Salvia glutinosa – Klebriger Salbei, Kleb-Salbei

Salvia glutinosa – Klebriger Salbei Salvia glutinosa – Klebriger Salbei

Unser einheimischer Klebriger Salbei ist in Mitteleuropa die einzige Art, die gelb blüht. Er ist robust und auch im Garten sehr langlebig. Mit seiner stattlichen Größe, den vielen Einzelblüten sowie der langen Blütezeit ist er in Wildstaudenpflanzungen
Wildstaudenpflanzungen:

Pflanzungen, die unter Verwendung von heimischen und nicht heimischen Pflanzen – keine Züchtungen – weitgehend sich selbst überlassen werden; der Gärtner greift nur gelegentlich ordnend ein. Eine Wildstauden-Pflanzung kann sich über den ganzen Garten erstrecken oder auf einzelne Bereiche beschränken.

gut aufgehoben. Dort fühlt sich Salvia glutinosa umgeben von Eurybia divaricata (Weiße Wald-Aster) oder Symphyotrichum laevae (Glatte Aster, Kahle Aster), Campanula latifolia (Breitblättrige Wald-Glockenblume), Alchemilla mollis (Weicher Frauenmantel), aber auch Aralia californica (Kalifornische Aralie) wohl.

Salvia glutinosa ist unheimlich tolerant, was den Standort anbelangt: Halbschattige bis schattige Plätze in stickstoffreichem, feuchtem Boden gehören zwar zu seinen Favoriten, doch selbst in vollsonnigen Lagen und mageren, trockenen Böden gibt er so schnell nicht auf. So flexibel und anspruchslos zeigen sich nicht viele Stauden.

Salvia glutinosa – Klebriger Salbei, Austrieb Salvia glutinosa – Austrieb

Ich kann ihn noch so über den grünen Klee loben – der Klebrige Salbei wird nie zu einem begehrten Garten-Salbei werden: Zu struppig ist sein Habitus, zu unscheinbar ist seine Blüte, mag sie noch so lang dauern. Früher waren die Geschmäcker anders und die Auswahl noch nicht so groß, denn bereits im Hortus Eystettensis ("Der Garten von Eichstätt" – gemeint ist der Klostergarten) von 1612/1613 wurde Salvia glutinosa erwähnt. Einzig den Geschmack der Insekten trifft der Klebrige Salbei heute noch uneingeschränkt, sein Pollen- und Nektar-Angebot wird liebend gern angenommen. Was den Pollen anbelangt, zeigen die Garten-Wollbiene (Anthidium manicatum) sowie die Blattschneider-Biene Megachile ligniseca sogar eine Vorliebe für den des Kleb-Salbeis als Proviant für ihre Larven im Nest.

Spätestens im Herbst, wenn seine verholzten Triebe abgeschnitten werden, weiß man, warum der Kleb-Salbei Kleb-Salbei heißt: Die verblühten Blüten bleiben überall an der Kleidung hängen, besonders gut an gröberem Gewebe oder Wolle. Abschütteln hilft da wenig, die meisten müssen abgezupft werden.

Vor Selbstaussaat braucht man sich bei diesem Salbei nicht zu fürchten. Bei uns geht zwar – zum Glück und zum Art-Erhalt im Garten – immer wieder mal ein Klebriger Salbei auf, eine Sämlingsschwemme gibt es jedoch nicht.


Salvia glutinosa – Klebriger Salbei, Kleb-Salbei

Wuchshöhe: 60-80 cm
Blütenfarbe: gelb
Blütezeit: Juli, August, September
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: frisch
Verwendung:
Hinweis: wertvolle Wildstaude; alle Pflanzenteile leicht klebrig; Pollenpflanze für Wildbienen

Salvia miltiorrhiza – Chinesischer Salbei Die Wurzeln von Salvia miltiorrhiza werden in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) verwendet und unter anderem bei Herzerkrankungen und Stoffwechselstörungen eingesetzt. Doch auch ohne auf die Heilwirkung des Chinesischen Salbeis zu spekulieren, hat er einen beträchtlichen Wert als Gartenpflanze. Seine intensiv blauvioletten Blüten sind für sich schon eine Zierde, zusammen mit dem sattgrünen Laub werden sie zum Hingucker.

