In manchen Jahren ist das wie verhext und beim ersten Frühjahrsgang durch den Garten würden wir am liebsten weinen: Unkraut, Ausfälle, Schneckenfraß, wohin wir auch blicken. Woran es liegt? Ganz einfach an der Natur.

Nacktschnecke
Langer Winter, später Austrieb der Pflanzen (und damit kaum eine Chance, ungebetenen Gästen in Flora und Fauna frühzeitig Einhalt zu gebieten) und dann oft der Knall: viel Regen und von heute auf morgen ein Temperaturanstieg von 10 oder 12 °C auf 25‑30 °C. Wer sich am meisten darüber freut? Diejenigen, die wir im Garten nicht haben wollen …
Die Natur schüttet ein wahres Füllhorn an Ärgernissen im Garten über uns aus. Es hilft daher ungemein, sich beim Gärtnern in Gelassenheit zu üben. Führen wir uns immer vor Augen, dass so gut wie nichts und niemand ohne Nutzen für ein funktionierendes Ökosystem ist. Nahezu jede Blüte hat Besucher und jedes Tierchen dient irgendeinem anderen Tierchen als Nahrung. Die einzig Nutzlosen, die mir einfallen, sind die Zecken. Die haben meines Wissens keine Funktion im Naturgefüge und damit auch keine natürlichen Feinde; sie sind einfach nur da und richten Schaden an (nicht im Garten, sondern indem sie mit ihrem Stich Krankheiten übertragen können).

Eine Hornisse zerlegt eine Honigbiene
Was mir während meiner Gärtnerlaufbahn sowie im eigenen Garten so an Schädlingen, Unkraut und Krankheiten "über den Weg gelaufen ist" und was man dagegen unternehmen kann, erfahren Sie auf diesen Seiten. "Bekämpfen" im Sinne von Eliminieren ist dabei nicht immer der beste Weg, weil dadurch das natürliche Gefüge im Garten brüchig wird; wir tragen unsere "Kleinkriege" gegen einzelne (pflanzliche oder tierische) Grüppchen auf dem Rücken vieler Unbeteiligter aus.
Knautia macedonica (Mazedonische Witwenblume) mit Pilzkrankheit
Baptisia australis var. minor (Kleine Indigolupine) mit Spätfrostschaden
Nicht unerwähnt dürfen im Zusammenhang mit dem Ärger im Garten auch die schon eingangs erwähnten Wetterkapriolen bleiben. Dagegen sind wir zwar (zum Glück) machtlos, doch es ist gut zu wissen, was den Ärger verursacht hat und wie er sich – im besten Fall – in Zukunft vermeiden lässt.
