Teucrium – Gamander

Gamander, der vielgestaltige Gartenschatz: lange Zeit verkannt, heute im Trend

(Pflanzenfamilie: Lamiaceae – Lippenblütler)

Teucrium chamaedrys – Edel-Gamander, Sämling
Teucrium chamaedrys – Edel-Gamander

Das Arten­sterben, speziell bei den In­sekten, ist keine Er­scheinung des 21. Jahr­hunderts. Das hat schon viel früher begonnen und war bereits in den 1980er Jahren deutlich zu spüren. Nun aber ist der Schwund in der Insekten­population im Bewusstsein der Menschen angekommen, spätestens seit dem bayerischen Volks­begehren "Rettet die Bienen" mit erfolgreichem Ausgang hat er die letzten Nachzügler erreicht. Was für ein Durchbruch für einige Gamander-Arten, die sonst die Schwelle ganz normaler Durchschnitts­gärten vermutlich nie überschritten hätten.

Zu wuchernd, zu unscheinbar, zu kleinblütig … Diesen Gamandern hatten in der Vergangenheit nicht einmal klangvolle deutsche Namen wie Edel-Gamander aus den Bauerngärten heraus­geholfen (was mitnichten abwertend gemeint ist). Dabei sind die Teucrium-Arten, die im grünen Handel angeboten werden (quasi vorselektiert), solide, zuverlässige und dankbare Garten­pflanzen – Stauden, Halb­sträucher und Sträucher –, die – jede an ihrem Platz – viel Freude machen und mit ein bisschen Pflege wenig Verdruss bereiten, sofern man sich auf die robusten Garten-Typen beschränkt.

Teucrium hyrcanicum – Persischer Gamander, Kaukasus-Gamander
Teucrium hyrcanicum – Persischer Gamander

Die Vermehrung erfolgt über Aus­saat, Tei­lung und Steck­linge, wobei die Methoden Aus­saat und Tei­lung von einigen Arten selbst über­nommen werden, weil ihre Samen im Garten prächtig keimen (sofern Ver­blühtes nicht recht­zeitig abge­schnitten wird) oder ihre Triebe Wurzeln bilden, wenn sie auf dem Boden aufliegen (Vorbe­reitung zur Teilung sozusagen).

Bei aller Euphorie und gutem Willen: Blindlings sollte man den Medienberichten über Gamander nicht vertrauen und sich anhand von verläss­lichen Quellen gut über die Eigenschaften und even­tuellen Unarten der einzelnen Arten informieren, bevor man den einen oder anderen in den Garten pflanzt. Mitunter wird da nämlich Haarsträubendes verbreitet.

Teucrium 'Ackermannii' – Zwerg-Gamander
auch: Teucrium polium 'Ackermannii', Teucrium montanum 'Rubrum', Teucrium ackermannii

Teucrium 'Ackermannii' – Zwerg-Gamander, Blüten

Ach Gottchen – was hat man dem Kind schon alles für Namen ge­geben. Keiner will es haben, nir­gends gehört es hin, so scheint es.

Am schlüssigsten ist für mich die schlichte Sortenbezeichnung 'Ackermannii', denn es muss sich bei diesem Gamander um eine Kreuzung handeln (aus welchen Arten auch immer). Geht fast nicht anders, seine Blüten sind steril. Und Blüten, die keinen Samen ansetzen, sind bei reinen Arten von der Natur nicht vorgesehen.

Der (Herr) Ackermann – wie der Gamander bei mir heißt – stellt einige Ansprüche an die Pflanzerde, auch um zuverlässig winterhart zu sein. Er braucht struktur­reichen Boden, in dem das Wasser gut nach unten wegsickern kann, damit es nicht zu stauender Nässe kommt. Das Substrat sollte sich nach dem Pflanzen also nicht setzen und stark verdichten. Im Normalfall dürften diese Voraussetzungen am ehesten in einem Steingarten gegeben sein; hinzube­kommen sind sie jedoch in Staudenbeeten genauso.

