Veronica fruticans – Felsen-Ehrenpreis

Zwischen Steinen fühlt sich der Felsen-Ehrenpreis am wohlsten, da macht er sich zudem am besten und seinem Namen alle Ehre. Sehr wüchsig zeigt er sich allerdings auch dort nicht, man darf froh sein, wenn der kleine Halbstrauch (am "Grunde" verholzende Triebe) überhaupt bleibt. Ein sehr stickstoffarmer Standort trägt dazu auf jeden Fall bei, der dazu trocken und unbedingt durchlässig (wasserdurchlässig) sein sollte. Der Steingarten ist für Veronica fruticans also definitiv der ideale Platz, alternativ bietet sich ein mit Geröll oder Schotter aufgefüllter trockener Teichrand an; sonnig oder halbschattig sollte die Lage sein.

Im Juni/Juli erscheinen die kleinen enzianblauen Blüten mit dunkler Aderung und weißer Mitte (Schlund). Ein purpurfarbener Ring um den Schlund ist möglich (und macht die Blüten noch aparter), kann aber auch fehlen. Die Einzelblüten sind eher klein und messen nur gut einen Zentimeter im Durchmesser. Sie wirken nur in Summe und dann am besten, wenn der Felsen-Ehrenpreis für sich allein steht oder in Kombination mit anderen niedrigen Stauden, die am besten zu anderen Zeiten blühen.

Veronica fruticans ist in unseren Breiten absolut winterhart – zumindest was die Temperaturen anbelangt; schließlich ist sie ja unter anderem in den Alpen zu Hause. Gefährlich kann dem Felsen-Ehrenpreis jedoch Winternässe werden, deshalb ist ein Standort mit gutem Wasserabzug so wichtig.

Veronica fruticans – Felsen-Ehrenpreis

Wuchshöhe: 10-15 cm
Blütenfarbe: dunkelblau
Blütezeit: Mai, Juni
Lichtverhältnisse: sonnig
Bodenverhältnisse: trocken
Verwendung: Steingarten
Hinweis: (Winter-)Staunässe vermeiden


Veronica fruticulosa – Halbstrauchiger Ehrenpreis

Veronica fruticulosa – Halbstrauchiger Ehrenpreis Für Veronica fruticulosa sollte der Pflanzplatz sorgfältig gewählt werden. Nicht weil sie so heikel und schwer zu kultivieren ist, sondern weil das kleine Sträuchlein allzu leicht zwischen anderen Pflanzen "untergehen" kann oder schlichtweg übersehen wird. Es ist ein wenig unscheinbar.

Im Steingarten, am Fuß von Trockenmauern oder in Kästen, Kübeln und Trögen ist der immergrüne Halbstrauchige Ehrenpreis gut aufgehoben und kommt gut zur Geltung. Solche Plätze korrespondieren auch mit seinen Standortansprüchen: nicht zu trocken, nicht zu feucht, durchlässiger Untergrund. Kalkgestein ist der beste Partner für ihn, der Boden sollte humos, gern lehmig, unbedingt aber stickstoffarm sein. Er schätzt sonnige Lagen, allerdings nicht die Wärme oder gar Hitze, weshalb ein freier Stand mit gutem Luftaustausch vorteilhaft ist.

Veronica fruticulosa – Halbstrauchiger Ehrenpreis Im günstigsten Fall (beim besten Standort) bildet Veronica fruticulosa mit kurzen Ausläufern hübsche Polster; an weniger zusagenden Plätzen stehen die stockigen Triebe eher vereinzelt und sehen aus wie ein lichtes kleines Wäldchen.

Ungewöhnlich ist sicher die Blütenfarbe des Halbstrauchigen Ehrenpreis: ein zartes Rosa mit dunkler Aderung. Blaue Blüten finden sich bei Veronica in allen Tönen und Schattierungen, Rosa dagegen ist eine Seltenheit. Allein das ist ein Grund, Veronica fruticulosa in den (Stein-)Garten zu holen. Dass die natürlichen Bestände dieser einheimischen Pflanze – Vorkommen nur in Bayern und Baden-Württemberg in subalpinen und alpinen Lagen – so extrem rar sind (Stand Juni 2018), vielleicht für den einen oder anderen ein zweiter.

