Kein Garten ist perfekt im herkömmlichen Wortsinn und: Müsste ein perfekter Garten nicht auch praktisch steril sein? Perfektionismus in Bezug auf den Garten ist jedoch das Gegenteil: Er ist das perfekte Zusammenspiel von Flora und Fauna auf einem Stückchen Land unter der Regie des Gärtners.
Ein Garten ist kein starres Gebilde, das – einmal angelegt – nie mehr verändert wird. Ein Garten will wachsen, er lebt von Veränderung. Bei der Gartengestaltung und der Umsetzung in Eigenregie baut man eine tiefe Verbundenheit mit dem Garten auf. Und: Es sind kleine Glücksmomente, wenn man nach Jahren Fotos der "Baustellen" betrachtet und sieht, was man geschafft und geschaffen hat.

Baustellen gibt es im Garten immer wieder
Ein grobes Konzept braucht jeder Garten, bevor mit der Anlage oder Umgestaltung begonnen wird. Je kleiner der Garten ist, desto ausgereifter sollte so ein Konzept sein; in größeren Gärten kommen einem die besten Ideen oft erst, wenn bereits ein Stück realisiert wurde. Ob Sie zur Umsetzung einen Gartenbaubetrieb hinzuziehen, ist erst einmal egal, denn auf die nachfolgenden Fragen (gegliedert in zwei Abschnitte, nämlich die Grundsatzüberlegungen und die Fragen zur Ausstattung) brauchen Sie auch für die Profis Antworten.
Auf viele Dinge kommt man nicht gleich und hat später das Nachsehen, deshalb habe ich meine Gedanken zur Gartenanlage bewusst ausführlich formuliert. Notieren Sie Ihre Antworten und Überlegungen zu allen Fragen, und halten Sie Ihre Ideen in einer groben Skizze fest (Bleistift und Radiergummi!); die muss nicht maßstabsgetreu sein, nur so ungefähr, das genügt für den Anfang. So machen Sie sich mit Ihrem Grundstück vertraut und gewinnen einen Überblick über die anstehenden Arbeiten (und Kosten). Soll der Garten "nur" umgestaltet werden, fertigen Sie vom Ist-Zustand eine Skizze (braucht nicht exakt und auf Millimeterpapier zu sein), in die Sie nach und nach Ihre Ideen für die Neugestaltung mit einem andersfarbigen Stift eintragen (Buntstifte und Radiergummi sind dafür besser geeignet als Kugelschreiber).
→ Die alles entscheidende Frage, die vor allen anderen beantwortet werden sollte, ist die Frage, wie der Garten gestaltet werden soll: streng und formal mit geraden Wegen und klaren Abgrenzungen (auch die altbekannten Bauerngärten sind formale Gärten), locker und weich mit geschwungenen Wegen und fließenden Übergängen oder "wild" im Sinne von "ohne erkennbare Strukturen und Einteilung", wie das in den aktuell so beliebten Naturgärten häufig der Fall ist, zumindest zum Teil. Mit der Antwort auf diese Frage haben Sie schon mal die grobe Richtung, in die's gehen soll. (Unser Garten lässt sich nirgends so richtig einordnen, er hat von allem etwas.)

Wegenetz
→ Sofern der Garten groß genug ist, können Sie den Garten in verschieden gestaltete Räume aufteilen, beispielsweise eher formal in der Nähe des Hauses, romantisch-verspielt im Mittelteil und mit einem Stück Wildnis im entlegensten Teil des Gartens. Da gibt es zum Glück keinerlei Vorschriften und Einschränkungen.
→ Wenn Sie Wert auf eine Gartenanlage legen, die verschiedenen Tieren Lebensraum bietet, sollten Sie von Anfang an einen oder mehrere Reisighaufen und Lesesteinhaufen einplanen. Der Begriff "Lesesteine" stammt aus der Landwirtschaft: Auf Äckern "aufgelesene" Steine werden am Feldrand aufgeschlichtet.

