
Astrantia major (Große Sterndolde) – junge Pflanze
Die Große Sterndolde ist bei mir im Garten eine typische Vertreterin der Stauden, die sich noch nie anhand eines Gartenbuchs über ihre Standortansprüche informiert haben. So wächst sie bei mir unter anderem am eher trockenen Fuß des Steingartens in der Sonne, obwohl es bei Astrantia major heißt: je trockener, desto (halb-)

Astrantia major (Große Sterndolde) – alte Pflanze
An der Höhe der Pflanzen merkt man schon ein wenig, dass sie dort bei meinem Steingarten darben, denn im Gegensatz zu ca. 70 cm Blütenhöhe im feuchteren Beet erreicht das Exemplar beim Steingarten selten mehr als 40‑50 cm. Sei's drum. Die Blütengröße beeinträchtigt der falsche Standort kaum, daher kann ich die Sterndolde guten Gewissens als pflegeleichte Staude empfehlen, die mit vielen Pflanzsituationen zurechtkommt.
In stickstoffarmen Böden sind die Pflanzen für eine Portion Dünger (stickstoffbetont) im Frühjahr dankbar, da sie doch recht nährstoffhungrig sind. Das Substrat am Standort sollte zudem kalkhaltig sein.

Astrantia major 'Rubra' (Große Sterndolde) mit Keulenschwebfliege
Manchmal merkt man halt vielleicht doch, wenn eine Pflanze nicht von weit her kommt, sondern in Deutschland einheimisch ist und sich von Haus aus mit unseren deutschen Klima- und Standortvoraussetzungen herumschlagen muss; die Frage, ob winterhart oder nicht, erübrigt sich damit. Am häufigsten ist die Große Sterndolde in Süddeutschland und in der östlichen Hälfte Mitteldeutschlands in der Natur anzutreffen. Immer noch so häufig, dass ihre Bestände deutschlandweit als nicht gefährdet gelten und nicht besonders geschützt sind, obwohl sie in Brandenburg-Berlin vom Aussterben bedroht und in Sachsen und Sachsen-Anhalt stark gefährdet sind (Stand Januar 2026).
Als Insektenmagnet würde ich Astrantia major zwar nicht bezeichnen, aber als gut besucht von Insekten aller Art schon. Käfer, Wespen, Schwebfliegen, Wanzen, Fliegen, Wildbienen – sie alle schaun gern bei der Großen Sterndolde vorbei, um sich an Pollen oder Nektar zu bedienen.
Die Große Sterndolde und die Schnecken
Astrantia major (Große Sterndolde) – Austrieb
Im Frühling werden die im Winter abgestorbenen Überreste der Astrantien mit einer Gartenschere, den Händen oder einer kleinen Staudensichel bodennah abgeschnitten und am besten auf dem Beet liegengelassen; das verbessert nach dem Zersetzen den Boden. Und dann heißt's bei der Großen Sterndolde aufgepasst, denn speziell der frische Austrieb – die jungen Frühjahrsblättchen – wird zu gern von (Nackt-)

Schneckenschutzring
In dieser Zeit des Austriebs leisten Schutzränder aus größeren Plastikblumentöpfen ohne Boden (den Boden mit einer scharfen Schere herausschneiden) gute Dienste; sie werden über die Pflanzen gestülpt und ein Stück in den Boden gedrückt oder gedreht. Ein hundertprozentiger Schutz sind solche Hauben natürlich nicht, denn Schnecken haben viel Zeit und kriechen schon mal außen an der Haube hoch und innen runter oder schlüpfen durchs Erdreich unter den Hauben durch ins Innere, um an das begehrte Grün zu kommen. Der Nachteil an solchen Schutzhauben ist zudem: Falls eine Schnecke hineingelangt, bleibt sie darin, bis noch das letzte Blättchen ihrer "Wirtspflanze" aufgefressen ist. Daher ist auch eine sorgfältige Kontrolle der Pflanzen auf eventuell darin versteckte Schnecken (gerade ganz junge, kleine Schnecken übersieht man ja leicht) schon vor dem Überstölpen der Blumentöpfe so wichtig. Mehr Informationen zu (Nackt-)
Astrantia major muss generell und in allen Altersstufen als schneckengefährdet eingestuft werden. Ältere Blätter sind nur nicht mehr ganz so gefährdet wie die jungen, zarten im Frühjahr, wobei die Vorlieben der Schnecken von Jahr zu Jahr variieren. Spätestens zu Beginn der Blüte wird man aber wohl die Schutzhauben abnehmen (müssen), denn wie sieht das denn sonst aus! Selbst ziemlich von Schnecken zugerichtete Sterndolden erholen sich übrigens meist im Lauf der Vegetationsperiode (sind also nicht hinüber), kommen allerdings erst verspätet oder gar nicht zur Blüte.

