Veronica – Ehrenpreis

(Pflanzenfamilie: Plantaginaceae – Wegerichgewächse
früher: Scrophulariaceae – Braunwurzgewächse)

Veronica-Arten sind aus unseren Gärten nicht wegzudenken. Vom Frühjahr bis zum Herbst – irgendein Ehrenpreis blüht immer. Niedrige Arten haben ihren Platz vor allem im Steingarten, die höheren lassen sich problemlos in jedes Staudenbeet integrieren.

Veronica persica – Persischer Ehrenpreis
Veronica persica – Persischer Ehrenpreis

Zu den ungebetenen Gästen im Garten ("uner­wünschte Spontan­vegetation") gehört eben­falls eine Veronica: Der Per­sische Ehren­preis (V. persica), ein typisches Samenunkraut, mit dem sich nahezu jeder Gartenbesitzer schon mal rumschlagen musste. Gegen ihn hilft nur das eine: die Pflanzen ausreißen, wo sie auftauchen, spätestens aber nach der Blüte und vor der Samenreife, sonst wird man ihn kaum mehr los.

Veronica longifolia – Langblättriger Ehrenpreis
Veronica longifolia – Langblättriger Ehrenpreis

Veronica incana, longifolia, porphyriana und spicata wurden vor Jahren aus der botani­schen Gattung Veronica heraus­genommen und in Pseudo­lysimachion einge­gliedert. Davon nehmen viele Botaniker mittler­weile Abstand und zählen den Langblättrigen Ehrenpreis (longifolia), den Ährigen (spicata) sowie den Sibirischen (porphyriana) und den Graulaubigen Ährigen (incana) wieder zu Veronica (also im Deutschen Ehrenpreis statt Blauweiderich). Irgendeiner "Herde" muss ich hinterherrennen (obwohl ich die Details für die obengenannten Entscheidungen nicht kenne) und deshalb spare ich mir nun für diese vier Arten die zusätzliche Gattung Pseudolysimachion, weil sie unter Pseudolysimachion in einigen einschlägigen Datenbanken bereits als "not accepted" (nicht akzeptiert) geführt werden. Bis zur nächsten Änderung!

Der Ehrenpreis oder das Ehrenpreis? Beides ist möglich und richtig. Ich habe es mir einfach so angewöhnt, immer der Ehrenpreis zu sagen.



Veronica fruticans – Felsen-Ehrenpreis

Zwischen Steinen fühlt sich der Felsen-Ehrenpreis am wohlsten, da macht er sich zudem am besten und seinem Namen alle Ehre. Sehr wüchsig zeigt er sich allerdings auch dort nicht, man darf froh sein, wenn der kleine Halbstrauch (am "Grunde" verholzende Triebe) überhaupt bleibt. Ein sehr stickstoffarmer Standort trägt dazu auf jeden Fall bei, der dazu trocken und unbedingt durchlässig (wasserdurchlässig) sein sollte. Der Steingarten ist für Veronica fruticans also definitiv der ideale Platz, alternativ bietet sich ein mit Geröll oder Schotter aufgefüllter trockener Teichrand an; sonnig oder halbschattig sollte die Lage sein.

Im Juni/Juli erscheinen die kleinen enzianblauen Blüten mit dunkler Aderung und weißer Mitte (Schlund). Ein purpurfarbener Ring um den Schlund ist möglich (und macht die Blüten noch aparter), kann aber auch fehlen. Die Einzelblüten sind eher klein und messen nur gut einen Zentimeter im Durchmesser. Sie wirken nur in Summe und dann am besten, wenn der Felsen-Ehrenpreis für sich allein steht oder in Kombination mit anderen niedrigen Stauden, die am besten zu anderen Zeiten blühen.

Veronica fruticans ist in unseren Breiten absolut winterhart – zumindest was die Temperaturen anbelangt; schließlich ist sie ja unter anderem in den Alpen zu Hause. Gefährlich kann dem Felsen-Ehrenpreis jedoch Winternässe werden, deshalb ist ein Standort mit gutem Wasserabzug so wichtig.

