Ärger mit Unkraut im Garten

Wann ist ein Unkraut ein Unkraut?

Diese Frage sollten wir mal den Insekten stellen. Das Tag­pfauen­auge etwa legt seine Eier auf Brennnesseln (Urtica dioica) ab; die Raupen ernähren sich davon. Oder den Bio-Gärtnern. Sie setzten Brennnessel-Jauche an, mit der die Widerstandskraft der damit besprühten Pflanzen gestärkt werden soll, und zur Abwehr von Schädlingen wie Blattläusen, die sollen bitte schön auf andere Pflanzen ausweichen. (Blatt­läuse sind Bestandteil der Nahrung von – unter anderem – Vögeln und Marienkäfern sowie deren Larven; im Bio-Garten muss es deshalb für ein funktionierendes Öko-System stets auch Pflanzen geben, die man den Blattläusen durch Nichtbesprühen quasi zum Fraß vorwirft.)

Raupe des Tagpfauenauges auf Brennnessel-Blättern
Raupe des Tagpfauenauges auf Brennnessel-Blättern

Auch (Hobby-)Köche mit einem Faible für Wild­kräuter-Küche machen dem Tag­pfaue­n­auge "seine" Brenn­nesseln streitig: Junge, zarte Brennnesselblätter können als Gemüse zube­reitet werden (wie Spinat), am besten mit dem berühmten "Blubb frischer Sahne". Und Gesund­heitsbewusste nutzen die ent­schlackende Wir­kung der Brennnesseln für eine Frühjahrskur, um den Körper zu entgiften.

Nur ein Unkraut also? Am Beispiel Brennnessel lässt sich sehr deutlich ablesen, wie subjektiv die Verwendung des Begriffs Unkraut ist.

Natürlich können einem die land­läufig als Un­kräuter bezeich­neten Pflanzen, die neudeutsch auch uner­wünschte Bei­kräuter heißen, das Leben schwer machen, wenn man einen Garten pflegt oder bewirt­schaftet. Das Wichtigste ist daher, möglichst rasch einzu­schreiten, wenn sich Unkräuter zeigen, aber auch mal einfach ein Auge zu­zudrücken. Auch Unkraut ist grün und blüht manchmal hübsch. Die Insektenwelt im Garten wird zudem bunter und vielfältiger, wenn ihr nicht nur Zier­pflanzen, sondern auch (einheimische) Wildkräuter(‑blüten) zur Verfügung stehen.

Ein Politiker der – wenn ich mich recht entsinne – Piraten-Partei hat die Aufgabe seines Schreber­gartens in Berlin einmal sinn­gemäß mit der "überhandnehmenden Spontanvegetation" be­gründet. Wir passionierten Gärtner schütteln ob dieser Bequemlichkeit nur den Kopf, ziehen die Gartenschuhe an und krempeln die Ärmel hoch. Sogar im Winter, denn im Gegensatz zu den meisten Zierstauden machen viele Unkräu­ter durch, wachsen und blühen selbst in der kalten Jahreszeit, sofern es nicht bitterkalt ist oder eine geschlos­sene Schneedecke gibt. Sie sind eben bestens an unser Klima angepasst. Auch Moos läuft in den feuchten Wintermonaten geradezu zur Hochform auf.

Übrigens: Allen Bemühungen der Industrie zum Trotz – traue keinem Unkraut, das du nicht selbst ausgegraben (und dadurch vernichtet) hast.

Wie Sie Beete für Neuanlagen ohne Chemie unkrautfrei bekommen

Beet mit Unkraut
Hier hilft nur noch "Deckel drauf"

Unkrautfreie Erde ist für neue Anlagen/Pflan­zungen im Garten ein Vorteil, für Beete, in die direkt gesät werden soll, fast schon unabding­bar. Zum einen, weil man nicht recht schnell vor der anspruchsvollen Aufgabe steht, die frisch einge­setzten oder aufgegangenen (bei Direkt­saat) Pflänzchen von unerwünschten Beikräu­tern unter­scheiden zu müssen, zum anderen, um das Anwachsen der Neulinge nicht durch intensive Bodenbearbeitung beim Unkrauten­jäten zu beeinträchtigen. Mit schwarzer Folie und einer Portion Geduld lässt sich dem Ziel "unkrautfreie Erde" ohne Chemie und fast ohne Schweißperlen auf der Stirn ziemlich nahe kommen.