Steinhaufen aus Lesesteinen
→ Ich maße mir nicht an, hier über Garten"stile" zu schwadronieren, dazu bin ich viel zu wenig mit dem Thema vertraut. Ich halte auch nicht besonders viel davon, einen Cottage-Garten, Präriegarten, Japanischen Garten oder Landschaftsgarten anlegen zu wollen oder anlegen zu lassen, denn die Frage ist doch, wie sieht er nach ein paar Jahren aus und wie viel ist dann noch davon übrig? Wenn der Garten Ausdruck der Persönlichkeit der Besitzer sein soll, gut, aber wohl die wenigsten fühlen tief in ihrem Inneren "wie ein Japaner".
→ Es gibt Gärten, die liegen in der vollen Sonne – den ganzen Tag und rund ums Jahr, egal bei welchem Sonnenstand. Andere Gärten sind dagegen stets irgendwie und von irgendwas beschattet, bei ihnen kommt es nur noch darauf an, wie stark sie beschattet werden. Mit Letzteren muss man sich einfach arrangieren und das Beste daraus machen, in vollsonnigen Gärten aber gibt es Spielraum, können wir Einfluss nehmen; Bäume und hohe Sträucher schaffen in ihnen im Lauf der Zeit Abhilfe und sorgen für Beschattung.
→ Das Gros der Gärten aber bietet Sonne, Halbschatten und Schatten, oft auch absonnige Plätze, und vor der Gartenanlage sollte man rauskriegen, wie um welche Jahreszeit in welchem Winkel des Gartens das Licht ist. Danach richtet sich dann der Gartenplan – und die Gartenanlage.
→ Nur Beete (Anpflanzungen aller Art sind gemeint, ich nenn sie jetzt mal stark vereinfachend "Beete") in der (vollen) Sonne sind ebenso wenig erstrebenswert wie nur Beete im (Halb-)
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sonnig: (Ⲟ oder "so") |
der Standort ist ganztags – zumindest aber in den Mittagsstunden (vom späten Vormittag bis zum späten Nachmittag) – sonnenbeschienen |
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absonnig: (◍ oder "abso") |
ein heller Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung, vor allem nicht während der Mittagsstunden |
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halbschattig: (◑ oder "hs") |
Flächen im Schatten von Gebäuden oder Gehölzen (im Osten oder Westen) mit weniger als einem halben Tag direkte Sonnenbestrahlung (mittags nie) |
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schattig: (⬤ oder "s") |
Standort ganztags im Schatten von Gehölzen oder Gebäuden |
Die Lichtverhältnisse ließen sich noch feiner unterteilen, das ist meiner Meinung nach jedoch nicht erforderlich.

Schwaches und starkes Gefälle
→ Ein leichtes Gefälle spielt in größeren Gärten keine Rolle. Bei uns ist das ein guter Meter auf 50 Meter, was erst mal nach viel klingt, jedoch optisch nicht sehr stark ins Gewicht fällt; es schiebt sich "bergauf" halt schwer mit voller Schubkarre, aber hätten wir das Grundstück abgestuft, wäre geradezu irrwitzig viel Auffüllmaterial nötig gewesen und wir bräuchten (steilere) Rampen, um überhaupt mit Schubkarre oder Sackkarre fahren zu können.
→ Bei stärkerem Gefälle kann es sinnvoll sein, das Grundstück zu terrassieren, weil es meist nicht mehr möglich ist, durch Abgraben und Auffüllen eine ebene Fläche zu schaffen. Da kommt es wieder auf die Größe des Gartens an, ob man mit Muskelkraft und der Hilfe von Freunden selbst Terrassen anlegt oder einen Gartenbaubetrieb mit schwerem Gerät (auch zum Setzen der Terrassierung) anrollen lässt.
→ Nutzgarten und Ziergarten streng getrennt? – Kann man machen, muss man aber nicht. Es können sich ebenso gut Nutz- und Zierflächen abwechseln. Es ist in puncto Schadinsekten (Bohnenblattläuse, Lauch- und Karottenfliegen oder Kohlweißlingsraupen beispielsweise) nicht mal das Schlechteste, Gemüsepflanzen einzeln zwischen Stauden oder Sommerblumen zu setzen. Das gilt auch für Küchenkräuter (einigen von ihnen sagt man sogar nach, Schadinsekten [speziell Blattläuse] und Schnecken zu vertreiben).