Teucrium 'Ackermannii' – Zwerg-Gamander Ein Standort im Beet ist für diesen Gnom (er wird kaum höher als 10 cm, wenn er blüht) aller­dings schon allein deshalb etwas problema­tisch, als er dort allzu leicht von umstehenden Pflanzen zuge­wachsen und untergebuttert wird. Einen freien Stand am richtigen Platz hingegen belohnt er mit einem Polster, das im Alter einen halben Meter Durchmesser erreichen kann – unter optimalen Bedingungen versteht sich.

Gut sehen muss man ihn auf jeden Fall können, diesen Gamander, damit man sich so oft wie möglich an seinen purpurrosa bis purpurvioletten Blütchen erfreuen kann, die so zauberhaft zu seinem nadelartigen, graugrünen Laub aus­sehen. Für manchen mag diese Kombination schon ein Tick zu viel Poesie und Romantik sein.

Teucrium 'Ackermannii' – Zwerg-Gamander mit Honigbiene
Teucrium 'Ackermannii' mit Honigbiene

Nach der ersten Blüte legt Teucrium 'Ackermannii' eine kurze Pause ein, ehe es ein zweites Mal in voller Blüte steht, dann bis in den frühen Herbst. Während dieser Pause kann es vorkommen, dass sogar die Triebe absterben (das mag auch Hitze und/oder Trockenheit geschuldet sein), ein Grund zur Sorge ist das aber meistens nicht. Die Pflanze erfindet sich nach einer solchen Denk­pause neu und treibt frisch durch.

Falls Ihnen zufällig irgendwo der Herr Ackermann über den Weg läuft – unter welchem Namen auch immer – sollten Sie ihn mit zu sich nach Hause nehmen, wenn im Garten noch ein passendes voll­sonniges Plätzchen frei ist. Der Ackermann wird schon bald zu einem Ihrer besten Freunde werden.


Teucrium 'Ackermannii' – Zwerg-Gamander

Wuchshöhe: 10-20 cm
Blütenfarbe: rotviolett
Blütezeit: Juni, Juli, September
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung:
Hinweis: immergrün

Teucrium chamaedrys – Edel-Gamander, Blütenstand Wer ist bloß auf die Idee ge­kommen, so ein wuchern­des, etwas derbes Geschöpf Edel-Gamander zu nennen? Theore­tisch müsste es zu diesem deut­schen Namen ja auch noch ein Pendant in der Ecke "Gewöhn­licher" Gamander (T. vulgaris) geben, dem scheint jedoch nicht so zu sein. – In Deutsch­land sind außer dem Edel-Gamander nur noch der Salbei- (T. scorodonia), Lauch- oder Wasser- (T. scordium), Berg- (T. montanum) und der Trauben-Gamander (T. botrys) ein­heimisch.

Diesen kleinen Halbstrauch kann ich guten Gewissens jedenfalls nur für große bis sehr große Gärten vorschlagen; er geht nicht nur mit invasiven Ausläufern und aufliegenden Trieben, die Wurzeln bilden, sondern auch mittels Selbst­aussaat auf Eroberungstour. Dass sich Teucrium chamaedrys – zumindest etwas – selbst aussät, lässt sich praktisch nicht vermeiden, weil die ersten Samen noch während der Blütezeit reifen. Da hilft also auch ein Rück­schnitt unmit­telbar nach der Blüte nicht viel.

Teucrium chamaedrys – Edel-Gamander, Ausläufer
In Sand unter Bändchengewebe: Teucrium-chamaedrys-Ausläufer en masse

In Naturgärten mit Wildstaudenpflanzungen
Wildstaudenpflanzungen:

Pflanzungen, die unter Verwendung von heimischen und nicht heimischen Pflanzen – keine Züchtungen – weitgehend sich selbst überlassen werden; der Gärtner greift nur gelegentlich ordnend ein. Eine Wildstauden-Pflanzung kann sich über den ganzen Garten erstrecken oder auf einzelne Bereiche beschränken.

passt der Edel-Gamander wunderbar. Chic sieht er zweifellos auch als niedrige kleine Hecke aus, zum Beispiel als Randbepflanzung eines Beetes oder aber zur Abgrenzung einzelner Garten­bereiche voneinander (wenn man die Ausläufer und wurzelnden Triebe immer wieder absticht).

