Paeonia lactiflora – Edel-Pfingstrose, Edel-Päonie

(Pflanzenfamilie: Paeoniaceae – Pfingstrosengewächse)

Pfingstrosen verpflanzt man nicht. Oder höchstens, wenn's gar nicht anders geht. Und dann auch nicht, ohne sie vorher zu teilen. Und man sucht für die Wurzelstücke neue Pflanzplätze im Garten. Das ist wie beim Rittersporn (Delphinium), der darf ebenfalls nicht dorthin, wo gerade erst einer gestanden hat.

Paeonia lactiflora – Edel-Pfingstrose Für Päonien braucht man also einen Plan, eine Idee mit Zukunft, wo man sie im Garten haben will. Dort wollen sie dann nämlich lange, sehr lange bleiben und möglichst nicht gestört werden. Zehn Jahre, zwanzig Jahre am selben Standort, ohne Ermüdungserscheinungen zu zeigen, sind bei Pfingstrosen keine Seltenheit. Dazu ist es jedoch erforderlich, sie richtig zu pflanzen, also nicht zu tief zu setzen. Das gilt auch für die Wurzelstücke nach dem Vermehren. Jedes Stück muss nach dem Teilen eine starke, unverletzte Wurzelknolle sowie wenigstens zwei unverletzte Augen haben und sollte nicht tiefer als 5 cm ab dem obersten Auge eingepflanzt werden. Der frühe Herbst (September) ist für solche Vermehrungs-Aktionen ideal; will man sie im Frühling vermehren, sollte das frühzeitig geschehen, auf jeden Fall bevor die Pflanzen zum Austreiben ansetzen.

Paeonia lactiflora mit Campanula persicifolia
Paeonia lactiflora mit Campanula persicifolia

Und welchen Standort braucht die Paeonia lactiflora? Schwere Böden sind ihr lieber als leichte, sandige. Locker und durchlässig müssen sie dennoch sein, wegen der fleischigen Wurzeln, die leiden könnten, wenn das Wasser nicht gut wegsickert. Auch weil sie tief wurzeln, sollte das Erdreich tiefgründig locker und nicht verdichtet sein. Nährstoffreich wird der Boden am Standort zudem gewünscht. Gut, da kann man mit Dünger nachhelfen. In den ersten Jahren nach dem Einpflanzen ist es ohnehin sinnvoll, die Pfingstrosen im Frühling (ehe sie austreiben) mit etwas mineralischem Dünger zu verwöhnen. Nach der Blüte tut ihnen ein Schäufelchen Kompost gut. Dünger jedoch bitte stets mit Maß und Ziel einsetzen, denn Überdüngung oder einseitige Düngung schadet den Pflanzen nur. Überdüngen mit Stickstoff fördert zum Beispiel den Befall mit Grauschimmelfäule (Bortrytis paeoniae), zumal bei niederschlagsreichem Wetter. Am besten, Sie informieren sich auf meiner Seite Düngen im Garten ausführlicher über dieses umfangreiche Thema, ehe Sie loslegen.

Paeonia lactiflora – Edel-Pfingstrose
Paeonia lactiflora im Herbst

Ansonsten braucht Paeonia lactiflora kaum Pflege. Auf gute Wasser­versorgung sollte besonders vor der Blüte geachtet werden, sofern es sehr trocken und vielleicht noch recht warm ist (ggf. kräftig gießen). Generell vertragen die Pflanzen Trockenheit jedoch gut. Ein Rückschnitt nach der Blüte ist nicht erforderlich, die Pfingstrosen sind mit ihren sattgrünen Blatthorsten auch weiterhin eine feste Größe im Beet. Später im Jahr zeigen sie sich dann noch einmal von ihrer besten Seite und bezaubern mit einer orangegelben bis kupfrigen Herbstfärbung. Die Vorjahrestriebe bzw. das, was nach dem Winter noch von ihnen übrig ist, werden erst im Frühling abgeschnitten.

Paeonia lactiflora – Edel-Pfingstrose Edel-Päonien gibt es in Hunderten von Sorten. Das Farbspektrum der Blüten reicht von (Creme-)Weiß über Apricot-, Lachs- und Rosatöne zu Rot in allen Nuancen. Einfache, doppelt, locker und dicht gefüllte Blüten stehen zur Wahl sowie frühe, mittlere und späte Blütezeiten. Meine Pfingstrose ist seinerzeit als Ableger zu mir in den Garten gekommen, eine Entscheidung zwischen den unzähligen Züchtungen blieb mir also erspart. Um welche Sorte es sich bei der hier abgebildeten Schönheit handelt, kann ich allerdings auch nicht sagen.

Paeonia lactiflora – Edel-Pfingstrose
Paeonia lactiflora nach einem Regenschauer

Fest steht nur, dass es eine ältere Züchtung mit dicht gefüllten Blütenbällen aus umgeformten Staubblättern ist. Durch die massigen, schweren Blütenköpfe neigen sich ihre Blütentriebe nach einem Regenguss oft zur Seite und die Horste fallen regelrecht auseinander. Bei neueren Sorten findet sich dieses Manko vielfach nicht mehr, sie wurden auch im Hinblick auf eine verbesserte Standqualität gezüchtet. Sei's drum – ich habe meine "alte" No-Name-Päonie lieb gewonnen und möchte sie nicht mehr missen. Sie bereichert meinen Garten seit nunmehr über zwanzig Jahren; more to come.

Noch ein Tipp: Krankheiten kann Paeonia lactiflora viele bekommen: Stängelgrundfäule, Septoria-Blattfleckenkrankheit (Septoria paeoniae), Cladosporium-Blattfleckenkrankheit oder Blattälchen (das sind kleine Würmchen, auch Nematoden genannt). Aber die Betonung liegt auf dem Wörtchen kann. Das ist nicht zuletzt eine Frage der Bestandsdichte. In Gärten mit mehreren bis vielen Pfingstrosen auf relativ kleiner Fläche machen sich eher Krankheiten breit als in einem Garten mit nur einer Päonie (je nach Gartengröße auch zwei oder drei). Ich musste noch nie – toi, toi, toi – Krankheiten beklagen, nicht mal die doch häufiger auftretende Grauschimmelfäule.

Paeonia lactiflora – Edel-Pfingstrose, Edel-Päonie

Wuchshöhe: 80-100 cm
Blütenfarbe: (creme-)weiß, aprikot, rosa, lachs, rot und andere je nach Sorte
Blütezeit: Mai, Juni
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: frisch, durchlässig
Verwendung: Solitär; Schnittpflanze
Hinweis: attraktive Herbstfärbung


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