Anlage mit Gehölzen, Stauden und Grasfläche
→ Privatsphäre braucht es auch im Garten, deshalb kann es nötig sein, an manchen Stellen einen Sichtschutz einzuplanen. Wer dabei nicht auf eine Beton- oder Gabionenwand blicken will, benötigt (höhere) Gehölze. So ein Sichtschutz in Gestalt einer Hecke (vielleicht auch hoch wachsender Stauden?) muss nicht für sich allein stehen, er kann (breiter oder schmäler) in eine Staudenpflanzung auslaufen und lässt sich auf diese Weise fließender in die Gesamtgestaltung integrieren. Wichtig ist vor allem, dass Grasflächen nicht zu nah an die Gehölze reichen (Wuchsbreite der Gehölze nehmen und noch was zugeben).
→ Flächen für Stauden und einjährigen Blütenflor können nach und nach erweitert werden, sofern die Flächen nicht mit betonierten Beetabgrenzungen festgelegt sind. Es gibt auch keine Vorschrift, dass Staudenpflanzungen von Anfang an komplett und dicht sein müssen: Lassen Sie den Pflanzen stattdessen die Möglichkeit, sich "frei" zu entwickeln und setzen Sie auch auf Sämlinge, die die Pflanzung im Lauf der Jahre komplettieren. Anfängliche Lücken lassen sich in den ersten Jahren mit einjährigen Sommerblumen oder zweijährigen und anderen kurzlebigen Pflanzen füllen. Darauf aufzubauen ist allemal besser, als viel Geld auszugeben, bloß um nach drei, vier Jahren anzufangen rauszureißen, weil alles zu eng steht.
→ Am Zaun entlang außenrum eine Hecke und ansonsten Rasen, so sieht's aus in den meisten (deutschen) Gärten. Es scheint ein Gesetz zu geben, das den Gartenbesitzern Vielfalt, Kreativität und Individualität untersagt; ich hab bloß noch nicht gefunden, wo's steht.

Bei uns müssen Grasflächen …
→ Nichts spricht gegen Rasenflächen, wir nutzen sie zum Beispiel, um Gartenräume optisch voneinander zu trennen und dem Auge durch das ruhige und einheitliche Grün "eine Verschnaufpause" beim Schauen zu gönnen. Keine unserer Grasflächen hat zwar mehr als 50 ㎡, trotzdem knapsen wir beim Umgestalten von Gartenräumen lieber was vom Gras für Staudenpflanzungen ab, als dass wir Staudenpflanzungen zugunsten von mehr Rasen verkleinern (weniger Gras/
→ Wer einen Naturgarten anlegen möchte, der wird sowieso eher eine (Blüh-)

