Sanguisorba minor – Kleiner Wiesenknopf, Pimpinelle

Sanguisorba minor – der Kleine Wiesenknopf – ist vielen vielleicht als Küchenkraut unter dem Namen Pimpinelle vertraut: Sie gehörte schon zu Goethes Zeiten unabdingbar in die Frankfurter Grüne Soße. Ansonsten passt die Pimpinelle gut in Salatsoßen und Quark mit Frühlingskräutern – ihre Blätter haben ein leichtes Gurkenaroma und werden in der Küche am besten frisch verarbeitet.

Sanguisorba minor – Kleiner Wiesenknopf, Blüten Der deutsche Name Pimpinelle sollte eigentlich besser nicht verwendet werden, weil es dadurch zu Verwechslungen mit der botanischen Gattung Pimpinella kommen kann, die im Deutschen ebenfalls Pimpinelle genannt wird. Der weitere deutsche Volksname Bibernell birgt mindestens genauso viel Verwechslungspotenzial, denn Bibernell heißt die Gattung Sanguisorba, Bibernelle die Gattung Pimpinella. Schön unübersichtlich das alles. Im Zweifelsfall sollten Sie sich auf Ihre Nase verlassen, denn die Pimpinella ist der Anis.

Das beste Aroma entwickeln die Blättchen von Sanguisorba minor (von denen Sie am besten immer die jungen, zarten nehmen) in eher magerem (auf keinen Fall überdüngtem), mäßig trockenem Boden. Leicht kalkhaltiges Substrat wird bevorzugt und ein sonniger bis halbschattiger Standort wäre recht. Wo es ihm gefällt, sät sich der Kleine Wiesenknopf gern und reichlich aus. Die einzige Pflege, die er braucht, ist daher der Rückschnitt der verblühten Triebe vor der Samenreife.

Wegen seiner kleinen, unauffälligen Blütenstände pflanzt wohl niemand den Kleinen Wiesenknopf. Seine Bestimmung ist ganz klar: Seine Blätter werden in der Küche gebraucht. Gut, dass er schon zeitig im Frühjahr antreibt und bis weit in den Herbst hinein grün bleibt.


Sanguisorba minor – Kleiner Wiesenknopf, Pimpinelle

Wuchshöhe: 40-80 cm
Blütenfarbe: grünlich-rotbraun
Blütezeit: Mai, Juni, Juli, August
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken
Verwendung: Bienenweide
Hinweis: Heil- und Gewürzkraut; wertvolle Wildstaude


Sanguisorba officinalis – Großer Wiesenknopf

Sanguisorba officinalis sollte man nicht im Kräutergarten verstecken. Mit seinem geradezu ornamentalen Wuchs fügt sich der Große Wiesenknopf in eine Wildstaudenpflanzung
Wildstaudenpflanzungen:

Pflanzungen, die unter Verwendung von heimischen und nicht heimischen Pflanzen – keine Züchtungen – weitgehend sich selbst überlassen werden; der Gärtner greift nur gelegentlich ordnend ein. Eine Wildstauden-Pflanzung kann sich über den ganzen Garten erstrecken oder auf einzelne Bereiche beschränken.

oder auch in ein Staudenbeet ein.

Wird er ins Staudenbeet gepflanzt, muss man jedoch das Extravagante mögen. Denn der Große Wiesenknopf trägt seine Blüten auf langen, im oberen Bereich kahlen Stängeln, die sich über die benachbarten Pflanzen breiten oder mit ihnen verschmelzen. Schön kann ich mir als Pflanzpartner eher rustikale und kompakte Stauden wie zum Beispiel Phlomis russeliana (Brandkraut), Echinacea purpurea (Roter Scheinsonnenhut) oder Kalimeris yomena (Schönaster) vorstellen. Aber auch eine Kombination mit filigranen höheren Gräsern wie Eragrostis curvula (Liebeshain-Gras, Bogen-Liebesgras) würde sicher gut wirken.

Ganz hervorragend passt Sanguisorba officinalis selbstverständlich in Naturgärten zusammen mit anderen einheimischen Wildstauden, die wie sie feuchte Standorte im halbschattigen Bereich schätzen: Filipendula ulmaria (Echtes Mädesüß), Solidago virgaurea (Gewöhnliche Goldrute) und Lythrum salicaria (Blut-Weiderich) seien hier nur genannt.


Sanguisorba officinalis – Großer Wiesenknopf

Wuchshöhe: 100 cm
Blütenfarbe: braunrot
Blütezeit: Juni, Juli, August
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: frisch-feucht
Verwendung:
Hinweis: Heil- und Gewürzpflanze; wertvolle Wildstaude


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Sanguisorba minor
Sanguisorba officinalis