Mit Bändchengewebe abgedeckte Fläche
Mit Bändchengewebe abgedeckte Fläche

So gehen Sie dabei vor:

  1. Graben Sie den Boden für das neue Beet im Spät­sommer oder Herbst um und entfernen Sie dabei gegebenfalls Wurzel­unkräuter möglichst komplett entfernen (das ist der schweißtreibende Teil der Arbeit).
  2. Decken Sie die Fläche mit schwarzer Folie (leicht wasser­durchlässiges Bändchen­gewebe hat sich bewährt) ab und be­schweren Sie die Folie am Rand mit Steinen oder fixieren Sie sie mit großen, dicken Nägeln.
  3. Im Frühjahr entfernen Sie die Folie, machen das Beet pflanzfertig und warten zwei bis drei Wochen. Falls in dieser Zeit etwas keimt, decken Sie die Fläche erneut zwei bis drei Wochen lang mit der Folie ab (die Keimlinge können Sie stehen lassen). Dann erst sollten Sie pflanzen oder säen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte oder nach dem ersten Entfernen der Folie mit sehr vielen Keimlingen konfrontiert wurde, kann diesen Vorgang mehrmals wiederholen.

Ganz unkrautfrei bekommt man sein Beet mit dieser Methode nicht, aber es ist allemal besser, als das besonders umstrittene Glyphosat (Round-up) oder andere chemische Keulen einzu­setzen, zumal es mit deren einmaligem Einsatz in den seltensten Fällen getan ist. In aller Regel ist es erforderlich, solche Mittel mehrfach anzuwenden.


Wie das Unkraut in den Garten kommt


Oxalis corniculata – Hornfrüchtiger Sauerklee
Kriegt man in Gärtnereien gern gratis: Sauerklee

Es gibt so viele Pflanzen, die uns in unseren Gärten als Unkräuter stören. Woher sie kommen? Das ist schwer zu sagen. Teils sicher aus der Natur, wenn Samen per "Luftpost", von Tieren oder beim Spaziergang mit den eigenen Schuh­sohlen befördert werden, teils werden sie aber auch eingeschleppt aus anderen Gärten beim Pflanzentausch oder aus Gärtnereien und Baumschulen (und anderen Pflanzen-Anbietern). Bei frisch erworbenen Pflanzen ist es also durchaus sinnvoll, vor dem Einpflanzen in den (eigenen) Garten vorsichtig so viel Erde wie möglich abzutragen, zumindest jedoch die oberste Schicht im Pflanztopf oder auf dem Wurzelballen.

Veronica persica – Persischer Ehrenpreis
Veronica persica – Persischer Ehrenpreis

Unkraut lässt sich ganz grob in zwei Kategorien ein­teilen: in Wurzel­unkraut und Samenunkraut. Dazu gibt es noch diejenigen, die sich mit längeren oder kürzeren Aus­läufern über den Boden schie­ben und so im Laufe der (eher kur­zen) Zeit große Flächen erobern. "Ganz grob" ist die Einteilung in Wurzel- und Samenunkraut auch deshalb, weil sich manche Wurzelunkräuter zu allem Überfluss gleichzeitig als Samenun­kräuter hervor­tun und umgekehrt. Große Brennnessel (Urtica dioica), Acker-Kratz­distel (Cirsium arvense) und natürlich der allgegen­wärtige Löwenzahn (Taraxacum sp.) seien hier nur stellvertretend genannt.

Ob nicht Wildbienen und andere Insekten all diese Pflanzen zum Überleben brauchen, mögen Sie sich fragen. Das kommt darauf an, was ansons­ten im Garten wächst. Wildbienen etwa finden unter den Garten-Stauden und ‑Gehölzen viele, die ebenso ihren Bedürf­nissen gerecht werden wie das, was wir Unkraut nennen. Ein wildbienen­gerechtes Blüten­paradies muss deshalb nicht zwangs­läufig einem verwilderten Garten ähneln. Für meinen Garten und die auf meinem Grund­stück vor­kommenden Wild­bienen habe ich das mal überprüft: Diese Bienen sind nicht auf Unkräuter angewiesen, in meinen Staudenbeeten und den Hecken stehen genügend passende Pollen- und Nektarquellen für sie.