Die wichtigste Voraussetzung für sein langes Gartenleben: durchlässiger Boden ohne (Winter-)Staunässe. Mit 60-80 cm Höhe liegt er so im Mittelfeld und nimmt sich nicht ganz so dominant aus wie zum Beispiel Salvia sclarea. Der Chinesische Salbei wäre aber kein Salbei, ginge er nicht ordentlich in die Breite; das muss man natürlich einkalkulieren. Seine lange Blütezeit bis in den Herbst verschiebt den Rückschnitt der Triebe auf das Frühjahr, denn Salvia miltiorrhiza sät sich – zumindest bei mir – nicht selbst aus.

Salvia miltiorrhiza – Chinesischer Salbei, Austrieb Salvia miltiorrhiza – Austrieb

Was man aber machen kann, um ihn zu vermehren: Nach der Reife die Samen abnehmen und im Spätwinter im Haus aussäen. Die Samen dabei in den Aussaatgefäßen nicht abdecken (Lichtkeimer!) und bei ca. 20-25 °C aufstellen. Eine Abdeckung mit einer Glasscheibe oder transparenten Folie begünstigt das Keimen. Frisches Saatgut keimt recht gut, wenn auch nicht immer gleichmäßig und oft über einen längeren Zeitraum. Es kann also gut sein, dass noch immer Nachzügler aufgehen, wenn die ersten Pflänzchen längst pikiert (herausgenommen und getopft) sind. Nicht so schnell wegwerfen also.

Salvia miltiorrhiza – Chinesischer Salbei, Rotwurzel-Salbei

Wuchshöhe: 60-80 cm
Blütenfarbe: leuchtend blauviolett
Blütezeit: Juni, Juli, August, September
Lichtverhältnisse: sonnig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung:
Hinweis: Heilpflanze

Salvia nemorosa 'Mainacht' – Steppen-Salbei
Salvia nemorosa 'Mainacht'

Der Steppen-Salbei kommt über ganz Deutschland verteilt häufig vor, so häufig, dass er weder als gefährdet gilt noch besonders geschützt ist. Allerdings: In Bayern, "meinem" Bundesland, sieht die Sache anders aus, da sind die Bestände des Steppen-Salbeis bereits stark gefährdet (Stand März 2018). Noch braucht man allerdings gar nicht aus dem Auto auszusteigen, um ihn zu entdecken, im Vorbeifahren sieht man öfter mal Salvia nemorosa am Straßenrand- oder in -gräben.

Die reine Art Salvia nemorosa ist eine eher unscheinbare Gestalt. In den Gärtnereien sind deshalb nur Züchtungen im Sortiment, die mit größeren Blüten, intensiveren Blütenfarben und kompakterem Wuchs als die Art auf sich aufmerksam machen. Apropos kompakter Wuchs: Um den zu behalten, sollten Sie darauf achten, dass Salvia nemorosa nicht zu viel Stickstoff abbekommt. Der Hain-Salbei schätzt den Boden eher mager denn fett, dazu mehr kalkhaltig als sauer. Bekommen sie dann noch ein warmes, sonniges bis halbschattiges Plätzchen in einem Boden, der zwar trocken ist, jedoch während der Vegetationszeit möglichst nie komplett austrocknet, sind praktisch alle Nemorosa-Sorten zufrieden. Und sind sie's, sind's auch die Insekten, denn Salvia nemorosa erfreut sich bei Bienen, Schmetterlingen und anderen Insekten großer Beliebtheit als Nektarpflanze. Unter anderem die Wildbienen-Arten Andrena coitana (eine Sandbiene) und Lasioglossum nitidulum (eine Schmalbienen-Art) sammeln zudem die Pollen von Salvia nemorosa, um sie in ihren Nestern als Larvennahrung zu deponieren. Der Steppen-Salbei ist damit also nicht nur ein Augenschmaus für uns Menschen, sondern auch ein Gaumenschmaus für Wildbienen-Nachwuchs.