Veronica fruticans – Felsen-Ehrenpreis

Wuchshöhe: 10-15 cm
Blütenfarbe: dunkelblau
Blütezeit: Mai, Juni
Lichtverhältnisse: sonnig
Bodenverhältnisse: trocken
Verwendung: Steingarten
Hinweis: (Winter-)Staunässe vermeiden


Veronica fruticulosa – Halbstrauchiger Ehrenpreis

Veronica fruticulosa – Halbstrauchiger Ehrenpreis Für Veronica fruticulosa sollte der Pflanz­platz sorg­fältig gewählt werden. Nicht weil sie so heikel und schwer zu kulti­vieren ist, sondern weil das kleine Sträuch­lein allzu leicht zwischen anderen Pflanzen "unter­gehen" kann oder schlicht­weg über­sehen wird. Es ist ein wenig unschein­bar.

Im Steingarten, am Fuß von Trockenmauern oder in Kästen, Kübeln und Trögen ist der immergrüne Halbstrauchige Ehrenpreis gut aufgehoben und kommt gut zur Geltung. Solche Plätze korrespondieren auch mit seinen Standortansprüchen: nicht zu trocken, nicht zu feucht, durchlässiger Untergrund. Kalkgestein ist der beste Partner für ihn, der Boden sollte humos, gern lehmig, unbedingt aber stickstoffarm sein. Er schätzt sonnige Lagen, allerdings nicht die Wärme oder gar Hitze, weshalb ein freier Stand mit gutem Luftaustausch vorteilhaft ist.

Veronica fruticulosa – Halbstrauchiger Ehrenpreis Im günstigsten Fall (beim bes­ten Stand­ort) bildet Veronica fruticulosa mit kurzen Aus­läufern hüb­sche Polster; an weniger zusagen­den Plät­zen stehen die stockigen Triebe eher vereinzelt und sehen aus wie ein lichtes kleines Wäldchen.

Ungewöhnlich ist sicher die Blütenfarbe des Halbstrauchigen Ehrenpreis: ein zartes Rosa mit dunkler Aderung. Blaue Blüten finden sich bei Veronica in allen Tönen und Schattierungen, Rosa dagegen ist eine Seltenheit. Allein das ist ein Grund, Veronica fruticulosa in den (Stein-)Garten zu holen. Dass die natürlichen Bestände dieser einheimischen Pflanze – Vorkommen nur in Bayern und Baden-Württemberg in subalpinen und alpinen Lagen – so extrem rar sind (Stand Juni 2018), vielleicht für den einen oder anderen ein zweiter.

Veronica fruticulosa – Halbstrauchiger Ehrenpreis

Wuchshöhe: 10-15 cm
Blütenfarbe: zart rosa, dunkel geadert
Blütezeit: Juni, Juli
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: mäßig trocken-frisch
Verwendung: Steingarten
Hinweis: immergrün


Veronica gentianoides – Enzian-Ehrenpreis

Was für eine grazile Schön­heit: der Enzian-Ehren­preis. Veronica gentianoides ist mit ihren zarten Blüten eine gute Pflanz­partnerin für viele Stauden und Gräser, eine Staude für "zwischen­drin". Keine flächen­deckende Pflan­zung also, sondern locker übers Beet oder den ganzen Garten verteilt, mal hier ein Tuff (mit zwei, drei Pflanzen), mal da einer. Im Lauf der Jahre sucht sich der Enzian-Ehrenpreis mittels Selbstaussaat (so man Verblühtes nicht abschneidet) ohnehin seine eigenen Plätzchen und Pflanzpartner aus und es entstehen reizvolle Kombinationen. Besonders entzückt waren wir, als ein Akelei-Sämling (Aquilegia vulgaris) mit rosafarbenen Blüten und ein Sämling des Enzian-Ehrenpreis' zusammenfanden.