Fuchsrote Sandbiene (Andrena fulva, Weibchen)
Fuchsrote Sandbiene (Andrena fulva, Weibchen)

Ein konkretes Beispiel: Die Fuchs­rote Sand­biene, Andrena fulva, sammelt als Proviant für ihre Larven nach­weislich Pollen von Veronica persica (Persischer Ehrenpreis, ein sehr lästiges Samen­unkraut und eingebürgerter Neophyt). Sie sam­melt – wie wissenschaftlich ebenfalls belegt ist – jedoch auch Pollen von Buxus sempervirens (Immergrüner Buchsbaum), Quercus (Eichen), Rote Johannisbeere (Ribes rubrum), Prunus avium (Süßkirsche), Prunus spinosa (Schlehe) und anderen mehr. Diese Gehölze findet sie bei mir im Garten und in der nahen Umgebung, und deshalb entferne ich den Ehrenpreis, wo immer ich ihn sehe.

Über die Pollenquellen von Deutschlands Wildbienen informiert Paul Westrich in seinem Buch "Die Wildbienen Deutschlands" (Ulmer-Verlag Stuttgart 2018, ISBN 978-3-8186-0123-2).

Wurzelunkraut im Garten – eine Lebensaufgabe für Goldgräber

Wurzelunkräuter wie Schachtelhalm (Equisetum), Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense), Acker-Winde (Convulvulus arvensis), Quecke (Elymus repens), Giersch (Aegopodium podagraria) – den wir glücklicher- und über­raschen­der­weise nicht haben – und Löwen­zahn (Taraxacum sp.) können einen mit ihren regenera­tions­freudigen Wurzeln in den Wahnsinn treiben. Gegen sie hilft nur eines: Graben, falls es sein muss, bis Australien, denn leider, leider wurzeln viele dieser Unkräuter furchtbar tief. Viele "bewegen" sich zudem mit (oft langen) unterirdischen Wurzelaus­läufern, sodass quer durchs Beet beziehungsweise den Garten gebuddelt werden muss, um die ganzen Wurzelranken zu erwischen.

Aber Vorsicht: Bleiben bei der Grabaktion Wurzel­stückchen im Boden zurück, werden die Wurzeln also nur abgehackt statt komplett ausgegraben, machen Sie "Stecklinge", denn aus jedem im Boden verbliebenen Wurzelteil wächst eine neue Pflanze, wenn bei der Boden­bearbeitung eine Fräse zum Einsatz kommt, Fräsen ist deshalb kontra­produktiv. Besser geeignete Werkzeuge, um Wurzelunkräuter loszuwerden, sind Spaten, Grabgabel und natürlich die Hände. Denn bei dieser Arbeit ist Fingerspitzen­gefühl gefragt.Ein kleiner, stabiler Unkraut­stecher sollte ebenfalls stets in Reich­weite sein und sei es zum vorsichtigen Lockern der Wurzelranken.

Taraxacum sp. – Löwenzahn, Samenstand
Taraxacum sp. – Löwenzahn, Samenstand

Und wohin nach getaner Arbeit mit den ausge­gra­benen Wurzeln? Sie auf dem Kompost zu entsorgen, ist problema­tisch, denn Wurzelstück­chen von Wurzel­unkräu­tern haben erfahrungs­gemäß selbst dann noch Lebensgeist, wenn sie bei nieder­schlags­freiem Wetter eine Weile in der Sonne getrocknet wurden. Wandern sie (auch nach so einer Prozedur) auf den Komposthaufen, legen sie erneut los. Im lockeren Kompost sogar besonders rasant und mühelos. Solche Garten­abfälle sind in der Biotonne oder bei den Sammelstellen der Städte und Gemeinden unbedingt besser aufgehoben.

Was blüht, sät sich in der Regel auch aus. Das gilt natürlich für die sogenannten Wurzelun­kräuter nicht minder. Um diese zusätzliche Vermehrung einzudämmen, sollten Sie also bei ihnen ebenfalls darauf achten, Verblühtes so rechtzeitig zu entfernen, dass die Samen nicht ausreifen können.