… oft Staudenpflanzungen weichen
→ Sollen Kinder im Garten toben dürfen, ist eine (größere) Rasenfläche ideal, weil man relativ weich fällt, wenn man fällt, beispielsweise von der Schaukel oder beim Fußballspielen.
→ Positiver Nebeneffekt von (kurzgeschorenen) Rasen- oder Grasflächen: Getrockneter Rasenschnitt (ohne Unkrautsamen) ist gut zum Mulchen geeignet, zum Beispiel auf Gemüsebeeten oder zwischen Erdbeeren, auf Staudenbeeten natürlich ebenfalls. Man braucht halt den Platz, um ihn ausbreiten und ein paar Tage trocknen lassen zu können (regnen sollte es in der Zeit nicht und zwischendurch muss er gewendet werden).
→ Mit dem Rasenmähen ist das nicht ganz einfach: Ist's zu heiß (über 30 °C) sollst du nicht, wenn's geregnet hat, kannst du nicht. Und der Rasenschnitt erst: Falls man ihn nicht trocknen kann, um Mulchmaterial zu gewinnen, muss er entsorgt werden, entweder in der Biotonne (Rasenschnitt beginnt blitzschnell zu gären mit entsprechender olfaktorischer Dominanz) oder – ohne Unkrautsamen – in kleineren Mengen (eine dünne Schicht) auf dem Kompost oder aber bei Grüngutannahmestellen, falls es eine in der Nähe des Gartens gibt.
→ Ohne Arbeit und Engagement geht es auf Dauer in keinem Garten, so viel steht fest.
→ Wenn die Frage nach dem späteren Zeitaufwand mit "möglichst wenig Zeit" beantwortet wird, fallen gepflegte, kurz geschorene Rasenflächen schon mal weg. Einigermaßen gepflegter Rasen – am besten noch ohne "Unkraut" – ist zeitintensiv (Mähen, Düngen, Wässern, Vertikutieren …).

Gut gewählte Stauden machen wenig Arbeit
→ Staudenpflanzungen machen da weniger Arbeit, vorausgesetzt die Pflanzen dürfen sich auch aussäen oder werden so gewählt, dass Selbstaussaat kein Thema ist. Solchen Staudenpflanzungen genügt in der Regel ein einmaliger Arbeitsgang durch den Garten, nämlich der im Frühling, bei dem die alten, vorjährigen Stängel abgeschnitten (und vorzugsweise an Ort und Stelle liegen gelassen) werden. Falls Stauden nach der Blüte aus optischen Gründen zurückgeschnitten werden müssen oder um Selbstaussaat zu verhindern, sind Staudenpflanzungen ebenfalls einigermaßen arbeitsintensiv, allerdings immer noch in geringerem Maße als Rasen.
→ Bäume und Sträucher lässt man am besten ebenfalls "ungeschoren" davonkommen und spart sich die Arbeit mit Herbst-/

Arbeitsintensive Gemüsegarten-Anlage
→ Praxisbeispiel aus unserem Erfahrungsschatz: Wir haben seinerzeit einen Gemüsegarten im englischen Stil angelegt, der nur noch ein Schatten seiner selbst ist; der Pflegeaufwand war dauerhaft nicht zu bewältigen, unter anderem weil es in unserem schweren Lehmboden nicht möglich ist, den Boden bloß mit einem Sauzahn zu bearbeiten (was besser ist, als ihn umzugraben oder umzupflügen), und weil die integrierten Obstbäume mit ihrem Wurzelwerk nicht nur den Ertrag geschmälert, sondern auch den Gießaufwand enorm erhöht haben. Letztlich ist nur noch die umgebende Hecke aus Alpen-Johannisbeere (Ribes alpinum) übrig geblieben.

Gepflasterte Hauptwege, Nebenwege mit grober Rinde
→ Was die Wege anbelangt, haben wir uns für eine Mischung aus Hauptwegen mit Pflaster (offene Fugen) und Nebenwegen mit grober Rinde aus dem Sägewerk entschieden. Das hat sich bewährt, weil dadurch nicht mehr Fläche versiegelt wird als unbedingt nötig und zugleich der Garten "gut erschlossen" ist (alles ist gut erreichbar). Der Nachteil an Rindenwegen: Die Rinde zersetzt sich im Lauf der Jahre und muss erneuert werden, sie sind uneben und mit voll beladener Schubkarre schiebt sich's schlecht (schwer) darauf.
→ Wenn man es im Garten mit Wühlmäusen und/