Veronica gentianoides – Enzian-Ehrenpreis, Austrieb
Veronica gentianoides – Austrieb

Ursprüng­lich stammt Veronica gentianoides aus dem Kau­kasus, Iran und der Türkei, hat aber kein Pro­blem damit, in unseren Gärten hei­misch zu werden: Sie passt sich den meisten Stand­orten an, inklusive trockeneren. An solchen trockenen Plätzen kann einem mitunter Angst und Bang werden, wenn man ihr schlapp herunterhängendes Laub sieht, bis man merkt, dass sie die Trockenheit erstaunlich gut wegsteckt, sofern man sich nicht erweichen lässt und gießt.

Veronica gentianoides – Enzian-Ehrenpreis, Blüten Sonnige und halb­schattige Stand­orte werden gleicher­maßen ver­tragen. Halb­schattige Lagen haben aller­dings zwei Vorteile: Der Wasser-/Feuchtig­keits­bedarf der Pflan­zen ist geringer und das zarte Hell­blau der Blüten wirkt inten­siver, die blau­violette Aderung fällt besser auf. Je sonniger der Standort, desto eher verblasst die Blütenfarbe fürs Auge zu Weiß (ähnlich wie bei Linum perenne – Ausdauernder Lein – und Amsonia tabernaemontana – Blausternbusch).

Veronica gentianoides – Enzian-Ehrenpreis

Wuchshöhe: 50 cm
Blütenfarbe: blassblau
Blütezeit: Mai, Juni
Lichtverhältnisse: sonnig
Bodenverhältnisse: trocken
Verwendung:
Hinweis: wertvolle Wildstaude


Veronica incana – Graulaubiger Ähriger Ehrenpreis, Grauer Ehrenpreis
Veronica spicata subsp. incana

Pseudolysimachion incanum – Graulaubiger Ähriger Blauweiderich, Grauer Blauweiderich
Pseudolysimachion spicatum subsp. incanum
(Alle botanischen Namen ohne Wertung wie alt, neu oder Synonym!)

Veronica incana – Graulaubiger Ähriger Ehrenpreis Der Grau­laubige Ährige Ehren­preis hat bota­nisch gesehen bereits einige Aus­gliederungen, Ein­gliederungen und Umbe­nennungen auf dem Buckel. Weil von den Gärtnern bei dem ganzen Hin und Her keiner mehr so richtig durch­blickt, ist er unter den verschie­densten alten und neuen bota­nischen Namen und Syno­nymen im Angebot (siehe Über­schrift).

Und weil man mit dem sperrigen deutschen Namen Grau­laubiger Ähriger Ehren­preis bzw. Blau­weiderich bei den Kunden keinen Blumen­topf gewinnt, war man kreativ und bringt Veronica incana als Silber­blatt-Ehren­preis, Silber­polster-Ehren­preis oder Silber-Ehren­preis mit jeweils einem Pendant als Blau­weiderich unters Volk.

Veronica incana 'Silberteppich'
Veronica incana 'Silberteppich'

Silber­blatt-Ehren­preis halte ich für einen sehr treffen­den Namen, weil die hell­grauen, leicht filzig behaar­ten Blätter dieser Ehren­preis-Art im Sonnen­licht tatsäch­lich silbrig wirken. Ob grau oder silbrig – das Laub harmo­niert wunderbar mit den blauen Blüten­kerzen. Veronica incana passt damit perfekt in Themen­beete mit grau-, weiß- und silberlaubigen Pflanzen: Stachys byzanthina (Woll-Ziest), Anaphalis (Perlkörbchen), Antennaria dioica (Katzenpfötchen) und Salvia officinalis (Echter oder Apotheker-Salbei) passen in puncto Standort ganz gut zum Silberblatt-Ehrenpreis.

Veronica incana gehört zu den zurückhaltenden Zeitgenossen im Staudenbeet: Man sollte stets ein Auge darauf haben, dass sie von ihren Nachbarn nicht bedrängt und untergebuttert wird. Diese kleine Mühe dankt sie mit Langlebigkeit und Standorttreue.