Veronica fruticulosa – Halbstrauchiger Ehrenpreis

Wuchshöhe: 10-15 cm
Blütenfarbe: zart rosa, dunkel geadert
Blütezeit: Juni, Juli
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: mäßig trocken-frisch
Verwendung: Steingarten
Hinweis: immergrün


Veronica gentianoides – Enzian-Ehrenpreis

Was für eine grazile Schönheit: der Enzian-Ehrenpreis. Veronica gentianoides ist mit ihren zarten Blüten eine gute Pflanzpartnerin für viele Stauden und Gräser, eine Staude für "zwischendrin". Keine flächendeckende Pflanzung also, sondern locker übers Beet oder den ganzen Garten verteilt, mal hier ein Tuff (mit zwei, drei Pflanzen), mal da einer. Im Lauf der Jahre sucht sich der Enzian-Ehrenpreis mittels Selbstaussaat (so man Verblühtes nicht abschneidet) ohnehin seine eigenen Plätzchen und Pflanzpartner aus und es entstehen reizvolle Kombinationen. Besonders entzückt waren wir, als ein Akelei-Sämling (Aquilegia vulgaris) mit rosafarbenen Blüten und ein Sämling des Enzian-Ehrenpreis' zusammenfanden.

Ursprünglich stammt Veronica gentianoides aus dem Kaukasus, Iran und der Türkei, hat aber kein Problem damit, in unseren Gärten heimisch zu werden: Sie passt sich den meisten Standorten an, inklusive Veronica gentianoides – Enzian-Ehrenpreistrockeneren. An solchen trockenen Plätzen kann einem mitunter Angst und Bang werden, wenn man ihr schlapp herunterhängendes Laub sieht, bis man merkt, dass sie die Trockenheit erstaunlich gut wegsteckt, sofern man sich nicht erweichen lässt und gießt.

Sonnige und halbschattige Standorte werden gleichermaßen vertragen. Halbschattige Lagen haben allerdings zwei Vorteile: Der Wasser-/Feuchtigkeitsbedarf der Pflanzen ist geringer und das zarte Hellblau der Blüten wirkt intensiver, die blauviolette Aderung fällt besser auf. Je sonniger der Standort, desto eher verblasst die Blütenfarbe fürs Auge zu Weiß (ähnlich wie bei Linum perenne – Ausdauernder Lein – und Amsonia tabernaemontana – Blausternbusch).

Veronica gentianoides – Enzian-Ehrenpreis

Wuchshöhe: 50 cm
Blütenfarbe: blassblau
Blütezeit: Mai, Juni
Lichtverhältnisse: sonnig
Bodenverhältnisse: trocken
Verwendung:
Hinweis: wertvolle Wildstaude


Veronica incana – Graulaubiger Ähriger Ehrenpreis, Grauer Ehrenpreis
Veronica spicata subsp. incana

Pseudolysimachion incanum – Graulaubiger Ähriger Blauweiderich, Grauer Blauweiderich
Pseudolysimachion spicatum subsp. incanum
(Alle botanischen Namen ohne Wertung wie alt, neu oder Synonym!)

Der Graulaubige Ährige Ehrenpreis hat botanisch gesehen bereits einige Ausgliederungen, Eingliederungen und Umbenennungen auf dem Buckel. Weil von den Gärtnern bei dem ganzen Hin und Her keiner mehr so richtig durchblickt, ist er unter den verschiedensten alten und neuen botanischen Namen und Synonymen im Angebot (siehe Überschrift).

Veronica incana – Graulaubiger Ähriger Ehrenpreis Und weil man mit dem sperrigen deutschen Namen Graulaubiger Ähriger Ehrenpreis bzw. Blauweiderich bei den Kunden keinen Blumentopf gewinnt, war man kreativ und bringt Veronica incana als Silberblatt-Ehrenpreis, Silberpolster-Ehrenpreis oder Silber-Ehrenpreis mit jeweils einem Pendant als Blauweiderich unters Volk.

