Balou






Eisheilige

In den letzten Jahren hab' ich immer wieder den Spruch gehört: Es gibt keine Eisheiligen mehr. Auch von vielen Kollegen. Im Bereich Stauden und Gehölze sorgen die Eisheiligen zwar für Schäden, selten allerdings für dauerhafte. Unter den Saisonpflanzen gibt es jedoch viele, die leichten Luftfrost schon übel nehmen. Gemüsepflanzen wie Tomaten, Paprika und Gurken vertragen gar keinen Frost!

Was aber viele nicht bedenken: Selbst falls die Eisheiligen ausfallen, so sind viele Pflanzen – vor allem im Gemüsebereich auf Bodentemperaturen über 10 °C angewiesen, um überhaupt wachsen zu können.

Gurken, Kürbisse und Zucchini sind besonders empfindlich! Doch auch Tomaten und vor allem Paprika und Auberginen, die zu früh gepflanzt werden, wachsen schlecht an und bleiben in ihrer Entwicklung zurück. Deshalb macht es Sinn, den Pflanztermin für empfindliche Pflanzen nach den 15. Mai zu legen. (Sicherheitshalber sollten Sie selbst nach diesem Termin noch ein Ohr am Wetterbericht haben.)

Dianthus petraeus subsp. noeanus mit Reif Dianthus petraeus subsp. noeanus mit Reif

Pflanzen, die im Kübel kultiviert werden, kann man früher pflanzen. Man sollte nur auf die Temperaturen – in erster Linie nachts – achten, sie geschützt aufstellen und notfalls abends mit Ernteverfrühungsvlies zu- und morgens aufdecken.

Kleiner Hinweis: Werden Knollensellerie oder Rote Bete nichts, liegt es häufig daran, dass sie zu früh gepflanzt oder gesät wurden. Sie dürfen keine Temperaturen unter 10 °C abbekommen, auf gar keinen Fall aber Frost, sonst kann man sich die Mühe sparen.


Winterliche Frostschäden/Brennflecken

Yucca filamentosa mit Frostschaden Yucca filamentosa mit Frostschaden

Wenn Sie solche Schäden wie im Bild an den Blättern mancher Pflanzen feststellen, kann es sein, dass sich ein "Ungeheuer" eingenistet hat (kommt bei Schwertlilien – Iris – öfter vor, Schuld daran ist der Lilienbohrer), muss es aber nicht.

Gerade im Frühjahr dürfen Sie eher davon ausgehen, dass es Väterchen Frost war, der seine Spuren hinterlassen hat. Keine Panik also, gar nichts machen, abwarten und Tee trinken. Tun lässt sich dagegen erwartungsgemäß nichts. Vielleicht sollten wir uns sogar freuen, dass wir hierzulande einen Jahreszeitenwechsel haben? Jede hat schließlich ihren eigenen Reiz.





Platzregen

Teich im Regen Der Teich im Regen

Wer einen Gemüsegarten sein Eigen nennt, wird ihn hegen und pflegen, pflanzen und säen, um zu ernten. Und ist dennoch nicht gegen Enttäuschungen gefeit: Mal sind es Schnecken, die dem Salat (den man als Jungpflanze noch so erfolgreich gegen Vögel verteidigt hat) den Garaus machen, mal sind es Wühlmäuse, die die gerade so hoffnungsvoll angewurzelten Steckzwiebeln derart anheben, dass sie trotz sanften Andrückens und ausreichender Wassergaben nicht weiter Wurzeln bilden und wachsen wollen.

Mal ist aber auch ein ganz anderer schuld: der Produzent des Saatgutes. Meint man zumindest. Dazu eine kleine Episode:

Wenn wir den Boden gut vorbereitet und genau nach Vorschrift ausgesät haben und dazu gießen und gießen und gießen, weil die Temperaturen steil nach oben klettern, kann es doch nur am Saatgut liegen, wenn nach Wochen statt einer dichten Reihe nur zwei oder drei verschüchterte Karöttchen keimen. Haben wir 2010 zumindest geglaubt.

Das Karottenwäldchen Das Karottenwäldchen

Im August regnete es dann so viel, wie schon lange nicht mehr in einem August; man mochte sich gar nicht mehr so recht mit dem Gemüsegarten befassen. Der September lockte zum ersten Mal seit Langem wieder zu einem ausgedehnten Kontrollgang in den Gemüsegarten. Und dann die Überraschung: Wie ein kleines Wäldchen überdeckten zarte Karottenblätter den Weg neben dem Beet, in das wir die Möhrchen Monate zuvor so sorgsam gesät hatten. Ein heftiger Regenguss kurz nach der Aussaat hat die Samen aus dem Beet und auf den Weg geschwemmt. Der wird natürlich möglichst nicht gegossen und deshalb haben erst die vielen Augustniederschläge das Keimen ermöglicht. – Unser Saatgut-Produzent war rehabilitiert!

Solche Ereignisse können einen zur Verzweiflung bringen. Man sollte deshalb "in alle Richtungen" denken, wenn einen der Garten vor Rätsel stellt. Denn es gibt nichts, was es nicht gibt.


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