Lysimachia – Felberich, Gilbweiderich

(Pflanzenfamilie: Primulaceae – Primelgewächse)

Bei Lysimachia komme ich ins Schwärmen: Sie ist ausdauernd, widerstandsfähig und nimmt so schnell nichts krumm. Einzig den Ausbreitungsdrang vieler Arten dieser Gattung sollte man im Auge behalten.

Obwohl es der Fel­berich eher feucht mag, lässt er sich auch wunder­bar mit Stauden kombi­nieren, die trockenere Stand­orte bevorzugen – zum Beispiel Lysimachia chethroides (Schnee-Felberich) mit Platycodon grandiflorus (Ballonblume). Wahr­scheinlich nimmt er sich dann ein­fach das, was er braucht, und die anderen sind zufrieden mit dem, was übrig bleibt. Apropos übrig: Trockene Jahre steckt Lysimachia auch klaglos weg, bleibt einfach kleiner und breitet sich weniger aus, so meine Erfahrung mit den Arten, die ich im Garten kultiviere.

Dank der Tatsache, dass etliche Lysimachia-Arten wuchern, hat man es bei ihr mit der Vermehrung leicht: im Frühjahr einfach Teile davon abstechen und in Pflanztöpfe setzen. Bis die "Ableger" darin Fuß gefasst haben, das geht schnell (drei, vier Wochen), dann können sie am neuen Standort ausgepflanzt werden. Lysimachia ciliata teilt man, wenn sie beginnt auszutreiben, L. clethroides vor dem Austrieb und L. nummularia sowie vulgaris, wann man lustig ist, wobei auch bei ihnen der Vermehrung im Frühling der Vorzug zu geben ist.

Den Ausläufern ist es allerdings auch geschuldet, dass so mancher Gartenbesitzer bei Felberich abwinkt: Danke, aber nein danke. Dabei bewahrt eine Wurzelsperre (dicke Teichfolie, Eimer) vor negativen Erfahrungen mit der Wanderlust der Lysimachien und ermöglicht es, nur ihre positiven Seiten zu genießen.

Ölquellen im Garten

Lysimachia clethroides – Schnee-Felberich mit Distelfalter
Lysimachia clethroides mit Distelfalter

Dass Pflanzen bzw. deren Blüten Nektar (manche mehr, manche weniger) produ­zieren, um Bestäu­ber anzu­locken, ist bekannt. Das ist, sage ich mal, der Normal­fall, und auch etli­che Lysimachia-Arten tun das, zum Bei­spiel L. clethroides, der Enten­schnabel-Fel­berich und L. ephemerum, der Iberi­sche Fel­berich. Auf diesen beiden Fel­berich-Arten sind während der Blüte viele Honig­bienen, Hummeln und Schmetterlinge zu beobachten.

Etwas weniger lebhaft geht es auf L. ciliata (Bewim­perter Fel­berich), L. nummularia (Pfennig­kraut), L. punctata (Punk­tierter Fel­berich) und L. vulgaris (Gewöhn­licher Fel­berich) zu, denn sie warten mit einer Eigenheit auf: Anstelle des Nektars bieten sie Öle an, mit denen sie Insekten ködern. Darauf haben sich die Arten in der Wildbienen-Gattung Macropis (Schenkelbienen) spezialisiert, deren Weibchen ausschließlich Lysimachia-Pollen und das angebotene Öl nutzen, um die Brut zu versorgen und das Nest zu bauen.

Lysimachia vulgaris – Gewöhnlicher Felberich, Blüten
Lysimachia vulgaris – Gewöhnlicher Felberich

In Deutschland kommen zwei Schenkel­bienen-Arten über­all dort vor, wo es genü­gend große Bestände von L. nummularia, punctata und vulgaris sowie passende Nist­möglich­keiten (sie graben Nester in die Erde und sind nicht wähle­risch, was die Boden­beschaffen­heit angeht) gibt. Das kann auch in Gärten sein. Ihren Eigenbedarf an Nahrung decken diese Bienen mit Nektar von den verschiedensten Pflanzen, was halt im Hochsommer zur Lysimachia-Blüte in der Natur (und den Gärten) sonst noch so blüht.

