Lupinus polyphyllus – Garten-Lupine, Vielblättrige Lupine
(alte deutsche Namen für Lupinen: Wolfsbohne, Feigbohne)

(Pflanzenfamilie: Fabaceae – Schmetterlingsblütler)

Lupinus polyphyllus – Garten-Lupine Lupinus polyphyllus – Garten-Lupine So ist es noch immer, die Vermehrung überlässt man am besten den Pflanzen (der Natur). Sämlinge, die im Garten stören, lassen sich "rückstandslos" entfernen, indem die Hauptwurzel (Pfahlwurzel) ein Stückchen unterhalb der Erdoberfläche abgestochen wird. Ganz junge Sämlinge kann man auch noch verpflanzen, mit älteren und gut eingewachsenen Exemplaren geht das nicht mehr so leicht. Alternativ – um die Standortwahl zu beeinflussen – besorgt man sich ein Tütchen mit Samen einer der vielen attraktiven Auslesen und Mischungen; Sorten gibt es sogar schon ab 30/40 cm Wuchshöhe bei entsprechend geringerer Wuchsbreite – optimal für kleine Gärten. Gleich beim Gärtner Pflanzen zu kaufen, ist natürlich ebenfalls möglich. Lassen Sie sich jedoch nicht dazu hinreißen, zu sehr großen Pflanzen zu greifen, schon gar nicht zu blühenden, das geht wegen der Pfahlwurzeln der Lupinen in den seltensten Fällen gut. Die imposantesten und langlebigsten Lupinen im Garten sind in der Regel diejenigen, die an Ort und Stelle gekeimt sind, sich ihren Platz also "selbst ausgesucht" haben. Ein paar Samen einfach dorthin zu legen, wo Lupinen hinsollen, geht deshalb auch.

Lupinus polyphyllus – Garten-Lupine, Austrieb Lupinus polyphyllus – Austrieb

Die einzige hierzulande bedingungslos winterharte unter den staudigen (mehrjährigen) Arten der Gattung Lupinus ist neben der unscheinbaren Stauden-Lupine (Lupinus perennis) tatsächlich die Vielblättrige Lupine, Lupinus polyphyllus, die höchstens mal auswintert, wenn ihre dicken, langen Wurzel mit zu viel Staunässe im Winter zu kämpfen haben. Mitunter ist zu lesen, dass Lupinen, die nach der Blüte mitsamt dem Laub zurückgeschnitten werden, ebenfalls weniger winterhart sind als andere. Da muss ich widersprechen: Ich habe den kompletten Rückschnitt selbst oft praktiziert und alle diese Pflanzen waren im darauffolgenden Jahr brav wieder da. Eine kleine Einschränkung möchte ich hinzufügen: So ist das bei mir. Andere Gärten, andere Erfahrungen. Der Vorteil solch einer Radikalkur liegt auf der Hand: Die Pflanzen treiben frisch durch und entwickeln kompakte, sattgrüne neue Blatthorste und in der Regel auch neue Blüten.

Lupinus polyphyllus – Garten-Lupine Ansonsten kann man bei der Pflege praktisch nichts falsch machen und der Standort spielt eine untergeordnete Rolle: Sonne, Halbschatten, sehr trocken oder doch frisch und zwischendurch sogar mal feucht, Sandboden, Lehmboden, kein Dünger, etwas Dünger, all das ist der Vielblättrigen-Lupine ziemlich einerlei und erleichtert es ungemein, sie in den Garten zu integrieren. Einziger Wunsch an die Bodenreaktion: lieber leicht sauer als kalkhaltig.

Lupinus polyphyllus – Garten-Lupine Eine ausgewachsene Lupine an einem Fleckchen, das ihr gefällt, ist eine recht platzintensive Angelegenheit. So ein Exemplar beansprucht bis zu einem halben Quadratmeter Fläche. Wenn sie nach der Blüte zurückgeschnitten wird, bleibt nicht mehr so sehr viel von ihr übrig, höchstens das grüne Laub halt. Es klafft stattdessen "eine Lücke" im Beet. Deshalb pflanzt man diese Stauden am besten in Einzelstellung – etwa am Rand einer Hecke – oder kombiniert sie mit Stauden, die erst nach der Lupinenblüte im Mai/Juni richtig loslegen und die Lücke kaschieren. Echinacea purpurea (Roter Scheinsonnenhut), Heliopsis helianthoides (Gewöhnliches Sonnenauge), Phlox paniculata (Hoher Phlox, Stauden-Phlox) und Symphyotrichum-Arten (Astern) wären unter den hohen Stauden eine Möglichkeit, an Gräsern Miscanthus sinensis (Silber-Chinaschilf) oder Panicum virgatum (Echte Rutenhirse) eine Option. Zu dichtes Pflanzen sollten sie in jedem Fall vermeiden, denn Lupinus polyphyllus treibt nach der Hauptblüte und einem Rückschnitt (ob nur der Blütenstängel oder komplett) immer wieder mal neue Blütentriebe; farblich sollten die Blüten der Pflanzpartner also zu denen der Lupine passen.