Silberblatt-Ehrenpreis halte ich für einen sehr treffenden Namen, weil die hellgrauen, leicht filzig behaarten Blätter dieser Ehrenpreis-Art im Sonnenlicht tatsächlich silbrig wirken. Ob grau oder silbrig – das Laub harmoniert wunderbar mit den blauen Blütenkerzen. Veronica incana passt damit perfekt in Themenbeete mit grau-, weiß- und silberlaubigen Pflanzen: Stachys byzanthina (Woll-Ziest), Anaphalis (Perlkörbchen), Antennaria dioica (Katzenpfötchen) und Salvia officinalis (Echter oder Apotheker-Salbei) passen in puncto Standort ganz gut zum Silberblatt-Ehrenpreis.

Veronica incana gehört zu den zurückhaltenden Zeitgenossen im Staudenbeet: Man sollte stets ein Auge darauf haben, dass sie von ihren Nachbarn nicht bedrängt und untergebuttert wird. Diese kleine Mühe dankt sie mit Langlebigkeit und Standorttreue.

Veronica incana – Graulaubiger Ähriger Ehrenpreis, Grauer Ehrenpreis

Wuchshöhe: 20-35 cm
Blütenfarbe: blau
Blütezeit: Juni, Juli
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken
Verwendung:
Hinweis:


Veronica longifolia – Langblättriger Ehrenpreis
Veronica maritima – Strand-Ehrenpreis

Pseudolysimachion longifolium – Langblättriger Blauweiderich
Pseudolysimachion maritimum – Strand-Blauweiderich
(Alle botanischen Namen ohne Wertung wie alt, neu oder Synonym!)

Ein höherer, blauer Blüher, der nicht ausladend wächst, ist in den Monaten Juli und August vielen sicher gerade recht. Da kommt Veronica longifolia (oder wie auch immer die Staude aktuell botanisch korrekt heißen mag) ins Spiel, die dazu noch bescheiden ist in den Standortvoraussetzungen. Steht sie sehr trocken, bleibt sie einfach niedriger, hat sie einen von Natur aus feuchten Standort oder regnet's häufig, wird sie auch mal gut einen Meter hoch.

Veronica longifolia – Langblättriger Ehrenpreis In leicht lehmigem, nährstoffreichem, gern kalkhaltigem Boden (der Standort sollte in der Sonne oder im Halbschatten liegen) braucht dieser Ehrenpreis außer Dünger- und Wassergaben (beides natürlich nur eventuell) im Normalfall keinerlei Pflege. Die abgestorbenen Triebe vom Vorjahr entfernt man einfach beim großen Frühjahrsputz im darauffolgenden Gartenjahr.

Die Art wächst nur schwach, selbst nach vielen Jahren Standzeit wird daraus keine opulente Solitärpflanze werden, die alle Blicke auf sich zieht. Sie eignet sich im Staudenbeet besser zur Zwischenpflanzung und Kombination mit anderen höheren Stauden. Stärker als die Art wachsen die Sorten, allen voran die altbekannten und -bewährten Karl-Foerster-Sorten 'Blauriesin' und 'Schneeriesin' (Erstere blau, Letztere weiß blühend).

Erfreulicherweise gibt es mit Schnecken am Langblättrigen Ehrenpreis keine Probleme. Dafür schädigt leider häufig ein Schlauchpilz (Septoria veronicae) mit bräunlichen bis schwärzlichen Flecken (Nekrosen) die Blätter der Pflanzen; Septoria-Blattfleckenkrankheit nennt sich das. Sollten Sie ein solches Schadbild an Ihren Pflanzen entdecken, empfiehlt es sich, befallene Blätter zu entfernen und im Hausmüll (nicht auf dem Kompost!) zu entsorgen, um eine weitere Ausbreitung des Pilzes zu verhindern.