Veronica incana – Graulaubiger Ähriger Ehrenpreis, Grauer Ehrenpreis

Wuchshöhe: 20-35 cm
Blütenfarbe: blau
Blütezeit: Juni, Juli
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken
Verwendung:
Hinweis:


Veronica longifolia – Langblättriger Ehrenpreis
Veronica maritima – Strand-Ehrenpreis

Pseudolysimachion longifolium – Langblättriger Blauweiderich
Pseudolysimachion maritimum – Strand-Blauweiderich
(Alle botanischen Namen ohne Wertung wie alt, neu oder Synonym!)

Veronica longifolia – Langblättriger Ehrenpreis Ein höherer, blauer Blüher, der nicht aus­ladend wächst, ist in den Monaten Juli und August vielen sicher gerade recht. Da kommt Veronica longi­folia (oder wie auch immer die Staude aktuell bota­nisch korrekt heißen mag) ins Spiel, die dazu noch beschei­den ist in den Stand­ort­voraus­setzungen. Steht sie sehr trocken, bleibt sie einfach niedri­ger, hat sie einen von Natur aus feuchten Stand­ort oder regnet's häufig, wird sie auch mal gut einen Meter hoch.

In leicht lehmigem, nährstoff­reichem, gern kalk­haltigem Boden (der Stand­ort sollte in der Sonne oder im Halb­schatten liegen) braucht dieser Ehren­preis außer Dünger- und Wasser­gaben (beides natür­lich nur even­tuell) im Normal­fall keiner­lei Pflege. Die abge­storbenen Triebe vom Vor­jahr ent­fernt man ein­fach beim großen Früh­jahrs­putz im darauf­folgenden Garten­jahr.

Die Art wächst nur schwach, selbst nach vielen Jahren Standzeit wird daraus keine opulente Solitärpflanze werden, die alle Blicke auf sich zieht. Sie eignet sich im Staudenbeet besser zur Zwischenpflanzung und Kombination mit anderen höheren Stauden. Stärker als die Art wachsen die Sorten, allen voran die altbekannten und -bewährten Karl-Foerster-Sorten 'Blauriesin' und 'Schneeriesin' (Erstere blau, Letztere weiß blühend).

Erfreu­licher­weise gibt es mit Schnecken am Lang­blätt­rigen Ehren­preis keine Pro­bleme. Dafür schädigt leider häufig ein Schlauch­pilz (Septoria veronicae) mit bräun­lichen bis schwärz­lichen Flecken (Nekrosen) die Blätter der Pflanzen; Septoria-Blatt­flecken­krank­heit nennt sich das. Sollten Sie ein solches Schad­bild an Ihren Pflanzen ent­decken, empfiehlt es sich, be­fallene Blätter zu ent­fernen und im Haus­müll (nicht auf dem Kom­post!) zu ent­sorgen, um eine weitere Aus­breitung des Pilzes zu verhindern.

Veronica longifolia – Langblättriger Ehrenpreis, Austrieb
Veronica longifolia – Austrieb

Von der bota­nischen Zuord­nung her weiß ich in­zwischen gar nicht mehr, wo ich den Lang­blätt­rigen Ehren­preis hin­tun soll. Er taucht neuer­dings neben Pseudolysimachion longifolium und Veronica longifolia auch als Pseusolysimachion maritimum und Veronica maritima – als Strand-Blauweiderich respektive Strand-Ehrenpreis – auf. Da muss ich mich jetzt komplett raushalten. Vielleicht ist man bei dieser Pflanze tatsächlich am besten bedient, wenn man sich an Sorten hält. Zumindest mit der 'Blauriesin' und der 'Schneeriesin' dürfte man auf der sicheren Seite sein, egal als was die Staude sonst noch bezeichnet sein mag.

Der Langblättrige Ehrenpreis beziehungsweise der Strand-Ehrenpreis ist in Deutschland einheimisch und zählt zu den gefährdeten und besonders geschützten Arten (Stand Dezember 2018).