Salvia nemorosa 'Ostfriesland' – Steppen-Salbei
Salvia nemorosa 'Ostfriesland' mit Artemisia alba 'Canescens'

Nach der Hauptblüte im Juni/Juli empfiehlt sich ein bodennaher Rückschnitt der verblühten Blütentriebe. Der Steppen-Salbei treibt dann neu durch und blüht im Spätsommer ein zweites Mal (wenn auch etwas schwächer). Der nächste Rückschnitt erfolgt dann erst im Frühjahr, denn großartige (wenn überhaupt) Selbstaussaat ist bei den Sorten von Salvia nemorosa nicht zu erwarten.

Stecklingsvermehrung kann man machen, allerdings sind die Resultate je nach Sorte sehr unterschiedlich von "bewurzelt kaum" (S. n. 'Mainacht') bis "bewurzelt top" (S. n. 'Ostfriesland'). Besser ist es, gut eingewachsene Pflanzen per Teilung (zum Austrieb ab Mitte April) zu vermehren. Wenigstens drei bis fünf Triebe sollten an jedem Teilstück vorhanden sein.


Salvia nemorosa 'Caradonna' – Steppen-Salbei, Hain-Salbei

Die dunklen Stängel in Verbindung mit den dunkel (purpur-)violettblauen Blüten verleihen der Sorte 'Caradonna' etwas Mystisches, zumal in der Abenddämmerung. Schön zu – besonders in der Dämmerung – weiß blühenden Glockenblumen wie der filigran wachsenden Campanula persicifolia 'Grandiflora Alba' (Pfirsichblättrige Glockenblume).

Salvia nemorosa 'Caradonna' – Steppen-Salbei, Hain-Salbei

Wuchshöhe: 50-60 cm
Blütenfarbe: dunkelviolett
Blütezeit: Juni, Juli, August, September
Lichtverhältnisse: sonnig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung:
Hinweis: Nachblüte nach Rückschnitt; Pollenlieferant für Wildbienen

Salvia nemorosa 'Mainacht' – Steppen-Salbei, Hain-Salbei

Salvia nemorosa 'Mainacht' mit Stachys byzanthina Eine Sorte von Karl Foerster mit großen, mitternachtsblauen – fast schwarzblauen – Blüten, die Sie begeistern werden. Besonders intensiv wirken sie, wenn sie von graulaubigen Stauden oder Gräsern umgeben sind (auf dem Foto ist es Stachys byzanthina, der Woll-Ziest). Der kräftige Farbton bedeutet aber auch, dass man bei der Zusammenstellung der Blütenfarben im Beet aufpassen muss: Eine Kombination mit einem klaren Blauton – wie ihn zum Beispiel die Veronica teucrium (Großer Ehrenpreis) hat – ist undenkbar.

Die 'Mainacht' sollte nach der ersten Blüte unbedingt und zügig zurückgeschnitten werden, sonst sieht sie recht ungepflegt aus und es dauert zu lang bis zur zweiten Blüte, wenn sie denn überhaupt noch kommt.

Salvia nemorosa 'Mainacht' – Steppen-Salbei, Hain-Salbei

Wuchshöhe: 60 cm
Blütenfarbe: dunkel blauviolett
Blütezeit: Juni, Juli, August
Lichtverhältnisse: sonnig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung:
Hinweis: Nachblüte nach Rückschnitt; Pollenlieferant für Wildbienen


Salvia nemorosa 'Ostfriesland' – Steppen-Salbei, Hain-Salbei

Wüchsiger und blühfreudiger (fast unermüdlich) als die Sorte 'Mainacht' ist die Sorte 'Ostfriesland'. Ihre Blütenfarbe ist heller, geht jedoch auch eher ins Blau, denn ins Violett. Das kommt immer aufs Wetter/die Sonne an, wie sie wirkt. Auf jeden Fall ist sie ebenfalls eine sehr empfehlenswerte Züchtung. Denken Sie auch bei ihr an den Rückschnitt nach der ersten Blüte.