Lupinus polyphyllus mit Aquilegia vulgaris Lupinus polyphyllus und Aquilegia vulgaris

Zur Hauptblütezeit der Garten-Lupinen buhlen eine ganze Reihe an Stauden darum, mit ihr um die Wette blühen zu dürfen: Aquilegia vulgaris (Gewöhnliche Akelei), Linum perenne (Stauden-Lein, Ewiger Lein) und Verbascum phoeniceum 'Violetta' (Purpur-Königskerze), um nur einige zu nennen. Da kommt es praktisch nur auf die Farbharmonie der Blüten an, welche Pflanzpartner sie wählen.

Stickstoffdünger braucht Lupinus polyphyllus keinen. Stattdessen "produzieren" diese Pflanzen in kleinen Knöllchen an den Wurzeln selbst Stickstoff, indem sie den Stickstoff aus der Luft mithilfe von Bakterien aufnehmen und darin binden. Das bedeutet natürlich, dass Pflanzen, die als Kulturnachfolger an einen ehemaligen Lupinen-Standort gepflanzt werden, eine gute Stickstoffversorgung tolerieren bzw. brauchen sollten. Denn nach dem Ausgraben/tiefen Abstechen der Lupinen noch im Boden verbliebene Wurzeln setzen nach und nach Stickstoff frei. Ganz allgemein lässt sich sagen, Lupinen verbessern nährstoffarme Böden, wenn die Pflanzen in den Boden eingearbeitet werden oder Reste von ihnen im Erdreich verbleiben.

Lupinus polyphyllus – Garten-Lupine Darf ich das Kraut denn auch untergraben, wenn die Lupinen von Echtem Mehltau befallen sind (was leider öfter mal vorkommt)? Da habe ich selbst lange darüber nachgedacht und nach einer Antwort geforscht. Haben sich die Wissenschaftler diese Frage etwa noch nie gestellt? Es genügt ja nicht, wenn ich vermute, dass befallenes Laub in den Boden eingearbeitet werden darf! Auf Ratgeberseiten für den Öko-Landbau fand ich schließlich den Hinweis, dass Getreidereste mit Mehltau sorgfältig untergeackert werden müssen – die Bestätigung meiner Vermutung, dass der Pilz im Boden nicht weiterleben kann. Also ja, selbst wenn Lupinen unter Echtem Mehltau leiden, können sie als Gründüngung zur Bodenverbesserung ins Erdreich eingearbeitet werden.

Pflanzen-Krankheiten fallen mir keine weiteren ein, die Lupinus polyphyllus bei mir schon mal zugesetzt haben, aber Schädlinge. Wie sollte es anders sein: Schnecken. Die machen sich gern und ausgiebig über den frischen Austrieb her, weniger – aber auch – über ältere Blätter. Bei Sämlingen kann so ein Kahlfraß in der Tat zum Verlust der Pflanze führen. Daher sollte man im Frühjahr nicht nur nach Regenschauern ein Auge auf seine Lupinen haben, besonders auf junge Pflänzchen.

Lupinus polyphyllus – Garten-Lupine Insekten und der dramatische Rückgang ihrer Populationen sind eines der großen Themen unserer Zeit, und viele fragen sich, was sie zu deren Schutz tun können, ohne irgendwann "bloß noch Unkraut" im Garten zu haben! Nun, mit Lupinus polyphyllus sind Sie auf einem guten Weg (und das meine ich jetzt nicht wegen der Lupinen-Blattlaus, die gelegentlich auftauchen soll, sich bei mir jedoch zum Glück noch nie blicken ließ). Das Pollen- und Nektarangebot von Lupinen wird gern angenommen, auch von Wildbienen. So sammeln die Blattschneider- und Mörtelbienen Megachile circumcincta und ericetorum (Platterbsen-Mörtelbiene), die Mauerbienen-Art Osmia aurulenta sowie die Garten-Wollbiene (Anthidium manicatum) unter anderem von Lupinus polyphyllus Pollen und Nektar als Proviant für ihre Larven.