Teucrium chamaedrys – Edel-Gamander mit Raureif
Vom Winter überrascht: T. chamaedrys Ende Oktober

Soll die Selbst­aus­saat einge­dämmt werden, ist ein Rück­schnitt der ver­blühten Blüten­triebe uner­läss­lich. Je nach Stand­ort kann der Schnitt dann gleich rigoros boden­nah er­folgen oder sozu­sagen kosme­tisch, indem Sie nur die aus­gedienten Blüten­stände ent­fernen. Im letzteren Fall schnei­den Sie die alten Triebreste erst im folgenden Frühjahr vor dem Neuaustrieb komplett ab. Das ist ratsam, weil die "alten Storren" sonst in der nächsten Blühsaison das Gesamtbild doch ein bisschen beeinträchtigen (siehe Foto). Kann natürlich auch sein, dass gerade solch eine rustikale Optik ihre Fans findet.

Teucrium chamaedrys verträgt trockene Stand­orte (das monatelang zu trockene Jahr 2018 hat es hier ohne zusätzliche Wassergaben bravou­rös überstanden), bevorzugt kalthaltige Böden sowie einen sonnigen Stand, kommt aber mit Halb­schatten ebenfalls zurecht. Winterhart ist es in unseren Breiten definitiv, zuverlässig immer­grün aber wohl bloß in Gegenden mit milden Wintern, etwa im Weinbau­klima.

Teucrium chamaedrys – Edel-Gamander Die Edel-Gamander in meinem Garten stammen alle von einer einzigen steck­lings­ver­mehrten Pflanze ab, quasi von einer "Urmutter". Dennoch schaffen es einige Pflanzen – darunter inzwi­schen natur­gemäß etliche Säm­linge –, an verschie­denen Trieben von rosa nach violett, von heller nach dunkler verschie­denfarbig zu blühen. Wohlgemerkt: zur selben Zeit! Nach einer Weile verschwin­det das "Multicolour-Schauspiel"; wie es zustande kommt, entzieht sich meiner Kenntnis. Auf dem Foto (einer einzelnen Pflanze) ist das gut zu erkennen.

Anstelle von Steck­lings­ver­mehrung bietet sich das Teilen größerer Buschen an. In Privat­gärten ist diese Art, das kleine Sträuch­lein zu ver­mehren, sicher die ein­fachste Lö­sung, zumal dort der Bedarf an neuen Pflanzen über­schau­bar sein dürfte. Falls man über­haupt selbst Hand an­legen muss und nicht schon die Säm­linge vollauf genügen: aus­graben, an anderer Stelle ein­graben, angießen, passt!

Anthophora quadrimaculata (Weibchen) an Teucrium chamaedrys
Anthophora quadrimaculata (Weibchen) an Teucrium chamaedrys

Bei Insekten aller Art ist der Edel-Gamander heiß begehrt. Doch nicht nur sein Nektar wird gern genascht, es sammeln auch fünf Wildbienen-Arten seinen Pollen als Proviant für ihre Larven: Anthidium manicatum (Garten-Wollbiene), die drei Pelzbienen-Arten Anthophora furcata (Wald-Pelzbiene), Anthophora pubescens (Schuppen-Pelzbiene) und Anthophora quadrimaculata (Vierfleck-Pelzbiene) sowie Osmia andrenoides (eine Mauerbienen-Art). Da drückt man doch gern ein Auge zu und lässt ein paar Gamander-Sämlinge mehr stehen.

Der Lebensweise der Wildbienen und der Frage, wie man diesen bedrohten Arten helfen kann, habe ich ein eigenes Kapitel gewidmet, so faszinierend und vielfältig sind diese Insekten: Wildbienen im Stauden-Garten. Viel Spaß bei der Lektüre.