Salvia nemorosa 'Ostfriesland' – Steppen-Salbei, Hain-Salbei

Wuchshöhe: 60 cm
Blütenfarbe: blauviolett
Blütezeit: Juni, Juli, August, September
Lichtverhältnisse: sonnig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung:
Hinweis: Nachblüte nach Rückschnitt; Pollenlieferant für Wildbienen

Salvia nemorosa subsp. pseudosylvestris – Hoher Steppen-Salbei Mit seinem Farbspiel aus purpurrosa Hochblättern und dunkelvioletten Blütenblättern ist der Steppen-Salbei eine kleine Attraktion. Es fällt nicht leicht, die Blütentriebe bereits abzuschneiden, wenn sie noch nicht ganz verblüht sind, macht aber Sinn: Umso kräftiger treiben die Pflanzen durch und bilden rasch neue Blütentriebe, an denen sie dann ungestört bis in den Herbst hinein blühen dürfen.

Diese Unterart aus Ost-Europa und Russland ist nicht ganz so wüchsig und ausdauernd wie die Sorten von Salvia nemorosa. Gut macht er sich als auffälliger Lückenfüller in neu angelegten Beeten, bis sich langsamer wachsende Arten zu ihrer vollen Schönheit entwickelt haben.

Länger als ein paar Jahre hatte ich Salvia nemorosa subsp. pseudosylvestris nicht und in diesem Fall muss ich sagen: Leider hat er sich nicht ausgesät (und ist gekeimt).


Salvia nemorosa subsp. pseudosylvestris – Hoher Steppen-Salbei

Wuchshöhe: 60 cm
Blütenfarbe: dunkelviolett, purpurrosa Hochblätter
Blütezeit: Juni, Juli, August, September
Lichtverhältnisse: sonnig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung: Dachbegrünung
Hinweis:

Wir kennen ihn alle, den Echten oder Apotheker-Salbei; das ist der in den Halsbonbons. Doch nicht nur als Heilpflanze ist dieser Halbstrauch eine Wohltat, sondern auch im Garten für das Auge und in der Küche für den Gaumen.

Im Garten entwickelt sich der (Halb-)Strauch zu einer stattlichen, kompakten Pflanze mit einer attraktiven Blatt- und Blütenfarbe. Dieses silbrige Grau der Blätter und das kräftige Violettblau der Blüten laden so richtig zum Kombinieren mit anderen Pflanzen ein.

Blauschwarze Holzbiene (Xylocopa violacea) Blauschwarze Holzbiene (Xylocopa violacea)

Salvia officinalis stammt ursprünglich aus der Region des ehemaligen Jugoslawiens (Slowenien, Kroatien, Mazedonien) und ist mittlerweile in einigen (süd-)europäischen Staaten eingebürgert. Deutschlandweit gilt sie als unbeständiger Neophyt, in Bayern zwar als sehr seltener, dennoch als eingebürgerter (Stand Juni 2018). Den Baum-Weißling und die Gammaeule wird’s freuen, denn für Ersteren ist Salvia officinalis eine begehrte Nektarpflanze, Letzterer dient er als Raupen-Futterpflanze. Als ihnen genehmer Pollenlieferant zur Versorgung des Nachwuchses (Larven), kann es zudem für die Blauschwarze Holzbiene (Xylocopa violacea) sowie die Blattschneider-Biene Megachile ligniseca nie genug Apotheker-Salbei geben.

Salvia officinalis – Echter Salbei, Apotheker-Salbei Für den sofortigen Gebrauch können die Blätter dieses immergrünen Sträuchleins praktisch rund ums Jahr (außer bei Frost) gezupft werden. Für die Vorratshaltung schneidet man ganze Zweige während der Wachstumsphase bis spätestens Ende August und verpasst dem Salbei dabei gleich einen Formschnitt. Salvia officinalis also nicht wie Stauden einfach bodennah absäbeln! Ende Juli ist für diesen Schnitt die ideale Zeit, damit wir (und die Insekten) die Blüte vorher noch genießen können.

Die geschnittenen Triebe legt man locker nebeneinander in einem flachen Karton zum Trocknen aus, der dunkel und kühl gelagert wird. Die getrockneten Zweiglein bewahrt man anschließend am besten in einer Blechdose auf. Gerebelt, also (grob) zerkleinert werden die Blättchen erst kurz bevor man sie braucht.