Veronica longifolia – Langblättriger Ehrenpreis

Wuchshöhe: 70 cm
Blütenfarbe: blau
Blütezeit: Juli, August
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: frisch
Verwendung:
Hinweis:


Veronica porphyriana – Sibirischer Ehrenpreis, Porphyr-Ehrenpreis
Veronica spicata subsp. porphyriana

Pseudolysimachion porphyrianum – Sibirischer Blauweiderich, Porphyr-Blauweiderich
Pseudolysimachion spicatum subsp. porphyrianum
(Alle botanischen Namen ohne Wertung wie alt, neu oder Synonym!)

Bei Veronica porphyriana regiert ein ähnliches Chaos wie bei Veronica incana: Manche Wissenschaftler sehen den Sibirischen Ehrenpreis als Unterart von Veronica spicata, also V. spicata subsp. porphyriana, und schon sind wir beim botanischen Namen Pseudolysimachion, den ja einige Botaniker als korrekten neuen Gattungsnamen für einige Veronica – darunter V. spicata – sehen. Aus dieser Perspektive wäre Pseudolysimachion spicatum subsp. porphyrianum richtig, eventuell auch Pseudolysimachion porphyrianum. Der Trend geht jedoch eindeutig zu Veronica als die "einzig richtige" Gattung.

Veronica porphyriana – Sibirischer Ehrenpreis Sehr häufig ist Veronica porphyriana in den Gärt­nereien nicht zu finden und das ist schade: Der Sibi­rische Ehren­preis ist anspruchs­los und aus­dauernd und verträgt es enorm trocken. San­dige oder stei­nige Böden mit guten Wasser­abzug werden bevor­zugt, damit ist er natür­lich ein Kandidat für den Stand­ort Stein­garten. Ins Stauden­beet lässt er sich aller­dings ebenso gut inte­grieren, sofern man auf eine gute Drainage achtet.

Veronica porphyriana hat Ähnlichkeit mit Veronica incana, wirkt insgesamt jedoch etwas gedrungener und gröber: Den graugrünen Blättern fehlt der feine silbrige Schimmer der Blätter von Veronica incana und die dunkel blauvioletten Blütenrispen sind dicker, walzenförmiger. Dafür wächst und wirkt sie kompakter und stabiler als die Kollegin incana.

Die Blütezeit des Porphyr-Ehrenpreis' wird meist mit Juli bis August angegeben und das ist definitiv falsch. Veronica porphyriana ist ein Frühjahrsblüher, der oft schon Ende April zu blühen beginnt und Ende Mai/Anfang Juni in der Regel ausgeblüht hat. Das ist perfekt, denn so einen intensiven blauvioletten Farbtupfer vermisst man um diese Jahreszeit oft. Dass sich der Sibirische Ehrenpreis bei mir nicht aussät, bedaure ich fast. Andererseits spare ich mir damit Pflegearbeiten wie den Rückschnitt nach der Blüte.

Veronica porphyriana ist – wie gesagt – nicht sehr häufig in Kultur, aber es wird auch Saatgut angeboten. Die Samen keimen bei Temperaturen um 20 °C und gleichmäßiger Feuchtigkeit normalerweise recht flott.

Veronica porphyriana – Sibirischer Ehrenpreis, Porphyr-Ehrenpreis

Wuchshöhe: 30 cm
Blütenfarbe: leuchtend blau
Blütezeit: April, Mai
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken
Verwendung:
Hinweis: wertvolle Wildstaude


Veronica prostrata – Liegender Ehrenpreis, Niederliegender Ehrenpreis, Flacher Ehrenpreis

Blau ist nicht gleich blau, deshalb ist es ratsam, sich den (Nieder-)Liegenden Ehrenpreis im Mai, wenn er blüht, in der Gärtnerei oder im Gartencenter vor Ort zu besorgen. Die Blütenfarbe/das Blau seiner Blüten variiert nämlich und mitnichten blühen alle angebotenen Veronica prostrata so zart porzellanblau wie meine Exemplare; die Blüten können auch klar Enzianblau sein wie die von Veronica teucrium oder ins (Rosa-)Violett gehen.