Garten-Wollbiene – Anthidium manicatum Garten-Wollbiene – Anthidium manicatum

Die Garten-Wollbiene ist noch recht häufig und vielleicht lässt sie sich auch in Ihren Garten locken, wenn Sie ihr dort auch alles andere bieten, was sie neben Pollen und Nektar zum Nestbau und für ihre Larven braucht: "Wollige" Pflanzen wie Wollziest (Stachys byzantina), Kronen-Lichtnelke (Silene coronaria) oder Königskerzen (Verbascum thapsus) zum Beispiel, deren Härchen die Biene von den Blättern abschabt und für den Bau des Nestes verwendet. Dazu kommt noch einiger "Krempel" wie kleine Hölzchen, dürre Blatt- oder Stängelteilchen, Schneckenhäuschen, Steinchen und anderes mehr, kurz alles, was in einem nicht klinisch reinen Garten halt so rumliegt. Und natürlich brauchen sie passende Nistplätze, doch da ist die Garten-Wollbiene nicht so wählerisch – sie nistet in Hohlräumen aller Art, etwa in altem Holz, zwischen Steinen (Trockenmauern, Steinhaufen) und in losem Mauerwerk. Selbst Bambus- oder Schilfröhrchen werden gelegentlich als Nisthilfe akzeptiert.

Gemeine Wespe auf Eryngium giganteum
Gemeine Wespe auf Eryngium giganteum

An sogenannten gartenwürdigen Pollen- und Nektarpflanzen könnten Sie zusätzlich zu Lupinen noch Ziest-Arten (Stachys officinalis und byzantina, den sie ja auch wegen seiner behaarten Blätter brauchen kann), Kleinblütige Bergminze (Clinopodium nepeta), Muskateller-Salbei (Salvia sclarea), Edel-Gamander (Teucrium chamaedrys) und/oder Fingerhut-Arten (Digitalis grandiflora und purpurea) pflanzen, in den (Heil-)Kräutergarten das Herzgespann (Leonurus cardiaca) sowie Zitronen-Melisse (Melissa officinalis). Denn mit einer Lupine kommt man als Wildbiene nicht weit, da braucht’s schon mehr passende Pollen- und Nektarlieferanten "in Reichweite", um ein Gebiet für den Nestbau attraktiv zu machen.

Auf den ersten flüchtigen Blick aus dem Augenwinkel könnte man die Garten-Wollbiene mit einer Wespe verwechseln. Aber wirklich nur auf den allerersten. Anthidium manicatum ist zwar den Sozialen Faltenwespen (Deutsche Wespe, Gemeine Wespe und andere) mit ihrer gelb-schwarzen Färbung nicht unähnlich, der Körperbau der Biene ist jedoch gedrungener, eher als pummelig zu bezeichnen; ihr fehlt zudem die typische "Wespentaille" und sie ist stärker behaart als Wespen (ganz laienhaft formuliert, das alles!). Im Flug zeigt sich ein weiterer Unterschied: Im Gegensatz zum aufgeregten "Getänzel" der Wespen fliegt die Garten-Wollbiene ruhig und fast schon behäbig.


Lupinus polyphyllus – Garten-Lupine, Samen Lupinus polyphyllus – Samen

All diese großartigen Eigenschaften von Lupinus polyphyllus können nicht darüber wegtäuschen, dass diese Pflanze giftige Alkaloide enthält, darunter das Alkaloid Lupanin; in den Samen etwas mehr als im Grün. Während meiner Ausbildung zum Gärtner war nie die Rede davon, dass Lupinen giftig sind, so gering wurde seinerzeit offenbar das Vergiftungsrisiko eingeschätzt. Denn das Lupanin ist kein Kontaktgift, das man durch Berührung über die Haut aufnimmt, man muss Pflanzenteile essen, damit es zu Vergiftungssymptomen kommt. Wir merken uns also und sagen es vor allem den Kindern eindringlich: Pflanzenteile von Lupinen nicht in den Mund stecken und nicht schlucken, schon gar nicht die Samen!

Lupinus polyphyllus – Garten-Lupine, Vielblättrige Lupine

Wuchshöhe: 80-120 cm
Blütenfarbe: blau, violett, purpur und andere Farben
Blütezeit: Mai, Juni, Juli, August
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung:
Hinweis: giftige Pflanze


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