Mentha 'Swiss' – Schweizer Minze, Austrieb
Mentha – Austrieb

Damit auch im Winter ausreichend Pfeffer­minze zur Verfügung steht, sollten Sie im Hochsommer zu Beginn der Blüte die Pflanzen­triebe komplett abschneiden und die Blättchen am besten gleich einzeln abzupfen und trocknen (vorzugsweise in einem Karton und nicht in der Sonne!). Die Pfefferminze treibt anschließend nach einer kräftigen Düngergabe aus dem Wurzelstock wieder willig aus und es sind durchaus mehrere Ernten pro Saison drin. Und damit ist das Thema Pflege auch schon durch, denn mehr als Gießen (die Pfefferminze liebt feuchte Standorte, also ruhig reichlich), Düngen und Ernten ist es nicht.

Mentha 'Swiss' – Schweizer Minze mit Honigbienen

Ein paar Blütentriebe sollte man beim Ernten immer stehen lassen, damit man das bunte Treiben darauf, das Summen und Brummen genießen kann, denn Mentha-Blüten sind ein Insektenmagnet. Und die Pfefferminze wächst so üppig, dass es auf die paar Blättchen für Tee oder so wirklich nicht ankommt.

Im Garten ist Pfefferminze übrigens bestens winterhart und braucht während der kalten Jahreszeit keinerlei Pflege. Wer sie auf dem Balkon oder der Terrasse im Kübel stehen hat, sollte sich jedoch auch im Winter etwas um sie kümmern: Die Töpfe müssen vor Nässe und direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden, damit die Wurzeln nicht faulen und Fröste keinen Schaden anrichten (damit die Pflanzen nicht gefrieren, auftauen, gefrieren, auftauen …). Lieber also selbst hin und wieder zur Gießkanne greifen, denn ganz sollte der Wurzelballen auch im Winter nicht austrocknen.


Erdbeer, Schoko und andere Düfte – Mentha species

Mentha x piperita – Pfefferminze, Knospen
Knospen von Mentha x piperita

An sonnigen Standorten ist das Aroma der Pflanzen (vor allem in den Blättern) besonders intensiv, wobei der Züchterehrgeiz der Gärtner bei Minze sehr ausgeprägt scheint. So entstanden vor allem in jüngerer Zeit Sorten (meist hervorgegangen aus Kreuzungen mit der Kreuzung Mentha x piperita), die mit der altbekannten Pfefferminze und ihrem Duft nur noch den botanischen Namen Mentha gemeinsam haben: Erdbeer-Minze, Schoko-Minze, Zitronen-Minze, Basilikum-Minze und so weiter und so fort. Bei manchen Hobbygärtnern lösen diese züchterischen Höchstleistungen eine richtige Sammelleidenschaft aus, und der (Kräuter-)Garten ist erst komplett, wenn auch die letzte noch fehlende Minze-Sorte gepflanzt ist. Eine Apfel- bzw. Ananas-Minze (Menta x rotundifolia, manchmal unter M. (x) suaveolens verkauft) ist da schon richtig altbacken. Vielleicht laden Sie ja demnächst mal auf ein Tässchen 'Eau de Cologne' ein? – Gibt's wirklich diese Sorte!

In der Küche mochte diese "Sonderminzen" allerdings kaum jemand nutzen, den ich danach gefragt habe. Sie sind einfach ein Must-have. Sollte tatsächlich jemand Verwendung dafür haben, ein Hinweis: Bitte nur frische Blätter nehmen, getrocknet verlieren sie an Aroma.

Mentha 'Swiss' – Pfefferminze mit Kleinem Feuerfalter
Kleiner Feuerfalter auf Pfefferminz-Blüte

Obwohl diese Sorten ebenfalls Ausläufer treiben und umherwandern, sind viele davon im Vergleich zu den "normalen" Minzen aber doch weniger wüchsig. Für echte Fans ist das natürlich ein Nachteil, für Besitzer kleinerer Gärten aber durchaus ein Vorteil. Insgesamt sollte man auf solche Minzen öfter mal ein Auge werfen (Gießen, Düngen), denn sie neigen dazu, kurzlebig(er) zu sein und eines schönen Tages einfach zu verschwinden, wenn man nicht aufpasst.