Astrantia major 'Rubra' (Große Sterndolde) – Blütenstände
Ich habe mir Astrantia major und einige ihrer Sorten nicht zuletzt wegen ihrer angenehm zurückhaltenden Blütenfarben in den Garten geholt. Die Art zieren weiß-grüne Doldenblüten in einem Kranz aus ebenfalls weiß-grünen Hochblättern (Brakteen, das sind also keine Blütenblätter), die voll erblüht zart rosa überhaucht sind. Die Sorte 'Ruby Cloud' ist in allen Blütenteilen kräftiger rosa gefärbt und 'Rubra' schließlich zeigt mit einem samtigen Purpurrot die intensivste Blütenfarbe. Mit Ausnahme von 'Ruby Cloud' sind sie ideale Begleitstauden, deren unaufdringliche Blütenfarben ruhig und vermittelnd wirken, wenn Stauden mit dominierenden Blütenfarben um sie herum sind. Meine Meinung: Jeder Garten braucht eine Astrantia!

Astrantia major 'Rubra' (Große Sterndolde) mit Schmalbock
Die reine Art sät sich gern und reichlich aus (außer bei mir). Möglich, dass sie damit im einen oder anderen Garten zur Plage werden kann. Bei uns war das bislang nicht der Fall. Wer sichergehen will, dass er in den nächsten Jahren nicht mit einer Sterndolden-Schwemme konfrontiert ist, greift zur Gartenschere und schneidet die Triebe frühzeitig nach der Blüte (vor der Samenreife) ab und darf sich auf eine Nachblöte freuen (üppiger als ohne Rückschnitt).
Gute Pflanzpartner für die Art sollten nicht nur den Standort-Anforderungen der Großen Sterndolde entsprechen, sondern auch optisch mit ihr und ihrer doch etwas speziellen Färbung der Blütenstände harmonieren. Geeignet sind an sonnigen bis halbschattigen Plätzen anpassungsfähige Stauden wie beispielsweise Anthericum ramosum (Ästige oder Rispige Graslilie), Teucrium hyrcanicum (Persischer oder Kaukasus-Gamander), Helleborus foetidus (Stinkende Nieswurz) oder Veronica spicata (Ähriger Ehrenpreis – weiß oder weinrot blühende Sorten) und Ziergräser wie Nassella tenuissima (Zartes Federgras).
| Wuchshöhe: | 20-70 cm |
| Blütenfarbe: | weiß-grün, rosa überhaucht |
| Blütezeit: | Juni, Juli, August |
| Lichtverhältnisse: | halbschattig, absonnig |
| Bodenverhältnisse: | frisch-feucht |
| Verwendung: | Schnittpflanze |
| Hinweis: | kalkhaltiger Boden; Kühle liebend |

Astrantia major 'Rubra' (Große Sterndolde) – Blütenstände
Diese Sorte wächst gedrungener als die Art. Sämlinge von 'Rubra' (auch sie sät sich also aus, aber beileibe nicht so stark wie die Art) fallen nicht unbedingt echt, das heißt, sie sind oft eher rosafarben und wachsen auch stärker als ihre Elternpflanzen. Um zu vermeiden, dass die Pflanzen mit nicht sortenechten Sämlingen "verunreinigt" werden, kann die Selbstaussaat durch Abschneiden von Verblühtem unterbunden werden.
Bei der 'Rubra' mit ihrem "ruhigen" und eher "einheitlichen" Erscheinungsbild während der Blüte kommen zum Kombinieren Partner mit violettblauen Blütenfarben ins Spiel: Campanula glomerata (Knäuel-Glockenblume), Campanula persicifolia (Pfirsichblättrige Glockenblume), Platycodon grandiflorus (Ballonblume, Ballonglocke), Veronica spicata (Ähriger Ehrenpreis) zum Beispiel. Schön wirken zudem die zarte, rosa blühende Gartenvagabundin Linaria purpurea 'Canon J. Went' (Purpur-Leinkraut) und Ziergräser wie Carex muskingumensis, die Palmwedel-Segge.
| Wuchshöhe: | 30-50 cm |
| Blütenfarbe: | rot-purpur |
| Blütezeit: | Juni, Juli, August |
| Lichtverhältnisse: | halbschattig-absonnig |
| Bodenverhältnisse: | frisch-feucht |
| Verwendung: | Schnittpflanze |
| Hinweis: | kalkhaltiger Boden; Kühle liebend |

