich ein Sämling ist mal aufgetaucht, zum Glück, sonst wär sie immer noch Single. Ich habe daher nur die Möglichkeit, im Spätsommer Stecklinge zu nehmen oder abgenommenen Samen selbst auszusäen, falls ich sie mal vermehren will.

Die Pflege dieser dankbaren und vielseitigen Staude beschränkt sich auf das Entfernen der vorjährigen Blütentriebe im Frühling. Wer das lieber vor dem Winter macht, kann das nach der Blüte im Herbst gern tun.

Nach Pflanzpartnern für das Purpur-Leinkraut muss man nicht gezielt suchen, es fügt sich so gut wie überall ein, wo's farblich passt (violettrosa Blüten; die der Sorte 'Canon J. Went' sind hellrosa). Lediglich auf einen sonnigen Standort sollte geachtet werden und darauf, dass die Nachbarschaft wie Linaria purpurea trockenheitsverträglich ist, also einen trockenen Standort bevorzugt. Aster amellus (Berg- oder Kalk-Aster) etwa passt gut dazu und Solidago ptarmicoides (Weiße Goldrute). Bei der Kombination mit höheren Stauden sollten Sie an Ziergräser denken, besonders an so straff aufrecht wachsende wie Panicum virgatum (Echte Rutenhirse) oder Andropogon gerardii (Blauhalm, Gambagras, Gerards Präriegras, Dünengras), die gut etwas Auflockerung vertragen.

An und für sich wächst ja auch das Purpur-Leinkraut straff aufrecht (es sei denn, häufiger Wind aus stets derselben Richtung sorgt für eine leichte Schrägstellung), doch die im Laufe der Blütezeit immer länger werdenden und frech in alle Richtungen abstehenden Blütenstände sorgen dafür, dass die Linaria purpurea nicht zu "aufgeräumt" und ordentlich wirkt. Es ist nicht negativ, sondern liebevoll positiv gemeint, wenn ich sie ein bisschen "zauselig" oder "wuschig" nenne.

Linaria purpurea 'Canon J. Went' – Purpur-Leinkraut mit Lehmwespe
Linaria purpurea 'Canon J. Went' mit Lehmwespe (Ancistrocerus nigricornis)

Ein wenig enttäuschend sind die Insektenbesuche auf dem Purpur-Leinkraut, da sollte man eigentlich denken, dass mehr los ist auf ihm, wie es sich für eine einheimische Pflanze "gehört". Immerhin: Zwei Wollbienen-Arten (Anthidium manicatum, die Garten-Wollbiene, und Anthidium strigatum, die Kleine Harzbiene) interessieren sich für Linaria purpurea, bei beiden Arten sammeln die Weibchen den Pollen als Verpflegung für die Larven im Nest. (Mehr über Wildbienen und ihre Lebensweise erfahren Sie auf meiner Seite "Wildbienen im Stauden-Garten.)

Linaria purpurea 'Canon J. Went' – Purpur-Leinkraut

Wuchshöhe: cm
Blütenfarbe: hellrosa, violettrosa die Art
Blütezeit: Juni, Juli, August, September
Lichtverhältnisse: sonnig
Bodenverhältnisse: trocken
Verwendung:
Hinweis: Pollenquelle für Wildbienen



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