Teucrium chamaedrys – Edel-Gamander

Wuchshöhe: 20-30 cm
Blütenfarbe: rosaviolett
Blütezeit: Juli, August
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung:
Hinweis: bedingt immergrün, Ausläufer treibend; Pollenquelle für Wildbienen


Teucrium hyrcanicum (auch: hircanicum) – Persischer Gamander, Kaukasus-Gamander

Teucrium hyrcanicum – Persischer Gamander, Kaukasus-Gamander
Teucrium hyrcanicum mit Lysimachia clethroides (Schnee-Felberich)

Das ist ein Gaman­der, ohne den ich mir den Garten gar nicht mehr vorstellen kann, denn eine pflege­leichtere, an­sprechen­dere und viel­seitigere Pflanze findest du selten. Mag Teucrium hyrcanicum in seiner Heimat noch so sehr auf feuchte, schattige Standorte fixiert sein, bei mir im Garten wächst er überall (Sonne, Halbschatten, Schatten, trocken, frisch, feucht) und das ohne jede Pflege: kein Gießen (nicht einmal in Jahren mit monatelanger Trockenheit wie 2018 und 2019), kein Düngen, kein Rückschnitt (wenn man nicht will).

Letzteres, das Zurückschneiden, das ich so oft vergesse, ist natür­lich der Grund, wes­halb es inzwi­schen kein Beet und keine Ecke mehr ohne den Persischen Gamander bei mir gibt, denn er sät sich halt unbandig selbst aus und keimt willig. Wenn mir irgend­wo ein Säm­ling oder eine Jung­pflanze begegnet, über­lege ich kurz, ob das Teucrium hyrcanicum mit seinen purpur­violetten Blüten­ähren, lila Blüten­stielen und dem buschigen Wuchs zu den Pflanzen ringsum passen könnte, und dement­sprechend heißt es Hop oder Top, Bleiben oder Gehen für das Pflänzchen. Die meisten dürfen bleiben, weil sie einfach fast überall dazupassen, Lücken füllen und mit ihrer langen Blütezeit eine Bereicherung sind.

Teucrium hyrcanicum – Kaukasus-Gamander im Vorfrühling
Teucrium hyrcanicum im Vorfrühling

Teucrium hyrcanicum ist zuver­lässig, robust und absolut winter­hart, ja fast schon etwas zu ange­passt an unsere fränki­schen Verhält­nisse. Aber wenn es sich mal wieder im Rasen aus­gesät hat und breitmacht, mähen wir eben einfach drüber. Ein idealer Standort wäre sicher am Gehölzrand, wo dieser Gamander tun und lassen kann, was er will, aber allein schon durch die Sträucher und deren Wurzeln ein bisschen ausgebremst wird.

In "nor­malen" Jahren mit "nor­maler" Feuchtig­keit und "nor­malen" Tem­pera­turen beginnt er im Juli zu blühen. In unge­wöhnlich warmen und trockenen Sommern war er jedoch bereits im Juni am Start. Ganz lässt sich Selbst­aussaat beim Persischen Gamander übrigens selbst mit einem Rück­schnitt nicht ver­meiden, weil die Pflanze an den langen Blütenähren bereits Samen ansetzt und gleichzeitig fortwährend neue Blüten bildet. Insekten aller Art inklusive (Wild-)Bienen sind von dieser Ausdauer begeistert! Noch mehr, wenn aus einer Blüten­ähre zur Spitze hin siamesischen Zwillingen gleich zwei werden. Solch eine Anomalie taucht gar nicht so selten auf.

Teucrium hyrcanicum – Persischer Gamander, Blütenanomalie Empfehlenswert ist es, komplett abge­blühte Triebe nach und nach rauszu­schneiden. Das dämmt das Aussäen (Aussaat ist übrigens die Vermehrungs­methode der Wahl) wenigstens etwas ein und bringt noch blühende Triebe besser zur Geltung. Es kommen dann zudem mehr neue Blütentriebe nach. Das ist natürlich viel Mühe. Einfacher ist es, den Persischen Gamander nach der ersten Blüte (wenn die Blüten nicht mehr so dekorativ sind) fast bodennah abzuschneiden. Er braucht zwar eine Weile, bis er frisch durch­treibt und wieder blüht, die zweite Blüte erstreckt sich dann aller­dings bis in den Herbst. Vorüber­gehende Leerstellen im Beet muss man halt in Kauf nehmen und nach der zweiten Blüte noch mal einen Rückschnitt vornehmen.