Buckelpiste Pflaster: Wühl- oder Feldmausschaden
→ Wege in formalen Gärten sind meist gerade und mit größeren bis großen Platten angelegt. Für geschwungene Wege sind kleinere Pflastersteine besser geeignet (es können auch verschiedene Größen kombiniert werden) und Wildnisgärten kommen oft ganz ohne Pflaster aus, in ihnen gibt es Graswege, die mit der Sense oder dem Rasenmäher begehbar gehalten werden.
→ Immer öfter werden Kieswege angelegt, besonders gern von Garten- und Landschaftsplanern. Solche Kieswege vermittelt zwar zunächst einen "sauberen" Eindruck, aber das bleibt nicht so: Über kurz oder lang (je öfter solche Wege begangen werden, desto länger dauert es) keimt in diesen Wegen Unkrautsamen und Samen von Pflanzen in den umliegenden Beeten, und es ist eine Strafarbeit, das aus Kieswegen entfernen zu müssen. Dieses "Problem" gibt's natürlich bei Rinden(mulch)wegen ebenfalls, aber nicht so ausgeprägt, da ist die Keimrate geringer.

Kiesweg in terrassiertem Gelände
→ Zur Wahl eines Pflasters: Einheitlich oder bunt zusammengewürfelt (z. B. gebrauchtes Pflaster, das über Kleinanzeigen für kleines Geld angeboten wird)? – Das ist reine Geschmackssache und eine Geldfrage. Es hängt allerdings auch von der Größe des Gartens ab, denn wo ich viele Wege brauche, wird es leicht zu "bunt".
→ In offenen Pflasterfugen wird man immer einen Bewuchs haben und sei es Moos. Damit muss man leben, die Fugen regelmäßig freikratzen oder aus der Not eine Tugend machen und von vornherein Pflanzen(samen) in die Fugen einbringen (zum Beispiel Bruchkraut [Herniaria glabra], Thymian [Thymus serpyllum] und Mauerpfeffer [Sedum acre, Sedum album oder Sedum sexangulare])

Herniaria glabra (Kahles Bruchkraut) im Pflaster
→ Wenn es ums Pflastern geht, speziell um größere Flächen, dann ist die Unterstützung von Profis (Gartenbaubetriebe) sehr zu empfehlen; die wissen, wie der Unterbau sein muss und wann Beton ins Spiel gebracht werden sollte, damit der Weg im Lauf der Zeit nicht nach der Seite "wegrutscht", und wenn diese Betriebe etwas können, dann ist es Pflastern. Profihilfe ist schon allein deshalb praktisch, weil solche Firmen die ganzen Gerätschaften haben, die man zum Pflastern braucht.

Baumbank
→ Plätze zum Entspannen sollten auch Schatten bieten und unter einem Baum sitzt sich's im Sommer immer noch am schönsten. Allerdings dauert es etliche Jahre, bis ein neu gepflanzter Baum groß genug ist, um ausreichend Schatten zu spenden, selbst wenn ein (teurer) Großbaum gepflanzt wird. Sofern kein anderer Schattenspender vorhanden ist, brauchen Sie Geduld und einen Sonnenschirm.
→ Hoch wachsende Sträucher sind – bei Bedarf – eine weitere Möglichkeit, für Schatten am Sitzplatz zu sorgen. Falls Sie sich für Sträucher entscheiden, achten Sie auf ausreichend Abstand der Gehölze zur Relax-Ecke, denn Sträucher, die sich nicht frei entfalten können, die mit einer Heckenschere "auf Abstand" getrimmt werden, sind kein Rahmen für einen Wohlfühlort.
→ Wenn der Garten-Sitzplatz auch ein Grillplatz werden soll, brauchen Sie ein paar Quadratmeter mehr. Wo der Grill steht, sollte die Hauptwindrichtung entscheiden, denn niemand sitzt gern im Qualm.

Relaxplatz mit Deckchair
→ Und worauf stellt man eine Bank, eine Sitzgarnitur oder eine Relaxliege am besten? Das ist keine leichte Entscheidung. Gras kühlt die Umgebung in der Regel angenehm (sofern es nicht von der prallen Sonne aufgeheizt wird), das ist speziell an heißen Tagen wertvoll. Es fühlt sich zudem gut an beim Barfußlaufen. Der Nachteil: Bei jedem Rasenmähen oder Grasschnitt muss zuerst die "Möblierung" beiseitegeschafft werden. Eine andere Möglichkeit sind Kiesflächen. Die heizen sich allerdings stärker auf und sind für nackte Fußsohlen nicht unbedingt angenehm. Die Sämlinge, die in solchen Flächen nach einer Weile unweigerlich keimen, sollten entfernt werden, sonst ist der Kiesteppich bald zugewachsen. Freiwillige vor! Bleiben noch Pflaster und Rindenmulch, wobei sich Pflaster halt aufheizt und für "heiße Füße" sorgen kann und Rindenmulch oder gar Rinde barfuß nicht sonderlich angenehm zu begehen sind.

