Teucrium chamaedrys – Edel-Gamander

Teucrium chamaedrys – Edel-Gamander

Wer ist bloß auf die Idee gekommen, so ein wucherndes, etwas derbes Geschöpf Edel-Gamander zu nennen? Theoretisch müsste es zu diesem deutschen Namen ja auch noch ein Pendant in der Ecke "Gewöhnlicher" Gamander (T. vulgaris) geben, dem scheint jedoch nicht so zu sein. – In Deutschland sind außer dem Edel-Gamander nur noch der Salbei- (T. scorodonia), Lauch- oder Wasser- (T. scordium), Berg- (T. montanum) und der Trauben-Gamander (T. botrys) einheimisch.

Teucrium chamaedrys kann ich guten Gewissens jedenfalls nur als Staude für große bis sehr große Gärten vorschlagen; sie geht nicht nur mit invasiven Ausläufern, sondern auch mittels Selbstaussaat auf Eroberungstour. In Naturgärten mit Wildstaudenpflanzungen
Wildstaudenpflanzungen:

Pflanzungen, die unter Verwendung von heimischen und nicht heimischen Pflanzen – keine Züchtungen – weitgehend sich selbst überlassen werden; der Gärtner greift nur gelegentlich ordnend ein. Eine Wildstauden-Pflanzung kann sich über den ganzen Garten erstrecken oder auf einzelne Bereiche beschränken.

passt der Edel-Gamander wunderbar. Er verträgt trockene Standorte, bevorzugt kalthaltige Böden sowie einen sonnigen Stand, kommt aber mit Halbschatten ebenfalls zurecht. Winterhart ist er in unseren Breiten definitiv, zuverlässig wintergrün aber wohl bloß in milden Gegenden, etwa im Weinbauklima.

Teucrium chamaedrys – Edel-Gamander

Die Teucrium chamaedrys in meinem Garten stammen alle von einer einzigen stecklingsvermehrten Pflanze ab, von einer "Urmutter" sozusagen. Dennoch schaffen es einige Pflanzen – darunter inzwischen naturgemäß etliche Sämlinge –, an verschiedenen Trieben von rosa nach violett, von heller nach dunkler verschiedenfarbig zu blühen. Wohlgemerkt: zur selben Zeit! Nach einer Weile verschwindet das "Multicolour-Schauspiel"; wie es zustande kommt, entzieht sich meiner Kenntnis. Auf dem Foto (einer einzelnen Pflanze) ist das gut zu erkennen, Sie sehen darauf zudem, dass es ratsam ist, die alten Triebe ziemlich bodennah abzuschneiden, sonst stören sie in der nächsten Blühsaison das Gesamtbild doch ein bisschen. Kann natürlich auch sein, dass gerade solch eine rustikale Optik ihre Fans findet.


Teucrium chamaedrys – Edel-Gamander

Wuchshöhe: 20-30 cm
Blütenfarbe: rosaviolett
Blütezeit: Juli, August
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung: Bienenweide
Hinweis:


Teucrium hircanicum (auch: hyrcanicum) – Kaukasus-Gamander

Das ist ein Gamander, ohne den ich mir den Garten gar nicht mehr vorstellen kann, denn eine pflegeleichtere, ansprechendere und vielseitigere Pflanze findest du selten. Mag Teucrium hircanicum in seiner Heimat Iran, Türkei, Transkaukasien noch so sehr auf feuchte, schattige Standorte fixiert sein, bei mir im Versuchsgarten wächst er überall (Sonne, Halbschatten, Schatten, trocken, frisch, feuchter) und das ohne jede Pflege: kein Gießen, kein Düngen, kein Rückschnitt (wenn man nicht will).

Teucrium hircanicum – Kaukasus-Gamander

Letzteres ist natürlich der Grund, weshalb es inzwischen kein Beet und keine Ecke mehr ohne den Kaukasus-Gamander bei mir gibt, denn er sät sich halt selbst aus und keimt willig. Wenn mir irgendwo ein Sämling oder eine Jungpflanze begegnet, überlege ich kurz, ob das Teucrium hircanicum mit seinen purpurvioletten Blütenähren, lila Blütenstielen und dem buschigen Wuchs zu den Pflanzen ringsum passen könnte, und dementsprechend heißt es Hop oder Top, Bleiben oder Gehen für das Pflänzchen. Die meisten dürfen bleiben, weil sie einfach fast überall dazupassen und mit ihrer langen Blütezeit eine Bereicherung sind.

Teucrium hircanicum ist zuverlässig, robust und absolut winterhart, ja fast schon etwas zu angepasst an unsere fränkischen Verhältnisse. Aber wenn er sich mal wieder im Rasen ausgesät hat und breitmacht, mähen wir eben einfach drüber.

Teucrium hircanicum – Kaukasus-Gamander

In "normalen" Jahren mit "normaler" Feuchtigkeit und "normalen" Temperaturen beginnt er im Juli zu blühen. In den letzten ungewöhnlich warmen und trockenen Sommern war er jedoch bereits im Juni am Start. Ganz lässt sich Selbstaussaat beim Kaukasus-Gamander übrigens selbst mit einem Rückschnitt nicht vermeiden, weil die Pflanze an den langen Blütenähren bereits Samen ansetzt und gleichzeitig fortwährend neue Blüten bildet. Bienen und Hummeln sind von dieser Ausdauer begeistert! Noch mehr, wenn aus einer Blütenähre zur Spitze hin siamesischen Zwillingen gleich zwei werden. Solch eine Anomalie taucht gar nicht so selten auf.

Empfehlenswert ist es, komplett abgeblühte Triebe nach und nach rauszuschneiden. Das dämmt das Aussäen wenigstens etwas ein und bringt noch blühende Triebe besser zur Geltung. Es kommen dann zudem mehr neue Blütentriebe nach.


Teucrium hircanicum (auch: hyrcanicum) – Kaukasus-Gamander

Wuchshöhe: 45-50 cm
Blütenfarbe: purpurviolett/purpurrot
Blütezeit: (Juni), Juli, August, September
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung: Bienenweide
Hinweis:


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