Teucrium hyrcanicum – Persischer Gamander, Kaukasus-Gamander Ein paar Worte noch zum Namen dieses Gamanders. Teucrium hyrcanicum oder hircanicum? Definitiv hyrcanicum, denn er stammt aus Hyrkanien, so der alte Name einer Gebirgs­region am südlichen Rand des Kaspischen Meeres. Das heute Elburs genannte Gebirge erstreckt sich im Norden Irans, nördlich von Teheran. Der Name Hyrkanien hat sich bis heute in den "Hyrkanischen Wäldern" erhalten, die seit 2019 in Teilen zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören.

Wie es dazu kommen konnte? Nun, das hat schon Carl von Linné 1759 verbockt, der im 18. Jahrhundert die neue binäre Nomen­klatur zur Katalogisierung der Natur eingeführt hat. Er nannte dieses Teucrium damals T. hircanicum. Ein Schreibfehler mit Tradition sozusagen. Der deutsche Name Kaukasus-Gamander ist jedoch komplett daneben, räumlich gesehen, Persischer Gamander hingegen passt.


Teucrium hyrcanicum (auch: hircanicum) – Persischer Gamander, Kaukasus-Gamander

Wuchshöhe: 40-60 cm
Blütenfarbe: purpurviolett/purpurrot
Blütezeit: (Juni), Juli, August, September, Oktober
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung:
Hinweis:

Teucrium x lucidrys – Garten-Gamander, Immergrüner (Edel-) Gamander

Teucrium x lucidrys – Garten-Gamander, Immergrüner Gamander im Frühjahr
Teucrium x lucidrys im Frühjahr

Seit der Buchs­baum­zünsler in Süd­deutschland aufge­treten ist und in einigen Regionen gravierende Schäden (bis zum Absterben) am Immer­grünen Buchs­baum (Buxus sempervirens) ange­richtet hat, scheint die Sorge vor einem möglichen Befall des Buchses mit dessen Raupen im eigenen Garten omnipräsent zu sein. Die ganze Nation – ob mit oder ohne Buchsbaumzünsler-Aufkommen – sucht händeringend nach einer Alternative zum Buchs, um niedrige, schnittverträgliche Einfassungen und kleine, immer­grüne Hecken zu gestalten. In diese Bresche ist Teucrium x lucidrys gesprungen und die Gärtner kommen mit der Vermeh­rung kaum noch nach. Es dauert halt, bis so ein Steckling wurzelt und anschließend so viel hermacht, dass eine verkaufsfertige Pflanze daraus wird.

Teucrium x lucidrys – Garten-Gamander, Immergrüner Gamander, Blüten
Teucrium x lucidrys

Wer bereits einen oder mehrere dieser Gamander ergattert hat und weitere braucht, könnte das Vermehren deshalb gleich selbst in die Hand nehmen: Vom Frühjahr bis zum Sommer (einschließlich) werden dazu nicht blühende, ausgereifte Triebe unterhalb eines Blattansatzes abgeschnitten und als Kopf- oder Teil­stecklinge (jeweils die untersten Blätter entfernen) in Töpfchen mit unkraut­samenfreier Erde gesteckt; pro Töpfchen ein bis drei Triebe stecken. Angießen und feucht halten, aber nicht nass, und die Stecklinge so aufstellen, dass sie keiner direkten Sonnen­einstrahlung ausgesetzt sind. Ein Treib- oder Gewächshaus wäre dafür ideal. Noch einfacher ist das Vermehren durch "Teilung", wenn der Garten-Gamander Wurzeln an auf der Erde liegenden Trieben gebildet hat.