2-Sitzer: Bank aus Pflastersteinen
→ Um nur mal so zwischendurch eine kleine Pause zu machen und den Garten zu genießen, braucht's keine großen Investitionen: Eine kleine Sitzbank für zwei ist schnell aus übrigen Pflastersteinen aufgebaut. (Sie muss allerdings immer wieder mal abgebaut und neu zusammengebaut werden, weil sich die Steine peu à peu "wie von selbst" verschieben.) Dafür brauchen Sie 64 Pflastersteine à 20 x 20 cm. Die Steine werden ohne weitere Befestigung zweireihig auf der (möglichst planen) Erde aufgestapelt (5 x 2 Steine). Vier weitere Steine kommen links oder rechts noch obendrauf (für größere Personen und für die Optik).
→ Bei Spielgeräten kommt es hauptsächlich darauf an, worauf sie stehen. Außer einer Rasenfläche bleibt da nicht viel, was strapazierfähig und gleichzeitig "weich" genug ist, wenn doch mal wer auf den Boden plumpst. Sand wäre vielleicht noch eine Möglichkeit, doch da kommt es darauf an, wie frequentiert die Spielgeräte sind: Schaut nur gelegentlich mal jemand zum Spielen vorbei, wird aus der Sandfläche schnell eine Unkrautfläche, nur wenn der Sand "in Bewegung" gehalten wird, können sich keine Pflanzen darin ansiedeln und halten. Der Nachteil von Sandflächen generell: Sie sind in der Regel das größte und beliebteste Katzenklo der ganzen Umgebung.

Wiese
→ Spielgeräte sind ja in den meisten Fällen keine Dauereinrichtung; sie werden ein paar Jahre gebraucht und dann abgebaut, weil die Kinder oder Enkel rausgewachsen sind. Es ist daher sinnvoll, sich von Anfang an eine Nachnutzung der Fläche zu überlegen, damit das Gartenkonzept auch dann noch stimmig ist. Für solche Flächen bieten sich Staudenpflanzungen an, allerdings nur nach erheblichem Aufwand, denn der verdichtete Boden auf so einer Spielfläche muss zumindest gründlich und tief gelockert werden, bevor etwas gepflanzt wird. Besser noch wäre es, den Boden auszutauschen, muss aber nicht unbedingt sein. (Das Gras kann mit Bändchengewebe oder Grasschnitt abgedeckt und so "entsorgt" werden; das dauert etwa ein Jahr.) Eine andere Möglichkeit der Nachnutzung ist es, das Gras auf dem ehemaligen – nicht zu schattigen – Bolzplatz stehen und zu einer Wiese werden zu lassen, die nur zwei bis dreimal im Jahr gemäht wird.