Salbei als Küchenkraut

Sehr häufig wird man – vorzugsweise frischen – Salbei in der Küche wohl nicht verenden, zum einen weil er doch ein sehr kräftiges, bestimmendes Aroma hat, das man mögen muss, zum anderen, weil zu viel Salbei nicht eben gesund ist. In kleinen Dosen verwendet, lassen sich mit Salbei aber fantastische Gerichte zaubern, denken Sie nur an die italienischen Kalbsschnitzelchen (Saltimbocca alla Romana) oder gebratene Kalbsleber mit Salbei.

Wenn Sie Knoblauch und Geflügel mögen, probieren Sie dieses Rezept:

Zutaten:
  • 1 küchenfertiges Hähnchen
  • 2-3 Knoblauchzehen (ganz frischer Knoblauch, wenn möglich – je nach Größe der Zehen auch mehr)
  • einige Salbeiblätter
  • Salz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Zubereitung:

Schälen Sie die Knoblauchzehen und schneiden Sie sie in Stifte. Die Salbeiblätter sollten gewaschen und nach dem Trockentupfen entstielt sowie je nach Größe der Blätter in Streifen geschnitten werden (kleine kann man ganz verwenden; bei größeren sollte die mitunter harte Mittelrippe herausgeschnitten werden).

Das Hähnchen wird gewaschen, trockengetupft und dann mit einem spitzen Messer übers ganze Hähnchen verteilt durch die Haut ins Fleisch eingeschnitten (Anzahl der Knoblauchstifte = Anzahl der Schnitte). In die Einschnitte schieben Sie jeweils einen Knoblauchstift, der von einem Salbeiblatt oder -streifen längs umhüllt ist. Dieses Prozedere ist natürlich nicht nur mit ganzen Hühnchen oder Hähnchen möglich, sondern auch mit Hühnchenteilen (wichtig ist, dass am Fleisch noch die Haut ist, denn die sollte über die mit Salbei und Knoblauch gefüllten Einschnitte gezogen werden).

Nun nur noch salzen und pfeffern, wie ein normales Hähnchen braten oder grillen und mit einem frischen Salat und Weißbrot oder Kartoffelsalat servieren.


Salvia officinalis – Echter oder Apotheker-Salbei

Wuchshöhe: 30-60 cm
Blütenfarbe: violettblau
Blütezeit: Juni, Juli, August
Lichtverhältnisse: sonnig
Bodenverhältnisse: trocken
Verwendung: Dachbegrünung
Hinweis: wertvolle Wildstaude; Heil- und Gewürzpflanze; Pollenlieferant für Wildbienen


Salvia officinalis 'Albiflora' – Echter Salbei, Apotheker-Salbei
auch: Salvia officinalis f albiflora

Sie haben schon genügend Violetttöne im Garten und wollen trotzdem nicht auf Salbei verzichten? Inzwischen gibt es eine weiße Form von Salvia officinalis mit ähnlichen Inhalts- und Wirkstoffen.


Salvia officinalis 'Albiflora' – Echter Salbei, Apotheker-Salbei

Wuchshöhe: 30-60 cm
Blütenfarbe: weiß
Blütezeit: Juni, Juli, August
Lichtverhältnisse: sonnig
Bodenverhältnisse: trocken
Verwendung: Dachbegrünung
Hinweis: wertvolle Wildstaude; Heil- und Gewürzpflanze; Pollenlieferant für Wildbienen


Salvia officinalis 'Tricolor' – Dreifarbiger Garten-Salbei

Salvia officinalis 'Tricolor', Aster amellus
Harmonieren ganz gut: Salvia officinalis 'Tricolor' und Aster amellus

Als Pflanzen für sonnige, felssteppenartige Lebensräume sind zwar alle Salvia officinalis auf trockene, durchlässige Böden angewiesen, so streng wie die Sorte 'Tricolor' sehen das die anderen Sorten aber nicht. Der Dreifarbige Garten-Salbei nimmt es ganz genau und ist bei uns an und für sich nicht völlig winterhart. Im Steingarten (ohne Winterstaunässe) hat er sich bei mir aber trotzdem einige Jahre lang prächtig entwickelt.