Von der botanischen Zuordnung her weiß ich inzwischen gar nicht mehr, wo ich den Langblättrigen Ehrenpreis hintun soll. Er taucht neuerdings neben Pseudolysimachion longifolium und Veronica longifolia auch als Pseusolysimachion maritimum und Veronica maritima – als Strand-Blauweiderich respektive Strand-Ehrenpreis – auf. Da muss ich mich jetzt komplett raushalten. Vielleicht ist man bei dieser Pflanze tatsächlich am besten bedient, wenn man sich an Sorten hält. Zumindest mit der 'Blauriesin' und der 'Schneeriesin' dürfte man auf der sicheren Seite sein, egal als was die Staude sonst noch bezeichnet sein mag.

Der Langblättrige Ehrenpreis beziehungsweise der Strand-Ehrenpreis ist in Deutschland einheimisch und zählt zu den gefährdeten und besonders geschützten Arten (Stand Dezember 2018).


Veronica longifolia – Langblättriger Ehrenpreis

Wuchshöhe: 70 cm
Blütenfarbe: blau
Blütezeit: Juli, August
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: frisch
Verwendung:
Hinweis:


Veronica porphyriana – Sibirischer Ehrenpreis, Porphyr-Ehrenpreis
Veronica spicata subsp. porphyriana

Pseudolysimachion porphyrianum – Sibirischer Blauweiderich, Porphyr-Blauweiderich
Pseudolysimachion spicatum subsp. porphyrianum
(Alle botanischen Namen ohne Wertung wie alt, neu oder Synonym!)

Bei Veronica porphyriana regiert ein ähnliches Chaos wie bei Veronica incana: Manche Wissenschaftler sehen den Sibirischen Ehrenpreis als Unterart von Veronica spicata, also V. spicata subsp. porphyriana, und schon sind wir beim botanischen Namen Pseudolysimachion, den ja einige Botaniker als korrekten neuen Gattungsnamen für einige Veronica – darunter V. spicata – sehen. Aus dieser Perspektive wäre Pseudolysimachion spicatum subsp. porphyrianum richtig, eventuell auch Pseudolysimachion porphyrianum.

Veronica porphyriana – Sibirischer Ehrenpreis Sehr häufig ist Veronica porphyriana in den Gärtnereien nicht zu finden und das ist schade: Der Sibirische Ehrenpreis ist anspruchslos und ausdauernd und verträgt es enorm trocken. Sandige oder steinige Böden mit guten Wasserabzug werden bevorzugt, damit ist er natürlich ein Kandidat für den Standort Steingarten. Ins Staudenbeet lässt er sich allerdings ebenso gut integrieren, sofern man auf eine gute Drainage achtet.

Veronica porphyriana hat Ähnlichkeit mit Veronica incana, wirkt insgesamt jedoch etwas gedrungener und gröber: Den graugrünen Blättern fehlt der feine silbrige Schimmer der Blätter von Veronica incana und die dunkel blauvioletten Blütenrispen sind dicker, walzenförmiger. Dafür wächst und wirkt sie kompakter und stabiler als die Kollegin incana.

Die Blütezeit des Porphyr-Ehrenpreis' wird meist mit Juli bis August angegeben und das ist definitiv falsch. Veronica porphyriana ist ein Frühjahrsblüher, der oft schon Ende April zu blühen beginnt und Ende Mai/Anfang Juni in der Regel ausgeblüht hat. Das ist perfekt, denn so einen intensiven blauvioletten Farbtupfer vermisst man um diese Jahreszeit oft. Dass sich der Sibirische Ehrenpreis bei mir nicht aussät, bedaure ich fast. Andererseits spare ich mir damit Pflegearbeiten wie den Rückschnitt nach der Blüte.

Veronica porphyriana ist – wie gesagt – nicht sehr häufig in Kultur, aber es wird auch Saatgut angeboten. Die Samen keimen bei Temperaturen um 20 °C und gleichmäßiger Feuchtigkeit normalerweise recht flott.

