Stachys byzantina – Woll-Ziest, Hasenohren, Eselsohren

Wuchshöhe: 30-40 cm
Blütenfarbe: rosa
Blütezeit: Juni, Juli
Lichtverhältnisse: sonnig
Bodenverhältnisse: trocken
Verwendung: Bodendecker, Einfassungen
Hinweis: wertvolle Wildstaude; Pollen- und Nektarlieferant für Wildbienen


Stachys macrantha – Großblütiger Ziest
Synonym: Stachys grandiflora
umstritten: Betonica grandiflora – Großblütige Betonie

Stachys macrantha hat schon viel Ähnlichkeit mit Stachys officinalis, ist jedoch insgesamt kompakter, respektive gedrungener. Mit seinen runzeligen, großen, dunkelgrünen Blättern erinnert er mich immer ein wenig an Brennnesseln, ich kann's nicht ändern.

Stachys macrantha – Großblütiger Ziest Bei mir im Versuchs­garten hat der Großblütige Ziest nur ein kurzes Gastspiel gegeben: Die Pflanze (ich hatte nur eine) war beim Einsetzen nicht kräftig und widerstandsfähig genug und stand anfangs zu trocken, um sich gut entwickeln zu können. In den ersten drei, vier Wochen nach dem Einpflanzen – da machen auch trockenheitstolerantere Pflanzen keine Ausnahme – brauchen sie halt alle etwas Aufmerksamkeit und Pflege; ich hab' den Großblütigen Ziest seinerzeit schlicht vergessen und die daraus resultierenden Wachstumsnachteile konnte er nie mehr ganz wettmachen.

Exemplare, die eine weniger schwere "Kindheit" haben, sollen im Lauf der Jahre zu großen, üppigen Horsten heranwachsen, die es an einem sonnigen bis halbschattigen Standort sogar in der Nähe von Gehölzen aushalten, als Heckenvorpflanzung zum Beispiel. Im Beet oder der Rabatte kommt der Großblütige Ziest dann zwischen und neben höheren Gräsern gut zur Geltung, Calamagrostis-Arten (Reitgräser), Deschampsia cespitosa (Rasen-Schmiele) oder Nasella tenuissima (Zartes Federgras) kommen für solche Arrangements unter anderem infrage.


Stachys macrantha – Großblütiger Ziest

Wuchshöhe: 40-50 cm
Blütenfarbe: violettrosa
Blütezeit: Juni, Juli
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: frisch
Verwendung:
Hinweis: wertvolle Wildstaude; Insektenmagnet


Stachys officinalis – Echter Ziest, Heil-Ziest
Synonym: Stachys monieri bzw. monnieri, Stachys pradica
umstritten: Betonica officinalis – Echte Betonie

Stachys officinalis – Echter Ziest, Heil-Ziest mit Schwalbenschwanz
Stachys officinalis mit Schwalbenschwanz

Wer in Mittel- und Süddeutschland mit offenen Augen durch die Natur spaziert, hat gute Chancen, den Echten Ziest am Naturstandort zu entdecken. Er kommt vor allem in Süddeutschland sehr häufig, fast schon flächendeckend vor – in stickstoffarmen und wechselfeuchten Böden. Das sollten Sie berücksichtigen und die Düngerpackungen beiseiteräumen, sofern Sie Stachys officinalis im Garten ansiedeln wollen. Der magere Boden ist der einzige Anspruch, den er an die Bodenverhältnisse stellt, und der ist ja genau genommen keiner.

Stachys officinalis – Echter Ziest, Heil-Ziest, Austrieb
Stachys officinalis – Austrieb

Stachys officinalis ist rundum genügsam, nimmt mit der Feuchtigkeit vorlieb, die die Witterung bringt, und benötigt infolgedessen keine Pflege. Allerdings: Er sät sich (moderat) selbst aus, und wo das unerwünscht ist, sollte man vor der Samenreife zur Gartenschere greifen und die verblühten Blütenstiele abschneiden.

Sicherlich ist für eine einheimische Wildstaude ein Platz im naturnahen Garten
Naturnaher Garten:
Ein Garten, der weitgehend unter Verwendung von heimischen Pflanzen angelegt ist.

genau das Richtige. Dieser Insektenmagnet macht sich dennoch auch als Beetstaude gut, weil er mit seinem in der Regel straff aufrechten, ordentlichen Wuchs und den deutlich über dem Laub stehenden Blüten "berechenbar" ist. Bei ihm kann man sich darauf verlassen, dass er die umstehenden Pflanzen nicht bedrängt oder gar überwuchert. Das ist schon ein großer Vorteil.