Clematis montana 'Wilsonii' berankt einen Rosenbogen
→ Dekorative Elemente im Garten sind nicht unbedingt nur Selbstzweck: Eine Trockenmauer etwa kann dazu dienen, Gefälle abzustützen oder einen Sitzplatz abzuschirmen, ganz sicher ist sie selbst ohne weitere Funktion ökologisch wertvoll für Insekten und Eidechsen. So auch ein Steingarten, der zudem ganz besondere Verhältnisse für bestimmte Pflanzen bietet. Solche "Elemente" sollten mit ihren direkt umgebenden Flächen von Anfang an eingeplant werden, denn sie sind unverrückbar.
→ Ähnlich unverrückbar sind größere Rosenbögen oder Laubengänge, die einbetoniert werden müssen, damit sie der Wind nicht in Schieflage bringt. Ihre Position sollte deshalb gleich zu Beginn der Planung festgelegt werden.
→ Dekorativ sind sie zwar nicht, aber praktisch und sinnvoll, weil sie Energie sparen: die Wäschespinnen. Falls Sie eine brauchen, wo soll die hin?
→ Garten-Gerätschaften und ‑Maschinen in einem Schuppen lagern zu können, ist enorm praktisch. Vor allem wenn man viele davon hat, wird der Platz im Keller und in der Garage schnell knapp, und wenn der Garten größer ist, ist es umständlich, immer wieder zum Haus laufen zu müssen, wenn man was braucht (und nach getaner Arbeit alles zurückschleppen zu müssen).

Praktisches Metall-Gerätehaus
→ Ein Garten- oder Gerätehaus sollte gut zugänglich an einem Weg liegen und nicht zu versteckt in der hintersten Ecke stehen. Solche Schuppen oder Häuschen müssen nicht wie Fremdkörper wirken, sondern können in den Garten mit hohen Stauden oder einer Berankung (Rankgerüst) zumindest "teilintegriert" werden.
→ Der richtige Platz für ein kleines Gewächshaus ist da, wo es Wasser gibt, denn im Gewächshaus muss schließlich immer gegossen werden, selbst wenn's geregnet hat. Ergo: Einen Standort nahe einer Regentonne und/
Ein Gewächshaus brauchen nur engagierte Gemüsebauer, die dem Wetter in Deutschland nicht trauen, wenn es um den Anbau von Tomaten, Gurken, Paprika und so weiter geht. Und natürlich ist ein Gewächshaus hyperpraktisch für die Anzucht von Pflanzen aller Art.
→ Erkundigen Sie sich vorsorglich bei der für Sie zuständigen Bauverwaltung, ob das geplante Geräte- oder Gewächshaus (dazu brauchen Sie die genauen Maße) genehmigungsfrei aufgestellt werden darf.
→ Vom Haus aus schnell und gut erreichbar und trotzdem nicht gerade auf dem "Präsentierteller", sollte der Standort für einen Komposthaufen sein, allerdings nur, wenn es keine Biotonne gibt, in der Bioabfälle aus der Küche entsorgt werden können. Müssen Küchenabfälle nicht auf den Kompost, darf der gern in der entlegensten Ecke des Gartens liegen. Einzige Voraussetzung: Es führt ein mehr oder weniger befestigter Weg hin.

Reisighaufen bieten allerlei Getier Unterschlupf
→ Pauschal lässt sich nicht sagen, ab welcher Größe des Gartens die Biotonne zum Entsorgen der Gartenabfälle nicht mehr ausreicht. Es kommt vielmehr darauf an, wie der Garten angelegt ist. Im Staudengarten fallen mit Abstand die meisten Gartenabfälle (die man nicht einfach an Ort und Stelle als Mulch auf der Erde verteilt) vom Frühsommer bis zum Herbst an, das sind nämlich diejenigen verblühten Blütentriebe, die man schneidet, um zu verhindern, dass Samen ausreift und es zu Selbstaussaat kommt; damit wächst der Kompost schnell in die Höhe. Gehölzschnitt braucht nicht entsorgt zu werden, der ist auf Reisighaufen (dafür sollte man immer ein Plätzchen reservieren, das freut allerlei Getier) im Garten gut aufgehoben.
→ Fertiger Kompost ist ein wertvoller Dünger, der überall im Garten eingesetzt werden kann (Näheres zur Nährstoffzusammensetzung und zur Dosierung von Kompost unter "Düngen im Garten"), sofern kein Unkraut auf dem Kompost landet. Mit dem Kompost "impft" man sonst seinen Garten möglicherweise mit Samen von genau dem Unkraut, das man vorher mühsam entfernt hat.
→ Sollten Sie keine Zisterne haben (die ist ja in vielen Kommunen Vorschrift, zumindest in Bayern), planen Sie eine Regentonne ein, wenn's irgendwie geht, um bei ausbleibendem Regen zumindest eine Weile kein Trinkwasser (Leitungswasser) zum Gießen verbrauchen zu müssen. Je mehr Volumen die Regentonne hat, desto besser, womit ich jetzt kein 4.000-Liter-Fass meine. Aber die Erfahrung hat in unserem trockenen Mittelfranken gezeigt, dass 800 oder 1.000 Liter schnell weg sein können, wenn's eine Weile nicht regnet, dafür aber den ganzen Tag die Sonne scheint.
→ Es hat sich bewährt, so ein Regenfass auf eine gepflasterte Fläche zu stellen, die groß genug ist, um auch ein paar Gießkannen darauf abstellen zu können (50‑60 cm vor und neben dem Fass sollten genügen). Die (gefüllten) Gießkannen stehen dann sicherer und fester als auf der Erde oder Rindenmulch zum Beispiel; sie sollten vor allem deshalb immer gefüllt sein, weil 20, 30 oder 40 Liter mehr ins Fass passen, wenn es denn regnet. Jeder Liter zählt.