Salvia officinalis 'Tricolor', Linum flavum 'Compactum'
Passen nicht recht zusammen: Salvia officinalis 'Tricolor' und Linum flavum 'Compactum'

Mit ihrem farbenfrohen Laub (ein Mix aus grün, weiß und graugrün, im Austrieb intensiv violett und rosa überzogen) ist die Sorte 'Tricolor' nicht ganz einfach zu benachbarn. Es erfordert etwas Fingerspitzengefühl, farblich (Blüten und Laub) passende Stauden zu finden. Wir haben es mal mit Aster amellus und Nassella tenuissima probiert. Rosa blühende Stauden wären vielleicht noch schicker. Ein Fehlgriff war jedenfalls die Kombination mit Linum flavum 'Compactum' (Gelber Lein).


Salvia officinalis 'Tricolor' – Dreifarbiger Garten-Salbei

Wuchshöhe: 30 cm
Blütenfarbe: violettblau
Blütezeit: Juni, Juli, August
Lichtverhältnisse: sonnig
Bodenverhältnisse: trocken
Verwendung:
Hinweis: Liebhaberstaude; bedingt winterhart; Pollenlieferant für Wildbienen


Salvia pachyphylla – Mojave-Salbei

Salvia pachyphylla – Mojave-Salbei
Salvia pachyphylla – Antrieb im Frühjahr

Wer Salvia glutinosa kennt und als ziemlich klebrig erachtet, sollte mal in eine Pflanze des Mojave-Salbeis greifen. Die klebt nicht nur, die pappt so richtig. Vielleicht ist das ja ihr Versuch, sich gegen allerlei Einflüsse zu wehren, denn Salvia pachyphylla ist ein rechtes Sensibelchen. Es gelingt ihr nicht ganz, denn sie ist und bleibt empfindlich, vor allem im Hinblick auf Kahlfröste, weil sie wintergrün ist.

Ursprünglich stammt der kleine Strauch aus Mexiko und Kalifornien. Dort wächst er in höheren Lagen bis über 3.000 m an Felshängen. Logisch, dass er sich da auf gerade mal 320 m Höhe (wie bei mir) in einem normalen Beet nicht sonderlich wohlfühlt. Ein vollsonniger Standort im Steingarten ist daher das Mindeste, was wir ihm in unseren Breiten bieten müssen. Trotzdem, bei der Kombination Kahlfrost und wintergrüne Pflanzen nützt die beste Pflege nichts. Die einzige Möglichkeit: Diese Pflanzen rundum vor Wintersonnenstrahlen schützen.

Lohnt es sich, mit Salvia pachyphylla solchen Aufwand zu treiben? Schon, denn optisch ist er ein Highlight: Sein graues, aromatisches Laub sowie die kräftig und dunkel violettblauen Blütenblätter harmonieren großartig, die purpurroten Hochblätter sind das i-Tüpfelchen.


Salvia pachyphylla – Mojave-Salbei

Wuchshöhe: 30 cm
Blütenfarbe: blauviolett
Blütezeit: Juli, August, September
Lichtverhältnisse: sonnig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung:
Hinweis: Liebhaberstaude; ganze Pflanze klebrig


Salvia sclarea ('Turkestanica') – Muskateller-Salbei

Salvia sclarea 'Turkestanica' – Muskateller-Salbei Was aus der Ferne den Eindruck vermittelt, Salvia sclarea hätte riesige Blüten, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als Hochblätter, die die eigentlichen Blüten flankieren. Wie auch immer, der Muskateller-Salbei ist zweifellos eine imposante Erscheinung, zumal die ganze Pflanze durchaus einen guten Meter hoch werden kann. Zu diesem stattlichen Wuchs passen die großen, grünen, irgendwie samtigen Blätter ganz prima. Das aromatische Laub sowie die Blütenstände des Muskateller-Salbeis wurden in Frankreich früher zum Aromatisieren von Wein verwendet, um ihm (dem Wein) die begehrte intensive Muskatellernote zu geben.

