Sedum spurium gehört zu den bekanntesten und verbreitetsten Fetthennen in den Gärten der Welt. Wir haben es bei ihm mit einem lockeren Bodendecker zu tun (daher häufig auch als Teppich-Fettblatt bezeichnet), der sowohl sonnige als auch halbschattige Pflanzplätze akzeptiert. Allgemein gilt Sedum spurium als sehr ausdauernd, leicht zu kultivieren und willig wachsend (auf dem Boden aufliegende Triebe und Triebstückchen bilden rasch Wurzeln, dementsprechend simpel ist seine Vermehrung).
Die Kaukasus-Fetthenne ist immergrün und hält es an sehr trockenen Standorten aus. Gut macht sie sich als Dauerbepflanzung in Trögen, Kästen und Kübeln, doch dafür sollten Sie eine der auffälliger gefärbten (Blattfärbung) Sorten wählen.
So weit, so gut – oder auch nicht: Sedum spurium beschränkt sich in Deutschland längst nicht mehr auf die Gärten und Parks, in die es seit Anfang des 19. Jahrhunderts speziell wegen seiner einfachen Pflege nur zu gern gepflanzt wurde (Ersteinführung dieses Neophyten aus Westasien 1808). Bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war ihm der "Sprung" in die Natur gelungen und es hat sich seitdem gehalten und ausgebreitet mit negativen Folgen für unsere einheimische Vegetation. Dieser Neophyt wird deshalb als invasiver Neophyt gelistet. (Ein Neophyt ist eine Pflanze, die irgendwann nach 1492 [das wurde einst so festgelegt] durch den Einfluss des Menschen in ein Gebiet gelangt ist [auf welchem Weg auch immer], in dem diese Pflanze vor 1492 nicht natürlich vorkam. Das ist erst mal nicht weiter schlimm, aufpassen muss man allerdings, wenn solche Pflanzen in der Natur "sesshaft" werden und sich ohne Zutun des Menschen selbst erhalten [also nicht z. B. in Gärten oder Parks kultiviert werden]; das schaffen nur sehr wenige der Neophyten. Neophyten werden auch als gebietsfremde, fremdländische oder allochthone Pflanzen bezeichnet.)

Spalten-Wollbiene (Anthidium oblongatum, Weibchen) auf Sedum rupestre (Tripmadam)
Vor diesem Hintergrund kann ich nur dazu raten, im Garten besser eine der ebenfalls teppichbildenden und ebenfalls dankbaren sowie pflegeleichten einheimischen Fetthennen-Arten anzusiedeln: Sedum acre (Scharfer Mauerpfeffer – gelb blühend), Sedum album (Weißer Mauerpfeffer – weiß blühend) und Sedum rupestre (Felsen-Fetthenne, Tripmadam – gelb blühend). Auch mit diesen Arten bieten Sie der Spalten-Wollbiene (Anthidium oblongatum), die Pollen von Sedum spurium als Proviant für ihre Larven sammelt, willkommene Pollenquellen an. Zum Nestbau benötigt die Spalten-Wollbiene allerdings noch "Pflanzen-Wolle", die sie mit ihren Mundwerkzeugen zum Beispiel von den haarigen Blättern der Kleinblütigen Königskerze (Verbascum thapsus) oder vom Woll-Ziest (Stachys byzantina) abschabt.
Falls Sie sich trotzdem für die Kaukasus-Fetthenne im Garten entscheiden, passen Sie bitte gut auf, dass ihre Triebe und Triebstückchen nur in der Biotonne das Grundstück verlassen.
| Wuchshöhe: | 10-15 cm |
| Blütenfarbe: | rosa |
| Blütezeit: | Juni, Juli, August |
| Lichtverhältnisse: | sonnig-halbschattig |
| Bodenfeuchtigkeit: | frisch |
| Verwendung: | extensive Dachbegrünung |
| Hinweis: | immergrün; etablierter, invasiver Neophyt; Pollenpflanze für Wildbienen (1 Bienen-Art) |
Das nenne ich mal farbliche Harmonie: Das Blatt der Sorte 'Variegatum' ist graugrün mit weißem Rand, der eine leichte rosa Zeichnung hat, die Blüten sind weiß-rosa. Was könnte besser zusammenpassen? Die panaschierte Kaukasus-Fetthenne hat damit allen anderen Sedum-Arten mit mehrfarbigem Blatt ganz klar etwas voraus, bei ihr treffen kein Gelb und Orange auf Rosa oder Purpurrot.
| Wuchshöhe: | 10-15 cm |
| Blütenfarbe: | weiß, rosa Mitte |
| Blütezeit: | Juni, Juli, August |
| Lichtverhältnisse: | sonnig-halbschattig |
| Bodenfeuchtigkeit: | frisch |
| Verwendung: | extensive Dachbegrünung |
| Hinweis: | immergrün; etablierter, invasiver Neophyt |
'Voodoo' ist eine relativ neue Sorte mit spannenden Eigenheiten: Sowohl die Blätter als auch die Stiele sind dunkel purpurfarben. Das hat auf den Züchter wohl einen mystischen Eindruck gemacht, daher der Sortenname 'Voodoo'.
Ansonsten verhält sich 'Voodoo' wie ein ganz normales Sedum spurium. Es wächst flächig, bleibt relativ klein und blüht lang. Kleine Einschränkung: Die Sorte 'Voodoo' ist leider empfindlicher und weniger widerstandsfähig als die Art und andere Sorten. Je schattiger 'Voodoo' steht, desto schwächer ausgeprägt ist zudem seine rote Blattfärbung, es kommt vor, dass die ganz verschwindet (siehe Foto unten).
| Wuchshöhe: | 10-15 cm |
| Blütenfarbe: | neonrosa |
| Blütezeit: | Juni, Juli, August |
| Lichtverhältnisse: | sonnig-absonnig |
| Bodenfeuchtigkeit: | frisch |
| Verwendung: | extensive Dachbegrünung |
| Hinweis: | immergrünes rötliches Laub, allerdings variabel; etablierter, invasiver Neophyt |