Veronica prostrata – Liegender Ehrenpreis, Niederliegender Ehrenpreis (Nieder-)Liegen­der Ehren­preis – der Name ist bei Veronica prostrata Pro­gramm, weil nur die Blüten­triebe auf­recht wachsen, die übrigen aber flach auf oder neben den Horsten liegend; was auf der Erde auf­liegt, bildet Wurzeln. Solche bewurzel­ten Neben­triebe abzu­trennen, ist deshalb die einfachste Art der Vermehrung (die Pflänzchen am besten noch eine Weile im Topf kultivieren). Auch mittels Teilung der Horste kann man sie vermehren, am besten im Frühjahr vor oder nach der Blüte.

Veronica prostrata – Liegender Ehrenpreis, Niederliegender Ehrenpreis Diese ein­heimische Art (Nord- und Mittel­deutsch­land; gefährdet) bildet an Stand­orten in voller Sonne und in eher mageren (stickstoff­armen!), durch­lässigen, gern leicht lehmigen und kalk­haltigen Böden hübsche Polster. Mit einer Blüten­höhe von gerade mal 10-15 cm geht Veronica prostrata meiner Meinung nach im Beet jedoch zu leicht unter. Bessere Stand­orte finden sich im Stein­garten, am (trockenen) Teich­rand, in (Stein-)Trögen oder im Heide­garten. Eben über­all dort, wo sich keine höheren Nach­barn (außer Gräsern) in den Vorder­grund drängen und den Flachen Ehren­preis verdecken.

Rückschnitt nach der Blüte Ja oder Nein, das ist wieder mal eine Glaubensfrage. Nein, wenn seine Sämlinge willkommen sind und alles gespannt darauf wartet, in welchen Blautönen sie wohl blühen werden. Ansonsten Ja, damit Veronica prostrata nicht mittels Selbstaussaat den Garten für sich erobert.

Veronica prostrata – Liegender Ehrenpreis, Niederliegender Ehrenpreis

Wuchshöhe: 10-15 cm
Blütenfarbe: Blautöne, (Rosa-)Violetttöne
Blütezeit: Mai, Juni
Lichtverhältnisse: sonnig
Bodenverhältnisse: trocken
Verwendung:
Hinweis: wertvolle Wildstaude


Veronica spicata – Ähriger Ehrenpreis, Ähren-Ehrenpreis, Heide-Ehrenpreis
Veronica spicata subsp. spicata

Pseudolysimachion spicatum – Ähriger Blauweiderich, Ähren-Blauweiderich
Pseudolysimachion spicatum subsp. spicatum
(Alle botanischen Namen ohne Wertung wie alt, neu oder Synonym!)

Veronica spicata – Ähriger Ehrenpreis Einheimisch, gefährdet, besonders geschützt – in der Natur sieht's nicht son­derlich erfreu­lich aus für den Ährigen Ehren­preis, was seinen Fort­bestand bei uns anbe­langt. Ganz so speziell (voll­sonnig, trocken, humos, sandig), wie die Fach­literatur angibt, sind seine Stand­ort­ansprüche dann aber doch nicht, deshalb rechne ich den natür­lichen Beständen gute Chancen aus, erhalten zu bleiben.

Im Keidenzeller Lehmboden hatte ich Veronica spicata lange Jahre mit weinroten und blauen Blütentrauben; beide Typen haben sich hervorragend an die unterschiedlichsten Feuchtigkeitssituationen angepasst und mit den verschiedensten Wuchshöhen von 20 bis 60 cm darauf reagiert. Am wichtigsten ist daher meines Erachtens ein Standort mit gutem Wasserabzug. (Winter-)Staunässe dürfte für diesen Ehrenpreis das größte Problem darstellen.