Veronica porphyriana – Sibirischer Ehrenpreis, Porphyr-Ehrenpreis

Wuchshöhe: 30 cm
Blütenfarbe: leuchtend blau
Blütezeit: April, Mai
Lichtverhältnisse: sonnig-halbschattig
Bodenverhältnisse: trocken
Verwendung:
Hinweis: wertvolle Wildstaude


Veronica prostrata – Liegender Ehrenpreis, Niederliegender Ehrenpreis, Flacher Ehrenpreis

Blau ist nicht gleich blau, deshalb ist es ratsam, sich den (Nieder-)Liegenden Ehrenpreis im Mai, wenn er blüht, in der Gärtnerei oder im Gartencenter vor Ort zu besorgen. Die Blütenfarbe/das Blau seiner Blüten variiert nämlich und mitnichten blühen alle angebotenen Veronica prostrata so zart porzellanblau wie meine Exemplare; die Blüten können auch klar Enzianblau sein wie die von Veronica teucrium oder ins (Rosa-)Violett gehen.

Veronica prostrata – Liegender Ehrenpreis, Niederliegender Ehrenpreis (Nieder-)Liegender Ehrenpreis – der Name ist bei Veronica prostrata Programm, weil nur die Blütentriebe aufrecht wachsen, die übrigen aber flach auf oder neben den Horsten liegend; was auf der Erde aufliegt, bildet Wurzeln. Solche bewurzelten Nebentriebe abzutrennen, ist deshalb die einfachste Art der Vermehrung (die Pflänzchen am besten noch eine Weile im Topf kultivieren). Auch mittels Teilung der Horste kann man sie vermehren, am besten im Frühjahr vor oder nach der Blüte.

Veronica prostrata – Liegender Ehrenpreis, Niederliegender Ehrenpreis Diese einheimische Art (Nord- und Mitteldeutschland; gefährdet) bildet an Standorten in voller Sonne und in eher mageren (stickstoffarmen!), durchlässigen, gern leicht lehmigen und kalkhaltigen Böden hübsche Polster. Mit einer Blütenhöhe von gerade mal 10-15 cm geht Veronica prostrata meiner Meinung nach im Beet jedoch zu leicht unter. Bessere Standorte finden sich im Steingarten, am (trockenen) Teichrand, in (Stein-)Trögen oder im Heidegarten. Eben überall dort, wo sich keine höheren Nachbarn (außer Gräsern) in den Vordergrund drängen und den Flachen Ehrenpreis verdecken.

Rückschnitt nach der Blüte Ja oder Nein, das ist wieder mal eine Glaubensfrage. Nein, wenn seine Sämlinge willkommen sind und alles gespannt darauf wartet, in welchen Blautönen sie wohl blühen werden. Ansonsten Ja, damit Veronica prostrata nicht mittels Selbstaussaat den Garten für sich erobert.

Veronica prostrata – Liegender Ehrenpreis, Niederliegender Ehrenpreis

Wuchshöhe: 10-15 cm
Blütenfarbe: Blautöne, (Rosa-)Violetttöne
Blütezeit: Mai, Juni
Lichtverhältnisse: sonnig
Bodenverhältnisse: trocken
Verwendung:
Hinweis: wertvolle Wildstaude


Veronica spicata – Ähriger Ehrenpreis, Ähren-Ehrenpreis, Heide-Ehrenpreis
Veronica spicata subsp. spicata

Pseudolysimachion spicatum – Ähriger Blauweiderich, Ähren-Blauweiderich
Pseudolysimachion spicatum subsp. spicatum
(Alle botanischen Namen ohne Wertung wie alt, neu oder Synonym!)

Veronica spicata – Ähriger Ehrenpreis Einheimisch, gefährdet, besonders geschützt – in der Natur sieht’s nicht sonderlich erfreulich aus für den Ährigen Ehrenpreis, was seinen Fortbestand bei uns anbelangt. Ganz so speziell (vollsonnig, trocken, humos, sandig), wie die Fachliteratur angibt, sind seine Standortansprüche dann aber doch nicht, deshalb rechne ich den natürlichen Beständen gute Chancen aus, erhalten zu bleiben.