Teucrium x lucidrys 'Alba' – Garten-Gamander, Immergrüner Gamander im Frühjahr
Teucrium x lucidrys 'Alba' im Frühjahr

Mit Teucrium chamaedrys (Edel-Gamander) lassen sich eben­falls niedrige, geschnittene Hecken anlegen, doch die Kreuzung x lucidrys (entstanden aus Teucrium chamaedrys und T. lucidum) hat ihm gegenüber den großen Vorteil, keine Ausläufer zu treiben. Und die kleinen, purpurrosa oder weißen (Sorte!) Blütchen des Garten-Gamanders ziehen die Insektenwelt ebenso magisch an wie die des Edel-Gamanders. Was die Blühdauer anbelangt, ist Teucrium x lucidrys zudem erstklassig: Der kleine Halb­strauch blüht von Juni bis zum Spätsommer.

Der Garten-Gamander ist rundum empfeh­lenswert und eine Bereicherung für den Garten, ganz besonders für kleine und kleinste Gärten. Lediglich im Winter läuft's manchmal nicht so rund mit ihm, wenn nämlich Kahlfröste (Frost ohne Schnee) zu unschönen Blattschäden führen. Wer nicht warten kann oder will, bis der Neuaustrieb im Frühling solche Schäden zügig über­wächst, sollte Fichten- oder Tannenzweige als Sonnenschutz an den Pflanzen aufstellen.

Teucrium x lucidrys `Alba´ – Garten-Gamander, Immergrüner Gamander
Teucrium x lucidrys 'Alba'

Als gute Nachbarn für Teucrium x lucidrys stellen sich vor: Salvia officinalis (Apotheker-Salbei), Lavandula angustifolia (Echter Lavendel), Coreopsis verticillata in Sorten (Mädchenauge, Netzblattstern – an eine Wurzelsperre denken!) und Penstemon pinifolius (der Blütenfarben wegen nur zum weiß blühenden Garten-Gamander).

Und der Voll­ständig­keit halber: Wie das im Pflanzen­reich oft so ist, sind die Blätter der weiß blühenden Form/Sorte beim Teucrium x lucidrys heller als die der Art. Das macht gemischte Pflanzungen einerseits reizvoll, kann anderer­seits jedoch für manche Pflanz­situationen schon zu "bunt" sein. Einfach also daran denken, bevor die Pflänzchen gekauft werden.


Teucrium x lucidrys – Garten-Gamander, Immergrüner (Edel-) Gamander

Wuchshöhe: 20-40 cm
Blütenfarbe: rosaviolett
Blütezeit: Juni, Juli, August
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken-frisch
Verwendung:
Hinweis: immergrün