Veronica spicata – Ähriger Ehrenpreis mit Septoria
Veronica spicata mit Septoria

Den Pflege­schnitt nach der Blüte sollten Sie sich beim Ährigen Ehren­preis nicht sparen, allein aus dem Grund, weil Veronica spicata – nach­dem Ver­blühtes abge­schnitten wurde – schöne kompakte Blatt­horste bildet. Ein Rück­schnitt – ganz oder teil­weise – kann auch wegen eines unge­betenen Gastes erfor­derlich werden, wenn nämlich der Schlauch­pilz Septoria veronicae zuschlägt und die Septoria-Blatt­flecken­krank­heit hervor­ruft (bräun­liche bis schwärz­liche Flecken auf den Blättern der Pflanzen). Solches Schnitt­gut gehört nicht auf den Kom­post, sondern in den Rest­müll oder die Bio­tonne, um eine weitere Aus­breitung des Pilzes zu verhindern!

Die reine Art mit blauvioletten oder rosavioletten Blüten ist selten in Kultur/im Handel erhältlich. Die meisten Gärtnereien bieten Veronica spicata in Sorten an und ermöglichen uns damit die Wahl: blau(-violette), rosafarbene, weinrote oder weiße Blüten ganz nach persönlichem Geschmack und je nach dem, was am geplanten Standort im Sommer sonst noch so blüht; passt ja nicht jede Farbe zu jeder.

Veronica spicata – Heide-Ehrenpreis Veronica spicata ist dabei so viel­seitig wie anpas­sungs­fähig, solange sie nicht bedrängt oder (zu stark) beschattet wird. Weder zu üppig wachsende (wie etwa Phlomis russeliana – das Brand­kraut) oder gar wuchernde Pflanzen noch sehr hohe sind des­halb als Nach­barn geeignet. Auch als Ein­fassungs­pflanze empfiehlt sich diese Veronica, die nach der Blüte und dem Schnitt und Neu­aus­trieb noch als buschige grüne Beet­begrenzung einen guten (ordent­lichen) Eindruck macht.

Blauschwarze Holzbiene (hier auf Lavandula angustifolia – Lavendel)
Blauschwarze Holzbiene (hier auf Lavandula angustifolia)

Erfreu­licher­weise gibt es mit Schnecken am Ährigen Ehren­preis keine Probleme. Erfreu­lich auch, dass Pollen und Nektar von Veronica spicata auf dem Speise­plan von Wild­bienen stehen. So deponiert die Blau­schwarze Holz­biene (Xylocopa violacea) nach­weis­lich deren Pollen in den Nestern, um ihren Larven Verpfle­gung mit auf den Weg zu geben. Septoria hin oder her: Allein schon die Tat­sache, dass dieser Ehren­preis zum Fort­bestand der Wild­bienen in Deutsch­land bei­tragen kann, macht es wert, ihn im Garten zu kulti­vieren. Je mehr Exemplare in die Beete einge­streut sind, desto besser! (Mehr zum Thema: Wildbienen im Stauden-Garten)

Veronica spicata – Ähriger Ehrenpreis, Ähren-Ehrenpreis, Heide-Ehrenpreis

Wuchshöhe: 20-50 cm
Blütenfarbe: blau
Blütezeit: Juli, August
Lichtverhältnisse: sonnig
Bodenverhältnisse: trocken
Verwendung:
Hinweis: wertvolle Wildstaude; Pollenpflanze für Wildbienen


Veronica spicata – Ähriger Ehrenpreis, Ähren-Ehrenpreis, Heide-Ehrenpreis

Wuchshöhe: 20-60 cm
Blütenfarbe: weinrot
Blütezeit: Juli, August
Lichtverhältnisse: sonnig
Bodenverhältnisse: trocken
Verwendung:
Hinweis: wertvolle Wildstaude; Pollenpflanze für Wildbienen


Veronica teucrium ('Königsblau') – Großer Ehrenpreis

Veronica teucrium – Großer Ehrenpreis Vorsicht beim Einsatz von Dünger, wenn der ein­heimi­sche Große Ehren­preis im Garten steht, denn seine natür­lichen Bestände weisen auf stick­stoff­armen Boden hin, und so möchte er in Kultur eben­falls gern stehen. Bekommen die Pflanzen zu viel Stick­stoff, wachsen sie sich "zu Tode".