Convolvulus arvensis – Acker-Winde

Convolvolus arvensis –
Acker-Winde

Cirsium arvense – Acker-Kratzdistel

Cirsium arvense – Acker-Kratzdistel

Urtica dioica – Brennnessel

Urtica dioica – Brennnessel

Equisetum arvense – Acker-Schachtelhalm

Equisetum arvense – Acker-Schachtelhalm

Taraxacum officinale – Löwenzahn

Taraxacum sp. – Löwenzahn



Scutellaria galericulata – Sumpf-Helmkraut
Scutellaria galericulata – Sumpf-Helmkraut

Wie der Name schon sagt, geht die größte "Gefahr" von der ungezügelten Selbstaus­saat dieser Pflanzen aus. Franzosenkraut (Galinsoga parviflora), Persischer Ehrenpreis (Veronica persica) und das Garten-Schaumkraut (Cardamine hirsuta) gehören zum Beispiel zu den Samenun­kräutern. Wer ein Exemplar davon im Garten hat und es versäumt, seine verblühten Blütenstände vor der Samenreife zu entfernen (am besten mitsamt der Pflanze), wird ihrer bald nicht mehr Herr, weil sie sich hundert- oder tausendfach verbreiten. Kleine und größere Tiere verschleppen die Samen, wenn sie sich im Fell oder Gefieder verirren, und selbst wir Gärtner tun ein Übriges, Samen von A nach B zu bringen, denn wie oft bleiben Samen­körner in der Sohle der Gartenschuhe hängen – mit oder ohne Erdklümpchen.

Chelidonium majus – Großes Schöllkraut, Sämling
Chelidonium majus – Großes Schöllkraut, Sämling

Sobald Sie erkennen können, was da wächst, sollten sie deshalb zur Tat schreiten und die Pflanze ausreißen, möglichst mit der Wurzel. Spätestens aber, wenn die Pflanzen blühen, sollten Sie aktiv werden. Handspaten und Unkrautstecher sind für diese Arbeit die besten Werkzeuge. Rein zum Abschneiden von Verblühtem taugt eine Gartenschere oder kleine Staudensichel, viele Blüten lassen sich zudem mit bloßen Händen abzupfen.

Die Samen dieser Pflanzen keimen zum Teil noch nach Jahr­zehnten, daran sollten Sie immer denken. Deshalb passiert es auch so oft, dass nach Grabarbeiten urplötzlich Pflanzen da sind, die man schon lange aus dem Garten eliminiert geglaubt hatte. Und noch etwas: Ausgegrabene Pflanzen bloß nicht auf dem Beet liegen lassen. Die sind nämlich so zäh, dass ihnen die Feuchtig­keit etwas nächtlichen Taus genügt, um zu überleben und neu zu wurzeln. Ehe man sich's versieht, schalten diese Vagabunden zudem meist in den Notreifemodus: Was heute noch blüht, ist morgen schon ein Samenstand und sorgt bald darauf für den Erhalt und die Verbreitung der Art.

Veronica persica – Persischer Ehrenpreis, Sämling
Veronica persica – Persischer Ehrenpreis, Sämling

Abgeschnittene Blüten sollten nur auf den Kompost wandern, solange sie noch keinen Samen angesetzt haben. Selbst dann sollten Sie Unkrautblüten vorsorglich mit Erde abdecken, damit der Samenreife­prozess nicht doch noch in Gang gesetzt wird. Pflanzen, die bereits Samen gebildet haben, gehören in die Biotonne, weil der Rottevorgang auf dem Kompost den Samen meist nichts anhaben kann. Das Ergebnis ist unter Umständen beste, aber wertlose, weil unkrautsamenverseuchte Komposterde.

Bilder überspringen (43 Stück) und zum nächsten Artikel (Unkraut mit oberirdischen Ausläufern)


