Yucca filamentosa – Fädige Palmlilie

(Pflanzenfamilie: Agavaceae – Agavengewächse)

Yucca filamentosa – Fädige Palmlilie, Blüten Kaum anzu­nehmen, dass man eine "echte" Fädige Palmlilie in den Gärtnereien findet, oft sind es Hybriden oder Sorten (vermutlich auch die im Bild vorgestellte aus meinem Garten). Das ist keine böse Absicht, es sind einfach irgendwann Kreuzungen in den Handel gekommen und die werden halt immer weiter vermehrt. Eigentlich gehört die Yucca ja in Baum­schulen, weil sie zu den Gehölzen zählt, zu finden ist sie aber meist in Stauden­gärtnereien. Ähnliche "Grenzfälle" sind die Halbsträucher Lavendel (Lavandula), Salbei (Salvia officinalis), Ysop (Hyssopus officinalis), Bergbohnenkraut (Satureja montana) und andere.

Yucca filamentosa – Fädige Palmlilie Typische Fäden an Yucca-Blättern

Mit ihren agaven­ähnlichen Blättern ist die Yucca filamentosa schon ein kleiner Exot im Garten. Sie sorgt selbst ohne Blüten für mediterranes Flair und sollte einen besonderen Platz bekommen, um richtig wirken zu können, vor allem wenn sie blüht. Das passiert leider nicht jedes Jahr, denn der blühende Blattschopf stirbt nach der Blüte ab. Frische, neue Triebe beziehungsweise Blattschöpfe, die sie bildet, brauchen jedoch zwei bis drei Jahre bis zur Blüte. Zur Vermehrung Ihrer Yucca nehmen Sie solche jungen Blattschöpfe, die Sie im Frühjahr abtrennen und an anderer Stelle im Garten einpflanzen.

Yucca filamentosa – Fädige Palmlilie, Wurzel
Yucca filamentosa – Wurzel

Eingewach­sene Palmlilien ver­tragen es absolut trocken. Während längerer Trocken­phasen ohne Regen zur Gieß­kanne zu greifen, würde ihnen mehr schaden als nützen. Bei der Standortwahl sollten Sie auf durchlässigen Boden mit gutem Wasserabzug achten, denn Staunässe (besonders Winterstaunässe) ist Gift für die Yucca. Warum das so ist, wie es ist, versteht man, wenn man sich den Wurzelstock einer Yucca anschaut: Der ist so dick und fleischig, dass er ganz hervorragend Wasser speichern kann, bei einem Überangebot an Feuchtigkeit jedoch leicht fault. Es versteht sich von selbst, dass sich so eine Wurzel nur mit viel Muskelkraft ausgraben lässt, falls man seine Yucca jemals komplett entfernen möchte.

Yucca filamentosa – Fädige Palmlilie Obwohl die Palmlilie immergrün ist (die ober­irdischen Pflanzenteile im Herbst also nicht ein­ziehen), ist sie bei uns in Deutschland absolut winter­hart (bis annähernd -30 °C, die haben wir außer vielleicht in den Alpen dann doch eher selten). Wenn's knackig kalt ist, richtet die Wintersonne allerdings gelegentlich Schäden an und verursacht Brennflecken auf den Blättern. Wer sich die Mühe machen will, kann mit Winter­sonnenschutz aus Fichten- oder Tannenzweigen dieser optischen Beeinträchtigung vorbeugen.

Je nach Witterung variiert die Höhe der Blüten­triebe stark, mal sind sie nur etwa einen Meter hoch, mal schaffen sie sogar zwei Meter. Frucht­schmuck sollte man von Yucca filamentosa nicht erwarten – die Palmlilie benötigt zum Bestäuben Motten, die in Deutschland (noch?) nicht vorkommen. Dem Fehlen dieser Motten zum Trotz entwickelte sich dennoch einmal – ein einziges Mal – eine einzige Frucht an meiner Palmlilie, und ich könnte mich heute noch dafür sagen wir: ohrfeigen, dass ich die seinerzeit nicht fotografiert habe.

Yucca filamentosa – Fädige Palmlilie

Wuchshöhe: 60-120 cm, Blüten bis 300 cm
Blütenfarbe: cremeweiß
Blütezeit: Juli, August
Lichtverhältnisse: sonnig
Bodenverhältnisse: trocken
Verwendung: Solitär
Hinweis: immergrün



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