Veronica teucrium ist ansonsten ziemlich anspruchslos und toleriert viele Standorte von trocken bis frisch sowie sonnig bis halbschattig. Für Gärten mit "Problemzonen" kommt sie damit gerade recht.

Bei mir steht sie in trockenem, schwerem Lehmboden in der vollen Sonne. Zugegeben, es hat ein paar Jahre gedauert, bis sie sich dort akklimatisiert hatte, doch mittlerweile ist sie fester Bestandteil des Beetes und mischt mit den leuchtend blauen Blüten der Samensorte 'Königsblau' die anderen Frühjahrsblüher auf. Allerdings haben die Horste die unschöne Angewohnheit, auseinanderzufallen, vor allem nach kräftigen Regengüssen. Die niedergedrückten Triebe richten sich meist nicht mehr komplett auf, das muss man bei der Beetgestaltung einkalkulieren. Vielleicht ist der Große Ehrenpreis am sonnigen, absonnigen oder halbschattigen Rand von Gehölzen (z.B. Hecken) tatsächlich am besten aufgehoben, da stören solche Wuchslaunen nicht so sehr.

Veronica teucrium – Großer Ehrenpreis, Austrieb
Veronica teucrium – Austrieb

Nach der Blüte sollten Sie Ver­blühtes boden­nah abschneiden (das geht am besten mit einer kleinen Stauden­sichel), damit die Pflanzen neu durch­treiben und wieder ordent­liche, kompakte Horste bilden. Diese Pflege­maßnahme ver­hindert zudem Selbst­aussaat, und das ist bei der Kultur von Sorten wichtig, weil deren Samen nicht sorten­echt fallen. Mehr Pflege ist nicht erfor­derlich. An kalk­armen Stand­orten können Sie höchstens noch ein bisschen auf­kalken, denn Veronica teucrium mag keine sauren Böden.

Veronica teucrium mit Andrena chrysosceles, Gelbbeinige Kiel-Sandbiene
Veronica teucrium mit Andrena chrysosceles – Gelbbeinige Kiel-Sandbiene

Den Rück­schnitt sollten Sie nicht zu früh vor­nehmen, denn es gibt mehrere Wild­bienen-Arten, die unter anderem den Pollen der Veronica teucrium als Larven-Proviant in den Nestern nutzen: Andrena viridescens (Ehrenpreis-Sandbiene – nimmt den Pollen für ihre Larven ausschließlich von Ehrenpreis-Arten) –, Andrena chrysosceles (Gelbbeinige Kiel-Sandbiene), Andrena cineraria (Grauschwarze Düster-Sandbiene), Anthophora plumipes (Frühlings-Pelzbiene) und Ceratina cyanea (Blaue oder Gewöhnliche Keulhornbiene). Von der Warte der Wildbienen aus betrachtet, schadet es nämlich nicht, wenn sich der Große Ehrenpreis aussät und dann vielleicht nicht ganz sortenechte Nachkommen im Garten auftauchen.

Wildbienen sind ein begeisterndes Thema und viele der Bienen fliegen auch auf Stauden. Deshalb habe ich diesen Insekten ein eigenes Kapitel gewidmet: Wildbienen im Stauden-Garten. Lesen Sie mal rein!

Veronica teucrium 'Königsblau' – Großer Ehrenpreis

Wuchshöhe: 20-30 cm
Blütenfarbe: blau
Blütezeit: Mai, Juni
Lichtverhältnisse: sonnig
Bodenverhältnisse: trocken
Verwendung:
Hinweis: Pollenpflanze für Wildbienen


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