Stachys officinalis – Echter Ziest mit auseinanderfallenden Blütentrieben
Stachys officinalis: auseinanderfallende Blütentriebe

Wechselnde Feuchte, also mal richtig nass und anschließend wieder trocken, sagt dem Heil-Ziest besonders zu. Wenn es im Frühjahr sehr viele Niederschläge gibt, er während seiner Wachstumsphase also praktisch nur feucht steht, beeinträchtigt das jedoch seine Wuchsform: Die Blütentriebe stehen dann nicht mehr aufrecht, sondern fallen auseinander. Dagegen ist der Gärtner machtlos.

Recht variabel ist die Art, was die Blütenfarbe anbelangt: rosa und violett (jeweils in unterschiedlicher Intensität) sowie weiß sind "im Angebot". Die Blütenfarben der erhältlichen Sorten bewegen sich ebenfalls in diesem Farbspektrum. Damit kann man arbeiten und viele Blütenstauden kombinieren. Besonders gut eignen sich solche, die leicht "wuschelig" wachsen und nicht streng: Clinopodium nepeta (Kleinblütige Bergminze), Teucrium chamaedrys (Edel-Gamander) oder Nepeta x faassenii (Blauminze, Blaue Katzenminze) zum Beispiel.

Wertvoll für Wildbienen

Ein Garten mit Heil-Ziest in größerer Zahl, ist eine Einladung für Wildbienen. Doch nicht nur sein Nektar ist gefragt – einige Arten der Gattungen Anthidium (Woll- und Harzbienen), Anthophora (Pelzbienen) sowie Rophites (Schlürfbienen) verwenden den Pollen von Stachys officinalis, um ihre Larven damit zu versorgen; das haben Wissenschaftler nachgewiesen. Gut, die beiden Arten aus der Gattung Rophites sind in Deutschland so selten, dass sie sich kaum in unsere Gärten verfliegen werden; darum lasse ich sie hier mal außen vor.

Die beiden Pelzbienen-Arten, die Wald-Pelzbiene (Anthophora furcata) und die Vierfleck-Pelzbiene (Anthophora quadrimaculata), sind jedoch weit verbreitet und kommen häufiger vor. Am größten ist die Wahrscheinlichkeit, der Wollbiene (Anthidium manicatum) im Garten zu begegnen, denn ihren deutschen Namen Garten-Wollbiene hat sie nicht von ungefähr. Mit diesen dreien lohnt es sich auf jeden Fall, sich näher zu beschäftigen und mehr über sie zu erfahren, meine ich.

Als Pollenlieferanten für den Nachwuchs dienen der Wald-Pelzbiene (Anthophora furcata) einige Pflanzen aus den Familien Lamiaceae (Lippenblütler), Plantaginaceae (Wegerichgewächse) sowie Orobanchaceae (Sommerwurzgewächse). An Stauden, die für einen ganz normalen Ziergarten infrage kommen, sind darunter (alles Lippenblütler) die beiden Ziest-Arten Stachys byzanthina und officinalis, die Großblütige Katzenminze (Nepeta grandiflora), die Kleinblütige Bergminze (Clinopodium nepeta) und der Edel-Gamander (Teucrium chamaedrys). Ihre Nester legt diese Pelzbiene in morschem Holz an, in das sie Gänge nagt. Ziemlich einfach also, ihr geeignete Unterkünfte anzubieten.

Vierfleck-Pelzbiene auf Nepeta x faassenii
Vierfleck-Pelzbiene, hier auf Nepeta x faassenii

Die Vierfleck-Pelzbiene (Anthophora quadrimaculata) sammelt Pollen für ihre Larven von manchen Pflanzen aus sechs verschiedenen Familien: Boraginaceae (Raublattgewächse), Cistaceae (Zistrosengewächse), Crassulaceae (Dickblattgewächse), Fabaceae (Schmetterlingsblütler), Lamiaceae (Lippenblütler) und Solanaceae (Nachtschattengewächse). Aus den Familien der Dickblattgewächse sowie Lippenblütler passen davon die folgenden Pollenlieferanten in nahezu jeden Garten:

Etwas kniffliger, als ihr passende Pollenpflanzen anzubieten, ist es, dieser Pelzbiene den Nestbau zu ermöglichen, es sei denn, in unmittelbarer Nähe ihres Gartens befindet sich eine alte Sand- oder Lehmgrube oder ein Steinbruch. Anthophora quadrimaculata gräbt ihre Nester nämlich gern in steile Wände aus sandigem Lehm, Löss oder Lehm. Fugen aus Kalkmörtel (wie er früher anstelle des härteren Zementmörtels verwendet wurde) oder Lehm an Gebäuden sowie in Trockenmauern finden ebenfalls Zuspruch. Solche Nistwände kann man auch selbst bauen. Darüber und über untaugliche Steilwände informieren die Internetseiten Nisthilfen für Steilwandbewohner auf www.wildbienen.info sowie Untaugliche Nisthilfen auf www.wildbienen.info von Paul Westrich und Lehmwände für Pelzbienen & Co. auf www.wildbienen.de von Hans-Jürgen Martin.

Weitaus einfacher macht uns die Fürsorge für sie die anspruchslosere Garten-Wollbiene. Eine ganze Reihe an Gartenstauden aus den Pflanzenfamilien der Fabaceae (Schmetterlingsblütler), Lamiaceae (Lippenblütler) und Plantaginaceae (Wegerichgewächse) liefern ihr Pollen als Proviant für die Brut:

Lamiaceae:

Plantaginaceae:

Sehr häufig sehe ich sie zudem an Digitalis ferruginea, dem Rostigen Fingerhut. Bislang ist es mir aber leider noch nicht gelungen festzustellen, ob sie dort nur Nektar tankt oder auch Pollen sammelt.

Garten-Wollbiene auf Stachys officinalis – Echter Ziest
Garten-Wollbiene auf Stachys officinalis – Echter Ziest

Zum Bau der Nester benötigt diese Wollbiene stark behaarte Pflanzen (daher der Name Wollbiene), deren Härchen sie abschabt. Für geeignet erachtet sie unter anderem Stachys byzantina, Silene coronaria (Kronen-Lichtnelke, Vexiernelke) und Quitten (Cydonia). In puncto Nistplatz ist sie ebenfalls flexibel und bezieht alles mögliche, was sie an Hohlräumen vorfindet. Als da wären Fugen in Mauerwerk, Erdlöcher – auch verlassene Nester anderer Bienenarten –, Spalten in Holz oder zwischen Steinen und so weiter und so fort. Richtig komplett ist so ein Wollbienen-Bau allerdings erst mit verschiedenerlei Krimskrams (kleine Steinchen, Hölzchen, dürre Blättchen oder Stängel – was man halt so findet) direkt vor dem Nest.

Das war nun ein etwas ausführlicherer Exkurs in die Welt einiger Wildbienen als geplant. Aber die Pflanzen- und die Insektenwelt gehören doch schließlich zusammen. Und vielleicht sind meine Informationen für den einen oder anderen (die eine oder andere) ja ein Impuls, sich mit dem Thema Wildbienen ("Wildbienen im Garten") etwas näher zu befassen, denn so viel steht fest: Es sind nicht nur die sogenannten "Unkräuter" oder Wildkräuter, die den Wildbienen als Lebensgrundlage dienen.

Zum Abschluss noch des Rätsels Lösung, woher ich das alles weiß: Paul Westrich, Die Wildbienen Deutschlands, Ulmer-Verlag Stuttgart 2018, ISBN 978-3-8186-0123-2


Stachys officinalis – Echter Ziest, Heil-Ziest

Wuchshöhe: 40-50 cm
Blütenfarbe: rosa
Blütezeit: Juli, August
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken-feucht (wechselfeucht)
Verwendung:
Hinweis: wertvolle Wildstaude;
Heilpflanze; Pollen- und Nektarlieferant für Wildbienen


Stachys officinalis – Echter Ziest, Heil-Ziest

Wuchshöhe: 40-50 cm
Blütenfarbe: violett
Blütezeit: Juli, August
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken-feucht (wechselfeucht)
Verwendung:
Hinweis: wertvolle Wildstaude;
Heilpflanze; Pollen- und Nektarlieferant für Wildbienen


Stachys officinalis 'Hummelo' – Echter Ziest, Heil-Ziest

Wuchshöhe: 40-50 cm
Blütenfarbe: dunkel blauviolett
Blütezeit: Juli, August
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken-feucht (wechselfeucht)
Verwendung:
Hinweis: Heilpflanze; Pollen- und Nektarlieferant für Wildbienen



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Weitere Stauden­gattungen

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