So sehen unsere Staudenpflanzungen in manchen Sommern aus
→ Damit keine Missverständnisse aufkommen: Wir lehnen es strikt ab, Rasen zu gießen. Soll das Gras im Sommer halt verbrennen und vertrocknen; das kommt schon wieder, wenn der Herbst kommt. Unsere Stauden werden ebenfalls nicht regelmäßig gegossen, die Pflanzen sind also alles andere als verwöhnt in dieser Hinsicht. Irgendwann ist allerdings der Punkt erreicht, an dem es nicht mehr anders geht und Pflanzen aufzugeben drohen, sofern sie nicht endlich Wasser bekommen. Dann erst gießen wir (wenn die Wasservorräte nicht reichen auch mit Leitungswasser – und das nicht verboten wurde), damit die Insekten weiterhin Nektar und Pollen, Blätter und Wurzeln finden, überleben und sich fortpflanzen können. Wir betrachten das als aktiven Naturschutz und nicht als Verschwendung. Sollte das aus naturschutzfachlicher Sicht falsch sein, bitten wir um eine kurze Information mit Begründung.

Gartenteich
→ Pool oder (Schwimm-)
→ Den Aushub für Pool oder Teich abtransportieren zu lassen, kostet ebenso Geld wie das Entsorgen selbst (wenn die Erddeponie oder die Abfallsammelstelle des Kreises oder der Stadt Entsorgungsgebühren verlangt). Vielleicht gibt es aber auf dem Grundstück selbst eine sinnvolle Verwendung für diesen Aushub, indem damit Unebenheiten oder ein (leichtes) Gefälle ausgeglichen werden oder die Erde zum Auffüllen von Hochbeeten genutzt werden kann.

Steingarten mit hügeligem Aufbau
Wir haben damals mit dem Aushub vom Teich (ca. 25 ㎡, Tiefe in der Mitte 1 m) einen Steingarten mit hügeligem Aufbau angelegt und mit dem Aushub das Steingartensubstrat gemischt (Aushub gegebenenfalls zwischenlagern).
→ Die Fläche für einen kleinen Gartenteich kann man vielleicht noch mit Schaufel und Spaten selbst ausheben, zur Anlage eines größeren Teichs, Schwimmteichs oder Pools ist jedoch ein Bagger unentbehrlich. Nicht eben billig, jedoch kräfte- und nervenschonend ist es, einen Fachbetrieb (Garten- und Landschaftsbau) hinzuzuziehen.
Mit Ihren Überlegungen zu den obenstehenden Fragen haben Sie bereits den entscheidenden Schritt zu Ihrem Garten gemacht: Sie wissen nun, wie er aussehen soll, wie er aufgebaut sein soll. Für Selbstverwirklicher: Übernehmen Sie sich nicht, der Garten und die Umsetzung laufen Ihnen nicht davon.