Leontodon autumnalis – Herbst-Löwenzahn

Leontodon autumnalis – Herbst-Löwenzahn

Crepis biennis – Wiesen-Pippau

Crepis biennis – Wiesen-Pippau

Erigeron annuus – Einjähriges Berufkraut

Erigeron annuus – Einjähriges Berufkraut

Galinsoga parviflora – Franzosenkraut

Galinsoga parviflora – Franzosenkraut

Lamium purpureum – Purpurrote Taubnessel

Lamium purpureum – Purpurrote Taubnessel

Oxalis stricta – Aufrechter Sauerklee

Oxalis stricta – Aufrechter Sauerklee

Fallopia convolvulus – Acker-Flügelknöterich

Fallopia convolvulus – Acker-Flügelknöterich

Euphorbia lathyris – Kreuzblättrige Wolfsmilch

Euphorbia lathyris – Kreuzblättrige Wolfsmilch

Euphorbia peplus – Garten-Wolfsmilch

Euphorbia peplus – Garten-Wolfsmilch

Euphorbia helioscopia – Sonnwend-Wolfsmilch

Euphorbia helioscopia – Sonnwend-Wolfsmilch

Trifolium subterraneum – Erdklee

Trifolium subterraneum – Erdklee

Potentilla argentea – Silber-Fingerkraut

Potentilla argentea – Silber-Fingerkraut

Valerianella locusta – Gewöhnlicher Feldsalat

Valerianella locusta – Gewöhnlicher Feldsalat

Vicia hirsuta – Rauhaarige Wicke

Vicia hirsuta – Rauhaarige Wicke

Plantago major – Breitwegerich

Plantago major – Breitwegerich

Oxalis corniculata – Hornfrüchtiger Sauerklee

Oxalis corniculata – Hornfrüchtiger Sauerklee

Sonchus oleraceus – Kohl-Gänsedistel

Sonchus oleraceus – Kohl-Gänsedistel

Chelidonium majus – Großes Schöllkraut

Chelidonium majus – Großes Schöllkraut

Amaranthus retroflexus – Wilder Amaranth

Amaranthus retroflexus – Wilder Amaranth

Lotus corniculatus – Gewöhnlicher Hornklee

Lotus corniculatus – Gewöhnlicher Hornklee

Persicaria maculosa – Floh-Knöterich

Persicaria maculosa – Floh-Knöterich

Chenopodium album – Weißer Gänsefuß

Chenopodium album – Weißer Gänsefuß

Daucus carota – Wilde Möhre

Daucus carota – Wilde Möhre

Conzya canadensis – Kanadisches Berufkraut

Conyza canadensis – Kanadisches Berufkraut

Aphanes arvensis – Gewöhnlicher Ackerfrauenmantel

Aphanes arvensis – Gewöhnlicher Ackerfrauenmantel

Erodium cicutarium – Gemeiner Reiherschnabel

Erodium cicutarium – Gemeiner Reiherschnabel

Hypochaeris radicata – Gewöhnliches Ferkelkraut

Hypochaeris radicata – Gewöhnliches Ferkelkraut

Matricaria discoidea – Strahlenlose Kamille

Matricaria discoidea – Strahlenlose Kamille

Arabidopsis thaliana – Schotenkresse

Arabidopsis thaliana – Schotenkresse

Setaria viridis – Grüne Borstenhirse

Setaria viridis – Grüne Borstenhirse

Lapsana communis – Rainkohl

Lapsana communis – Rainkohl

Medicago lupulina – Hopfen-Schneckenklee

Medicago lupulina – Hopfen-Schneckenklee

Polygonatum arenastrum – Trittrasen-Vogelknöterrich

Polygonatum arenastrum – Trittrasen-Vogelknöterrich

Anagallis arvensis – Acker-Gauchheil

Anagallis arvensis – Acker-Gauchheil

Cardamine hirsuta – Garten-Schaumkraut

Cardamine hirsuta – Garten-Schaumkraut

Lactuca serriola – Kompass-Lattich

Lactuca serriola – Kompass-Lattich

Senecio vulgaris – Gewöhnliches Kreuzkraut

Senecio vulgaris – Gewöhnliches Kreuzkraut

Sonchus asper – Raue Gänsedistel

Sonchus asper – Raue Gänsedistel

Arenaria serpyllifolia – Quendelblättriges Sandkraut

Arenaria serpyllifolia – Quendelblättriges Sandkraut

Plantago lanceolata – Spitzwegerich

Plantago lanceolata – Spitzwegerich

Thlaspi arvense – Acker-Hellerkraut

Thlaspi arvense – Acker-Hellerkraut


(Samen-)Unkraut mit oberirdischen Ausläufern – nicht so leicht zu managen, wie man meint


Glechoma herderacea – Gundermann, Gundelrebe
Glechoma hederacea – Gundermann, Gundelrebe

Mit meist langen Ranken schleichen Gewöhn­licher Gundermann (Glechoma hederacea) und Kriechendes Fingerkraut (Potentilla reptans) über den Boden und bilden an sogenannten Wachs­tums­knoten der Ranken Wurzeln und damit neue Pflanzen. Der Weg, den sie so zurücklegen, lässt sich leicht verfolgen, und damit sind die "Jung­pflanzen" bequem aufzu­spüren. Beim Entfernen sollten Sie jedoch nicht nur an den Trieben ziehen (die dabei vielleicht bloß abreißen), sondern gründlich arbeiten und gut darauf achten, dass alle wurzelnden Teile ausgegraben bzw. entfernt werden.

Beim Kriechenden Fingerkraut (Potentilla reptans) ist das besonders mühsam, denn das ist zugleich Wurzelunkraut mit enorm langen, zähen Pfahlwur­zeln und – wie praktisch alle Unkräuter – Samenunkraut. Unange­nehmer kann ein Unkraut im Garten nicht auffallen! Die Chancen, dieses Unkraut mit mechanischer Bekämpfung komplett loszuwerden, gehen auf großen Grundstücken praktisch gegen null. Schwacher Trost: Mit jeder (Grab-)Aktion verordnet man ihr eine Denkpause und das sollte man durchaus als Erfolg werten.

Am besten arbeiten Sie beim Entfernen der Mutterpflanzen und ihrer Sprösslinge mit einem Hand­schäufelchen oder Unkraut­stecher. Die ausgegrabenen Pflanzen können Sie auf dem Kompost entsorgen (unbedingt etwas eingra­ben!), allerdings mit einer kleinen Einschrän­kung: Die Pflänzchen dürfen noch nicht blühen, erst recht natürlich noch keinen Samen ange­setzt haben.

Was sind das eigentlich für seltsame Gebilde, diese (langen) Ranken? Nun, die Ranken sind ganz normale Seitentriebe, wie man sie von vielen Pflanzen kennt (im Stauden-Garten unter ande­rem von Vinca minor, dem Kleinen Immergrün). Das Ungewöhnliche an ihnen sind nur ihre Länge und ihre Biegsam­keit (Flexibili­tät), die es ihnen erlauben, sich in kurzer Zeit auf großen Flächen auszu­dehnen. Einen dichten Teppich – wie viele andere Pflanzen, die Aus­läufer treiben – können sie damit nicht bilden.

Prunella vulgaris – Kleine Braunelle
Prunella vulgaris – Kleine Braunelle

Das schaffen dafür diejenigen unter diesen Unkräutern, die nur kurze Ausläufer machen. Die Kleine bzw. Gewöhnliche Braunelle (Prunella vulgaris) und das Acker-Hornkraut (Cerastium arvense) sind beispielsweise solche Kandidaten, die zu hübschen Polstern heranwachsen, wenn man sie lässt. Der Kriechende Weißklee (Trifolium repens) sowie die Habichtskräuter (Pilosella spec., früher Hieracium) spielen noch mal in einer anderen Liga, sie bilden regelrechte Rasen.

Prunella vulgaris – Kleine bzw. Gewöhnliche Braunelle
Prunella vulgaris – Kleine Braunelle

Um solche Mattenbildner in leichten, gut zu bearbeitenden Böden loszuwerden, sollten Sie sich eine Ziehhaue anschaffen, mit der Sie deren Wurzeln unter der Erdoberfläche ab­trennen. Bei schweren, vielleicht sogar ver­dichteten Böden richten Sie mit so einer Zieh­haue wenig aus, weil Sie gar nicht in den Boden rein­kommen. Ein "scharfer" (Hand-)Spaten, der waagrecht ange­setzt wird, rasiert die Unkraut­wurzeln in solcher Erde besser ab; die oberste Boden­schicht inklusive Unkraut werden damit platten­weise abgetragen. Immer griffbereit sollte zudem ein stabiler Unkrautstecher sein.

Lassen Sie die entfernten Pflanzen nicht an Ort und Stelle liegen, höchstens auf Pflaster, denn sie neigen dazu, wieder zu wurzeln. Wenn sie noch nicht blühen oder Samen angesetzt haben und gleich mit Erde abgedeckt oder eingegraben werden, dürfen sie aber auf den Kompost.