Zum Seitenanfang


Weitere Stauden­gattungen

Acanthus (Bärenklau)
Achillea (Schafgarbe)
Acinos (Steinquendel)
Aconitum (Eisenhut)
Aconogonon (Bergknöterich)
Agastache (Duftnessel)
Ajuga (Günsel)
Alcea (Stockrose)
Alchemilla (Frauenmantel)
Althaea (Eibisch)
Alyssum (Steinkraut)
Amsonia (Blausternbusch)
Anaphalis (Perlkörbchen)
Androsace (Mannsschild)
Anemone (Anemone)
Antennaria (Katzenpfötchen)
Anthericum (Graslilie)
Aquilegia (Akelei)
Arabis (Gänsekresse)
Aralia (Aralie)
Armeria (Grasnelke)
Artemisia (Silberraute)
Aruncus (Geißbart)
Asphodeline (Junkerlilie)
Aster (Aster)
Astilbe (Spiere)
Astrantia (Sterndolde)
Aurinia (Steinkresse)
Baptisia (Indigolupine)
Bergenia (Bergenie)
Brunnera (Kaukasus-Vergissmeinnicht)
Buglossoides (Steinsame)
Calamintha (Bergminze)
Campanula (Glockenblume)
Centaurea (Flockenblume)
Cephalaria (Schuppenkopf)
Chamaemelum (Teppich-Kamille)
Chrysanthemum (Chrysantheme)
Clematis (Waldrebe)
Clinopodium (Bergminze)
Coreopsis (Mädchenauge)
Cymbalaria (Zimbelkraut)
Datisca (Scheinhanf)
Delphinium (Rittersporn)
Dianthus (Nelke)
Dictamnus (Brennender Busch)
Digitalis (Fingerhut)
Dracocephalum (Drachenkopf)
Dryas (Silberwurz)
Echinacea (Scheinsonnenhut)
Echium (Natternkopf)
Epilobium (Weidenröschen)
Eryngium (Mannstreu)
Euphorbia (Wolfsmilch)
Eurybia (Aster)
Filipendula (Mädesüß)
Gaillardia (Kokardenblume)
Galatella (Aster)
Gaura (Prachtkerze)
Gentiana (Enzian)
Geranium (Storchschnabel)
Geum (Nelkenwurz)
Gillenia (Dreiblattspiere)
Gypsophila (Schleierkraut)
Helenium (Sonnenbraut)
Helianthemum (Sonnenröschen)
Heliopsis (Sonnenauge)
Helleborus (Christrose)
Hemerocallis (Taglilie)
Herniaria (Bruchkraut)
Heuchera (Purpurglöckchen)
Hosta (Funkie)
Hypericum (Johanniskraut)
Hyssopus (Ysop)
Iberis (Schleifenblume)
Jasione (Sandglöckchen)
Kalimeris (Schönaster)
Kniphofia (Fackellilie)
Lavandula (Lavendel)
Leonurus (Herzgespann)
Leucanthemum (Garten-Margerite)
Liatris (Prachtscharte)
Ligularia (Goldkolben)
Linaria (Leinkraut)
Linum (Lein)
Lithospermum (Steinsame)
Lupinus (Lupine)
Lychnis (Lichtnelke)
Lysimachia (Felberich)
Lythrum (Blut-Weiderich)
Malva (Malve)
Melissa (Zitronenmelisse)
Mentha (Minze)
Monarda (Indianernessel)
Nepeta (Katzenminze)
Oenothera (Nachtkerze)
Oligoneuron (Aster)
Origanum (Dost, Oregano, Majoran)
Paeonia (Pfingstrose)
Papaver (Mohn)
Penstemon (Bartfaden)
Petrorhagia (Felsennelke)
Phlomis (Brandkraut)
Phlox (Flammenblume)
Platycodon (Ballonblume)
Polemonium (Jakobsleiter)
Polygonatum (Salomonssiegel)
Potentilla (Fingerkraut)
Primula (Primel)
Prunella (Braunelle)
Pseudofumaria (Lerchensporn)
Pulmonaria (Lungenkraut)
Pulsatilla (Kuh-/Küchenschelle)
Rudbeckia (Sonnenhut)
Ruta (Wein-Raute)
Salvia (Salbei)
Sanguisorba (Wiesenknopf)
Saponaria (Seifenkraut)
Satureja (Bohnenkraut)
Saxifraga (Steinbrech)
Scabiosa (Skabiose)
Sedum (Fetthenne)
Sempervivum (Hauswurz)
Silene (Leimkraut)
Solidago (Goldrute)
Stachys (Ziest)
Symphyotrichum (Aster)
Symphytum (Beinwell)
Tanacetum (Bunte Margerite)
Teucrium (Gamander)
Thymus (Thymian)
Tiarella (Schaumblüte)
Tradescantia (Dreimasterblume)
Trifolium (Klee)
Trollius (Trollblume)
Verbascum (Königskerze)
Verbena (Verbene)
Vernonia (Arkansas-Scheinaster)
Veronica (Ehrenpreis)
Veronicastrum (Arzneiehrenpreis)
Vinca (Immergrün)
Viola (Veilchen)
Waldsteinia (Waldsteinie)
Yucca (Palmlilie)


Teucrium 'Ackermannii'
Teucrium chamaedrys
Teucrium hyrcanicum
Teucrium x lucidrys