Mentha x piperita versus Mentha (x) spicata –
Pfefferminze kontra Ährige Minze/Grüne Minze

Vorschlag: Vergessen wir bei den Minzen einfach mal die botanische Nomenklatur. Denn was in einer Gärtnerei als Mentha x piperita (Pfefferminze oder Pfeffer-Minze) gekauft wurde, kann in der nächsten als Mentha x spicata (Ährige Minze/Grüne Minze) angeboten werden und umgekehrt. – Es kennt sich keiner mehr richtig aus, weil an den meisten Sorten zwangsläufig eine M. spicata beteiligt ist, denn Mentha x piperita ist lediglich eine Kreuzung, und zwar aus M. aquatica und M. spicata.

Mentha 'Swiss' – Schweizer Minze

Die Entscheidung, welche (Pfeffer-)Minze es sein soll, trifft allein die Nase, und zwar die eigene. Denn was die eine (Nase) begeistert, kann der anderen stinken. Wie bei Kräutern allgemein, sollten Sie also vor dem Kauf eine Geruchsprobe nehmen, auf einen botanischen Namen kann man dann gut verzichten.

Bei mir im Garten haben sich drei Pfefferminz-Typen durchgesetzt, die meiner Experimentierlust voll und ganz genügen:



Pfefferminze 'Cinderella'

Hier haben wir eine großblättrige, "ganz normale" Pfefferminze mit ausgeprägtem Minz-Aroma und dem bei Minzen üblichen Ausbreitungsdrang. Apart sind die rötlichbraun überlaufenen, ansonsten sattgrünen Blätter sowie die dunklen, fast schwarzen Stiele.

Ihr Vorteil: 'Cinderella' ist eine Samensorte und kann deshalb für kleines Geld in großer Stückzahl selbst angezogen werden. Die Frage ist nur, wohin nach erfolgreicher Aufzucht mit den ganzen Pfefferminz-Pflanzen? Selbst um einen Vorrat an getrockneten Blättern anzulegen, genügen ein bis zwei Pflanzen.

Pfefferminze 'Cinderella'

Wuchshöhe: 30-40 cm
Blütenfarbe: weißlich bis hellviolett
Blütezeit: Juni, Juli, August, September
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: frisch-feucht
Verwendung: Heil- und Gewürzpflanze
Hinweis: Staunässe vermeiden; wuchert

Marokkanische Minze

Mentha sp. – Marokkanische Minze

Das intensive Kaugummi-Aroma der Marokkanischen Minze sowie ihre langen Blütenähren deuten eigentlich darauf hin, dass es sich um eine Form der Mentha spicata handelt. Keine Bezeichnung könnte zudem besser zu ihr passen als der englische Trivialname für Menta spicata: Spearmint.

Wie auch immer, die Marokkanische Minze ist eher eine Minze für Fortgeschrittene. In der Küche kann ich als Mitteleuropäer nur wenig mit ihren dekorativen krausen Blättern anfangen, interessant schmeckt allerdings eisgekühlter Tee daraus, vorzugsweise gebrüht aus Marokkanischer Minze gemischt mit schwarzem Tee.

Marokkanische Minze

Wuchshöhe: 30-40 cm
Blütenfarbe: rosaviolett
Blütezeit: Juni, Juli, August, September
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: frisch-feucht
Verwendung: Heil- und Gewürzpflanze
Hinweis: Staunässe vermeiden; wuchert

Schweizer Minze

Blühende Mentha 'Swiss' – Schweizer Minze

Das ist meine Pfefferminze für jeden Tag und für alle Gelegenheiten. Die Schweizer Minze schmeckt mild und frisch und hat das typische Minzaroma, jedoch ohne den etwas dumpfen und strengen Unterton, mit dem die ganz normale Pfefferminze aufwartet. Für Tee und als Würzkraut ist sie damit gut geeignet. Das Zitronenaroma, das ihr häufig unterstellt wird, schmecke ich nicht heraus.

Die Schweizer Minze ist eine der dankbarsten und ausdauerndsten Minzen überhaupt. Ich kann sie nur empfehlen. – Wenn Minze, dann die!

Schweizer Minze

Wuchshöhe: 40-60 cm
Blütenfarbe: weißlichrosa
Blütezeit: Juni, Juli, August, September
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: frisch-feucht
Verwendung: Heil- und Gewürzpflanze
Hinweis: Staunässe vermeiden; wuchert


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