Bislang sind mir Macropis europaea (Auen-Schenkelbiene) und Macropis fulvipes (Wald-Schenkelbiene) im Garten noch nicht aufgefallen; vielleicht habe ich die kleinen Flieger (8-10 mm groß) aber bloß noch nicht bewusst wahrgenommen (wenn es sie denn in der Gegend gibt).

Lysimachia ciliata – Bewimperter Felberich

Lysimachia ciliata – Bewimperter Felberich, Blüten und Knospen Sie ist eigent­lich eine Sumpf­pflanze, die Lysimachia ciliata, und kommt in ihrer Heimat Nord­amerika an feuchten Stellen vor. So ein Stand­ort, zum Bei­spiel in der Sumpf­zone oder am nassen/feuchten Ufer des Teichs, käme ihr in unseren Gärten eben­falls gele­gen. Nach dem Motto "Was ist ist, ist nicht." arrangiert sich der Bewim­perte Felbe­rich jedoch mit trockeneren Berei­chen, was sich jedoch an der Wuchs­höhe und dem Aus­breitungs­drang bemerk­bar macht: Beides wird deut­lich gebremst.

An ganz und vor allem dauerhaft trockenen Plätzen überlebt Lysimachia ciliata nicht lang. Am günstigsten für alle Beteiligten wäre deshalb ein mäßig feuchter Standort an dem die feingliedrige Staude als hoher Bodendecker fungieren kann. Gute Nachbarn sind auf jeden Fall Filipendula ulmaria (Echtes Mädesüß), Lythrum salicaria (Blut-Weiderich) oder Carex pendula (Riesen-Hänge-Segge). Mit Letzterem kann sie ein bisschen um die Vorherrschaft im Beet streiten und sie bildet zudem einen schönen Gegenpol zu diesem etwas plump wirkenden Gras.

Lysimachia ciliata – Bewimperter Felberich, Austrieb
Lysimachia ciliata – Austrieb

Ende Teil eins. Teil zwei: Nach zahl­reichen Garten­jahren ohne Bewim­perten Felbe­rich ist eines schönen Früh­jahrs mir nichts, dir nichts ein Säm­ling aufge­taucht – wenige Meter vom ursprüng­lichen Stand­ort meiner Lysimachia ciliata entfernt (das Samen­korn kann nur bei Pflege­arbeiten "ausge­graben" worden sein). Ausge­rechnet im bei uns sehr trockenen Jahr 2018 mit dem nicht enden wollenden heißen Sommer. Was soll ich sagen, die Pflanze hat ohne Wasser­gaben nicht schlecht dage­standen und 2019 wie selbst­verständ­lich wieder ausge­trieben. Jetzt schaun wir mal, wie's weiter­geht; notfalls muss Teil eins umge­schrieben werden, denn dann hat nicht die Trockenheit ihr Ableben verschuldet, dann war's etwas anderes!

Lysimachia ciliata – Bewimperter Felberich

Wuchshöhe: 40-100 cm
Blütenfarbe: leuchtend gelb
Blütezeit: Juni, Juli, August
Lichtverhältnisse: sonnig
Bodenverhältnisse: frisch-feucht
Verwendung:
Hinweis: in Einbürgerung befindlicher Neophyt


Lysimachia ciliata 'Firecracker' – Bronze-Felberich

Lysimachia ciliata
Lysimachia ciliata 'Firecracker'
Lysimachia clethroides
Lysimachia ephemerum
Lysimachia nummularia
Lysimachia punctata
Lysimachia vulgaris

Lysimachia ciliata 'Firecracker' mit Eryngium planum
Lysimachia ciliata 'Firecracker' mit Eryngium planum

Noch zäher als die Art Lysimachia ciliata, gibt die Sorte 'Firecracker' wohl nie auf. Da kann der Standort noch so trocken sein, ein paar Triebe zeigen sich von ihr immer. Mit richtig üppigem Wuchs beglückt sie uns freilich nur bei aus­reichender Wasser- und Dünger­versorgung und deshalb sollte der Boden am Pflanzplatz wenigstens frisch sein (oder mit der Gießkanne gehalten werden).

Je mehr Feuchtigkeit, desto ausgeprägter ist der Ausbreitungsdrang. So entstehen Gartenbilder wie das hier gezeigte: Der 'Firecracker' verwoben mit einer blauen Edeldistel (Eryngium planum). Zugegeben, die Farbkombination ist etwas extravagant und sicher nicht jedermanns Sache. Ganz so eng war die Partnerschaft der beiden Stauden allerdings auch nicht geplant, das muss ich zu meiner Ehrenrettung hinzufügen. Beide Stauden standen ursprünglich ganz gesittet mit einem Abstand von etwa einem Meter nebeneinander. Die "Hochzeit" ist dem Ausbreitungsdrang des Bronze-Felberichs und der Selbstaussaat der Edeldistel zu verdanken.

Lysimachia ciliata 'Firecracker' – Bronze-Felberich Für den 'Firecracker' ist eine Wurzelsperre meines Erachtens also nahezu unerlässlich. Es sei denn, der Garten ist groß genug und die Liaison der Lysimachia mit anderen Pflanzen Kalkül.

Den 'Firecracker' kann man mit seinem rötlichbraunen Laub zu den Blattschmuckstauden rechnen. Kaum jemand vermisst bei diesem "Look" Blüten, die es aber natürlich gibt: gelb und wunderbar kontrastierend zu den dunklen Blättern. Etwas dezentere (doch gleichwohl wirkungsvolle) Arrangements als mit einer blauen Edeldistel schaffen Sie übrigens mit dem weiß blühenden Virginischen Arzneiehrenpreis (Veronicastrum virginicum).

Lysimachia ciliata 'Firecracker' – Bronze-Felberich

Wuchshöhe: 60-80 cm
Blütenfarbe: leuchtend gelb
Blütezeit: Juni, Juli, August
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: frisch-feucht
Verwendung:
Hinweis: dunkel rötlichbraunes Laub


Lysimachia clethroides – Schnee-Felberich, Entenschnabel-Felberich

Lysimachia ciliata
Lysimachia ciliata 'Firecracker'
Lysimachia clethroides
Lysimachia ephemerum
Lysimachia nummularia
Lysimachia punctata
Lysimachia vulgaris

Lysimachia clethroides mit Eragrostis curvula
Lysimachia clethroides mit Eragrostis curvula

Ja, der Schnee-Felbe­rich wuchert. Und nein, ich würde trotz­dem nicht auf ihn verzich­ten wollen. Der deutsche Name Enten­schnabel-Felbe­rich ist wirk­lich treffend, denn die vielen kleinen Einzel­blüten lassen die gebogenen Blüten­ähren tatsäch­lich wie Enten­schnäbel aussehen; eine außergewöhnliche Blütenform. Schön auch, wenn sich höhere Gräser locker über das Blütenmeer legen (im Bild Eragrostis curvula – Afrikanisches Liebesgras).

Ein Standort im Halbschatten hat den Vorteil, dass Lysimachia clethroides dort mit weniger Feuchtigkeit zurechtkommt. Eine geringere Wuchshöhe ist die Folge trockenerer Pflanzplätze, die Ausbreitung wird dazu etwas verlangsamt. Eine Wurzelsperre sollte jedoch vorsorglich auch an solchen Stellen mit eingegraben werden.

Lysimachia clethroides – Schnee-Felberich, Blütenstand An vollsonnigen Plätzen ist in nieder­schlags­armen Zeiten unbe­dingt auf eine gute zusätz­liche Wasser­versorgung zu achten, der Enten­schnabel-Felbe­rich macht sonst schlapp und lässt die Flügel (die Blätter) hängen. Keine Sorge, das gibt sich nach einem kräf­tigen Schluck aus der Gieß­kanne oder dem Garten­schlauch, manchmal sogar bloß nach einer kühlen Nacht wieder.

Lysimachia clethroides – Schnee-Felberich, Herbstfärbung

Ein Highlight dieser ansons­ten äußerst pflege­leichten Staude ist sicher­lich (neben der Blüten­fülle und -form) ihre schöne Herbst­färbung. Sie lässt sich aller­dings Zeit damit, die Blätter rot, rötlich­braun und rot­orange zu färben, deshalb sollte man den obliga­torischen Rück­schnitt nach der Blüte aufs Frühjahr (März, April) verschieben, um nichts zu verpassen. Die von Winterstürmen niedergedrückten Reststrempel entfernt man dann im Frühling am einfachsten mit einer kleinen Staudensichel, bodennah bitte. Dabei mit dem Neuaustrieb in Konflikt zu geraten, ist sehr unwahrscheinlich, denn der erfolgt beim Schnee-Felberich erst spät.

Lysimachia clethroides – Schnee-Felberich, Entenschnabel-Felberich

Wuchshöhe: 50-70 cm
Blütenfarbe: reinweiß
Blütezeit: Juli, August, September
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: frisch-feucht
Verwendung: Schnittpflanze
Hinweis: gebogene Blütenstände


Lysimachia ephemerum – Iberischer Felberich, Spanischer Felberich

Lysimachia ciliata
Lysimachia ciliata 'Firecracker'
Lysimachia clethroides
Lysimachia ephemerum
Lysimachia nummularia
Lysimachia punctata
Lysimachia vulgaris

Lysimachia ephemerum – Iberischer Felberich, Blüten Es gibt sie noch … die horstig waschsenden Gilbweideriche bzw. Felberiche! Lysimachia ephemerum ist eine von denen, die ihre Blüten­kerzen pfeil­gerade nach oben strecken (so sie denn keinen Durst leiden) und sich nicht ausbreiten. Für kleinere Gärten ein Segen, zumal sie auch nicht dazu neigt auseinanderzufallen.

Auf der Pyrenäen­halbinsel und in Teilen Frank­reichs kommt – daher die deutschen Namen – Lysimachia ephemerum an feuchten Plätzen natür­lich vor. Auch weiter nörd­lich, in Deutsch­land, ist sie ziem­lich winter­hart, wenn sie es nicht mit Winter­staunässe zu tun hat. Kälte hin­gegen steckt der Iberi­sche Felbe­rich bis an die -20 °C recht klag­los weg. Winterschutz sollte deshalb Winternässeschutz sein, damit er sinnvoll ist.

Wo sich der Spanische Felberich wohlfühlt, ist er ausdauernd und langlebig. Es gibt Plätze bei mir im Garten, an denen hält er es schon länger als fünf Jahre aus. Etwas geschützt steht er dort schon, aber Winterschutz hatte er noch nie. Wollte ich noch einmal eine Lysimachia ephemerum pflanzen, ich würde einen Standort am Fuß des Steingartens wählen: volle Sonne, der Boden mit Splitt durchsetzt und das Substrat weder zu fett noch zu mager.

Lysimachia ephemerum – Iberischer Felberich, Spanischer Felberich

Wuchshöhe: 50-100 cm
Blütenfarbe: weiß, fein rosa geadert
Blütezeit: Juni, Juli, August, September
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: frisch
Verwendung:
Hinweis: Ähren aufrecht; wächst horstig, wuchert also nicht


Lysimachia nummularia – Pfennigkraut, Pfennig-Gilbweiderich

Lysimachia ciliata
Lysimachia ciliata 'Firecracker'
Lysimachia clethroides
Lysimachia ephemerum
Lysimachia nummularia
Lysimachia punctata
Lysimachia vulgaris

Lysimachia nummularia ist ein Bodendecker, der im Garten "so mitläuft". Das heißt, eigentlich nur an trockenen Plätzen, am eigentlichsten nur an sehr trockenen Plätzen. Wo es feucht genug ist, hat das Pfennigkraut das Zeug zum Unkraut, dort wächst es üppig, üppiger, am üppigsten und überwandert alles, was so am Boden liegt. Daran merkt man, dass es sich bei der Lysimachia nummularia um eine einheimische Staude handelt, die bestens mit den klimatischen Verhältnissen bei uns zurechtkommt.

Lysimachia nummularia – Pfennigkraut, Blüten Der Pfennig-Gilb­weiderich schiebt lange Triebe über den Boden, die an jedem Trieb­knoten Wurzeln bilden (sehr passend dazu der engli­sche Trivial­name: Creeping Jenny; wo aller­dings die Jenny her­kommt, ist mir unbe­kannt). Von Ver­mehrung kann des­halb bei ihm prak­tisch nicht die Rede sein, eher schon von Abstechen und Umpflanzen.

In Hecken, zwischen Sträuchern also, kann man Lysimachia nummularia gefahrlos ansiedeln. Solche halbschattigen bis schattigen Lagen sagen ihr zu und ihr Wachstum ist an diesen Stellen, weil dank der Gehölze weniger feucht, sagen wir mal: im Rahmen. Wenn sie überhandzunehmen droht, greift man schlichtweg beherzt zu und rupft sie büschelweise aus. Zu stark kann man sie dabei nicht dezimieren, denn es verbleiben stets gut verwurzelte Reste im Boden, die neu austreiben.

Ob man sich das jedoch antun will, das Pfennigkraut in die Sumpfzone oder an den feuchten Rand des Gartenteiches zu setzen, damit sie von dort aus auch die Flachwasserbereiche erobern kann, sollte gut überlegt werden. Die Geister, die ich rief …

Lysimachia nummularia – Pfennigkraut, Pfennig-Gilbweiderich

Wuchshöhe: 5-10 cm
Blütenfarbe: gelb
Blütezeit: Mai, Juni, Juli
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: frisch-feucht
Verwendung:
Hinweis: einheimische Staude, wuchert an feuchten Stellen; Pollen- und Öllieferant für Wildbienen


Lysimachia punctata – Gold-Felberich, Punktierter Gilbweiderich

Lysimachia ciliata
Lysimachia ciliata 'Firecracker'
Lysimachia clethroides
Lysimachia ephemerum
Lysimachia nummularia
Lysimachia punctata
Lysimachia vulgaris

Lysimachia punctata mit Veronica teucrium
Lysimachia punctata mit Veronica teucrium im Beet

Weithin leuchten zur Blütezeit die goldgelben Blütenschalen der Lysimachia punctata. Den deutschen Namen Gold-Felberich finde ich indes verniedlichend. Zu verniedlichend für eine Pflanze, die so gut wie an jedem Standort gedeiht und die aus jedem Wurzelstückchen, das beim Ausgraben im Boden verbleibt, neu austreibt und eine neue Gold-Felberich-Dynastie gründet. Mit Lysimachia punctata ist es also so ähnlich wie mit der Quecke oder Geranium sanguineum (Blut-Storchschnabel) – sie alle bilden unterirdische Ausläufer mit ausgeprägtem Überlebenswillen.

Apropos Storchschnabel: In sehr großen Gartenanlagen ist die Pflanzen­kombination Lysimachia punctata mit Geranium x magnificum (Pracht-Storchschnabel) ein Traum. Einerseits wegen der langen Blütezeit beider Stauden, andererseits wegen der auffälligen Farbzusammenstellung von kräftigem Goldgelb (Lysimachia) und samtigem Blau (Geranium). Wer mehr Platz für sich beanspruchen darf, sollen die beiden Pflanzen dann unter sich auskaspern.

Lysimachia punctata – Gold-Felberich, Blüten Vom Standort her ist der Punktierte Gilb­weiderich wie gesagt völlig an­spruchslos. In sonnigen bis halb­schattigen Lagen läuft er jedoch zur Hoch­form auf und verdrängt umstehende Pflanzen, die schwächer wachsen als er. Einziger Vorteil: Es dauert relativ lang, bis er größere Flächen einnimmt. Genau darin liegt allerdings auch die Gefahr: Man lässt ihn zu lang gewähren – es soll ja nach was aussehen – und weist ihn zu spät in seine Schranken.

Wo der Platz für sie da ist, könnte man Lysimachia punctata in eine Wildstaudenpflanzung
Wildstaudenpflanzungen:

Pflanzungen, die unter Verwendung von heimischen und nicht heimischen Pflanzen – keine Züchtungen – weitgehend sich selbst überlassen werden; der Gärtner greift nur gelegentlich ordnend ein. Eine Wildstauden-Pflanzung kann sich über den ganzen Garten erstrecken oder auf einzelne Bereiche beschränken.

integrieren und verwildern lassen. So wie der Fremdling in Deutschland auch in der Natur verwildert und mittlerweile eingebürgert ist, denn ursprünglich stammt die äußerst robuste und ausdauernde Staude aus Südeuropa und Kleinasien.

Lysimachia punctata – Gold-Felberich, Punktierter Gilbweiderich

Wuchshöhe: 50-70 cm
Blütenfarbe: gelb
Blütezeit: Juli, August
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: frisch-feucht
Verwendung:
Hinweis: eingebürgerter Neophyt; wuchert praktisch an jedem Standort; Pollen- und Öllieferant für Wildbienen


Lysimachia vulgaris – Gewöhnlicher Gilbweiderich

Lysimachia ciliata
Lysimachia ciliata 'Firecracker'
Lysimachia clethroides
Lysimachia ephemerum
Lysimachia nummularia
Lysimachia punctata
Lysimachia vulgaris

Lysimachia vulgaris – Gewöhnlicher Gilbweiderich, Blütenstand Ein feuchter Standort, der gelegentlich durchaus mal überschwemmt sein darf, ist das Nonplusultra für den Gewöhnlichen Gilbweiderich. Am Naturstandort besiedelt die einheimische Pflanze deshalb gern feuchte Wiesen und Waldränder, Moore und Uferbereiche von Bächen, Weihern und Tümpeln. Mit ihren unterirdischen Ausläufern erobert sie dabei nach und nach große Flächen.

Weniger Feuchtigkeit und Lysimachia vulgaris wird handzahm, bereichert mit einer langen Blütezeit von Juni bis August und goldgelben Blüten Naturgärten
Naturgarten:

Ein Garten, der ausschließlich mit heimischen Pflanzen angelegt ist.

sowie naturnahe Gartenanlagen
Naturnaher Garten:

Ein Garten, der weitgehend unter Verwendung von heimischen Pflanzen angelegt ist.

. Gute Nachbarn für sie sind Lythrum salicaria (Blut-Weiderich), Carex pendula (Hänge-Segge, Riesen-Segge) oder Filipendula ulmaria (Echtes Mädesüß). Die Pflanzen um sie herum dürfen gern höhere Stauden sein, denn der Gewöhnliche Gilbweiderich bringt es selbst an trockeneren Stellen auf gute 60-80 cm. Weil Lysimachia vulgaris im unteren Drittel recht mäßig beblättert ist, schadet es zudem nicht, die Pflanzengesellschaft um sie mit niedrigeren Stauden und Ziergräsern abzurunden: Geum rivale (Bach-Nelkenwurz), Trollius asiaticus (Asiatische Trollblume), Solidago ptarmicoides (Weiße Hochland-Aster), Carex buchananii (Buchanan-Segge, Neuseeland-Segge, Fuchsrote Segge), Carex dipsacea (Neuseeland-Segge) oder Carex morrowii 'Variegata' (Japan-Segge) kämen dafür infrage – je nachdem, wie feucht der Standort ist.

Erstaunlich ist, dass Lysimachia vulgaris keine dichten Bestände bildet, sondern immer nur einzelne Triebe an den langen Ausläufern hervorbringt. In Einzelstellung wirkt sie deshalb wenig und sieht zu spärlich aus.

Lysimachia vulgaris – Gewöhnlicher Gilbweiderich

Wuchshöhe: 60-100 cm
Blütenfarbe: gelb
Blütezeit: Juni, Juli, August
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: frisch-feucht
Verwendung:
Hinweis: einheimische Staude; wuchert an feuchten Stellen


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