Astrantia major 'Ruby Cloud' (Große Sterndolde) – Blütenstände
'Ruby Cloud' lässt sich am besten als eine Farbmischung aus der Art Astrantia major und der Sorte 'Rubra' beschreiben. Sie wächst ebenfalls etwas kompakter als die Art und auch ihr Drang zur Selbstaussaat ist etwas gebremst. Diese Sorte fällt ebenfalls nicht immer sortenecht, weshalb es vorteilhaft ist, die Blütentriebe nach der Blüte abzuschneiden. Sicher ist sicher.
Kombinationspartner werden am besten unter den weiß und purpurrot blühenden Stauden ausgesucht. Da kommen flexible Stauden wie Anthericum ramosum (Ästige oder Rispige Graslilie), Geranium sanguineum 'Album' (Weißer Blut-Storchschnabel – die weiße Form ist nicht ganz so wüchsig und aufdringlich wie die Art des Blut-Storchschnabels), Veronica spicata (Ähriger Ehrenpreis – weiß blühende Sorten), Lysimachia atropurpurea (Purpur-Felberich) oder die samtig rot blühende Knautia macedoncia (Mazedonische Witwenblume) und wiederum Nassella tenuissima (Zartes Federgras) als Begleiter infrage.
Ebenfalls eine (dezente) Möglichkeit: 'Ruby Cloud' mit Pflanzpartnern kombinieren, die zuverlässig zu anderen Zeiten blühen und zur Blüte der Astrantia einfach nur grün sind.
| Wuchshöhe: | 50-70 cm |
| Blütenfarbe: | rosa mit weiß |
| Blütezeit: | Juni, Juli, August |
| Lichtverhältnisse: | halbschattig, absonnig |
| Bodenverhältnisse: | frisch-feucht |
| Verwendung: | Schnittpflanze |
| Hinweis: | kalkhaltiger Boden; Kühle liebend |
Astrantia major (Große Sterndolde) – Samen
Wozu sich die Mühe machen und Pflanzen vermehren, die das mittels Selbstaussaat doch selbst erledigen? Dafür gibt es etliche gute Gründe: Bei der Teilung – vegetative Vermehrung – behalten alle Teilstücke die Eigenschaften der Mutterpflanze. Sorte bleibt also Sorte zum Beispiel – in jedem Teilstück. Bei der Samenvermehrung (für die Sorten von Astrantia major ohnehin nicht ratsam) weiß man dagegen nie so genau, was dabei rauskommt. Das können natürlich auch die schönsten (blassesten oder intensivsten) Blütenfarben sein.
Vermehrung durch Teilung ist in jedem Fall die schnellste Möglichkeit, mehrere Exemplare von einer ausgewachsenen/
Astrantia major 'Ruby Cloud' (Große Sterndolde) mit Samenansatz
Die (recht großen und gut zu handhabenden) Samen der Astrantia major sind Kaltkeimer, brauchen also Kälteeinwirkung, bevor sie keimen. Wer der Selbstaussaat der Großen Sterndolden im Garten misstraut oder vielleicht – wie wir – gar keine feststellt, lässt Samen an den Pflanzen ausreifen und nimmt ihn ab, bevor er ausfällt (da muss man immer wieder mal nachsehen, wie weit die Samen schon sind, was bei der Großen Sterndolde recht einfach ist, denn die Samen sind gut sichtbar).
Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: