Malva alcea – Rosen-Malve (Rosenmalve), Sigmarskraut, Spitzblatt-Malve

(Pflanzenfamilie: Malvaceae – Malvengewächse)

Längst hatte ich die Rosen-Malve im Garten verloren geglaubt, weil ich sie ein, zwei Jahre nirgends ausmachen konnte, doch plötzlich war sie wieder da. Diese etwas sparrige, hochgewachsene Gestalt übersieht man nicht, deshalb müssen wohl Samen im Boden überdauert und etwas länger zum Keimen gebraucht haben.

Malva alcea – Rosen-Malve

Ursprünglich war Malva alcea bei uns selbstverständlich trotz des speziellen Wuchses vollwertiges Mitglied einer Beetstauden-Gesellschaft. Erst nach der Umgestaltung dieses Beetes tingelte sie ohne festen Wohnsitz mit Selbstaussaat durch den Garten und bereicherte so per Zufallsprinzip manche Pflanzengruppe – oder musste weichen, wo kein Platz für sie war. Dieses unstete Leben ist ganz nach dem Geschmack des kurzlebigen Sigmarskrauts.

Malva alcea – Rosen-Malve, Sämling
Malva alcea – Sämling

Vollsonnigen Standorten mit ausreichend Bodenfeuchtigkeit gibt Malva alcea klar den Vorzug. An halbschattigen Plätzen wächst sie allerdings ebenso gut (sogar etwas höher) und das hat Vorteile: Sie toleriert dort mehr Trockenheit und ihre zartrosa Blütenblätter wirken im Halbschatten intensiver und kommen besser zur Geltung. Ganz allgemein sollte der Boden für sie nährstoff- und stickstoffreich sowie eher kalkhaltig bis neutral denn sauer sein.

Die tief einge­schnittenen, unregel­mäßigen Blätter und der lockere Wuchs lassen die Rosen-Malve trotz ihrer stattlichen Höhe von um die 100 cm (mal mehr, mal weniger, je nach Witterung und Bodenfeuchtigkeit) nicht massig wirken, sondern zierlich und fast anmutig. Nur leider, leider hat sie – wie alle in der Gattung Malva – oft mit dem sogenannten Malvenrost zu kämpfen (verursacht durch einen Pilz), und dann ist’s vorbei mit dem sattgrünen Laub; die Blätter sind stattdessen bräunlich gesprenkelt. Greifen Sie in solchen Fällen gleich zur Gartenschere, schneiden Sie die Pflanze bodentief zurück und entsorgen Sie die "rostigen" Pflanzenteile im Restmüll.

Malva alcea mit Lythrum salicaria
Malva alcea mit Lythrum salicaria

Ansonsten ist die Pflege von Malva alcea denkbar einfach. Gießen halt im Notfall, wenn’s mal wieder wochenlang nicht regnen mag, und je nach Gartenboden eventuell eine Düngergabe im Frühjahr. Ein Rückschnitt der verblühten Blütenstände verhindert in "aufgeräumten" Gärten Selbstaussaat. In Naturgärten
Naturgarten:
Ein Garten, der ausschließlich mit heimischen Pflanzen angelegt ist.

und Wildstaudenpflanzungen
Wildstaudenpflanzungen:

Pflanzungen, die unter Verwendung von heimischen und nicht heimischen Pflanzen – keine Züchtungen – weitgehend sich selbst überlassen werden; der Gärtner greift nur gelegentlich ordnend ein. Eine Wildstauden-Pflanzung kann sich über den ganzen Garten erstrecken oder auf einzelne Bereiche beschränken.

ist eine solche Pflegemaßnahme nicht erforderlich, da soll sich Malva alcea ja selbst aussäen, um dauerhaft im Garten erhalten zu bleiben.

Malva alcea mit Teucrium hircanicum
Malva alcea mit Teucrium hircanicum

Gute Pflanzpartner sind niedrige Stauden, die die Rosen-Malve "in ihre Mitte nehmen" und sie "untenrum etwas fülliger" erscheinen lassen: Alchemilla mollis (Weicher Frauenmantel – da muss halt die Kombination der Blütenfarben grünlich-gelb/rosa gefallen), Anthericum liliago und ramosum (Ästige und Ährige Graslilie), Lythrum salicaria (Blut-Weiderich), Tradescantia-andersoniana-Hybriden (Garten-Dreimasterblume), Teucrium hircanicum (Kaukasus-Gamander), Astrantia major 'Ruby Cloud' (Große Sterndolde 'Ruby Cloud'), Geranium sanguineum (Blut-Storchschnabel) oder Geranium x cantabrigiense 'Biokovo' (Cambridge-Storchschnabel 'Biokovo'). Ziergräser eignen sich ebenfalls gut zu diesem Zweck, zum Beispiel Nassella tenuissima (Zartes Federgras).

Malva alcea ist eine einheimische Art, für Bayern gilt bereits die Vorwarnstufe zur Aufnahme in die Rote Liste der gefährdeten Arten (Stand März 2018).

Malva alcea – Rosen-Malve, Sigmarskraut, Spitzblatt-Malve

Wuchshöhe: 60-120 cm
Blütenfarbe: rosa
Blütezeit: Juli, August
Lichtverhältnisse: sonnig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung:
Hinweis:



Weitere Stauden­gattungen

Acanthus (Bärenklau)
Achillea (Schafgarbe)
Acinos (Steinquendel)
Aconitum (Eisenhut)
Aconogonon (Bergknöterich)
Agastache (Duftnessel)
Ajuga (Günsel)
Alcea (Stockrose)
Alchemilla (Frauenmantel)
Althaea (Eibisch)
Alyssum (Steinkraut)
Amsonia (Blausternbusch)
Anaphalis (Perlkörbchen)
Androsace (Mannsschild)
Anemone (Anemone)
Antennaria (Katzenpfötchen)
Anthericum (Graslilie)
Aquilegia (Akelei)
Arabis (Gänsekresse)
Aralia (Aralie)
Armeria (Grasnelke)
Artemisia (Silberraute)
Aruncus (Geißbart)
Asphodeline (Junkerlilie)
Aster (Aster)
Astilbe (Spiere)
Astrantia (Sterndolde)
Aurinia (Steinkresse)
Baptisia (Indigolupine)
Bergenia (Bergenie)
Brunnera (Kaukasus-Vergissmeinnicht)
Buglossoides (Steinsame)
Calamintha (Bergminze)
Campanula (Glockenblume)
Cephalaria (Schuppenkopf)
Chamaemelum (Teppich-Kamille)
Chrysanthemum (Chrysantheme)
Clematis (Waldrebe)
Clinopodium (Bergminze)
Coreopsis (Mädchenauge)
Cymbalaria (Zimbelkraut)
Delphinium (Rittersporn)
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Dictamnus (Brennender Busch)
Digitalis (Fingerhut)
Dracocephalum (Drachenkopf)
Dryas (Silberwurz)
Echinacea (Scheinsonnenhut)
Echium (Natternkopf)
Epilobium (Weidenröschen)
Eryngium (Mannstreu)
Euphorbia (Wolfsmilch)
Eurybia (Aster)
Filipendula (Mädesüß)
Gaillardia (Kokardenblume)
Galatella (Aster)
Gaura (Prachtkerze)
Gentiana (Enzian)
Geranium (Storchschnabel)
Geum (Nelkenwurz)
Gillenia (Dreiblattspiere)
Gypsophila (Schleierkraut)
Helenium (Sonnenbraut)
Helianthemum (Sonnenröschen)
Heliopsis (Sonnenauge)
Helleborus (Christrose)
Hemerocallis (Taglilie)
Heuchera (Purpurglöckchen)
Hosta (Funkie)
Hypericum (Johanniskraut)
Hyssopus (Ysop)
Iberis (Schleifenblume)
Jasione (Sandglöckchen)
Kalimeris (Schönaster)
Kniphofia (Fackellilie)
Lavandula (Lavendel)
Leonurus (Herzgespann)
Leucanthemum (Garten-Margerite)
Liatris (Prachtscharte)
Ligularia (Goldkolben)
Linum (Lein)
Lithospermum (Steinsame)
Lupinus (Lupine)
Lychnis (Lichtnelke)
Lysimachia (Felberich)
Lythrum (Blut-Weiderich)
Malva (Malve)
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Mentha (Minze)
Monarda (Indianernessel)
Nepeta (Katzenminze)
Oenothera (Nachtkerze)
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Penstemon (Bartfaden)
Petrorhagia (Felsennelke)
Phlomis (Brandkraut)
Phlox (Flammenblume)
Platycodon (Ballonblume)
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Polygonatum (Salomonssiegel)
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Salvia (Salbei)
Sanguisorba (Wiesenknopf)
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Sedum (Fetthenne)
Sempervivum (Hauswurz)
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Solidago (Goldrute)
Stachys (Ziest)
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Symphytum (Beinwell)
Tanacetum (Bunte Margerite)
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Tradescantia (Dreimasterblume)
Trifolium (Klee)
Trollius (Trollblume)
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Vernonia (Arkansas-Scheinaster)
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