Salvia sclarea 'Turkestanica' – Muskateller-Salbei Mit dem zarten Rosa bis Violet (oft mit hohem Weißanteil) seiner Blüten- und Hochblätter lässt sich der Muskateller-Salbei im Garten vielfältig einsetzen und kombinieren, etwa mit hohen Glockenblumen (Campanula) oder früh blühenden, höheren Gräsern. Salvia sclarea ist allerdings nur zweijährig, das bedeutet, gewollte Pflanzenkombinationen genießt man voraussichtlich nur eine Gartensaison. Durch Selbstaussaat bleibt sie dem Garten zwar in der Regel ein Weilchen erhalten, an welchem Platz jedoch, das müssen wir ihr überlassen. Einen vollsonnigen, trockenen Standort – wie eigentlich gewünscht – sucht sie sich dabei jedenfalls nicht immer aus, so viel sei gesagt.

Der Muskateller-Salbei ist nicht bloß eine Bienenweide, wie man so schön sagt, wenn sich viele Insekten auf einer Pflanze tummeln. Sein Pollen dient der Blauschwarzen Holzbiene (Xylocopa violacea) und der Garten-Wollbiene (Anthidium manicatum) auch als Larven-Proviant in den Nestern. Es schadet deshalb nichts, ein paar mehr Sämlinge von diesem Salbei stehen zu lassen als der Garten eigentlich bräuchte.

Ob es sich bei 'Turkestanica' nun um eine Sorte von Salvia sclarea handelt oder um eine Varietät (Salvia sclarea var. turkestanica), daran scheiden sich die gelehrten Geister. Beide Betrachtungsweisen sind bei den Gärtnern vertreten. Spielt das eine Rolle? Eigentlich nicht, solange man beim Pflanzen- oder Saatgut-Einkauf darauf achtet, nicht die reine Art Salvia sclarea zu bekommen. Die hat nämlich kleinere, weniger auffällige Blütenstände.


Salvia sclarea 'Turkestanica' – Muskateller-Salbei

Wuchshöhe: 80-120 cm
Blütenfarbe: weiß-rosa/hellviolett
Blütezeit: Juni, Juli
Lichtverhältnisse: sonnig
Bodenverhältnisse: trocken
Verwendung:
Hinweis: zweijährig; Pollenpflanze für Wildbienen


Salvia transsylvanica – Siebenbürgener Salbei

Salvia transsylvanica – Siebenbürgener Salbei Wächst recht locker, ist kurzlebig und passt am besten in Wildstaudenpflanzungen
Wildstaudenpflanzungen:

Pflanzungen, die unter Verwendung von heimischen und nicht heimischen Pflanzen – keine Züchtungen – weitgehend sich selbst überlassen werden; der Gärtner greift nur gelegentlich ordnend ein. Eine Wildstauden-Pflanzung kann sich über den ganzen Garten erstrecken oder auf einzelne Bereiche beschränken.

. Das ist die Kurzbeschreibung des Siebenbürgener Salbeis für den eiligen Leser.

Salvia transsylvanica ist (wie auch andere Salbei-Arten) ein Insektenmagnet und produziert dementsprechend viele Samen, die im Garten ziemlich zuverlässig keimen. Bei einem Standort im "normalen" Staudenbeet ist es deshalb ratsam, Verblühtes zeitnah abzuschneiden, damit der Siebenbürgener Salbei nicht zum Samenunkraut wird.

Interessant ist bei dieser Art die Blütenfarbe: blau (seltener violett). Blau blühende Stauden in der näheren Umgebung sind also mit Vorsicht zu genießen, denn nicht jedes Blau passt zu jedem. Ein schönes Gesamtbild ergibt an trockenen, sonnigen Ideal-Standorten ein (nicht blaues) Arrangement mit Verbascum chaixii (Chaix Königskerze), Stachys byzanthina (Woll-Ziest), Anaphalis margaritacea oder triplinervis (Großblütiges Perlkörbchen und Himalaja-Perlkörbchen) und locker eingestreuten Graslilien (Anthericum ramosum).


Salvia transsylvanica – Siebenbürgen Salbei

Wuchshöhe: 80 cm
Blütenfarbe: blauviolett
Blütezeit: Juli, August, September
Lichtverhältnisse: sonnig
Bodenverhältnisse: trocken
Verwendung:
Hinweis:


Salvia verticillata – Quirlblütiger Salbei, Quirl-Salbei

Salvia verticillata – Quirlblütiger Salbei Wer unerwünschte Beikräuter (das Unkraut) unterdrückt, ist den meisten Gartlern willkommen. Salvia verticillata schafft das, sie wächst so stark. Der Nachteil ist, dass es nur Stauden an ihrer Seite aushalten, die ebenfalls starkwüchsig sind und es mit ihr aufnehmen können. Geranium x magnificum (Pracht-Storchschnabel) kommt mir da in den Sinn oder auch Coreopsis verticillata (Quirlblättriges Mädchenauge).