Im Keidenzeller Lehmboden hatte ich Veronica spicata lange Jahre mit weinroten und blauen Blütentrauben; beide Typen haben sich hervorragend an die unterschiedlichsten Feuchtigkeitssituationen angepasst und mit den verschiedensten Wuchshöhen von 20 bis 60 cm darauf reagiert. Am wichtigsten ist daher meines Erachtens ein Standort mit gutem Wasserabzug. (Winter-)Staunässe dürfte für diesen Ehrenpreis das größte Problem darstellen.

Veronica longifolia – Langblättriger Ehrenpreis mit Septoria Veronica (hier: longifolia) mit Septoria

Den Pflegeschnitt nach der Blüte sollten Sie sich beim Ährigen Ehrenpreis nicht sparen, allein aus dem Grund, weil Veronica spicata – nachdem Verblühtes abgeschnitten wurde – schöne kompakte Blatthorste bildet. Ein Rückschnitt – ganz oder teilweise – kann auch wegen eines ungebetenen Gastes erforderlich werden, wenn nämlich der Schlauchpilz Septoria veronicae zuschlägt und die Septoria-Blattfleckenkrankheit hervorruft (bräunliche bis schwärzliche Flecken auf den Blättern der Pflanzen). Solches Schnittgut gehört nicht auf den Kompost, sondern in den Restmüll oder die Biotonne, um eine weitere Ausbreitung des Pilzes zu verhindern!

Die reine Art mit blauvioletten oder rosavioletten Blüten ist selten in Kultur/im Handel erhältlich. Die meisten Gärtnereien bieten Veronica spicata in Sorten an und ermöglichen uns damit die Wahl: blau(-violette), rosafarbene, weinrote oder weiße Blüten ganz nach persönlichem Geschmack und je nach dem, was am geplanten Standort im Sommer sonst noch so blüht; passt ja nicht jede Farbe zu jeder.

Veronica spicata – Heide-Ehrenpreis Veronica spicata ist dabei so vielseitig wie anpassungsfähig, solange sie nicht bedrängt oder (zu stark) beschattet wird. Weder zu üppig wachsende (wie etwa Phlomis russeliana – das Brandkraut) oder gar wuchernde Pflanzen noch sehr hohe sind deshalb als Nachbarn geeignet. Auch als Einfassungspflanze empfiehlt sich diese Veronica, die nach der Blüte und dem Schnitt und Neuaustrieb noch als buschige grüne Beetbegrenzung einen guten (ordentlichen) Eindruck macht.

Blauschwarze Holzbiene (hier auf Lavandula angustifolia – Lavendel) Blauschwarze Holzbiene (hier auf Lavandula angustifolia)

Erfreulicherweise gibt es mit Schnecken am Ährigen Ehrenpreis keine Probleme. Erfreulich auch, dass Pollen und Nektar von Veronica spicata auf dem Speiseplan von Wildbienen stehen. So deponiert die Blauschwarze Holzbiene (Xylocopa violacea) nachweislich deren Pollen in den Nestern, um ihren Larven Verpflegung mit auf den Weg zu geben. Septoria hin oder her: Allein schon die Tatsache, dass dieser Ehrenpreis zum Fortbestand der Wildbienen in Deutschland beitragen kann, macht es wert, ihn im Garten zu kultivieren. Je mehr Exemplare in die Beete eingestreut sind, desto besser!