Cerastium arvense – Acker-Hornkraut

Cerastium arvense – Acker-Hornkraut

Trifolium repens – Kriechender Weißklee

Trifolium repens – Kriechender Weißklee

Pilosella aurantiaca – Orangerotes Habichtskraut

Pilosella aurantiaca – Orangerotes Habichtskraut

Pilosella officinarum – Kleines Habichtskraut

Pilosella officinarum – Kleines Habichtskraut

Stellaria media – Vogelmiere

Stellaria media – Vogelmiere

Veronica serpyllifolia – Quendel-Ehrenpreis

Veronica serpyllifolia – Quendel-Ehrenpreis

Luzula-campestris – Feld-Hainsimse

Luzula-campestris – Feld-Hainsimse

Achillea millefolium – Wiesen-Schafgarbe auf Eroberungstour
Achillea millefolium – Wiesen-Schafgarbe auf Eroberungstour

Bei den Ausläufer treibenden Pflanzen ist der Übergang von Zierpflanzen zu Nutzpflanzen besonders fließend. Was als Unkraut gilt und was als "gartenwürdige" Pflanze, definiert jeder anders. So wird vielfach der Kriechende Günsel (Ajuga reptans) mit seinen langen Ausläufern in der Kategorie Unkraut genannt, was er auch sein kann, speziell wenn er im Rasen umher­wandert. Die Gewöhnliche Wiesen-Schafgarbe (Achillea millefolium), deren viele Sorten beliebte Beet­pflanzen im Stauden-Garten sind, ist in der Wildform ohne jeden Zweifel ein Unkraut: sie wandert mit den kurzen Ausläufern nicht nur im Rasen, sie verdrängt ihn regelrecht.

Moos im Garten

Moos

Marchantia polymorpha – Brunnen-Lebermoos
Marchantia polymorpha – Brunnen-Lebermoos

Wer im Garten Steine als Gestaltungs­element einsetzt und sich darüber freut, dass alles so natürlich wie möglich aussieht, vielleicht sogar wie über Jahr­zehnte gewachsen, der freut sich auch, sobald sich irgendwo ein Moospolster zeigt. Im ersten Jahr. Im zweiten Jahr gilt das Interesse dem Wachstum und der Ausbreitung der Moos­polster. Noch ein Jahr später kommt es darauf an, welches Moos sich angesiedelt hat (oder vielleicht sogar angesiedelt wurde).

Mit den einzelnen Moosen kenne ich mich ehrlich gesagt kein bisschen aus, deshalb unterscheide ich ganz laienhaft zwischen den "Guten" und den "Bösen".

Das “gute” Moos
Das “gute” Moos

Zum mir angenehmen Moos gehört eine dunkelgrüne Art, die niedrig und enorm dicht wächst und die lange, lange braucht, um über­haupt richtig aufzufallen. Die "Bösen", das sind die höheren, lockeren und hellgrünen Matten, die sich rasend schnell aus­breiten und nach und nach alles erobern: Rasen, Steine, Beete, Zäune – sie sind überall. Und natürlich das Lebermoos, das man liebend gern mit torfhaltigen Topferden aus Baumschulen und Gärtnereien importiert.

Das “böse” Moos
Das “böse” Moos

Dagegen hilft nur Konsequenz von Anfang an, um diese "Begrünung" auf das erwünschte Maß zu beschränken. Und Kalk, der schweren sowie lehmigen Böden oftmals fehlt. Verlassen Sie sich nicht unbedingt auf Ihre Beobachtungsgabe und Ihr Gespür. Bodenproben sind dann hilfreich, wenn vor der Gartenanlage flächendeckend dieselbe frische Erde ausgebracht wurde. Auf einem alten Acker – wie bei mir – ändert sich die Bodenqualität dagegen fast von Quadratmeter zu Quadratmeter. Mit vier bis fünf Proben von unterschiedlichen Stellen ist mir da auf etwa 3.000 m² Grundstück nicht mehr gedient.

In diesem Zusammenhang steht Rindenmulch häufig in der Kritik, den Boden zu versauern. Das stimmt nicht, deshalb liste ich mal die Vor- und Nachteile von Rindenmulch (der gut abgelagert sein muss) auf:

Positiv:

Negativ:

Worauf es ankommt, ist gute Qualität. Von Rindenmulch, der bereits beim Öffnen der Packung durchfeuchtet ist und demzufolge Anzeichen von Pilz- oder Moosbesatz aufweist, sollten Sie die Finger lassen.



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