Unbedingt ein Gewinn ist der Quirlblütige Salbei für Wildstaudenpflanzung
Wildstaudenpflanzungen:

Pflanzungen, die unter Verwendung von heimischen und nicht heimischen Pflanzen – keine Züchtungen – weitgehend sich selbst überlassen werden; der Gärtner greift nur gelegentlich ordnend ein. Eine Wildstauden-Pflanzung kann sich über den ganzen Garten erstrecken oder auf einzelne Bereiche beschränken.

oder für sonnige Gehölzränder. Sofern genügend Licht einfällt, ist er sogar zur Gehölzunterpflanzung geeignet. Er bevorzugt dabei Böden mit mäßigem Stickstoffgehalt, die vorzugsweise im leicht kalkhaltigen Bereich liegen.

Salvia verticillata – Quirlblütiger Salbei mit Echtem Mehltau Echter Mehltau an Salvia verticillata

Wo ihr ein warmer, trockener Standort im Garten geboten wird, zieht Salvia verticillata von Juni bis September mit ihren purpurvioletten, quirlständigen Blüten die Insekten magisch an. Entsprechend stark versamt sie sich anschließend und der Rückschnitt von Verblühtem ist reiner Selbstschutz. Mehr Pflege braucht der Quirl-Salbei nicht. Zumindest meistens nicht. In manchen Jahren muss man sich jedoch mit Echtem Mehltau herumschlagen, der bevorzugt auf dem Neuaustrieb nach dem Zurückschneiden auftritt. Warum gerade Salvia verticillata? Nun, weil der Quirlblütige Salbei in allen Teilen weicher ist als viele andere Salbei-Arten; das ist für Mehltau-Pilze genau richtig. Wie Mehltau aussieht und was Sie vorbeugend und bei Befall tun können, erfahren Sie auf meinen Seiten "Ärger im Garten" unter Pilzkrankheiten.

Bei so leidenschaftlicher Selbstaussaat und so viel Genügsamkeit sowie Durchsetzungsvermögen ist es nicht verwunderlich, dass Salvia verticillata in Deutschland inzwischen als eingebürgerter Neophyt gilt. Ursprünglich stammt sie nämlich aus dem Kaukasus. Unsere Wildbienen freuen sich über den Neuzugang: Die Maskenbiene Hylaeus difformis sowie die Gewöhnliche Schmalbiene (Lasioglossum calceatum) lagern in ihren Nestern Pollen unter anderem von Salvia verticillata als Futter für ihre Larven ein und versorgen sich selbst mit deren Nektar. Noch ein Grund mehr für eine schöne, große Salvia-Verticillata-Ecke im Garten!

Salvia verticillata – Quirlblütiger Salbei, Quirl-Salbei

Wuchshöhe: 30-60 cm
Blütenfarbe: blau-purpur
Blütezeit: Juni, Juli, August, September
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken
Verwendung:
Hinweis: eingebürgerter Neophyt; Pollenpflanze für Wildbienen


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Weitere Stauden­gattungen

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Tradescantia (Dreimasterblume)
Trifolium (Klee)
Trollius (Trollblume)
Verbascum (Königskerze)
Verbena (Verbene)
Vernonia (Arkansas-Scheinaster)
Veronica (Ehrenpreis)
Veronicastrum (Arzneiehrenpreis)
Vinca (Immergrün)
Viola (Veilchen)
Waldsteinia (Waldsteinie)
Yucca (Palmlilie)


Salvia glutinosa
Salvia miltiorrhiza
Salvia nemorosa
Salvia nemorosa subsp. pseudosylvestris
Salvia officinalis
Salvia pachyphylla
Salvia sclarea ('Turkestanica')
Salvia transsylvanica
Salvia verticillata