Veronica spicata – Ähriger Ehrenpreis, Ähren-Ehrenpreis, Heide-Ehrenpreis

Wuchshöhe: 20-50 cm
Blütenfarbe: blau
Blütezeit: Juli, August
Lichtverhältnisse: sonnig
Bodenverhältnisse: trocken
Verwendung:
Hinweis: wertvolle Wildstaude; Pollenpflanze für Wildbienen


Veronica spicata – Ähriger Ehrenpreis, Ähren-Ehrenpreis, Heide-Ehrenpreis

Wuchshöhe: 20-60 cm
Blütenfarbe: weinrot
Blütezeit: Juli, August
Lichtverhältnisse: sonnig
Bodenverhältnisse: trocken
Verwendung:
Hinweis: wertvolle Wildstaude; Pollenpflanze für Wildbienen


Veronica teucrium ('Königsblau') – Großer Ehrenpreis

Veronica teucrium – Großer Ehrenpreis Vorsicht beim Einsatz von Dünger, wenn der einheimische Große Ehrenpreis im Garten steht, denn seine natürlichen Bestände weisen auf stickstoffarmen Boden hin, und so möchte er in Kultur ebenfalls gern stehen. Bekommen die Pflanzen zu viel Stickstoff, wachsen sie sich "zu Tode".

Veronica teucrium ist ansonsten ziemlich anspruchslos und toleriert viele Standorte von trocken bis frisch sowie sonnig bis halbschattig. Für Gärten mit "Problemzonen" kommt sie damit gerade recht.

Bei mir steht sie in trockenem, schwerem Lehmboden in der vollen Sonne. Zugegeben, es hat ein paar Jahre gedauert, bis sie sich dort akklimatisiert hatte, doch mittlerweile ist sie fester Bestandteil des Beetes und mischt mit den leuchtend blauen Blüten der Samensorte 'Königsblau' die anderen Frühjahrsblüher auf. Allerdings haben die Horste die unschöne Angewohnheit, auseinanderzufallen, vor allem nach kräftigen Regengüssen. Die niedergedrückten Triebe richten sich meist nicht mehr komplett auf, das muss man bei der Beetgestaltung einkalkulieren. Vielleicht ist der Große Ehrenpreis am sonnigen, absonnigen oder halbschattigen Rand von Gehölzen (z.B. Hecken) tatsächlich am besten aufgehoben, da stören solche Wuchslaunen nicht so sehr.

Grauschwarze Düster-Sandbiene (hier auf Galatella sedifolia 'Nana') Grauschwarze Düster-Sandbiene (hier auf Galatella sedifolia 'Nana')

Nach der Blüte sollten Sie Verblühtes bodennah abschneiden (das geht am besten mit einer kleinen Staudensichel), damit die Pflanzen neu durchtreiben und wieder ordentliche, kompakte Horste bilden. Diese Pflegemaßnahme verhindert zudem Selbstaussaat, und das ist bei der Kultur von Sorten wichtig, weil deren Samen nicht sortenecht fallen. Mehr Pflege ist nicht erforderlich. An kalkarmen Standorten können Sie höchstens noch ein bisschen aufkalken, denn Veronica teucrium mag keine sauren Böden.

Den Rückschnitt sollten Sie nicht zu früh vornehmen, denn es gibt mehrere Wildbienen-Arten, die unter anderem den Pollen der Veronica teucrium als Larven-Proviant in den Nestern nutzen: Andrena viridescens (Ehrenpreis-Sandbiene – nimmt den Pollen für ihre Larven ausschließlich von Ehrenpreis-Arten), Andrena chrysosceles (Gelbbeinige Kiel-Sandbiene), Andrena cineraria (Grauschwarze Düster-Sandbiene), Anthophora plumipes (Frühlings-Pelzbiene) und Ceratina cyanea (Blaue oder Gewöhnliche Keulhornbiene). Von der Warte der Wildbienen aus betrachtet, schadet es nämlich nicht, wenn sich der Große Ehrenpreis aussät und dann vielleicht nicht ganz sortenechte Nachkommen im Garten auftauchen.

Veronica teucrium 'Königsblau' – Großer Ehrenpreis

Wuchshöhe: 20-30 cm
Blütenfarbe: blau
Blütezeit: Mai, Juni
Lichtverhältnisse: sonnig
Bodenverhältnisse: trocken
Verwendung:
Hinweis: Pollenpflanze für Wildbienen


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